Der schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen ist für Porsche unternehmerische Pflicht. Ob bei der Entwicklung oder in der Produktion: Das Ziel sind eine möglichst geringe Belastung der Umwelt sowie der effiziente Einsatz von Energie.


Energie & Emissionen

CO₂-Neutralität in der Produktion
Für die Zukunft strebt Porsche eine CO₂-neutrale Produktion seiner Fahrzeuge an. Ein erster Schritt wird die Produktion des ersten reinen Elektrofahrzeugs sein – dieses soll von Ende des Jahrzehnts an CO₂-neutral am Standort Zuffenhausen gefertigt werden. Daher stellen Anfang 2017 die Porsche AG sowie die Tochtergesellschaften Porsche Leipzig GmbH und Porsche Logistik GmbH auf 100 Prozent Naturstrom um. Damit erhalten alle deutschen Produktionsstandorte eine ökologisch sinnvolle Energieversorgung. Ergänzt wird dies durch den zukünftigen Einsatz von Biogas am Standort Zuffenhausen. Im Rahmen einer Kooperation mit einer städtischen Anlage wird durch die Fermentation von Bioabfallen der Energiemix optimiert.

Neue Fotovoltaikanlagen im Werk Leipzig
Auf dem Werksgelände der Porsche Leipzig GmbH sind aktuell drei Fotovoltaikanlagen in Betrieb. Eine besonders hohe Leistung bringt die Anlage auf dem neuen Karosseriebau. Die 15.240 Module erzeugen 4,2 Megawatt Strom. Weitere 0,6 Megawatt steuert die Anlage auf dem Karosseriegebäude bei, in dem der Macan gefertigt wird. Auch die Dachflächen des im April neu eröffneten Ausbildungszentrums sind mit Fotovoltaikmodulen ausgestattet. Bei voller Sonneneinstrahlung erzeugt die Anlage einen wesentlichen Teil des Strombedarfs. Der Energiegewinn durch die Fotovoltaikanlagen ist somit ein wichtiger Punkt auf dem Weg zur ressourceneffizienten Produktion.

Lärm
Porsche ist sich der Verantwortung gegenüber seinen Nachbarn bewusst und trifft sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Minimierung von Lärmemissionen. Diese Prognosen dienen – neben den regelmäßig durchgeführten Immissionsmessungen – zur Sicherung der gesetzlichen Immissionsrichtwerte nach der „Technischen Anleitung Lärm“ (TA Lärm). Zusätzlich zeigen die Ergebnisse mögliche Lärmreduzierungspotentiale auf und legen die Entwicklung der Lärmsituation am Standort dar. Die durchgeführten Kontrollmessungen bestätigen die Einhaltung der Grenzwerte.


Ressourceneffizienz

Der schonende Umgang mit der Umwelt und Ressourcen ist bei Porsche nicht nur in zahlreichen Grundsätzen und Richtlinien geregelt, er wird auch im täglichen Arbeiten gelebt. Eine Vielzahl umgesetzter Maßnahmen tragen 2017 dazu bei, dass Porsche das langfristige Ziel, jährlich eine Million Euro durch den optimierten und schonenden Einsatz von Ressourcen in der Produktion einzusparen, auch im Berichtsjahr erreicht.

Am Standort Zuffenhausen werden durch eine um fünfzehn Minuten verkürzte Prüfdauer der GT3-Motoren auf dem Heißtestprüfstand von knapp 38.000 Litern Kraftstoff pro Jahr eingespart – selbstverständlich ohne bei der Prüfqualität der Motoren Abstriche zu machen, die bei Porsche stets höchste Priorität hat. Neben den jährlich eingesparten rund 101 Tonnen CO2 hat dies auch einen positiven Effekt über den direkten Betrieb hinaus: Das Weniger an verbrauchtem Kraftstoff trägt zum verringerten Logistikaufkommen insgesamt bei.

Eine beachtliche Energieeinsparung erreichen die Experten im Karosseriebau durch eine optimierte Absaugung des beim Schweißen entstehenden Rauchs. Knapp 400.000 Kilowattstunden elektrischen Strom verbraucht Porsche jährlich weniger. Zum Vergleich: Pro Jahr könnten 45 Porsche 911 Carrera mit dieser Ressourceneinsparung rund 30.000 Kilometer weit CO2-neutral fahren. Neben dem ökologischen Vorteil hat die optimierte Anlagensteuerung auch einen Mehrwert durch die verbesserten Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter vor Ort.

Einen erheblichen Anteil an Einsparungen steuern auch die Lackierereien bei. In Zuffenhausen werden 2017 alleine durch eine Optimierung der Auftragungstechnik auf die Fahrzeugkarosse Lackmaterial im Wert von knapp 67.000 Euro eingespart. In Leipzig wird künftig durch die Reduzierung von Frischluftanteilen in den Umluftbereichen der Lackiererei, der Stromverbrauch im Durchschnitt um mehr als 740.000 Kilowattstunden pro Jahr gemindert. Dies entspricht einem jährlichen CO2-Ausstoß von rund 427 Tonnen – einer Größenordnung, in der jährlich 84 Porsche 911 Carrera eine Strecke von 30.000 Kilometern CO2-neutral zurücklegen könnten.

Bei der Nutzung von Frischwasser strebt Porsche eine kontinuierliche Verbrauchsreduktion an. Auf der Test- und Prüfstrecke am Standort Leipzig wird auf der sogenannten Dynamikfläche zur Erprobung des Fahrzeugverhaltens auf nasser Fahrbahn künftig Regen- und Brunnenwasser genutzt. Durchschnittlich 1.340 Kubikmeter Frischwasser können dadurch jährlich eingespart werden.

Ressourceneffizienz im Karosseriebau
Bei der Planung und Erstellung des Karosseriebaus in Leipzig ist die Messlatte für eine ressourceneffiziente Produktion noch einmal höhergelegt worden. Hierzu zählen unter anderem zahlreiche neue, energieeffiziente Fertigungsverfahren und die intelligente Steuerung der Beleuchtung.

Ein weiteres Beispiel liefern die mehr als 400 Roboter im Karosseriebau. Bei den in der Produktion eingesetzten Robotern spielten bisher Funktionalität und Produktivität eine wesentliche Rolle. In Kooperation mit dem Fraunhofer Institut hat Porsche die Bewegungsabläufe und Laufwege der Roboter untersucht: Wie schnell beschleunigen sie? Wann bremsen sie? Wie lange stehen sie auf der Bremse? Wann gehen sie tatsächlich in den Energiesparmodus über? Daraufhin wurden die Prozesse der Roboter so optimiert, dass sie auch unter energetischen Gesichtspunkten optimale Abläufe ausführen. Zum Beispiel beschleunigen die Roboter jetzt nur so schnell wie nötig. So ist es möglich, jeden einzelnen Roboter und den gesamten Prozessablauf auch energetisch zu bewerten.

Der Karosseriebau legt damit die Messlatte für effiziente interne Prozesse höher: Zuvor war die zertifizierte Energieeffizienz am Gerät entscheidend. Heute ist wichtig, dass das Gerät optimal auf den Arbeitsprozess abgestimmt ist. Diese Optimierung erbringt eine Energieeinsparung von circa 12 Prozent.

Landesprojekt „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“
In Zuffenhausen beteiligt sich Porsche 2017 am Projekt „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“ des Landes Baden-Württemberg. In der Lackiererei können durch die Optimierung der Fahrweise im Vorbehandlungsprozess der Fahrzeugkarosserien jährlich neben 5.500 Kubikmetern Frischwasser unter anderem auch rund 60.000 Kilogramm Chemikalien (zum Beispiel Tenside, Reiniger, pH-Regulatoren) eingespart werden. Das Verfahren wird als Vorbereitung für den Lackierprozess angewandt, um Anhaftungen wie Schmierstoffe von der Karosserieoberfläche zu entfernen.

Als zweites Projekt hat Porsche die energetische Optimierung zur Nutzung von Trockner-Abwärme in der Nass-Chemischen Abluftreinigungsanlage der Lackiererei Zuffenhausen eingereicht. In der Abluftreinigung wird das benötigte Trennmittel dank der Optimierung durch den Abwärmestrom der Lackiertrockner erhitzt. Die hierdurch erzielte Einsparung elektrischer Energie beläuft sich auf 750.000 Kilowattstunden pro Jahr, was einem Ausstoß von 319 Tonnen CO2-Emissionen entspricht.

Beim 6. Ressourceneffizienz- und Kreislaufwirtschaftskongress des Landes wurde dieses Engagement honoriert: Umweltminister Franz Untersteller überreichte im Beisein von Ministerpräsident Winfried Kretschmann zwei Urkunden an Produktionsvorstand Albrecht Reimold. Außerdem werden beide Maßnahmen als Exzellenzbeispiele in das Buch „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“ aufgenommen, das begleitend zum Landesprojekt erscheint.

Wasser/Abwasser
Ein bewusster und sparsamer Umgang mit der Ressource Wasser ist ein wesentlicher Bestandteil der Umweltaktivitäten von Porsche. Der Verbrauch von Frischwasser wird so gering wie möglich gehalten. In der Produktion leistet Porsche durch den Einsatz von neuen, effizienten Technologien einen Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser und zum vorbeugenden Schutz von Boden und Gewässern. Durch die konsequente Weiterentwicklung von Kreislaufsystemen und Mehrfachverwendung konnte der Wasserverbrauch in den vergangenen Jahren stetig reduziert werden. Im Berichtszeitraum 2017 ging der Wasserverbrauch insgesamt leicht nach oben, der relative Wert pro produziertem Fahrzeug aber deutlich nach unten. Das Ziel von Porsche ist es, die Verunreinigung von Gewässern zu vermeiden. Belastete Abwässer aus der Produktion werden dezentral aufbereitet. Hierfür sind wasserrechtlich genehmigte Abwasserbehandlungsanlagen wie Leichtstoffabscheider oder die Neutralisationsanlage der Lackiererei in Betrieb. Die Abwasserbehandlungsanlagen werden regelmäßig an den Stand der Technik angepasst, wodurch die Grenzwerte deutlich unterschritten werden.

Infrastruktur & Mobilität

Mobilitätskonzept für Mitarbeiter
Porsche steht für moderne und umweltbewusste Mobilitätskonzepte. Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket leistet das Unternehmen auch einen wichtigen Beitrag für die Luftreinhaltung. So können seit dem Jahr 2015 die Mitarbeiter im Großraum Stuttgart bei Feinstaubalarm den öffentlichen Personen-Nahverkehr unentgeltlich nutzen. Der Firmenausweis ersetzt dabei den Fahrschein. Doch Porsche möchte seinen Mitarbeitern nicht nur bei Feinstaubalarm den Umstieg auf Bus und Bahn erleichtern. Auch im Pendelverkehr zwischen dem Stammwerk Zuffenhausen und dem Außenstandort Weilimdorf gilt der Werksausweis als Bus oder Bahnticket. Darüber hinaus bezuschusst Porsche bereits seit September 2016 das Jahresticket für den öffentlichen Nahverkehr mit zehn Prozent des Fahrpreises sowie einem Zuschuss in Höhe von 20 € im Monat. Auch Mitarbeiter, die außerhalb des VVS-Gebiets wohnen, profitieren von verbesserten Konditionen. Bisher zahlen Abonnenten des DB Job-Tickets zehn Monate, dürfen aber zwölf Monate damit fahren. Zusätzlich erhalten Porsche-Mitarbeiter einen weiteren Rabatt auf den Jahrespreis.

Wer auf der Fahrt zum Arbeitsplatz auf das Auto angewiesen ist, kann bei Porsche seit neuestem unkompliziert Beifahrer einsammeln. Die Mitfahr-App „TwoGo“ stellt Fahrgemeinschaften für Arbeits- und Dienstwege zusammen. Die App kombiniert Anfragen und erstellt individuelle Fahrpläne. Fahrgemeinschaften entlasten sowohl den Berufsverkehr als auch die Infrastruktur auf dem Firmengelände.

Als weitere Maßnahme zur Optimierung des Verkehrsaufkommens wurde im Berichtsjahr an den Standorten Stuttgart-Zuffenhausen und Weissach ein Parkleitsystem installiert. Eine zusätzlich eingeführte Parkplatz-App gestaltet die Parkplatzsuche zudem noch effizienter. In der App werden eine Vielzahl von Parkhäusern und Parkflächen inkl. der freien Stellplätze sowie Zusatzinformationen angezeigt. So können freie Parkplätze einfacher gefunden und der sogenannte Schleich- und Suchverkehr nach geeigneten Stellflächen reduziert werden.

Logistik
In den vergangenen Jahren hat Porsche diverse Projekte zur Förderung einer umweltverträglichen Logistik vorangetrieben. 2017 werden diese weiter umgesetzt, um die in der neuen „Green Logistics“-Strategie festgeschriebenen Ziele zu erreichen. Unter anderem wird eine Methodik aufgebaut, um erstmals für Porsche CO₂-Emissionen in der Transportlogistik gemäß Greenhouse-Gas-Protokoll ganzheitlich zu ermitteln. Die Berechnungsmethodik wird in den nächsten Jahren weiter verfeinert und plausibilisiert, um detailliertere Auswertungen zu erzielen.

Angesichts der steigenden Verkehrsbelastung, besonders in Ballungsräumen, ist es Porsche wichtig, einen Beitrag zur Vermeidung von Emissionen zu leisten. Dazu werden 2017 drei CNG-Gas-Lkw für den täglichen Transport eingesetzt. Hierdurch können bis zu 20 Prozent der bisherigen CO₂-Emissionen eingespart werden – rund 119 Tonnen CO₂ jährlich. Die CNG-Gas-Lkw stoßen 80 Prozent weniger Rußpartikel und 90 Prozent weniger Kohlenmonoxid aus. Außerdem sind sie leiser. Es ist geplant, in den kommenden Jahren auch LNG-Gas-Lkw aufgrund der höheren Reichweite und der vielversprechenden Technologieentwicklung einzusetzen. Voraussetzung ist ein flächendeckender Ausbau eines LNG-Tankstellennetzes.

Green Logistics heißt auch, dass künftig Porsche-Neufahrzeuge per Ökostrom mit der Bahn zur Verschiffung in die Seehäfen transportiert werden sollen. Die Umstellung auf Ökostrom wird 2017 vorbereitet und mit den Transport-Dienstleistern abgestimmt. In der Folge können hierdurch künftig circa 6.194 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart werden. Dies entspricht etwa 3 Prozent der gesamten Emissionen der Porsche AG im Bereich Transport aus dem Jahr 2016.

Am Standort Leipzig startete im Juni des Berichtsjahres das Projekt eJIT: Bei dem auf drei Jahre angelegten Pilotversuch wird ein Lkw mit rein elektrischem Antrieb im Logistikverkehr auf der Route zwischen Logistikzentrum und dem Versorgungszentrum der Montage getestet. Porsche ist der erste Automobilhersteller in Europa, der schnellstraßentaugliche, vollelektrische 40-Tonner einsetzt. In Leipzig erreichen täglich mehr als 600 Lkw das Werk – der eJIT ist der erste Lastwagen, der mit rein elektrischem Antrieb für den Transport zwischen dem Logistikzentrum und dem Versorgungszentrum der Montage eingesetzt wird.

In einer zweiten Ausbaustufe soll das Fahrzeug ab 2018 hoch automatisiert fahren. Aufgeladen wird der E-Lkw während der planmäßigen Wartezeiten beim Beladen am Versorgungszentrum. Die Batterieladung erfolgt über einen 150-kW-Schnelllader. Dies ermöglicht den Einsatz im Drei-Schicht-Betrieb. Die Reichweite bei voller elektrischer Ladung beträgt etwa 70 Kilometer, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 85 Kilometern pro Stunde. Ein zweiter E-Lkw wird derzeit von Volkswagen Sachsen im Werk Zwickau getestet. In Zuffenhausen ist 2018 der Einsatz eines E-Lkw zur Versorgung der Produktion aus dem werksnahen Umschlagpunkt geplant. Hierdurch können im Werksumfeld die Emissionen stark gesenkt werden.

Am Forschungsprojekt eJIT sind neben Porsche Leipzig als assoziierter Partner die IAV GmbH, Schnellecke Logistics, Volkswagen Sachsen und das Netzwerk der Automobilzulieferer beteiligt. Seit Anfang 2016 arbeiten die Partner gemeinsam an der Lkw-Elektrifizierung. Das Projekt ist Teil des Programms „IKT III – Informations- und Kommunikationstechnik für Elektromobilität III: Einbindung von gewerblichen Elektrofahrzeugen in Logistik-, Energie- und Mobilitätsinfrastrukturen“. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie setzt damit die Forschungsaktivitäten in der gewerblichen Nutzung der Elektromobilität fort.

Neben der optimierten Gestaltung des Warenverkehrs verbessert Porsche auch stetig sein auf die Mitarbeiter bezogenes betriebliches Mobilitätsmanagement. Mit der Porsche Global Travel Policy und der Reisekostenordnung findet eine Überprüfung statt, ob etwa Dienstreisen durch die Nutzung von Videokonferenzen vermieden oder ersetzt werden können. Um Einzelfahrten zwischen den Porsche Standorten zu vermeiden, besteht ein unternehmenseigener Shuttleverkehr, der die häufig genutzten Verbindungsstrecken abdeckt.

Platin-Auszeichnung für Porsche-Industriequartier
Bei der Erweiterung und Sanierung des Stammsitzes Zuffenhausen setzt Porsche Maßstäbe in puncto Nachhaltigkeit. Das Werk 4 mit dem neuen Motorenwerk, den Zentralen Werkstätten sowie weiteren Büroflächen wird im Oktober von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) mit Platin zertifiziert. Damit ist Porsche ein Pionier auf diesem Gebiet. Mit der Auszeichnung wird die ökonomische, ökologische, soziokulturelle, funktionale sowie technische Prozessqualität bei der Neu- und Umgestaltung von Industriequartieren gewürdigt. Bereits bei der Vorzertifizierung 2015 wurde das Werk 4 mit Gold bedacht, der zu diesem Zeitpunkt höchsten Auszeichnungskategorie.

Im neuen Motorenwerk werden neben V8-Motoren künftig auch die Elektroantriebe des Mission E gefertigt. Ein Neubau entsteht zudem für die Zentralen Werkstätten Zuffenhausen, die auf dem Gelände des ehemaligen Mercedes-Getriebewerks angesiedelt werden. Hier wirkte sich besonders positiv aus, dass Gutachten zu Altlasten und Schadstoffen bereits im Vorfeld der Abrissarbeiten erstellt und die Empfehlungen für die Sanierung nicht nur umgesetzt, sondern ebenfalls von Gutachtern begleitet wurden.

Außerdem setzt Porsche deutlich mehr Pflanzen, als für den ökologischen Ausgleich vorgeschrieben waren. Auch der künftige Energiemix mit Biogas-Anteil, die großzügigen Rückzugsräume mit nahe gelegenen Grünflächen und parkähnlichen Anlagen für Mitarbeiter sowie die Qualität der gesamten Projektsteuerung wurden durch die Auszeichnung gewürdigt.


Naturschutz

Für Porsche ist die Erhaltung der Biodiversität ein wesentlicher Beitrag zur dauerhaften Sicherung von Natur und Landschaft. Ziel ist dabei die naturschutzfachliche Gestaltung der Landschaft unter Beachtung der lokalen, landschaftstypischen Gegebenheiten an allen Standorten.

Mischwald statt Nadelwald-Monokultur: In Rutesheim, Weissach und Ludwigsburg werden auf 4,6 Hektar Fläche mehrere Tausend Traubeneichen gepflanzt. Die Bäumchen ersetzen vom Sturm zerstörte oder von Pilzen befallene Fichten- und Eschenwälder. Laubwälder generieren im Schnitt 800.000 Liter mehr Grundwasser je Hektar als reine Nadelwald-Monokulturen – und das jedes Jahr neu und über Generationen hinweg. Porsche fördert damit das Projekt des bundesweit agierenden Vereins „Trinkwasserwald e.V.“ mit Sitz in Hamburg. Mit den 4,6 Hektar Trinkwasserwald entstehen jährlich 3,68 Millionen Liter sauberes Grundwasser. Ein Mensch verbraucht pro Jahr etwa 1.000 Liter Trinkwasser; die Neubepflanzung sichert so lebenslang das Trinkwasser für bis zu 3.680 Menschen.

Im Zuge der Porsche-Nachhaltigkeitsstrategie initiiert Porsche Leipzig die Zusammenarbeit mit dem sächsischen Start-up „binee“. Das 2015 gegründete Unternehmen hat einen Recyclingkreislauf entwickelt, der die Entsorgung von alten Elektrogeräten belohnt und die Wiederverwertung gezielt steuert. So wird der Abbau von Rohstoffen – wie etwa Eisenerz – gemindert. Mitarbeiter von Porsche Leipzig haben in einer dreimonatigen Pilotphase die Möglichkeit, ihre Mobiltelefone und Elektrokleingeräte einfach und unkompliziert auf dem Weg zur Arbeit zu entsorgen. Transparente Prozesse ermöglichen einen Einblick in die Recyclingkette. So lässt sich der Weg des Altgeräts mitverfolgen. Als Dankeschön erhalten Teilnehmer einen Rabattgutschein für einen Einkauf bei einem „binee“-Partner. Die Zusammenarbeit zwischen Porsche und dem Start-up „binee“ ist ein Beispiel für eine gelungene Symbiose aus Wirtschafts- und Innovationskraft in Leipzig.

Anfang Mai werden bei Porsche Leipzig auf der Beweidungsfläche im Offroad-Gelände 25 Bienenvölker mit jeweils rund 60.000 Bienen angesiedelt. 1,5 Millionen Honigbienen finden so auf der naturbelassenen Ökofläche eine neue Heimat. Ziel ist es, mit der Ansiedlung einen Beitrag zur Sicherung des Honigbienen-Bestands und damit zum Umwelt- und Naturschutz zu leisten. Dank vielfältiger Flora im Offroad-Gelände sind optimale Bedingungen für die Bienen gegeben – hier wachsen, neben zahlreichen Wildpflanzen, vor allem Weißdorn, Robinien und Linden. Die insgesamt 132 Hektar große Fläche dient außerdem als natürlicher Lebensraum für rund 30 Exmoor-Ponys und 75 Auerochsen. Zahlreiche weitere Tierarten – wie Fasane, Schwarzmilane, Amphibien, Feldhasen, Rehe oder Fledermäuse – sind auf dem Gelände beheimatet. In der Automobilbranche ist das Konzept einzigartig. Porsche Leipzig verbindet von Anfang an eine nachhaltige und ressourceneffiziente Automobilproduktion mit dem Engagement für Natur und Umwelt. Das werkseigene Offroad-Gelände war einst Militärgebiet und wurde im Jahr 2000 renaturiert.