fotografiert von Martin Schoeller

 

Gemeinsam wachsen. Vorangehen. Mut haben. Gegen eleganten Konformismus und lähmende Austauschbarkeit. In dem Bewusstsein, Neues zu schaffen, das bewegt. Über Grenzen. „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile“. Aristoteles. Der Geist der Partnerschaft zwischen jungen, aufstrebenden Unternehmen und Porsche – Treibstoff für Fortschritt: Porsche Ventures.

Was bringt sie zusammen? Kulturelles Neuland für beide, eine Verbindung auf Augenhöhe. Hier die selbstbewusste Energie der internationalen Gründerszene, junge Unternehmen in der Früh- und Wachstumsphase – Impulse, Ideen, die permanente Lust am Ungewöhnlichen, keiner Konvention verpflichtet, nur der Idee, Scheitern als Option. Dort die wirtschaftliche Kraft, die unauflösbare Verbindung von Tradition und Innovation, die Erfahrung und Exzellenz aus gut sieben Jahrzehnten Sportwagenentwicklung.

Das Ziel: Zugang zu Geschäftsmodellen rund um das Kundenerlebnis, Mobilität und digitalem Lifestyle sowie Trends und neuen Technologien wie künstliche Intelligenz, Blockchain oder Virtual und Augmented Reality. Dafür erhöht Porsche für die kommenden fünf Jahre die Investitionssumme für Venture-Capital-Aktivitäten auf 150 Millionen Euro – Türöffner für die erfolgreichste Marke exklusiver, sportlicher sowie digitaler Mobilitätslösungen.

Kein Projekt ist wie das andere, Kreativität braucht Freiräume. Je nach Entwicklungsstadium und Ausrichtung fördert Porsche jeden Partner individuell. Der Accelerator APX, ein Projekt von Axel Springer und Porsche Digital, unterstützt seit 2018 Unternehmen in der Gründungsphase, investiert branchen- und industrieübergreifend in digitale Geschäftsmodelle, vor allem aus den Feldern Lifestyle, Mobilität, Reisen, Finanzen und Versicherungstechnologie, Medien und Gesundheit. Start-ups erhalten eine Anschubfinanzierung in Höhe von mindestens 50.000 Euro.

Zwei Jahre zuvor startete Porsche eine Kooperation mit der HHL Leipzig Graduate School of Management. In einer Themenpartnerschaft mit dem SpinLab, dem Accelerator der HHL Leipzig, konnten junge Wissenschaftler eigene Konzepte bis zur Marktreife bringen. Im Mittelpunkt: Finanzdienstleistungen der Zukunft / Fintech, datenbasierte Geschäftsmodelle, Erlebniswelt Sportwagen und Digitalisierung in der Produktion. Mit etablierten Start-ups arbeitet Porsche im Rahmen der Innovationsplattform „Startup Autobahn” in Stuttgart zusammen – gemeinsam mit Daimler, Deutsche Post DHL, HP Enterprise, DXC Technology, ZF und BASF. „Startup Autobahn” ist die größte Innovationsplattform in Europa. Allein Porsche realisierte seit Februar 2017 rund 40 Projekte aus aller Welt. Ein Drittel davon fließt in die Serienentwicklung von Fahrzeugen ein.

 

Bryn Balcombe
„Mit Motorsport bin ich aufgewachsen.“ Heute ist die intelligente Fahrzeugtechnologie das Spezialgebiet von Bryn Balcombe, Chief Strategy Officer von Roborace. Das Start-up entwickelt die weltweit erste elektrisch und autonom fahrende Rennserie, die vor allem Forschung und Entwicklung der Automobilhersteller anregen soll. Dabei verfolgt er das übergeordnete Ziel „Vision Zero“, eine Initiative, die durch künstliche Intelligenz Unfalltode verhindern will. Am meisten reizt ihn am Programm „Startup Autobahn“ der vielseitige Austausch: „Ich finde, die Zusammenarbeit verschiedener Gruppen ist an sich ein wesentlicher Faktor für Innovation.“

 


Christian Knörle
„Zusammenarbeit ist der Erfolgsfaktor der Zukunft.“ Als Innovationsmanager bringt Christian Knörle die besten Start-ups der Welt mit Porsche-Mitarbeitern zusammen. In zwei Jahren entwickelte sich „Startup Autobahn” zu Europas größter Innovationsplattform mit über 20 Partnern – gemeinsam mit Daimler. Seitdem wurden über 40 Projekte abgeschlossen, mehrere Technologien gehen mit dem Taycan in Serie. „Start-ups bringen neue Innovationsimpulse, unsere Fachbereiche die konkrete Anwendung. Wie bei Roborace verbinden sich scheinbar gegensätzliche Welten – autonomes Fahren und Motorsport – zu etwas völlig Neuem.“

 


Vitaly Ponomarev
„Schon als Kind wusste ich, dass ich später im Technologiebereich arbeite.“ Mit WayRay, das Vitaly Ponomarev 2012 gründete, wurde seine Vision Wirklichkeit. Die Idee des Unternehmens: holografische Head-up-Displays, die das Autofahren sicherer machen. Anders als ein herkömmliches Navigationsgerät blendet seine Lösung Informationen direkt ins Sichtfeld des Fahrers ein – so braucht der Blick nicht mehr abgewendet werden. Die Zusammenarbeit mit Porsche bringt ihm neue Perspektiven: „Das Management-Team hilft uns, Ziele schnell umzusetzen. So lernen wir, nicht nur als Unternehmen, sondern auch als Start-up zu denken.“

 


Theresa Baumstark
„Ich bündle das Wissen der Experten bei Porsche.“ Theresa Baumstark konzentriert sich als Managerin für Mergers & Acquisitions und Venture Capital auf Start-ups. Ihre wichtigste Aufgabe: kommunizieren. Die Beteiligungsexpertin sichtet alle Informationen, mit denen über ein Porsche-Engagement entschieden wird. Neben der gemeinsamen Vision der Projektpartner legt sie Wert auf direkten Austausch: „Mit seiner kundenfokussierten Zukunftstechnologie passt WayRay perfekt zur Porsche-Vision. Daher waren nicht nur unsere Ingenieure, sondern auch die Strategie-Kollegen begeistert von einer Beteiligung.“

 


Risto Vahtra
„Wir bauen ein App-Ecosystem mit Millionen von Entwicklern.“ Bevor Risto Vahtra 2013 das Start-up High Mobility gründete, arbeitete er bereits an einer Plattform für Connected-Car-Software. Zusammen mit Porsche hat High Mobility in einem Open-Innovation-Team auf dieser Basis eine digitale Schnittstelle geschaffen, mit der externe Entwickler ihre Anwendungen in einem Fahrzeugsimulator virtuell präsentieren können. Darin sieht er enormes Zukunftspotenzial: „Wir arbeiten gemeinsam daran, Porsche zum digital fortschrittlichsten Unternehmen zu machen. Eine Blaupause für die gesamte Automobilbranche.“

 


Andy Grau
„Der Faktor Mensch ist enorm wichtig in crossfunktionalen Teams.“ Andy Grau ist Projektleiter für Innovationsmanagement und Open-Innovation-Plattformen bei Porsche. Auf High Mobility wurde er durch das Accelerator-Programm „Startup Autobahn“ aufmerksam. Von der Idee einer Open-Innovation-Plattform bis hin zu dem fertigen Produkt, der Plattform, hat es nur 100 Tage gedauert. Das kollaborative Erarbeiten einer Plattform bedeutet für ihn einen großen Entwicklungsschritt: „Schnell, flexibel, motiviert unterwegs sein und gleichzeitig einen neuen Spirit aufnehmen. Das funktioniert in den Teams sehr gut.“

 


Gabor Balogh
„Unsere Vision: den weltweiten Straßengüterverkehr menschlicher und effizienter zu gestalten.“ Hinter dem spanischen Start-up Trucksters von Mitgründer Gabor Balogh verbirgt sich die Idee, Lkw kontinuierlich fahren zu lassen – nicht autonom, sondern auf klassische Art mit Menschen. Ist ein Truck mehrere Stunden unterwegs, übernimmt ein neuer Fahrer an einem Übergabepunkt das Steuer. Die Vorteile: Fahrzeiten verkürzen und Betriebskosten reduzieren sich. Balogh entwickelt die Idee im Accelerator APX mit Porsche weiter: „Die Perspektive des Experten zu haben, ob im Supply Chain Management oder Marketing, motiviert uns enorm.“

 


Robert Martin
„Ich bezeichne mich gerne als Rob, der Brückenbauer.“ Bei Porsche Digital in Berlin betreut Robert Martin das Accelerator-Programm APX, das Porsche in diesem Jahr mit Axel Springer aufgebaut hat. Das Ziel: vielversprechende Gründerteams finden, in sie investieren und bestmöglich in ihrer Entwicklung fördern. Martin organisiert Netzwerktreffen, sodass Start-ups passende Partner bei Porsche und im Volkswagen Konzern finden. Gerade internationale Gründerteams profitieren davon: „Trucksters aus Spanien beispielsweise konnten sich so frühzeitig mit Experten über die Besonderheiten des deutschen Marktes austauschen.“