Porsche und Corona: Beherzt im Team durch die Krise

Das Jahr 2020 war weltweit ein herausforderndes. Die Corona-Krise hat das gesellschaftliche Miteinander auf eine harte Probe gestellt. Viele Geschäftsmodelle gerieten unter Druck. Und das globale Wirtschaftswachstum hat sich spürbar abgeschwächt. Bei Porsche musste die Produktion sechs Wochen pausieren. Dennoch ist es uns gelungen, unser Unternehmen robust durch die Krise zu steuern.

Den Unterschied machen unsere Mitarbeiter, die innovativen Produkte, unsere Profitabilität und die hohen Investitionen in die Zukunft. Mehr noch, in der Krise zeigte sich, wie Porsche Nachhaltigkeit versteht: ganzheitlich – ökologisch, sozial und ökonomisch. Wer profitabel wirtschaftet, hat auch die notwendige Kraft, sich den Herausforderungen zu stellen. Aktuelles Beispiel: Porsche fördert seit Längerem gemeinnützige Initiativen. Im Frühjahr hat das Unternehmen sein Spendenvolumen um weitere fünf Millionen Euro für konkrete Corona-Hilfsmaßnahmen erhöht. Auch die Lebensmittelspenden für Tafeln an den Standortregionen wurden verdoppelt.

Nach außen hin kaum sichtbar hingegen war das Teamwork im Innern: Porsche managte die Krise systematisch und verantwortungsvoll. Sehr früh hatte der Vorstand auf die ersten besorgniserregenden Nachrichten aus China reagiert. Ein Expertenkreis wurde eingesetzt, der die jeweils aktuelle Lage rund um die Uhr beurteilte. Zusätzlich wurde ein interdisziplinär besetzter Krisenstab etabliert. Vertreter der Ressorts Gesundheitsmanagement, Personal- und Sozialwesen, Produktion und Logistik, Forschung und Entwicklung, Finanzen und IT sowie Vertrieb und Marketing kamen in einem Lagezentrum zusammen.

Der Krisenstab tagte täglich, der Vorstand traf sich regelmäßig zu einer Sondersitzung. Gemeinsam wurden Hunderte Fragen erörtert, etwa: Wo wird das Desinfektionsmittel für die Belegschaft deponiert? Wie ändern wir die Essensausgabe in den Kantinen? Wie organisieren wir nach dem Produktionsstopp den Wiederanlauf unserer Werke? In welchen Schritten können die Beschäftigten in die Büros zurückkehren?

Die Ansagen waren eindeutig: Wenn möglich, sollten die Mitarbeiter mobil arbeiten. Besprechungen wurden virtuell abgehalten, Dienstreisen gestrichen. Nur absolut notwendige Reisen wurden zugestanden. Wer von einem internationalen Flug zurückkehrte, blieb präventiv zwei Wochen zu Hause. Die Maßgabe lautete: keine Kompromisse, „safety first“.

„Mehr denn je geht es heute darum, sich für die Gesellschaft und unsere Mitmenschen zu engagieren: aufeinander achten und Verantwortung übernehmen – wie in einer Familie. Diese Werte gelten über die Werkstore hinaus.“

Oliver Blume Vorstandsvorsitzender der Porsche AG

Am 21. März 2020 musste die Produktion gestoppt werden. Ursache waren Engpässe in den globalen Lieferketten. Schließlich standen die Bänder sechs Wochen still: Am 4. Mai 2020 lief die Produktion bei Porsche wieder an. Kaum vier Wochen später war die reguläre Auslastung wieder erreicht. In den USA musste im März und April zeitweise rund die Hälfte der Händlerstandorte schließen. In China hatten im Februar bereits alle Handelsbetriebe geschlossen. Auf dem wichtigsten Absatzmarkt erholte sich die Nachfrage dann aber ab April wieder zügig. Mit Beginn des Sommers war in China nahezu das Vorjahresniveau erreicht. Auch in Japan und Südkorea ging es operativ bergauf. Die Entwicklung der wichtigen Märkte in Asien war im weiteren Jahresverlauf positiv. Ein kooperierendes Start-up geriet während der Krise in finanzielle Schwierigkeiten. Porsche übernahm das Unternehmen, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und Arbeitsplätze zu sichern.

Im Kampf gegen die Auswirkungen der Corona-Pandemie hat Porsche eine klare Strategie verfolgt. Systematisch wurden alle notwendigen Schritte eingeleitet. Die Mannschaft war eng eingebunden. In der akuten Krisenphase hat Oliver Blume in wöchentlichen Videobotschaften jeweils die aktuelle Lage eingeordnet. Täglich wurden Informationen in den internen „Carrera“-Medien aufbereitet. Kommunikation hatte und hat bei Porsche einen zentralen Stellenwert. Oliver Blume sagt: „Jeder im Unternehmen muss auf Ballhöhe sein. Information, Orientierung und Nachvoll­zieh­barkeit sind entscheidend.“

Dadurch ist es Porsche gelungen, der Belegschaft die nötige Zuversicht zu geben und das Unternehmen sicher durch die Krise zu steuern. Gesundheit und sichere Arbeitsplätze standen stets im Vordergrund. Rückblickend kennen alle die einzelnen AHA-Regeln hinlänglich und wissen, was eine FFP2-Maske oder eine „Face Shield“- Brille ist. Es war nicht immer einfach, plötzlich 1,50 Meter Abstand zu Kolleginnen und Kollegen zu halten. Dennoch war allen klar, dass jeder Mitarbeiter seinen ganz persönlichen Beitrag leisten muss. Erfolg kann nur im Team gelingen.

Manche Trends und Entwicklungen wurden durch das Krisenmanagement dauerhaft und zukunftsgerichtet auf ein höheres Niveau gehoben. Plötzlich war es etwa möglich, die Jahrespressekonferenz digital anzubieten und per Streaming zu übertragen. Als Anfang März der Internationale Automobil-Salon in Genf abgesagt wurde, präsentierten Oliver Blume und der Markenbotschafter Mark Webber den 911 Turbo S per Online-Pressekonferenz im Porsche News TV auf Englisch. Simultan wurde sie auf Chinesisch ausgestrahlt. Im Vertrieb wurden in China ab Februar Verkäufe via WeChat angebahnt. Kurz: Die Digitalisierung hat einen enormen Schub bekommen.

Dies gilt auch für die Zusammenarbeit mit Politik und Gesellschaft. Der Schulterschluss in der Krise war eine wichtige Erfahrung. Konkret haben Berater der Tochtergesellschaften Porsche Consulting und der Management- und IT-Beratung MHP die Krisenstäbe der Landesregierungen von Baden-Württemberg und Sachsen unterstützt. Porsche organisierte die Lieferketten für Schutzkleidung aus China. Dabei ging es um Artikel in einem hohen dreistelligen Millionenbereich. Bei den Transporten mit zeitweise bis zu sechs Frachtflugzeugen pro Woche arbeitete Porsche mit den Logistikpartnern DB Schenker und Lufthansa Cargo zusammen.

Hintergrund: Die beiden Bundesländer verfügen selbst über keine Beschaffungsorganisationen, die das erforderliche Schutzmaterial besorgen könnten. Porsche sprang gern ein, wie Oliver Blume in einem Interview erläuterte: „Wir haben vom ersten Tag an nicht allein an Porsche als Wirtschaftsunternehmen gedacht, sondern auch an unsere Rolle und Verantwortung in der Gesellschaft. Was können wir für Menschen tun, die in eine Notlage geraten sind? Wie können wir die Länder unterstützen, in denen wir vertreten sind? Es geht uns dabei um die Grundeinstellung: Wir sind auch in Krisenzeiten für Menschen da.“

 

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Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2020 Porsche AG
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Peter Gräve

Peter Gräve

Pressesprecher Konzernthemen, Unternehmensstrategie und Beschaffung

peter.graeve@porsche.de

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Verbrauchsangaben

  • 11,1 l/100 km
  • 254 g/km

911 Turbo S

Kraftstoffverbrauch / Emissionen
Kraftstoffverbrauch kombiniert 11,1 l/100 km
CO2-Emission kombiniert 254 g/km