STRATEGIE UND ORGANISATION
(GRI 102-46)
Nachhaltigkeit ist unternehmerische Pflicht. Verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln, das sowohl der Umwelt als auch der Gesellschaft zugutekommt, entspricht nicht nur den Erwartungen von Gesellschaft, Kunden, Investoren, Medien und Politik. Es ist in wachsendem Maße auch für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit von Bedeutung. Soziale Verantwortung, ökonomischer Erfolg und Effizienz sind in sich keine Widersprüche, sondern Grundbestandteile einer erfolgreichen, zukunftsweisenden Unternehmensführung.

Unter strategischen Gesichtspunkten hat Nachhaltigkeit für Porsche hohe Priorität. Ausdruck dafür ist unter anderem die unmittelbare Verantwortung im Ressort des Vorstandsvorsitzenden. Seit 2016 ist nachhaltiges Handeln in Kombination mit der Stärkung der Innovationskraft des Unternehmens ein zentrales Ziel der Porsche Strategie 2025. Porsche hat den Anspruch, in allen Unternehmensbereichen nachhaltig und verantwortungsvoll zu handeln. Als Querschnittsthema ist Nachhaltigkeit in allen Ressorts kontinuierlich in Prozessen und Projekten verankert, gegliedert in die vier zentralen Handlungsfelder „Wirtschaft & Kunden“, „Produktverantwortung“, „Umwelt & Energie“ sowie „Mitarbeiter & Gesellschaft“.

Im Berichtsjahr 2017 hat Porsche die in der Strategie verankerten Nachhaltigkeitsmaßnahmen verstärkt. Porsche-eigene Audits etwa verbessern die Umsetzungskontrolle der gestellten Nachhaltigkeitsanforderungen bei Lieferanten. Seit Jahresbeginn 2017 verwenden die Porsche AG und ihre Tochtergesellschaften Porsche Logistik GmbH sowie Porsche Leipzig GmbH 100 Prozent Naturstrom. Im Rahmen der Finanzstrategie erarbeitet Porsche Kriterien, die Nachhaltigkeitsaspekte bei Investitionsentscheidungen langfristig berücksichtigen. Ein strategischer Schwerpunkt war 2017 die Identifikation von Verbesserungspotenzialen aus dem Abgleich mit externen Nachhaltigkeitsratings. In Zusammenarbeit mit Fachbereichen aller Unternehmensressorts analysierte und erarbeitete das Kernteam Nachhaltigkeit zusätzlich zahlreiche kurz-, mittel-und langfristige Verbesserungsschritte entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Sie unterstreichen nicht nur die Bedeutung von Nachhaltigkeit für das Unternehmen insgesamt, sie ermuntern auch einzelne Mitarbeiter zur Eigeninitiative. Der Bereich Aftersales etwa entwickelte selbstständig einen Maßnahmenkatalog für umwelt- und sozialverträgliches Arbeiten in zwölf Aktionsfeldern.

Porsche veränderte im Berichtsjahr 2017 seine Gremien- und Richtlinienstruktur. Das „Porsche Umwelt- und Energiecockpit“ wurde zum Steuerkreis umgestaltet. Der ressortübergreifend organisierte „Expertenkreis Nachhaltigkeit“ soll auf relevante deutsche Tochtergesellschaften ausgeweitet werden; erste Schritte sind eingeleitet. Die Konzernrichtlinie Nachhaltigkeit wird bis zum Frühjahr 2018 erarbeitet und grundlegende Prozesse für die Organisation, das Themenmanagement, die Projektumsetzung sowie die Kommunikation und Berichterstattung aller Nachhaltigkeitsthemen verbindlich und konzernweit regeln. Porsche will so eine noch breitere und stringentere Umsetzung im Unternehmen erreichen.

Nachhaltigkeit in der Porsche Strategie 2025
Die Zukunft des Sportwagens gestalten – das ist das Motto der Porsche Strategie 2025. Im Jahr 2016 haben Belegschaft und Management gemeinsam die neue Unternehmensstrategie für das kommende Jahrzehnt entwickelt. Im Mittelpunkt steht das künftige Produktportfolio. Der Sportwagen der Zukunft verbindet die Tradition und die Werte der Marke Porsche mit innovativen Technologien und Nachhaltigkeit. Dabei spielen Themen wie Elektromobilität, Digitalisierung und Konnektivität eine wesentliche Rolle. Das Unternehmen macht es sich zur Aufgabe, die exklusive und sportliche Mobilität von morgen zu prägen. Wertschaffendes Wachstum ist das zentrale Unternehmensziel. Nur so kann Porsche nachhaltig in innovative Technologien, neue Produkte und neue Mitarbeiter investieren.

Porsche begeistert seine Kunden mit einzigartigen Produkten und Services. Den guten Ruf als exzellenter Arbeitgeber und Wirtschaftspartner, der Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt trägt, will das Unternehmen weiter festigen. Profitabilität, Effizienz sowie soziale Verantwortung sind für Porsche keine Gegensätze.

Nachhaltigkeitsaspekte sollen in allen Unternehmensressorts – von der Entwicklung bis zum Vertrieb – umfassende Berücksichtigung finden und vorangetrieben werden. Entsprechend finden sich in allen Teilstrategien der Ressorts Ziele und Projekte mit Nachhaltigkeitsbezug. Beispiele dafür sind konkrete Maßnahmen zur Steigerung der Nachhaltigkeit in der Lieferkette, zur Verbesserung der Umweltverträglichkeit der Produkte über den Lebenszyklus hinweg sowie zur weiteren Integration von Nachhaltigkeit in wichtige Unternehmensprozesse, wie beispielsweise das Risikomanagement. Strukturiert sind alle entsprechenden Themen nach den vier zentralen Handlungsfeldern der Nachhaltigkeit bei Porsche und den zusätzlichen Arbeitspaketen „Integration in Prozesse“ sowie „Kommunikation und Stakeholder-Dialog“. Verantwortlich für das weitere Definieren und die Messbarkeit von Inhalten sowie die kontinuierliche Umsetzung des Querschnittthemas ist das Nachhaltigkeitsteam der Abteilung „Politik und Außenbeziehungen“ in Zusammenarbeit mit einzelnen Themenverantwortlichen in den Fachbereichen.
 

Porsche Strategie 2025 Die Ziele

STAKEHOLDER-MANAGEMENT
(GRI 102-40, 102-42, 102-43, 102-44, 102-46)
Porsche pflegt den Austausch mit relevanten Anspruchsgruppen und stärkt diesen Dialog kontinuierlich. Zudem hat das Unternehmen 2017 das eigene Stakeholder-Management zu Nachhaltigkeitsthemen weiter internationalisiert und ausgebaut. So wurde unter anderem die regelmäßig stattfindende Befragung der Stakeholder auf die Märkte China und Großbritannien ausgeweitet sowie der direkte Dialog zu Nachhaltigkeitsthemen mit den wichtigsten Lieferanten in entsprechenden Workshops gestärkt.

Externer Stakeholder-Dialog
(GRI 102-40, 102-43, 102-44, 102-47, 102-48)
Vielfältige Kommunikationskanäle und Veranstaltungsformate stützen den Austausch mit externen Stakeholdern. Das Porsche-Magazin „Christophorus“ erscheint weltweit in elf Sprachen. Die Umfeldzeitung „targa – Nachrichten für die Nachbarn“ richtet sich direkt an Anwohner der jeweiligen Porsche-Standorte. Der Online-Newsroom mit seinen Twitter- und Instagram-Kanälen, das Web-TV-Format „9:11 Magazin“ wie auch die Porsche-Webseite zählen zu den wichtigen Informationsquellen von Meinungsbildnern, Entscheidungsträgern und Kunden. Darüber hinaus sucht Porsche den persönlichen Kontakt. Drei Veranstaltungen informierten 2017 über den Fortgang von Bauarbeiten an den Porsche-Standorten, erstmals auch in den Gemeinden Weissach und Mönsheim in direkter Nachbarschaft des Porsche-Entwicklungszentrums. Mehr als 500 interessierte Bürger nahmen die Gelegenheit wahr, sich ein Bild über den Stand der Arbeiten zu machen, Fragen zu stellen, Anregungen zu geben und ihre Meinung zu vertreten.

Mitwirken in Netzwerken und Engagement in Nachhaltigkeitsinitiativen – auch das ist Teil des Stakeholder-Dialogs. Seit 2016 gehört Porsche dem „Bundesdeutschen Arbeitskreis für umweltbewusstes Management e.V.“ (B.A.U.M.) an. 2017 ist Porsche dem „Deutschen Netzwerk für Wirtschaftsethik“ beigetreten und bekennt sich als Unterzeichner der „Charta Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit“ (WIN) des Landes Baden-Württemberg zu seiner ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung. Im Rahmen einer „interkommunalen Arbeitsgruppe“ fördert das Unternehmen den Dialog mit lokaler Politik. Erstmals organisierte Porsche 2017 Nachhaltigkeitsworkshops für ausgewählte Lieferanten. Teilnehmer diskutierten dort neue Ansätze für eine Zusammenarbeit unter Nachhaltigkeitsaspekten.

Der 2016 ins Leben gerufene Porsche-Nachhaltigkeitsbeirat kam 2017 zweimal mit dem Vorstand der Porsche AG zusammen. Das Gremium aus international renommierten Vertretern von Wissenschaft und Gesellschaft (Prof. Dr. Sonja Peterson, Prof. Dr. Lucia Reisch, Prof. Dr. Maximilian Gege, Prof. Dr. Ortwin Renn sowie Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer) fungiert als Ideen- und Impulsgeber. Die Zusammenarbeit soll 2018 weiter gestärkt werden.

Interner Stakeholder-Dialog
(GRI 102-40, 102-43, 102-44, 102-47)
Transparenz, eine offene und direkte Kommunikation, ist wesentlicher Bestandteil der gelebten Porsche-Unternehmenskultur. Mitarbeitern steht eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung, sich ständig über Aktivitäten und aktuelle Entwicklungen des Unternehmens zu informieren – etwa über Mitarbeitermagazine, die jeweilige Standortzeitung, das eigene TV-Format oder auch über das Intranet. Seit 2017 können Mitarbeiter das Porsche-Intranet via App auf allen privaten Endgeräten nutzen. Regelmäßige Betriebs- und Ressortversammlungen, Mitarbeiter-Informationsveranstaltungen sowie inhaltsspezifische Themen- und Innovationswochen sind ebenfalls Teil der vielfältigen internen Kommunikation. 2018 soll die Belegschaft mit einer Themenwoche für Nachhaltigkeit weiter sensibilisiert werden.

Porsche ermuntert seine Mitarbeiter, sich über das interne Ideen- und Innovationsmanagement einzubringen. Beschwerden und persönliche Anliegen werden auf Wunsch vertraulich behandelt. Das Porsche-Ombudsmann-System nimmt anonyme Beschwerden und Meldungen über etwaige Rechtsverstöße mit Bezug zum Unternehmen entgegen. Mehr als 18.000 Beschäftigte beteiligten sich 2017 am „Stimmungsbarometer“, einer Befragung der Mitarbeiter von Porsche und von den Tochtergesellschaften.

Nachhaltigkeitsorganisation
(GRI 102-46, 103-1)
Eine klare interne Struktur mit definierten Zuständigkeiten und Aufgaben ermöglicht eine stringente und effektive Bearbeitung von Nachhaltigkeitsthemen im Unternehmen. Als höchstes Nachhaltigkeitsgremium fungiert der Vorstand der Porsche AG, der mindestens zweimal jährlich als „Nachhaltigkeitsboard“ zusammentritt. Dabei wird neben der grundsätzlichen strategischen Ausrichtung auch über die Umsetzung von Leuchtturmprojekten sowie weitreichenden Nachhaltigkeitsmaßnahmen entschieden. Das Nachhaltigkeitsteam der Abteilung „Politik und Außenbeziehungen“ agiert als Schnittstelle für alle nachhaltigkeitsrelevanten Themen im Unternehmen. Es ist mit der Koordination sämtlicher Nachhaltigkeitsaktivitäten, der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie, der Berichterstattung sowie der Einbindung in die konzernweiten Nachhaltigkeitsaktivitäten des Volkswagen Konzerns betraut. Darüber hinaus stellt es die interne und externe Kommunikation sowie den kontinuierlichen Ausbau des Stakeholder-Dialogs sicher. Für die Erarbeitung der inhaltlichen Ausrichtung der Nachhaltigkeitsaktivitäten und entsprechender Vorschläge für den Vorstand ist der „Expertenkreis Nachhaltigkeit“ zuständig. Er ist ressortübergreifend organisiert und tritt viermal jährlich zusammen. Die ständigen Mitglieder des Expertenkreises vertreten nachhaltigkeitsrelevante Fachbereiche aller Unternehmensressorts und wirken in diesen wiederum als Multiplikatoren für Nachhaltigkeitsthemen.

Der 2016 ins Leben gerufene Porsche-Nachhaltigkeitsbeirat kam 2017 zweimal mit dem Vorstand der Porsche AG zusammen. Das Gremium aus international renommierten Vertretern von Wissenschaft und Gesellschaft (Prof. Dr. Sonja Peterson, Prof. Dr. Lucia Reisch, Prof. Dr. Maximilian Gege, Prof. Dr. Ortwin Renn sowie Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer) fungiert als Ideen- und Impulsgeber. Die Zusammenarbeit soll 2018 weiter gestärkt werden.
 

WESENTLICHKEITSANALYSE 2017
(GRI 102-40, 102-42, 102-43, 102-44, 102-46, 102-47, 102-48, 103-1)
Eine anonyme, internationale Online-Stakeholder-Befragung im Herbst 2017 forderte 7.200 Repräsentanten relevanter Anspruchsgruppen dazu auf, Einschätzungen und Erwartungen zum Thema „Nachhaltigkeit“ bei Porsche abzugeben – dreimal so viele wie bei der Befragung im Jahr 2015. Rund 950 Personen – darunter Kunden (67,3 Prozent), Geschäftspartner und Analysten/Investoren (7,5 Prozent), Politiker und Behördenvertreter (4,8 Prozent), Nichtregierungsorganisationen (3,0 Prozent), Mitarbeiter von Porsche (2,7 Prozent) sowie Vertreter aus der Wissenschaft (2,4 Prozent) und andere Befragte (12,3 Prozent) – gaben ihr Votum ab, unter ihnen erstmals auch Teilnehmer aus China und Großbritannien.

Mehr als zwei Drittel der Befragten zeigen sich mit den Nachhaltigkeitsleistungen von Porsche „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“. Dies entspricht einer Verbesserung um zwölf Prozentpunkte im Vergleich zur vorangegangenen Befragung. Prinzipiell sehen die Befragten keinen Konflikt zwischen Nachhaltigkeit und der Herstellung von Premium-Sportwagen; für 89 Prozent besteht kein genereller Widerspruch. Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) lässt sich in ihrem Eindruck von Porsche durch die Dieselthematik „kaum“ bis „gar nicht“ beeinflussen, knapp ein Drittel dagegen (29 Prozent) aber schon. Alle Anspruchsgruppen erwarten in diesem Punkt eine offene, ehrliche und transparente Kommunikation sowie das klare Bekenntnis zu emissionsarmer und zukunftsfähiger Mobilität. Übergreifend betrachten die Befragten die Themen „Fahrzeugsicherheit“, „Kraftstoffverbrauch und Emissionen der Fahrzeuge“ sowie „langfristige Kundenbeziehungen“ als vorrangig.

Auch die Mitglieder des Nachhaltigkeitsbeirats äußerten sich in individuellen Experteninterviews detailliert zur Nachhaltigkeit bei Porsche sowie zu Chancen und Risiken. Dabei gaben sie auch konkrete Handlungsempfehlungen zur weiteren Gestaltung des Porsche-Engagements. In den Fokus stellten sie unter anderem Themen wie „alternative Antriebe“, „Reduktion der unternehmerischen CO2-Emissionen“ oder „Ausbau der Ladeinfrastruktur“. Die Impulse der Mitglieder des Nachhaltigkeitsbeirats werden zukünftig weiter durch dessen stärkere Einbindung in das Nachhaltigkeitsmanagement sowie eine Ausweitung des externen Stakeholder-Dialogs berücksichtigt.

WESENTLICHKEITSMATRIX UND BERICHTERSTATTUNG 2017
(GRI 102-44, 102-46, 102-47, 103-1)
Welche Auswirkungen das Unternehmen auf Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaft hat, untersuchten die Mitglieder des Expertenkreises Nachhaltigkeit mit Vertretern relevanter Porsche-Fachbereiche in einem internen Workshop.

Wesentlich für die Berichterstattung 2017 sind gemäß den Standards der „Global Reporting Initiative“ (GRI) alle Themen mit einer hohen Relevanz für die Stakeholder sowie Themen mit mittlerer oder hoher Auswirkung: Fahrzeugsicherheit, Kraftstoffverbrauch und Emissionen der Fahrzeuge, langfristige Kundenbeziehungen, Material und nachhaltige Werkstoffe, Energie und Emissionen im Betrieb, langfristige wirtschaftliche Stabilität, neue Mobilitätskonzepte, Mitarbeiterentwicklung, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, umweltfreundliche Logistik, Ressourcenverbrauch im Betrieb, attraktiver Arbeitgeber, Verantwortung in der Lieferkette, digitale Transformation, Compliance sowie betriebliche Mitbestimmung.

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