Stakeholdermanagement

Die Geschäftstätigkeiten von Porsche berühren weltweit die Interessen einer Vielzahl von Menschen. Dem Unternehmen ist es ein besonderes Anliegen, einen proaktiven Dialog mit seinen Anspruchsgruppen zu führen und diesen kontinuierlich auszubauen. Ein offener sowie transparenter Austausch von Informationen und Argumenten bildet bei Porsche die Grundlage für gegenseitiges Verständnis und Akzeptanz.

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Psychologin Eva Kaczor, Christian Knörle, Head of Company Building bei Porsche Digital, aware_Conference, Berlin, 2020, Porsche AG

Der ganzheitliche Ansatz des Porsche-Stakeholdermanagements zielt darauf ab, die Erwartungen der einzelnen Anspruchsgruppen systematisch zu erfassen und das Feedback für eine kritische Reflexion der strategischen Planungsprozesse zu nutzen.

Durch die Berücksichtigung der Interessen und Sichtweisen verschiedener Anspruchsgruppen lassen sich wichtige gesellschaftliche Trends frühzeitig identifizieren und in unternehmerische Entscheidungen einbeziehen. Umgekehrt kann im gegenseitigen Austausch transparent dargestellt werden, welche Handlungsspielräume Porsche bei aktuellen Herausforderungen sieht und welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für das Unternehmen wichtig sind.

Nachhaltigkeitsbeirat

Der Porsche Nachhaltigkeitsbeirat

Der Porsche Nachhaltigkeitsbeirat ist ein aus externen Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft bestehendes Beratungsgremium für den Vorstand und das Top-Management von Porsche. Seit seiner Gründung im Jahr 2016 wirkt er durch Impulse, regelmäßige Konsultation, eigene Projekte und kritische Begleitung auf eine strategisch sinnvolle und glaubwürdige Ausrichtung von Nachhaltigkeit nach innen und außen hin.

Der Nachhaltigkeitsbeirat tagte 2020 zweimal konsolidierend mit dem Porsche-Vorstand, unter anderem zu den Themen Corona-Krisenbewältigung, Dekarbonisierung sowie resiliente und nachhaltige Gestaltung von Lieferketten. Ergänzend tagte der Porsche Nachhaltigkeitsbeirat einmal mit dem Nachhaltigkeitsbeirat des Volkswagen Konzerns und zweimal mit der Geschäftsstelle des Nachhaltigkeitsbeirats und Fachexperten. Neben regelmäßig stattfindenden Telefonkonferenzen wurden die Beiräte in die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie und die Intensivierung des Stakeholderdialogs miteingebunden.

Aufgrund der stetig zunehmenden globalen Herausforderung und der wachsenden Bedeutung von Nachhaltigkeit wurde das Expertengremium im Januar 2021 neu berufen und setzt sich aus den folgenden Mitgliedern zusammen: Prof. Dr. Lucia Reisch, Raffaela Rein, Prof. Dr. Sarah Jastram, Adnan Amin, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ortwin Renn sowie Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Töpfer. Die Beiräte agieren unabhängig, sind nicht weisungsgebunden und vom Vorstand mit weitgehenden Informations-, Konsultations- und Initiativrechten ausgestattet.

Mitgliedschaften und Netzwerke

In Netzwerken mitwirken und sich in Nachhaltigkeitsinitiativen und Arbeitsgruppen engagieren – auch das ist Teil des Stakeholderdialogs bei Porsche, um ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Themen voranzutreiben. Die Bandbreite der fachlichen Partizipation von Porsche ist vielfältig. So ist das Unternehmen unter anderem Gründungsmitglied des „Bündnisses für Luftreinhaltung“, Mitglied der „Plattform Urbane Mobilität“ und aktiver Teilnehmer beim Branchendialog „Nationaler Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP)“. Seit 2016 gehört Porsche dem „Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V.“ (B.A.U.M.) an. Im Jahr 2017 ist das Unternehmen dem „Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik“ (DNWE) beigetreten und bekennt sich als Unterzeichner der „Charta Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit“ (WIN) des Landes Baden-Württemberg zu seiner unternehmerischen Verantwortung.

Seit 2018 ist Porsche zudem Kooperationspartner der Kompetenzplattform „nachhaltig.digital“. Das Ziel des Gemeinschaftsprojekts des B.A.U.M. e.V. und der „Deutschen Bundesstiftung Umwelt“ (DBU) besteht darin, die Digitalisierung als Instrument für eine zukunftsfähige und nachhaltige Entwicklung zu nutzen. Bereits Ende 2019 ist Porsche als erster Automobilhersteller, gemeinsam mit dem Volkswagen Konzern, der Value Balancing Alliance beigetreten. Im Berichtsjahr hat sich das Unternehmen der „Responsible Mica Initiative“ (RMI), einem industrieübergreifenden Zusammenschluss für Transparenz und bessere Arbeitsbedingungen bei der Gewinnung des Rohstoffs Mica, angeschlossen.

Value Balancing Alliance

Porsche ist im November 2019 als erster Automobilhersteller der Value Balancing Alliance beigetreten. Ihr Ziel ist es, eine standardisierte Methode zu entwickeln, um die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit von Unternehmen auf Natur und Gesellschaft zu messen und zu monetarisieren. Diese Methode wird gemeinsam mit den weiteren Mitgliedsunternehmen BASF, BMW, Bosch, Deutsche Bank, Kering, LafargeHolcim, Mitsubishi Chemical, Novartis, Otto, Volkswagen, SAP, Schaeffler und SK entwickelt und unter anderem durch die OECD und die EU-Kommission unterstützt.

Der Wert eines Unternehmens drückt sich nicht nur über seine finanzielle Wertschöpfung aus, sondern auch über seine gesellschaftliche und ökologische Wertschaffung. Porsche will seine Nachhaltigkeitsaktivitäten noch wirksamer gestalten und zukünftig das Thema noch besser in seine Entscheidungsprozesse einbeziehen. Mit dem Beitritt zu der Initiative beteiligt sich Porsche auch an der praktischen Pilotierung der Methode im eigenen Unternehmen. Unterstützt vom Volkswagen Konzern übernimmt Porsche als Kernmitglied in der Value Balancing Alliance dabei eine markenübergreifende Vorreiterrolle.

Responsible Mica Initiative

Die „Responsible Mica Initiative“ (RMI) wurde 2017 in Paris gegründet. Sie erarbeitet weltweite Standards für den Mica-Abbau. Diese sollen Sicherheit sowie faire Arbeitsbedingungen und Löhne adressieren. Unternehmen, die der „Responsible Mica Initiative“ beitreten, verpflichten sich zur Einführung dieser Standards. Die Initiative wird von verschiedenen Vertretern aus der Lack-, Pigment-, Textil- und Kosmetikindustrie unterstützt. Gründungsmitglied der Initiative ist die Menschenrechtsorganisation Terre des Hommes.

Der Rohstoff Mica kommt in zahlreichen Industrie- und Kosmetikprodukten zur Anwendung. Auch Porsche trägt als Automobilhersteller durch den Einsatz von Mica zum weltweiten Verbrauch dieses Rohstoffs bei. Das Unternehmen ist daher im Berichtsjahr der RMI beigetreten, um sich im industrieübergreifenden Zusammenschluss internationaler Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen für mehr Transparenz und bessere Arbeitsbedingungen beim Abbau von Mica einzusetzen. Mit konkreten Projekten in den Abbauregionen möchte Porsche die Lebenssituation der Menschen vor Ort signifikant verbessern.

 

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Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2020 Porsche AG
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