VERTRIEB

Kundenbetreuung weiter verbessert
Im Jahr 2017 konzentriert sich Porsche mit unterschiedlichsten Projekten auf die Optimierung der Kundenbetreuung. Neben strategisch wichtigen externen Studien und dem Vergleich mit dem Wettbewerb treibt Porsche auch die eigene, kontinuierliche Messung der Kundenzufriedenheit mit den Verkaufs- und Serviceprozessen voran. Es wird ein Echtzeit-Reporting aufgebaut, das die Verantwortlichen im Unternehmen direkt über das Kundenfeedback informiert.

Mit dem Start der Initiative „Excite! Driving Global Customer Culture“ will das Unternehmen außerdem die Kundenorientierung weiter steigern. Das Projekt wird zunächst bei Porsche Cars North America und bei der Porsche AG in Deutschland pilotiert. Dabei stehen zwei Fragen im Mittelpunkt: Wie wird die interne Kundenorientierung weiterverbessert? Und wie kann die Nähe der Mitarbeiter zum Endkunden erhöht werden? Dabei spielen Verständnis, Wissen und Empathie eine zentrale Rolle. Auf Basis umfassender Analysen zur Kundenkultur legt das Topmanagement im Jahr 2017 Leitlinien zur Kundenorientierung fest. Trainings und Coachings zur Umsetzung dieser Leitlinien sind erfolgreich gestartet und sollen in den nächsten Jahren durch innovative Tools weitergeführt und ergänzt werden.

Prozess- und Kundenmanagement
„CRM@Porsche“ ist die zentrale und über alle Vertriebsstufen integrierte Prozess- und Kundenmanagement-Plattform für alle angeschlossenen Tochtergesellschaften und deren Händler. In der Plattform sind darüber hinaus alle weiteren kundenbezogenen Anwendungen integriert. Für ein erfolgreiches und effizientes Management der Customer Journey ist die kontinuierliche Weiterentwicklung von „CRM@Porsche“ notwendig. Ziel ist ein voll integriertes Backend des aktuellen und zukünftigen Kunden-Ökosystems. Deshalb wird die Plattform in den nächsten Jahren technisch, funktional und visuell weiterentwickelt. 2017 liegt der Schwerpunkt des Projekts „CRM@Porsche 2017+“ auf der„Technical Readiness“. Hier wird die Implementierung neuer Prozesse, Funktionen und Applikationen vorbereitet. Zudem soll eine neue „User Experience“ entwickelt werden, die den jeweiligen Nutzer einfach und unterstützend durch die Prozesse und Funktionen leitet.

Porsche stärkt 2017 seine digitale Kundenpräsenz weiter. Mit „My Porsche“ wird das 2016 überarbeitete Connect-Portal als persönliche Interaktionsplattform des Kunden mit Porsche ausgebaut und in ersten Märkten eingeführt. Kunden und Interessenten haben nun mit ihrer individuellen Porsche-ID einen Zugang zum gesamten digitalen Produkt- und Serviceportfolio, das speziell auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Das Angebot wird kontinuierlich ausgebaut und bietet heute bereits zahlreiche Connect-Dienste, Remote-Fahrzeuginformationen, Aftersales-Funktionalitäten sowie Smart-Mobility-Produkte.

Anerkennung und Preise von allen Seiten
Zahlreiche internationale Studien bestätigen die positiven Effekte der Kundenbetreuungs- und Kundenzufriedenheits-Maßnahmen. So erreicht Porsche 2017 zum 13. Mal in Folge den ersten Platz in der Gesamtbewertung der Qualitätsstudie „Automotive Performance, Execution and Layout Study“ (APEAL) des US-Marktforschungsinstituts J.D. Power. Porsche bleibt damit die Automarke mit der höchsten Attraktivität für Kunden in den USA. Zusätzlich belegen die Modelle Porsche 911, Cayenne und Macan die ersten Plätze in ihren Kategorien. An der Umfrage beteiligen sich mehr als 69.000 Neuwagenbesitzer; sie bewerten 243 Modelle von 33 Herstellern in zehn Kategorien. In der ebenfalls in den USA von J.D. Power durchgeführten Kundenbefragung „Initial Quality Study“ (IQS) werden Neuwagenkunden jährlich nach Beanstandungen an ihrem Fahrzeug befragt. Mit der erneuten Top-Platzierung fährt die Sportwagenikone 911 zum sechsten Mal in Folge auf den vordersten Rang im Segment „Midsize Premium Sporty Car“. Seit 2012 bescheinigen die US-Kunden damit dem Klassiker aus Zuffenhausen die höchste Qualität. Der Macan entscheidet das Segment „Compact Premium SUV“ für sich. Seit seiner ersten Teilnahme im Jahr 2015 belegt er damit zum dritten Mal hintereinander den ersten Platz. Weiterhin wird das Porsche-Werk in Leipzig mit Gold ausgezeichnet und erzielt damit den ersten Platz unter allen Fabriken in Europa und Afrika.

Das US-Ratgebermagazin „Kelley Blue Book“ verleiht dem Sportwagenhersteller gleich vier Brand Image Awards: der Marke Porsche in der Kategorie „Best Performance Luxury Brand“, dem Porsche Macan („Best Resale Value – Luxury Compact SUV/Crossover“), dem Porsche Panamera („Best Resale Value – High-End Luxury Car“) sowie dem Porsche 718 Cayman („Best Resale Value – Sports Car“). Leser der US-Fachzeitschrift „Car and Driver“ wählen den Porsche 718 Boxster und Cayman unter die „10 Best Cars“ sowie den Porsche Macan unter die „10 Best Trucks/SUVs“.

APEAL und „Kelley Blue Book“: Macan

In Deutschland wählen mehr als 120.000 Leser des Fachmagazins „auto motor und sport“ den Porsche 911 Carrera sowie das Porsche 911 Cabriolet – wie schon im Vorjahr – im Ranking der„Best Cars 2017“ auf Platz eins der Sportwagen- und Cabriolet-Kategorie. Der neue Porsche Panamera holte gleich in seinem Debütjahr den Sieg in der Luxusklasse. Leser von „sport auto“ küren in vier von zehn Kategorien Porsche-Modelle zum Klassensieger. 718 Boxster S, 911 Carrera GTS, 911 Carrera GTS Cabriolet sowie 911 GT3 setzen sich jeweils gegen ihre Wettbewerber durch. Damit ist Porsche der erfolgreichste Hersteller der Umfrage. Das britische Magazin „Top Gear“ zeichnet den Porsche 911 GT3 mit dem Award „Engine of the Year“ sowie den Porsche 911 GT2 RS mit dem Code Brown Award als „Scariest Device of the Year“ aus.

Best Cars 2017: Panamera 4S

Zudem wird bei der Verleihung des „Goldenen Lenkrads“ von „Bild am Sonntag“ und „Auto Bild“ der Panamera Turbo Sport Turismo zum besten Sportwagen 2017 gekürt und sichert sich damit einen der wichtigsten europäischen Automobilpreise. Das Goldene Lenkrad wird seit 1976 von den Publikationen des Axel-Springer-Verlags verliehen und gilt aufgrund seines international anerkannten Stellenwerts als „Auto-Oscar“.

Goldenes Lenkrad: Panamera Turbo Sport Turismo

Zum 14. Mal küren Auto Bild und Schwacke die „Wertmeister“. Hierbei werden in 13 Fahrzeugsegmenten alle in Deutschland verkauften Modelle verglichen und der wertstabilste Pkw pro Klasse ausgezeichnet. Lediglich 34,7 Prozent Wertverlust nach vier Jahren: Mit diesem Ergebnis führt der Porsche Macan S Diesel in diesem Jahr erneut den Titel als wertstabilstes Auto Deutschlands ein. Insgesamt kommt Porsche auf vier Klassensiege: Neben dem Macan gewinnt der 718 Cayman S PDK bei den Sportwagen, der Panamera 4S Diesel in der Luxusklasse und der Cayenne Diesel bei den SUV.

Händlernachhaltigkeitsinitiative
Mit der „Dealership Sustainability Initiative“ unterstützt Porsche die Planung, den Bau und den Betrieb ökologisch nachhaltiger Porsche-Zentren. Ein innovatives Beispiel ist die Entwicklung eines Fotovoltaikcarports, der weltweit bei den Porsche-Handelsbetrieben zum Einsatz kommt. Der speziell auf Porsche-Fahrzeuge zugeschnittene Carport ermöglicht das Laden von Plug-in-Hybrid- und Elektrofahrzeugen mit lokal regenerativ erzeugtem Strom. Gleichzeitig schützt er vor Witterungseinflüssen. Die filigrane Tragstruktur mit integrierten Porsche-Universal-Ladegeräten (AC) hat eine Dachfläche aus semitransparenten Glas-Glas-Fotovoltaikmodulen. Sie erzeugen für beispielsweise zwei Stellplätze mehr als 3.000 Kilowattstunden Energie pro Jahr – ausreichend Strom für über 200 Batterieladungen eines Panamera 4 E-Hybrid, was einer elektronischen Reichweite von umgerechnet rund 10.000 Kilometern entspricht. Premiere feiert der Fotovoltaikcarport auf der Nordseeinsel Sylt. Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge, die Porsche Drive vermietet, können dort geladen werden. Weitere Standorte sind bereits in Planung.

Auch im Jahr 2017 wird Porsche weltweit für nachhaltiges Bauen ausgezeichnet. In China erhält das Porsche Centre Shanghai Waigaoqiao die Zertifizierung „LEED Gold“. In den USA wird das Porsche Experience Center in Los Angeles als „LEED Certified“ eingestuft.

Neue Corporate Identity
Neues Design für den Porsche-Markenauftritt: Nach rund 20 Jahren verändert Porsche erstmals seine Corporate Identity. Die Hausschrift, die Farben und die Bildgestaltung, die der Sportwagenhersteller in Kommunikationsmitteln wie Publikationen, Katalogen, Anzeigen, Plakaten, Online-Medien oder auch in den Displays seiner Fahrzeuge anwendet, werden grundlegend überarbeitet. Das Ergebnis ist ein deutlich modernisierter und noch emotionalerer Auftritt. Seit 1996 setzt Porsche weltweit seine bisherige Corporate Identity konsequent um und schafft damit für die Marke ein unverwechselbares Erscheinungsbild. Durch die wachsende Bedeutung der digitalen Kanäle wird bei der Neugestaltung großer Wert darauf gelegt, einen Markenauftritt zu schaffen, der auch online funktioniert und unmissverständlich für Porsche steht. Die Farbwelt konzentriert sich künftig auf die Farbe Weiß, begleitet von vier Grautönen, Schwarz und einem neuen, strahlenden Porsche-Rot. Dem Bereich E-Performance bleibt die Farbe Acid Green weiter als Kommunikationsfarbe erhalten. Neu gestaltet wird auch die Hausschrift „Porsche Next“.

Porsche und Microsoft
Virtueller Fahrspaß ganz real: Porsche und Microsoft arbeiten künftig enger zusammen. Im Rahmen der New York International Autoshow 2017 schließen die beiden Unternehmen eine sechsjährige Partnerschaft im Bereich Rennspiele und elektronische Spielewettbewerbe. Künftig sind Sportwagen von Porsche noch präsenter in den Rennspielserien „Forza Motorsport“ und „Forza Horizon“. Ein zentrales Element der Partnerschaft ist das Wachstumsfeld „eSports“ – also Wettbewerbe, die Spieler im Rahmen eines virtuellen Wettkampfs austragen. Den Auftakt dazu bildet die „Forza Racing Championship“ (ForzaRC), die führende eSport-Rennserie mit der weltweit größten Online Racing Community. Basierend auf dem aktuellen Xbox-Rennspiel „Forza Motorsport 6“, in dem Porsche seit 2016 mit mehr als 20 Fahrzeugen vertreten ist, hält die ForzaRC Saison 2017 eine Motorsport-Meisterschaft für alle Porsche-Fans bereit.

Aftersales: professioneller Service
Im Aftersales wird außerdem eine sehr gute Versicherungseinstufung für den Cayenne erreicht. Weiterhin werden neue Reparaturkonzepte erarbeitet. Beispielsweise kann die neue Bremse PSCB mithilfe eines Lackdicken-Messgeräts besonders schnell auf ihren Verschleiß geprüft werden. Somit ist ein kostengünstiger und gleichzeitig qualitativ hochwertiger Service für den Kunden und das Porsche-Zentrum möglich.

Um sicherzustellen, dass Fahrzeuge schnell und kompetent gewartet oder repariert werden, wird weltweit ein umfassendes Schulungsangebot für die Mitarbeiter der Porsche-Zentren initiiert. Im Fokus stehen neue Technologien und Systeme, die im Cayenne eingesetzt werden. Die Qualifizierung der Handelsorganisation sowie die Weiterentwicklung der Schulungs- und Trainingsmethoden sind zentrale Themen, um die Händler bestmöglich für kommende Fahrzeuggenerationen vorzubereiten.

Auch die fortschreitende Elektrifizierung der Fahrzeugmodelle spielt im Aftersales eine zentrale Rolle. Dazu zählt insbesondere die Entwicklung einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur an den Porsche-eigenen Standorten, die das Aufladen von Fahrzeugbatterien mit heute unvorstellbarer Geschwindigkeit möglich macht – unabhängig von der Stärke verfügbarer Anschlussleitungen. Im Berichtsjahr wird ein klarer Kurs für diese neuen Technologien eingeschlagen, die dazu notwendige Infrastruktur und Prozesse sind im Aufbau. Parallel dazu arbeiten Vertrieb und Volkswagen Konzern am Thema „intelligentes Home-Charging“. Durch die automatische Berücksichtigung des Strompreises und des aktuellen Bedarfs aller Verbraucher im Haushalt wird ein tarifoptimiertes Laden möglich.

Die Porsche-Fahrzeuge der Zukunft sind darüber hinaus aber auch „always online“. Im After-sales wird 2017 intensiv an verschiedenen „Over the Air“-Funktionalitäten (OTA-Funktionalitäten) gearbeitet. So wird es in Zukunft möglich sein, neue Fahrzeugfunktionen ganz einfach per Klick im Porsche-Navigationssystem zu erwerben. Auch Analysen oder Fehlerbehebungen sind zukünftig möglich, ohne dass der Kunde dafür ein Porsche-Zentrum aufsuchen muss.

Weiterhin hat der Bereich Aftersales sogenannte Service Packages erarbeitet. Sie bieten dem Kunden künftig ein „Rundum-sorglos-Paket“: Sämtliche Kosten für beispielsweise Wartung oder Ersatz von Verschleißteilen sind dann mit einem Preis abgegolten. Damit ist eine optimale Versorgung für das Fahrzeug gewährleistet.

Um den Arbeitsalltag in den Porsche-Zentren effizienter und angenehmer zu gestalten, werden 2017 sämtliche Systeme im Aftersales modernisiert. Künftig sind rund 30 Systeme in einem einheitlichen Frontend vereint.

TÜV-Report 2018: Qualität bei Porsche
Beim im November 2017 veröffentlichten TÜV-Report 2018 stellen die 911-Modelle von Porsche erneut ihre hohe Langzeitqualität unter Beweis: Unter den sechs bis sieben Jahre alten Modellen und bei den acht- bis neunjährigen sowie zehn- bis elfjährigen Fahrzeugen rangiert der 911 jeweils auf Platz eins. Der TÜV-Report 2018 stützt sich auf die Ergebnisse der Hauptuntersuchung. Im Untersuchungszeitraum zwischen Juli 2016 und Juni 2017 werden die Ergebnisse von fast neun Millionen Fahrzeugen ausgewertet.

Kooperationsprojekt im Batterierecycling
Im Bereich Aftersales kooperiert Porsche mit dem schwedischen Unternehmen „Box of Energy“. Dabei werden gebrauchte Lithium-Hochvolt-Batterien recycelt und weiter genutzt. Entwickelt wird der Prototyp eines „Second Life“-Energiespeichers. Er besteht aus zwei ausgedienten Panamera-Batterien, die in einen stationären Energiespeicher mit 18 Kilowattstunden Leistung installiert werden. Je nach Markt- und Kundenanforderungen werden spezifische Lösungen für die Speicherung von Solarstrom aus Eigenerzeugung oder von günstig eingekauftem Strom zur späteren Verwendung entwickelt. Im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag, da der Bedarf an Möglichkeiten zur Zwischenspeicherung kontinuierlich steigt. Durch die Verwendung gebrauchter Fahrzeugbatterien als Energiespeicher werden das Abfallaufkommen und der Verbrauch von Rohstoffen erheblich reduziert.

Porsche Classic erweitert Angebot
Neben den aktuellen Fahrzeugen begeistern klassische Porsche-Modelle weltweit die Fans der Marke. Dabei übernimmt Porsche Classic die Betreuung aller Fahrzeuge, deren Produktionszeit in der Regel mehr als zehn Jahre zurückliegt. Das umfasst alle Aspekte von der technischen Literatur über die Bereitstellung von 52.000 Originalteilen bis hin zur kompletten Fahrzeugrestaurierung. Neu im Ersatzteilangebot sind unter anderem die Bremstrommel für den Porsche 356 A oder das „Porsche Classic Vehicle Tracking System“, das eine zusätzliche Diebstahlsicherung für historische Sportwagen gewährleistet. Für die optimale Wartung der Fahrzeuge und als kompetente Anlaufstelle für Enthusiasten klassischer Porsche-Wagen wird das internationale Händler- und Servicenetz 2017 weiter ausgebaut. Standorte in Australien, Hongkong und Norwegen kommen neu hinzu. Kunden und Interessenten stehen somit weltweit insgesamt 60 Porsche Classic Partner – davon drei Porsche Classic Zentren – zur Verfügung. In den Porsche Classic Zentren sind Service, Werkstatt und Verkauf von historischen Sportwagen erstmals unter einem Dach zusammengefasst. Damit integriert Porsche die Pflege und den Werterhalt von Young- und Oldtimern in ein Servicekonzept, das Tradition und Innovation eng miteinander verzahnt.

Porsche Classic Zentrum in Norwegen

PRODUKTION

Im Geschäftsjahr 2017 produziert Porsche insgesamt 255.683 Fahrzeuge. Verglichen mit dem Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von rund sieben Prozent. Die Modellreihen 911 (33.820 Einheiten) und 718 Boxster (12.900 Einheiten) sowie 718 Cayman (5.081 Einheiten) liefen im Werk Zuffenhausen vom Band. Damit produziert Porsche insgesamt 51.801 Fahrzeuge am Stammsitz Zuffenhausen. Im Werk Leipzig wurden insgesamt 156.439 Fahrzeuge hergestellt, das sind rund 61 Prozent der Porsche-Gesamtproduktion. 98.763 Einheiten der Modellreihe Macan kamen aus Leipzig, dazu 20.071 Cayenne und 37.605 Panamera. 5.286 Einheiten der dritten Generation des Cayenne wurden in Bratislava (Slowakei) produziert. Am Mehrmarkenstandort des Volkswagen Konzerns in Osnabrück fertigte Porsche 33.711 Cayenne und 8.446 Einheiten vom 718 Cayman.

Produktion Zuffenhausen
Am 11. Mai rollt in Zuffenhausen der einmillionste Porsche 911 vom Band: ein Carrera S in der Individualfarbe Irischgrün – in Anlehnung an die ersten Ur-Elfer von 1963. Unverändert ist der 911 das strategisch wichtigste Modell in der Produktpalette und trägt maßgeblich dazu bei, dass Porsche einer der profitabelsten Automobilhersteller der Welt ist. Ein wesentlicher Erfolgsbaustein ist die Produktionsstätte am Stammsitz in Zuffenhausen. Hier werden sämtliche 911-Modelle gebaut. Ein ausgeklügeltes Fertigungsprinzip erlaubt heute die Montage aller Sportwagen – 911, 718 Boxster und 718 Cayman – samt der zahlreichen Derivate auf einer Linie.

Der einmillionste 911

Genehmigung für Umbau in Zuffenhausen
Ein Meilenstein auf dem Weg zur Produktion des ersten rein elektrischen Sportwagens ist 2017 die Erteilung der immissionsschutz-rechtlichen Genehmigung für die Umgestaltung des traditionsreichen Standorts in Stuttgart-Zuffenhausen, die nach sieben Monaten Antragsprüfung ohne jegliche Einwendungen erteilt wird. Die eingereichten Unterlagen umfassen 365 Aktenordner mit einem Gesamtgewicht von etwa einer Tonne. In dem aufwendigen Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung werden sämtliche Umweltauswirkungen des Bauprojekts ermittelt, etwa die Auswirkungen auf Mensch, Flora und Fauna sowie Landschaft und Kulturgüter. Unter anderem werden über 15 umweltfachliche Gutachten zu Luft, Lärm, Gewässerschutz oder Naturschutz angefertigt. Die Behörden genehmigen die Werkserweiterung mit einer Kapazität von mehr als 100.000 Fahrzeugen pro Jahr. Zudem können die Sattlerei, das neue Motorenwerk und die Fahrzeugmontage erweitert werden. Porsche hat das Verfahren mit einem kontinuierlichen und proaktiven Nachbarschaftsdialog begleitet.

Die erste Industriewoche Baden-Württemberg
Im Juni beteiligt sich Porsche an der ersten Industriewoche Baden-Württemberg des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau. Das Unternehmen gewährt dabei Einblicke in die Sportwagenproduktion sowie die Weiterentwicklung der Ausbildung, die mit den betrieblichen Veränderungen einhergeht. Lehrer erfahren, wie Auszubildende frühzeitig in Themen wie Digitalisierung, Elektromobilität und Smart Mobility eingebunden und welche Lernmethoden dabei genutzt werden können.

Ministerpräsident lobt Produktion
Bei seinem Besuch im Juli in Zuffenhausen informiert sich der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann über die zukünftige Unternehmensausrichtung im Hinblick auf die Elektromobilität und die damit verbundene Umgestaltung des Standorts Stuttgart-Zuffenhausen. Dabei lobt er das neue Motorenwerk als vorbildlich. „Der schonende und weitsichtige Umgang mit innerstädtischen Flächen zeugt von Nachhaltigkeit und die Einbeziehung der Anwohnerinnen und Anwohner vermittelt Transparenz. All dies sind wichtige Schritte hin zu einer Vorbildrolle in der klimaschonenden Mobilität“, so Kretschmann.

Winfried Kretschmann zu Besuch

Porsche-Werk besonders nachhaltig
Bei der Erweiterung und Sanierung des Stammsitzes Zuffenhausen setzt Porsche Maßstäbe in puncto Nachhaltigkeit. Das Werk 4 mit dem neuen Motorenwerk, den Zentralen Werkstätten sowie weiteren Büroflächen wird im Oktober von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) mit Platin zertifiziert. Damit ist Porsche ein Pionier auf diesem Gebiet. Mit der Auszeichnung wird die ökonomische, ökologische, soziokulturelle, funktionale sowie technische Prozessqualität bei der Neu- und Umgestaltung von Industriequartieren gewürdigt. Bereits bei der Vorzertifizierung 2015 wurde das Werk 4 mit Gold bedacht, der zu diesem Zeitpunkt höchsten Auszeichnungskategorie.

Im neuen Motorenwerk werden neben V8-Motoren künftig auch die Elektroantriebe des Mission E gefertigt. Ein Neubau entsteht zudem für die Zentralen Werkstätten Zuffenhausen, die auf dem Gelände des ehemaligen Mercedes-Getriebewerks angesiedelt werden. Hier wirkte sich besonders positiv aus, dass Gutachten zu Altlasten und Schadstoffen bereits im Vorfeld der Abrissarbeiten erstellt und die Empfehlungen für die Sanierung nicht nur umgesetzt, sondern ebenfalls von Gutachtern begleitet wurden.

Außerdem setzt Porsche deutlich mehr Pflanzen, als für den ökologischen Ausgleich vorgeschrieben waren. Auch der künftige Energiemix mit Biogas-Anteil, die großzügigen Rückzugsräume mit nahe gelegenen Grünflächen und parkähnlichen Anlagen für Mitarbeiter sowie die Qualität der gesamten Projektsteuerung wurden durch die Auszeichnung gewürdigt.

Porsche-Motorenwerk

Ressourcen effizient nutzen
In Zuffenhausen beteiligt sich Porsche 2017 am Projekt „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“ des Landes Baden-Württemberg. In der Lackiererei können durch die Optimierung der Fahrweise im Vorbehandlungsprozess der Fahrzeugkarosserien jährlich neben 5.500 Kubikmetern Frischwasser unter anderem auch rund 60.000 Kilogramm Chemikalien (zum Beispiel Tenside, Reiniger, pH-Regulatoren) eingespart werden. Das Verfahren wird als Vorbereitung für den Lackierprozess angewandt, um Anhaftungen und Schmierstoffe von der Karosserieoberfläche zu entfernen.

Als zweites Projekt hat Porsche die energetische Optimierung zur Nutzung von Trocknerabwärme in der nass-chemischen Abluftreinigungsanlage der Lackiererei Zuffenhausen eingereicht. In der Abluftreinigung wird das benötigte Trennmittel dank der Optimierung durch den Abwärmestrom der Lackiertrockner erhitzt. Die hierdurch erzielte Einsparung elektrischer Energie beläuft sich auf 750.000 Kilowattstunden pro Jahr, was einem Ausstoß von 319 Tonnen CO₂-Emissionen entspricht.

Im Rahmen des sechsten Ressourceneffizienz- und Kreislaufwirtschaftskongresses des Landes wurde dieses Engagement honoriert: Umweltminister Franz Untersteller überreichte im Beisein von Ministerpräsident Winfried Kretschmann zwei Urkunden an Produktionsvorstand Albrecht Reimold. Außerdem werden beide Maßnahmen als Exzellenzbeispiele in das Buch „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“ aufgenommen, das begleitend zum Landesprojekt erscheint.

Vorbehandlungsprozess in der Lackiererei

Neues Ausbildungszentrum in Leipzig
Die Erfolgsgeschichte von Porsche ist vor allem einer hoch qualifizierten und motivierten Mannschaft zu verdanken. Daher setzt das Unternehmen im April einen wichtigen Meilenstein für eine exzellente Berufsausbildung: Das neu eröffnete Ausbildungszentrum in Leipzig ist eine zukunftsweisende Investition in den Fachkräftenachwuchs. Auf 2.300 Quadratmetern bietet der Neubau moderne Werkstatt- und Seminarräume, innovative Lehrinstrumente und damit beste Infrastruktur für die Berufsausbildung.

Ausbildungszentrum in Leipzig

Gold für Werk Leipzig
Im Juni belegt der Porsche 911 in der „Initial Quality Study“ des US Marktforschungsinstituts J.D. Power zum sechsten Mal in Folge den ersten Platz in seinem Segment. Er ist damit seit 2012 Seriensieger in der Kategorie „Midsize Premium Sporty Car“. Eine erneute Spitzenposition fährt auch der Macan ein – und zwar zum dritten Mal hintereinander. In der Fabrikwertung für Europa/Afrika belegt Porsche mit dem Werk Leipzig Rang eins und wird dafür mit dem Gold-Award ausgezeichnet. An der Umfrage beteiligten sich mehr als 77.000 Privatpersonen, die 243 Modelle von 33 Herstellern bewertet haben.

Gerd Rupp leitet das Porsche-Werk Leipzig
Zum 1. Juli übernimmt Gerd Rupp den Vorsitz der Geschäftsführung der Porsche Leipzig GmbH. Rupp folgt auf Siegfried Bülow, der 17 Jahre als Werkleiter den Produktionsstandort aufgebaut und weiterentwickelt hat. Vor seinem Wechsel nach Leipzig war Rupp sieben Jahre Leiter des Werkzeugbaus der Marke Volkswagen in Wolfsburg und zuvor für die Audi AG in Ingolstadt und Barcelona tätig. Siegfried Bülow geht am 1. Juli in den Ruhestand. Er steht dem Unternehmen weiterhin als Berater zur Seite.

Neue Fotovoltaikanlagen im Werk Leipzig
Auf dem Werksgelände der Porsche Leipzig GmbH sind aktuell drei Fotovoltaikanlagen in Betrieb. Eine besonders hohe Leistung bringt die Anlage auf dem neuen Karosseriebau. Die 15.240 Module erzeugen 4,2 Megawatt Strom. Weitere 0,6 Megawatt steuert die Anlage auf dem Karosseriegebäude bei, in dem der Macan gefertigt wird. Auch die Dachflächen des im April neu eröffneten Ausbildungszentrums sind mit Fotovoltaikmodulen ausgestattet. Bei voller Sonneneinstrahlung erzeugt die Anlage einen wesentlichen Teil des Strombedarfs. Der Energiegewinn durch die Fotovoltaikanlagen ist somit ein wichtiger Punkt auf dem Weg zur ressourceneffizienten Produktion.

Fotovoltaikanlagen im Werk Leipzig

Startschuss für den neuen Panamera Sport Turismo
Im Juli läuft im Porsche-Werk Leipzig die Serienfertigung des neuen Panamera Sport Turismo an. Für die Panamera-Modellfamilie hat Porsche den Standort Leipzig um einen Karosseriebau erweitert. Im Zuge der 500-Millionen-Investition entstand auch ein eigenes Qualitäts- und Pilotzentrum, das den Übergang von der Prototypen- in die Serienfertigung begleitet. Seit der Grundsteinlegung bis heute investierte Porsche mehr als 1,3 Milliarden Euro in das Werk Leipzig.

Neuer Panamera Sport Turismo

Ressourceneffizienz im Karosseriebau
Bei der Planung und Erstellung des Karosseriebaus in Leipzig ist die Messlatte für eine ressourceneffiziente Produktion noch einmal höhergelegt worden. Hierzu zählen unter anderem zahlreiche neue, energieeffiziente Fertigungsverfahren und die intelligente Steuerung der Beleuchtung.

Ein weiteres Beispiel liefern die mehr als 400 Roboter im Karosseriebau. Bei den in der Produktion eingesetzten Robotern spielten bisher Funktionalität und Produktivität eine wesentliche Rolle. In Kooperation mit dem Fraunhofer Institut hat Porsche die Bewegungsabläufe und Laufwege der Roboter untersucht: Wie schnell beschleunigen sie? Wann bremsen sie? Wie lange stehen sie auf der Bremse? Wann gehen sie tatsächlich in den Energiesparmodus über? Daraufhin wurden die Prozesse der Roboter so optimiert, dass sie auch unter energetischen Gesichtspunkten optimale Abläufe ausführen. Zum Beispiel beschleunigen die Roboter jetzt nur so schnell wie nötig. So ist es möglich, jeden einzelnen Roboter und den gesamten Prozessablauf auch energetisch zu bewerten.

Der Karosseriebau legt damit die Messlatte für effiziente interne Prozesse höher: Zuvor war die zertifizierte Energieeffizienz am Gerät entscheidend. Heute ist wichtig, dass das Gerät optimal auf den Arbeitsprozess abgestimmt ist. Diese Optimierung erbringt eine Energieeinsparung von circa 12 Prozent.

Leipziger Karosseriebau

Pilotprojekt für umweltfreundliche Logistik
Am Standort Leipzig beginnt im Juni das Projekt eJIT. Bei dem auf drei Jahre angelegten Pilotversuch wird ein Lastwagen mit rein elektrischem Antrieb im Logistikverkehr getestet. Porsche ist der erste Automobilhersteller in Europa, der einen schnellstraßentauglichen, voll elektrischen 40-Tonner einsetzt. In Leipzig erreichen täglich mehr als 600 Lkw das Werk – der eJIT ist der erste Lastwagen, der mit rein elektrischem Antrieb für den Transport zwischen dem Logistikzentrum und dem Versorgungszentrum der Montage eingesetzt wird.

In einer zweiten Ausbaustufe soll das Fahrzeug ab 2018 hoch automatisiert fahren. Aufgeladen wird der E-Lkw während der planmäßigen Wartezeiten beim Beladen am Versorgungszentrum. Die Batterieladung erfolgt über einen 150-kW-Schnelllader. Dies ermöglicht den Einsatz im Drei-Schicht-Betrieb. Die Reichweite bei voller elektrischer Ladung beträgt etwa 70 Kilometer, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 85 Kilometern pro Stunde.

Ein zweiter E-Lkw wird derzeit von Volkswagen Sachsen im Werk Zwickau getestet. In Zuffenhausen ist 2018 der Einsatz eines E-Lkw zur Versorgung der Produktion aus dem werksnahen Umschlagpunkt geplant. Hierdurch können im Werksumfeld die Emissionen stark gesenkt werden.

Am Forschungsprojekt eJIT sind neben Porsche Leipzig als assoziierter Partner die IAV GmbH, Schnellecke Logistics, Volkswagen Sachsen und das Netzwerk der Automobilzulieferer beteiligt. Seit Anfang 2016 arbeiten die Partner gemeinsam an der Lkw-Elektrifizierung. Das Projekt ist Teil des Programms „IKT III – Informations- und Kommunikationstechnik für Elektromobilität III: Einbindung von gewerblichen Elektrofahrzeugen in Logistik-, Energie- und Mobilitätsinfrastrukturen“. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie setzt damit die Forschungsaktivitäten in der gewerblichen Nutzung der Elektromobilität fort.

Pilotprojekt eJIT

STANDORTÜBERGREIFENDE PROJEKTE IN SACHEN NACHHALTIGKEIT

„Green Logistics“
In den vergangenen Jahren hat Porsche diverse Projekte zur Förderung einer umweltverträglichen Logistik vorangetrieben. 2017 werden diese weiter umgesetzt, um die in der neuen „Green Logistics“-Strategie festgeschriebenen Ziele zu erreichen. Unter anderem wird eine Methodik aufgebaut, um erstmals für Porsche CO2-Emissionen in der Transportlogistik gemäß Greenhouse-Gas-Protokoll ganzheitlich zu ermitteln. Die Berechnungsmethodik wird in den nächsten Jahren weiterverfeinert und plausibilisiert, um detailliertere Auswertungen zu erzielen.

Angesichts der steigenden Verkehrsbelastung, besonders in Ballungsräumen, ist es Porsche wichtig, einen Beitrag zur Vermeidung von Emissionen zu leisten. Dazu werden 2017 drei CNG-Gas-Lkw für den täglichen Transport eingesetzt. Hierdurch können bis zu 20 Prozent der bisherigen CO2-Emissionen eingespart werden – rund 119 Tonnen CO2 jährlich. Die CNG-Gas-Lkw stoßen 80 Prozent weniger Rußpartikel und 90 Prozent weniger Kohlenmonoxid aus. Außerdem sind sie leiser. Es ist geplant, in den kommenden Jahren auch LNG-Gas-Lkw aufgrund der höheren Reichweite und der vielversprechenden Technologieentwicklung einzusetzen. Voraussetzung ist ein flächendeckender Ausbau eines LNG-Tankstellennetzes.

Green Logistics heißt auch, dass künftig Porsche-Neufahrzeuge per Ökostrom mit der Bahn zur Verschiffung in die Seehäfen transportiert werden sollen. Die Umstellung auf Ökostrom wird 2017 vorbereitet und mit den Transport-Dienstleistern abgestimmt. In der Folge können hierdurch künftig circa 6.194 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Dies entspricht etwa 3 Prozent der gesamten Emissionen der Porsche AG im Bereich Transport aus dem Jahr 2016.

CO₂-Neutralität in der Produktion
Für die Zukunft strebt Porsche eine CO2-neutrale Produktion seiner Fahrzeuge an. Ein erster Schritt wird die Produktion des ersten reinen Elektrofahrzeugs sein – dieses soll von Ende des Jahrzehnts an CO2-neutral am Standort Zuffenhausen gefertigt werden. Daher stellen Anfang 2017 die Porsche AG sowie die Tochtergesellschaften Porsche Leipzig GmbH und Porsche Logistik GmbH auf 100 Prozent Naturstrom um. Damit erhalten alle deutschen Produktionsstandorte eine ökologisch sinnvolle Energieversorgung. Ergänzt wird dies durch den zukünftigen Einsatz von Biogas am Standort Zuffenhausen. Im Rahmen einer Kooperation mit einer städtischen Anlage vor Ort wird durch die Fermentation von Bioabfällen der Energiemix optimiert.

Porsche spart vielfältig Ressourcen ein
Der schonende Umgang mit Umwelt und Ressourcen ist bei Porsche nicht nur in zahlreichen Grundsätzen und Richtlinien geregelt, er wird auch täglich gelebt. Verschiedenste Maßnahmen tragen 2017 dazu bei, dass Porsche das langfristige Ziel erreicht, jährlich eine Million Euro durch den optimierten und schonenden Einsatz von Ressourcen in der Produktion einzusparen.

Am Standort Zuffenhausen werden durch eine um 15 Minuten verkürzte Prüfdauer der GT3-Motoren auf dem Heißtestprüfstand knapp 38.000 Liter Kraftstoff pro Jahr eingespart – ohne bei der Prüfqualität der Motoren Abstriche zu machen. Neben den jährlich eingesparten rund 101 Tonnen CO2 hat dies auch einen positiven Effekt über den direkten Betrieb hinaus: Das Weniger an verbrauchtem Kraftstoff trägt zum verringerten Logistikaufkommen insgesamt bei.

Eine beachtliche Energieeinsparung erreichen die Experten im Karosseriebau durch eine optimierte Absaugung des beim Schweißen entstehenden Rauchs. Knapp 400.000 Kilowattstunden elektrischen Strom verbraucht Porsche so jährlich weniger. Zum Vergleich: Pro Jahr könnten 45 Porsche 911 Carrera mit dieser Ressourceneinsparung rund 30.000 Kilometer weit CO2-neutral fahren. Neben dem ökologischen Vorteil hat die optimierte Anlagensteuerung auch einen Mehrwert durch die verbesserten Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter vor Ort.

Auch die Lackiererei spart einen erheblichen Anteil an Ressourcen. In Zuffenhausen wird 2017 alleine durch eine Optimierung der Auftragungstechnik auf die Fahrzeugkarosse Lackmaterial im Wert von knapp 67.000 Euro eingespart. In Leipzig wird künftig durch die Reduzierung von Frischluftanteilen in den Umluftbereichen der Lackiererei der Stromverbrauch im Durchschnitt um mehr als 740.000 Kilowattstunden pro Jahr gemindert. Dies entspricht einem jährlichen CO2-Ausstoß von rund 427 Tonnen – einer Größenordnung, in der jährlich 84 Porsche 911 Carrera eine Strecke von 30.000 Kilometern CO2-neutral zurücklegen könnten.

Lackiererei Zuffenhausen

Bei der Nutzung von Frischwasser strebt Porsche eine kontinuierliche Verbrauchsreduktion an. Auf der Test- und Prüfstrecke am Standort Leipzig wird auf der sogenannten Dynamikfläche zur Erprobung des Fahrzeugverhaltens auf nasser Fahrbahn künftig Regen- und Brunnenwasser genutzt. Durchschnittlich 2.092 Kubikmeter Frischwasser können so jährlich eingespart werden

Test- und Prüfstrecke Standort Leipzig

BESCHAFFUNG

Die Porsche AG hat im Berichtsjahr 2017 die Auslieferungen erneut gesteigert – auf insgesamt mehr als 246.000 Fahrzeuge. Die Beschaffung trug ihren Teil zum Erfolg bei und konnte auch dank einer engen partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der Zulieferindustrie die zuverlässige Versorgung mit qualitativ hochwertigen Bauteilen sicherstellen.

Der Fokus lag im Jahr 2017 auf strategisch besonders wichtigen Produkten und Themen zur Optimierung der Wertschöpfungskette von Porsche. Daher hat die Beschaffung die Vernetzung mit den Lieferanten im Berichtsjahr weiter intensiviert. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg wird künftig weiter anwachsen, darüber hinaus wird es verstärkt zu strategischen Partnerschaften kommen. Die klassische Beauftragung von Lieferanten wird nicht mehr die einzige Form der Zusammenarbeit sein. Die Porsche AG hat bereits Aktivitäten unternommen, um sich auch künftig neue Technologien und Produkte über intelligente Zusammenarbeitsmodelle aufzubauen und zukunftsfähig abzusichern.

Gleichzeitig gibt es konkrete Beispiele für Digitalisierung und Innovation in der Praxis sowie für den Alltag: Die Beschaffung hat eine Reihe von Ideen für neue Apps kreiert und in handlungsfähige Apps integriert. Darüber hinaus werden hiermit kaufmännische Schnittstellen bei Porsche ressortübergreifend integriert.

Modellanläufe
Im Mittelpunkt stehen im Berichtsjahr für die Beschaffung die Anläufe des neuen Cayenne, des Panamera Sport Turismo und des 911 GT2 RS – des schnellsten und stärksten Straßen-Elfers. Für alle Modelle kauft die Beschaffung eine Vielzahl von Neuteilen ein und führt die Fahrzeuge – Hand in Hand mit den Lieferanten – zur Serienreife.

Das Erfolgsmodell Cayenne wird in dritter Generation komplett neu entwickelt und in allen Belangen noch einmal spür- und sichtbar verbessert sowie perfektioniert. Der Cayenne ist zudem umfassend digitalisiert und vernetzt. In der Panamera-Familie feiert der Panamera Sport Turismo als neue Karosserievariante im Berichtsjahr Premiere. Mit großer Heckklappe, niedriger Ladekante, vergrößertem Gepäckraumvolumen und einem 4+1-Sitzkonzept wird der neue Viertürer hohen Ansprüchen an Alltagstauglichkeit und Variabilität gerecht.

Motorsport
Die herausragende Motorsport-Saison war ein weiterer Höhepunkt in 2017. Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans holt der 919 Hybrid den 19. Gesamtsieg für Porsche und bereits im November sichert sich der Sportwagenhersteller in Shanghai vorzeitig den seit 2015 dritten Weltmeistertitel in der Herstellerwertung. Die Rennteams konnten sich auf die Beschaffung verlassen: Im Schulterschluss mit allen beteiligten Fachbereichen holte die Beschaffung die richtigen Partner an Bord, um diese Erfolge zu ermöglichen.

Strategie 2025
Für die Beschaffung leiten sich aus der Porsche Strategie 2025 und den globalen Trends der Beschaffungsmärkte diverse strategische Ziele ab. Erstens: Top-Qualität zu wettbewerbsfähigen Konditionen durch aktive Gestaltung technischer und ökologischer Innovationen. Zweitens: Effizienz über die gesamte Laufzeit der Produkte. Drittens: Verlässlichkeit durch ständige Verfügbarkeit, gleichbleibend hohe Güte der Kaufteile und stabile, effiziente Warenströme. Viertens: steigende Attraktivität als Arbeitgeber für Talente und eine hohe Zufriedenheit der Mitarbeiter durch die Schaffung optimaler Arbeitsbedingungen.

Im Berichtsjahr setzt die Beschaffung eine Reihe von Projekten im Rahmen der Strategie-Initiative um. Der Austausch mit Lieferanten wird weiter intensiviert und das Thema „Nachhaltigkeit“ in der Lieferkette stärker vertieft. Außerdem wird das Beschaffungsmarketing ausgebaut, um Studierende, Absolventen und Professionals für den komplexen Themenbereich der Beschaffung zu interessieren.

Die Beschaffung hat im Berichtsjahr unter anderem auch mit Hochschulen wie der Universität Mannheim kooperiert. So gewinnen Porsche-Mitarbeiter inhaltlich neue Erkenntnisse, umgekehrt erhalten Studierende durch Exkursionen, Vorträge und Praxisarbeiten Einblicke in die Arbeit des Unternehmens.

Innovationsmanagement
Porsche agiert in einem Umfeld, das von rasanten Veränderungen geprägt ist. Voranschreitende Globalisierung, anspruchsvolle Kunden, verstärkter Wettbewerb um Zeit und Wissen wie auch gegensätzliche Denk- sowie Arbeitsweisen der IT- und Automobilbranche sind nur einige Herausforderungen, denen sich das Unternehmen stellen muss. Um Trends und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen holt sich Porsche neue Impulse aus der Zulieferbranche. Im Rahmen der „Porsche Supplier Innovation Days“ sollen neue Konzepte von Lieferanten bereits frühzeitig an das Unternehmen gebunden werden. So lädt das Innovationsmanagement Beschaffung und Entwicklung zum „Porsche Supplier Innovation Day“ mit dem Thema „Alternative Materialien und Leichtbau“ ein. Ausgewählte Lieferanten stellen ihre neuartigen Fertigungskonzepte Porsche-Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen vor.

Auch für den Innovation Day rund um das Motto „Wohlbefinden in einem Porsche-Fahrzeug“ kontaktieren die Porsche-Fachbereiche Beschaffung, Entwicklung und Vertrieb im Vorfeld gezielt Lieferanten sowie Start-ups und bitten diese, ihre Entwicklungen im Rahmen des Open-Innovation-Ansatzes einzureichen. Die mehr als 200 vorgeschlagenen Innovationsimpulse werden von interdisziplinär besetzten Porsche-Teams bewertet. In die Auswahl kommen schließlich 60 Well-being-Innovationen, die Lieferanten und Start-ups aus aller Welt in Weissach vor Porsche-Experten präsentieren können.

Beim „Porsche Supplier Tech Day“ gastiert der Sportwagenhersteller beim weltweit zweitgrößten Automobilzulieferer, der ZF Friedrichshafen AG. Das Innovationsmanagement des Beschaffungsressorts und die Fahrwerkvorentwicklung laden zu Präsentationen, Fachvorträgen und Austausch ein. Thema: Was sind die neusten Innovationen der Porsche-Zulieferer? Wie setzt Porsche diese um? Die Erfolg versprechende Reihe der „Porsche Supplier Innovation Days“ wird künftig weiter ausgebaut.

Nachhaltigkeitsworkshops mit Lieferanten
Nachhaltigkeitsaspekte in der Lieferkette sind heute schon wichtig und werden immer bedeutender. Auch Porsche befasst sich intensiv mit der Berücksichtigung und Umsetzung entsprechender Projekte. Um den Austausch mit Zulieferern zum Thema Nachhaltigkeit zu intensivieren, entwickelt Porsche im Berichtsjahr ein Konzept für Lieferantenworkshops und lädt zu zwei Veranstaltungen ein. Im Rahmen der Workshops werden gemeinsame Ansätze zur Umsetzung von Nachhaltigkeitsaspekten identifiziert und mögliche Themenfelder für eine weitere Zusammenarbeit definiert. Schon heute werden Lieferantenaudits für die Sicherung der Nachhaltigkeitsanforderungen durchgeführt und damit der Grundstein für eine künftige Zusammenarbeit gelegt. Somit setzt Porsche eine weitere Maßnahme der Beschaffungsstrategie 2025 um. Die Einhaltung von Nachhaltigkeitsanforderungen wird für die Porsche-Beschaffung weiterhin im Fokus stehen.

Beschaffung von Produktionsmaterial und Nicht-Produktionsmaterial
Wie in den vergangenen Jahren wird auch im Geschäftsjahr 2017 der Materialaufwand pro Fahrzeug weiter optimiert. Die enge Zusammenarbeit sowie eine frühzeitige Einbeziehung der Wirtschaftspartner in diverse Kosten- und Produktworkshops führen zu wesentlichen Einsparungen. In 2017 beläuft sich der Materialaufwand der Porsche AG auf 4.985 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2016: 4.129 Millionen Euro).

Auch bei Dienstleistungen und Nicht-Produktionsmaterialien leistet die Beschaffung im Berichtszeitraum einen wichtigen Beitrag, um die Unternehmensziele zu erreichen. Die Investitionen im Geschäftsjahr 2017 belaufen sich aufgrund der erneut großen Anzahl an Infrastrukturprojekten auf 1.684 Millionen Euro. Diese Entwicklung spiegelt das anhaltende Wachstum bei Porsche wider (Geschäftsjahr 2016: 1.695 Millionen Euro).

 

718 Boxster S: Kraftstoffverbrauch kombiniert 8,1 – 7,3 l/100 km; CO2-Emission 184 – 167 g/km
718 Cayman: Kraftstoffverbrauch kombiniert 7,4 – 6,9 l/100 km; CO2-Emission 168 – 158 g/km
718 Cayman S (PDK): Kraftstoffverbrauch kombiniert 7,3 l/100 km; CO2-Emission 167 g/km

911 Carrera: Kraftstoffverbrauch kombiniert 8,3 – 7,4 l/100 km; CO2-Emission 190 – 169 g/km
911 Carrera Cabriolet: Kraftstoffverbrauch kombiniert 8,5 – 7,5 l/100 km; CO2-Emission 195 – 172 g/km
911 Carrera GTS: Kraftstoffverbrauch kombiniert 9,4 – 8,3 l/100 km; CO2-Emission 212 – 188 g/km
911 Carrera GTS Cabriolet: Kraftstoffverbrauch kombiniert 9,4 – 8,4 l/100 km; CO2-Emission 214 – 190 g/km
911 Carrera S Kit: Kraftstoffverbrauch kombiniert 9,4 − 8,3 l/100 km; CO2-Emission 214−188 g/km
911 GT2 RS: Kraftstoffverbrauch kombiniert 11,8 l/100 km; CO2-Emission 269 g/km
911 GT3: Kraftstoffverbrauch kombiniert 12,9 – 12,7 l/100 km; CO2-Emission 290 – 288 g/km
Cayenne: Kraftstoffverbrauch kombiniert 9,2 – 9,0 l/100 km; CO2-Emission 209 – 205 g/km
Macan: Kraftstoffverbrauch kombiniert 7,4 – 7,2 l/100 km; CO2-Emission 172 – 167 g/km
Panamera 4 E-Hybrid: Kraftstoffverbrauch kombiniert 2,5 l/100 km; CO2-Emission 56 g/km; Stromverbrauch kombiniert 15,9 kWh/100 km
Panamera Turbo Sport Turismo: Kraftstoffverbrauch kombiniert 9,5 – 9,4 l/100 km; CO2-Emission 217 – 215 g/km
Panamera Sport Turismo: Kraftstoffverbrauch kombiniert 9,5 – 6,7 l/100 km; CO2-Emission 217 – 176 g/km