Nachhaltigkeitsmanagement

Die neue Porsche Nachhaltigkeitsstrategie 2030 übersetzt die für das Unternehmen wesentlichen Herausforderungen in sechs strategische Handlungsfelder, die für die nachhaltige Entwicklung des Sportwagenherstellers entscheidend sind. Sie richten das Engagement von Porsche konsequent aus: Die Auswirkungen der Geschäftstätigkeiten und die Erwartungen der Gesellschaft an das Unternehmen stehen dabei stets im Mittelpunkt.

Unternehmen sind innerhalb der Gesellschaft zentrale Akteure. Wirtschaftliches Handeln ist mit vielfältigen Auswirkungen auf das soziale, ökonomische und ökologische Umfeld verbunden. Als Arbeitgeber und wirtschaftliche Akteure sind Unternehmen aber zugleich von der Akzeptanz und dem Wohlergehen der Gesellschaft abhängig. Diese Abhängigkeit wurde im Berichtsjahr durch die Corona-Pandemie ganz besonders spürbar. Mit Recht nimmt die Gesellschaft deshalb die Wirtschaft in die Pflicht, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und ihre Kraft für die Anliegen aller einzusetzen.

Jährlich werden weltweit mehr Ressourcen verbraucht, als sie natürlich reproduziert werden können. Bis zum Jahr 2030 wird die Weltbevölkerung auf mehr als acht Milliarden Menschen anwachsen. Der globale Wettbewerb um Ressourcen, die Bedrohung durch den Klimawandel, politische Verwerfungen und die globalen Folgen der Pandemie, die sich immer schneller wandelnde Nachfrage der Verbraucher sowie sich verändernde Perspektiven und Ansprüche von unterschiedlichen Interessengruppen in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung konfrontieren Unternehmen mit neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Automobilbranche ist davon besonders betroffen. Sie steht vor großen Veränderungen und neuen Herausforderungen.

Die neue Porsche Nachhaltigkeitsstrategie 2030 übersetzt die für das Unternehmen wesentlichen Herausforderungen in sechs strategische Handlungsfelder, die für die nachhaltige Entwicklung des Sportwagenherstellers entscheidend sind. Sie richten das Engagement von Porsche konsequent aus: Die Auswirkungen der Geschäftstätigkeiten und die Erwartungen der Gesellschaft an das Unternehmen stehen dabei stets im Mittelpunkt. Mit den strategischen Handlungsfeldern begegnet Porsche globalen Risiken und löst zugleich neue Gestaltungs- und Innovationschancen ein – zusammen mit seinen Lieferanten, Mitarbeitern und Kunden, über die gesamte Wertschöpfungskette des Unternehmens hinweg.

Porsche strukturiert seine Nachhaltigkeitsaktivitäten in die folgenden sechs Handlungsfelder:

  • Dekarbonisierung: Konsequente Reduzierung der CO2-Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg
  • Kreislaufwirtschaft: Ressourceneffizienz und -kreisläufe auf allen Wertschöpfungsebenen
  • Perspektivenvielfalt: Chancengleichheit und Vielfalt in allen Beschäftigungsbereichen
  • Partner der Gesellschaft: Engagement für die Gesellschaft, wo immer Porsche aktiv ist
  • Nachhaltige Lieferkette: Schutz der Menschenrechte, guter Arbeitsbedingungen und verantwortungsvoller Prozesse in der gesamten Lieferkette
  • Steuerung & Transparenz: Transparente und verantwortungsvolle Unternehmensführung und unbedingte Compliance

Der Fortschritt auf diesem Weg wird regelmäßig evaluiert und die Strategie kontinuierlich angepasst, um bestmögliche Ergebnisse sicherzustellen. Dabei tritt Porsche auch in den aktiven Austausch mit seinen internen und externen Stakeholdern sowie anerkannten Experten, wie zum Beispiel den Mitgliedern des Porsche Nachhaltigkeitsbeirats.

Mit ambitionierten Zielen misst sich die Nachhaltigkeitsstrategie 2030 von Porsche an wissenschaftlichen Erkenntnissen und externen Erwartungen, die den Rahmen für wirkungsvolles Handeln setzen. Dabei beruft sich das Unternehmen auch auf seine inhärenten Werte und den Anspruch der Marke, mit Mut und Weitblick ein Pionier nachhaltiger Mobilität zu sein. Porsche will seine Zukunft mit und für die Gesellschaft verantwortungsvoll und erfolgreich gestalten.

Taycan Turbo S, mambagrünmetallic, Taycan Media Drive, Europa, 2019, Porsche AG

Strategiefeld Dekarbonisierung

Porsche bekennt sich zu den 2015 in Paris ver­einbarten Klimazielen und übernimmt Verantwor­tung, umweltbelastende Emissionen zu reduzie­ren. Den Kern der Aktivitäten bildet das Produktportfolio: Mit innovativen Produkten und Technologien sowie attraktiven Dienstleistun­gen will Porsche die Mobilität von morgen gestalten. Wir entwickeln zukunftweisende Antriebskonzepte, die unsere CO2-Emissionen deutlich reduzieren. Der Fokus liegt klar auf Elektromobilität. Bis 2025 hat die Hälfte aller neuen Porsche-Modelle einen Elektromotor. Mit dem Taycan ist Porsche bereits in die neue Ära gestartet: ein emotionaler Sportwagen, der Tradition und Zukunft miteinan­der verbindet. Über die Elektrifizierungsstrategie hinaus hat Porsche die kontinuierliche Dekarbonisie­rung seiner Produkte und seiner Unternehmens­prozesse über den gesamten Lebenszyklus hin­weg in seiner Strategie verankert. Neben den CO2-Emissionen durch den eigentli­chen Fahrzeugbetrieb stehen dabei insbesondere auch Emissionen in der Lieferkette im Fokus.

Lackiererei, Taycan-Fabrik, Stuttgart-Zuffenhausen, 2019, Porsche AG

Strategiefeld Kreislaufwirtschaft

Für eine moderne und zukunftsfähige Fahrzeug­architektur spielen nachhaltige Materialien und die Berücksichtigung von Umweltauswirkungen eine entscheidende Rolle. Die Langlebigkeit der Porsche-Sportwagen, ihre hochwertige Verarbei­tung und der Einsatz verschleißarmer Materialien sind grundsätzliche Aspekte des Porsche-Prinzips, welches das Unternehmen mit seinem Engagement weiter stärken will. Porsche hat sich das Ziel gesetzt, Materialkreisläufe zu schließen und eingesetzte Rohstoffe nach dem Lebensende der Fahrzeuge wieder einem Produktionsprozess zuzuführen. Das Unternehmen berücksichtigt die Umweltauswirkungen der eingesetzten Materialien in seinen Produkten und bewertet diese unter Nachhaltigkeitsge­sichtspunkten. Die Ansätze zur Kreislaufwirtschaft weiter auszubauen, bildet dabei eine strategische Priorität. Dieser Anspruch findet sich auch in der Vision für die Produktion der Zukunft wieder. Unter dem Leitbild einer „Zero-Impact-Factory“ sollen durch die Produktionsprozesse möglichst alle negati­ven Umweltauswirkungen vermieden werden.

Strategiefeld Perspektivenvielfalt

Kein Porsche-Sportwagen entsteht ohne die Menschen, die ihn bauen und gestalten. Deshalb steht der Mensch bei Porsche im Mittelpunkt. Jeder Mitarbeiter trägt mit seinen einzigartigen Fähigkeiten zum Erfolg des Unternehmens bei. Die Förderung von Diversität und die Sicherung der Chancengleichheit stellt eine weitere Priorität der Nachhaltigkeitsstrategie dar. Dabei liegt der Fokus auf den Themen Frauenförderung und internationale Diversität, aber auch der Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Generationen, der Vernetzungsmöglichkeiten für Mitglieder der LGBTIQ-Community, der proaktiven Einbindung von Menschen mit Behinderungen und damit letztlich der Gewährleistung eines offenen, chancengleichen und bestärkenden Arbeitsumfelds für alle. Das strategische Ziel ist die Herstellung gemischter Teams, in denen sich die unterschiedlichen Stärken und Kompetenzen optimal ergänzen und alle Mitarbeiter ihre Potenziale voll entfalten können.

Strategiefeld Partner der Gesellschaft

Porsche versteht sich als aktiver Teil der Gesellschaft. Sei es an den eigenen Standorten oder indirekt durch Lieferanten und Geschäftspartner, über die Porsche Waren und Dienstleistungen bezieht. Das Unternehmen hat den Anspruch, ein wertvoller und verantwor­tungsbewusster Partner für die Gesellschaft zu sein – sowohl lokal, regional als auch global. Porsche möchte vor allem dort aktiv werden, wo Unterstützung besonders gebraucht wird, und leistet Beiträge für Umwelt- und Sozialbelange in zahlreichen Ländern und Regionen. Das Unternehmen setzt sich zukünftig noch stärker für die Unterstützung sozial benachteiligter Personen und Gruppen sowie für die Förderung von Kultur und Sport ein. Porsche beabsichtigt auch sein Engagement für Bildung, den Umweltschutz und Biodiversität sowie für die Verbesserung von Lebens- und Arbeitsbedingungen in Ländern des globalen Südens weiter auszubauen.

Lieferkette, 2021, Porsche AG

Strategiefeld Nachhaltige Lieferkette

Die unternehmerische Verantwortung von Porsche endet nicht an den Werkstoren. Sie erstreckt sich über die gesamte Wertschöpfungskette. Über das erweiterte Produktportfolio und den Einsatz neuer Technologien kommt der Lie­ferkette dabei eine stetig wachsende Bedeutung zu. Das kontinuierliche Steuern der Lieferantenbeziehungen unter Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit rückt Porsche deshalb konsequent in den Fokus seiner Strategie. Die Nachhaltigkeits­bewertung von Lieferanten ist seit der Einführung des Sustainability-Ratings (S-Rating) im Juli 2019 ein verbindliches Kriterium bei Vergabe­entscheidungen. Es sichert eine nachhaltige Beschaffung und wirkt auf die Einhaltung menschenrechtlicher Standards und Beschäftigungspraktiken sowie auf ein verantwortungsvolles Ressourcenmanagement bei den Lieferanten hin. Weiterhin sollen, in Fortführung aktueller Projekte mit dem Volkswagen Konzern, eingesetzte Materialien systematisch analysiert und auf potenzielle Risiken in Zusammenhang mit der Herkunft, den Herstellungsbedingungen oder der Roh­stoffgewinnung überprüft werden.

Strategiefeld Steuerung & Transparenz

Porsche setzt höchste Ansprüche an sich selbst: Ethisches Verhalten ist für Porsche essenziell. Nicht zuletzt ist das Vertrauen der Kunden, Partner und der Gesellschaft in das Unternehmen davon abhängig. Integres Verhalten und Wirtschaften bilden deshalb die Grundlage für alle unternehmerischen Aktivitäten. Im Handlungsfeld wirkt Porsche strategisch auf die weitere Stärkung von Transparenz und verantwortungsvoller Unternehmensführung in allen relevanten Bereichen hin. Selbstverständlicher Anspruch für Porsche ist es, von Wirtschaft und Gesellschaft als starker Partner und vorbildliches Unternehmen wahrgenommen zu werden. Dazu lässt sich das Unternehmen auch von externen Organisationen bewerten und richtet seine Verbesserungsmaßnahmen an den Ergebnissen aus.

Second-Life-Konzept für Traktionsbatterien

Im Rahmen der Second-Life-Strategie arbeitet Porsche an einem Pilotprojekt, um gebrauchte Traktionsbatterien weiterzuverwenden. Nach Ende der Nutzungsdauer im Fahrzeug sollen die Batterien zerlegt und die einzelnen Module in stationären Energiespeichern weiterverwendet werden. Neben der technischen Machbarkeit und der Entwicklung von Prototypen ist insbesondere die Umsetzbarkeit des Projekts in eine Serienlösung entscheidend für die langfristige und nachhaltige Weiterverwendung der Altbatterien. Hierfür entwickelt das Unternehmen unter anderem innovative Systemlösungen zum Testen und Messen der Qualität von gebrauchten Batterien, um zielgerichtet nur geeignete Batterien auszuwählen.

Darüber hinaus werden umfangreiche Konzepte für die Rückführung der gebrauchten Batterien von den Porsche Zentren innerhalb der Europäischen Union erarbeitet. Basierend auf den Erkenntnissen des Pilotprojekts werden Konzepte für weitere Regionen weltweit analysiert und bewertet, um gemeinsam mit den Importeuren der wichtigsten Porsche-Märkte maßgeschneiderte Second-Life-Konzepte umzusetzen. Durch die Second-Life-Strategie für Hochvoltbatterien wird ein wichtiger Beitrag geleistet, um Ressourcen zu schonen und die Energiewende nachhaltig zu unterstützten.

Porsche Turbo Charging, Taycan 4S, Schnellladepark, Leipzig, 2020, Porsche AG

PAVE – Porsche Aftersales Vocational Education

Das Programm „Porsche Aftersales Vocational Education“ (PAVE) bildet hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der weltweiten Handelsorganisationen von Porsche und weiterer Marken des Volkswagen Konzerns aus. Ein besonderer Fokus liegt auf der Ausbildung von unterprivilegierten jungen Erwachsenen.

Der Grundstein von PAVE wurde vor mehr als zehn Jahren auf den Philippinen gelegt: In Manila entstand in Zusammenarbeit mit dem Don Bosco Technical Institute und dem lokalen Importeur PGA Cars Inc. das erste Schulkooperationsprojekt. Seitdem hat sich PAVE Schritt für Schritt zu einem globalen Programm entwickelt – mit Standorten in Asien, Südafrika und Mexiko. Weil lokale Schuleinrichtungen und die Porsche-Handelsorganisationen eingebunden sind, schafft PAVE Multiple-win-Situationen:

  • Junge Menschen erhalten eine hochwertige Ausbildung, die beste Zukunftschancen sichert, weil die Handelsorganisationen unmittelbar involviert sind.
  • Die regionalen Porsche-Händler bekommen Zugang zu bestens ausgebildetem Personal.
  • Die Ausbildungskompetenzen werden lokal verankert, damit wirkt das Programm breit und langfristig.

Die Aktivitäten im Bereich der beruflichen Erstausbildung sorgen dafür, dass PAVE die Gesellschaft tiefergehend positiv beeinflusst. So haben die PAVE-Aktivitäten in China dazu geführt, dass ein gesamtes Berufsbild auf nationaler Ebene implementiert werden konnte. In Südafrika wird das Bildungsministerium derzeit dabei unterstützt, Kompetenzen zur E-Mobilität zukunftsweisend in den nationalen Lehrplan zu überführen.

Nachhaltigkeitsperformance mit „Prime“-Status ausgezeichnet

In 2020 wurde Porsche durch die Nachhaltigkeitsrating-Agentur ISS ESG erstmalig mit dem „Prime“-Status ausgezeichnet und liegt in dem Industriesektor nunmehr auf Augenhöhe mit den Besten. Die Nachhaltigkeitsperformance wird durch ISS ESG anhand von über 100 standardisierten und industriespezifischen Indikatoren in den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung erhoben. Jährlich analysiert ISS ESG über 800 unterschiedliche Indikatoren bei mehr als 8.000 Unternehmen weltweit auf Basis öffentlich verfügbarer Informationen oder durch den direkten Dialog.

Besonders positiv bewertete ISS ESG die Nachhaltigkeitsperformance von Porsche in den Bereichen „Mitarbeiter und Lieferanten“, „Gesellschaft und Produktverantwortung“ und im „Umweltmanagement“. Ein überdurchschnittliches Ergebnis wurde unter anderem in den industriespezifischen Schwerpunktthemen „Produkt- und Datensicherheit“,„Nachhaltigkeitsstandards in der Lieferkette“ sowie für „Alternative Antriebe“ und „Lebenszyklusanalysen“ bescheinigt. Für die Automobilindustrie legt ISS ESG einen besonderen Schwerpunkt auf die Bewertung der jeweiligen Unternehmensstrategie für alternative Antriebe, insbesondere vollelektrischer Fahrzeuge. Mit dem Taycan und dem rein elektrisch angetriebenen Nachfolgemodell des Macan und der weiteren Elektrifizierungsstrategie ist Porsche in diesem Fokusfeld bestens für die Zukunft aufgestellt. Das Unternehmen sieht die unabhängige, externe Bewertung als wichtiges Instrument und Inputgeber zur kontinuierlichen Verbesserung seiner Nachhaltigkeitsleistung an.

Branchenweit das erste „Green Schuldscheindarlehen“

Kreislauforientierte Produkte und Produktionsformen werden sowohl die Wirtschaft als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Zukunft entscheidend prägen. Im Rahmen der „Sustainable-Finance-Strategie“ der Europäischen Union werden zunehmend auch die Kapitalflüsse hin zu nachhaltigen Investitionen gelenkt. Teil dieses Trends sind Finanzprodukte, mit denen nachhaltige Ziele verfolgt werden. Porsche ist bereits im August 2019 bei der Refinanzierung nachhaltiger Projekte neue Wege gegangen. Als bis dato erster Automobilhersteller hat Porsche das größte grüne Schuldscheindarlehen am Kapitalmarkt platziert – mit einem Volumen von einer Milliarde Euro. Das refinanzierte Projektportfolio umfasst Ausgaben für die Entwicklung des vollelektrischen Porsche Taycan sowie Investitionen in energieeffiziente, moderne Produktionsgebäude und -anlagen, die ausschließlich der Herstellung und Entwicklung batteriebetriebener Fahrzeuge dienen.

Die Zusammensetzung dieses grünen Projektportfolios hat das Unternehmen in der Kategorie „Clean Transportation“ durch die Climate Bond Initiative (CBI) zertifizieren lassen. Dies erfolgte gemäß den Green Bond Principles der International Capital Market Association (ICMA) und wurde durch die Ratingagentur ISS ESG verifiziert. Im Rahmen einer Zertifizierung (Post-Issuance Certification) im September 2020 wurde ISS ESG und CBI die ordnungsgemäße und vollständige Mittelverwendung für das Projektportfolio bestätigt. Das refinanzierte grüne Projektportfolio unterstützt die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen, konkret die Unterziele 9.4 (Senkung der CO2-Emissionen durch saubere Technologien) und 11.2 (Zugang zu nachhaltigen Verkehrssystemen). Im Teilkonzern Automotive ist es das Ziel von Porsche, den Anteil nachhaltiger Refinanzierungen von derzeit rund 50 Prozent bis 2030 auf 100 Prozent zu steigern.

Taycan Turbo S, mambagrünmetallic, Taycan Media Drive, Europa, 2019, Porsche AG

Sustainable Development Goals

Solarpark, 2019, Porsche AG

Die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen sind Kern der Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung. Hierfür wurden 17 globale Nachhaltigkeitsziele definiert. Mit ihrer Hilfe soll wirtschaftlicher Fortschritt mit sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Verträglichkeit in Einklang gebracht werden.

Porsche sieht sich in der Verantwortung, der voranschreitenden Ressourcenverknappung und dem Klimawandel entgegenzuwirken sowie einen positiven Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung zu leisten. Das Unternehmen bekennt sich zu den SDGs und konzentriert sich in seinem Engagement für eine nachhaltige Entwicklung auf die wesentlichen Themen, die durch das eigene Geschäftsmodell und damit verbundene Wertschöpfungsprozesse maßgeblich beeinflusst werden können. Unter Einbezug interner und externer Quellen ergeben sich sieben SDGs, zu deren Erfüllung die Nachhaltigkeitsaktivitäten von Porsche einen materiellen Beitrag leisten.

SDG 4 – Hochwertige Bildung

Für Porsche ist Bildung der Schlüssel für eine zukunftsfähige Entwicklung. Seinen Auszubildenden und Mitarbeitern bietet das Unternehmen daher ein vielfältiges Programm zur beruflichen Qualifizierung. Alle Beschäftigten haben die Möglichkeit, sich systematisch und bedarfsorientiert weiterzuentwickeln. Besonders an den Unternehmensstandorten, aber auch international engagiert sich Porsche darüber hinaus vielfältig im Bereich Bildung und Wissenschaft – unter anderem regional durch die Initiative „Ferry Porsche bildet“ in Stuttgart und Leipzig oder international mit dem Programm „Porsche Aftersales Vocational Education“ (PAVE) zur bedarfsorientierten Umsetzung und Erweiterung der lokalen Berufsbildung für die Porsche-Handelsorganisationen weltweit.

SDG 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Sowohl für wertschaffendes als auch für nachhaltiges Wachstum schafft Porsche hochwertige Arbeitsplätze und bekennt sich über die eigenen Werkstore hinaus zur Achtung und Wahrung der Menschenrechte entlang der Lieferkette. Der Sportwagenhersteller übernimmt deshalb nicht nur Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern und investiert in deren Zukunft. Das Unternehmen gibt auch seinen Lieferanten hohe, auf international anerkannten Standards für Sozial- und Menschenrechte basierende Anforderungen vor. Porsche unterstützt auf diese Weise tatkräftig die Wahrung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen und lehnt alle Formen von moderner Sklaverei, wie Zwangs-, Pflicht- und Kinderarbeit, kategorisch ab.

SDG 9 – Industrie, Innovation und Infrastruktur

Porsche steht für innovative Produkte und Dienstleistungen. Mit dem Ausbau einer belastbaren Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, der permanenten Suche nach innovativen Lösungen sowie der Erprobung von digitalen Technologien und Zukunftstrends trägt das Unternehmen maßgeblich zur nachhaltigen Entwicklung bei. Der Taycan, der erste vollelektrische Sportwagen von Porsche, steht exemplarisch für den Mobilitätswandel, der für eine nachhaltige Zukunft notwendig ist. Mit der zunehmenden Elektrifizierung der Flotte gestaltet Porsche diesen Wandel mit.

SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden

Die Sportwagenproduktion im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen befindet sich in einem Mischgebiet – umgeben von Wohngebieten. Damit ist das Unternehmen unmittelbar mit den Herausforderungen der weltweit zunehmenden Urbanisierung konfrontiert. Porsche sieht sich gerade deshalb verpflichtet, mit intelligenten Lösungen aktiv zur nachhaltigen Entwicklung von Städten beizutragen. Ressourceneffiziente Produktionsverfahren und Produkte sowie technologische und soziale Innovationen sind dabei für das Unternehmen entscheidende Faktoren. Porsche setzt auf zukunftsfähige Mobilität im Ganzen und bezieht zukunftsweisende Konzepte in das Portfolio mit ein, wie Sharing-, Miet- und Leasingkonzepte, mit denen sich die Mobilität in der Stadt maximal flexibel gestalten lässt.

SDG 12 – Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster

Porsche arbeitet nicht nur stetig an umwelt- und ressourcenverträglicheren Produkten, sondern gestaltet auch ihre Herstellungsverfahren so effizient und umweltschonend wie möglich. Die ökologische und soziokulturelle Prozessqualität steht dabei genauso im Mittelpunkt wie die ökonomische, funktionale und technische Prozessqualität. Dabei legt das Unternehmen stets höchsten Wert auf die Einhaltung international gültiger Regeln für Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz. Deshalb stellen ethische Gesichtspunkte und Standards auch in der Porsche-Lieferkette übergeordnete Nachhaltigkeitsanforderungen dar.

SDG 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz

Der Klimawandel ist eines der dringendsten Themen unserer Zeit. Porsche stellt sich der Herausforderung, technologische Grenzen zu verschieben, den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren und innovative Antriebe zu entwickeln. Das Unternehmen zielt auf eine vollständige Dekarbonisierung und CO2-Neutralität ab und leistet auf diese Weise seinen Beitrag zum Erreichen der UN-Klimaziele. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette folgt Porsche dem Prinzip: vermeiden vor reduzieren vor kompensieren. Auf den sparsamen Umgang mit Rohstoffen und Energie wird dabei großer Wert gelegt. So deckt Porsche den elektrischen Energiebedarf seiner Produktion schon heute zu 100 Prozent mit Naturstrom und treibt darüber hinausgehend weitere Klimaschutzprojekte an den einzelnen Standorten voran. Das Unternehmen verringert kontinuierlich die CO2-Emissionen der eigenen Fahrzeugflotte und kompensiert die CO2-Emissionen seines Fuhrparks. Mit der zunehmenden Elektrifizierung seiner Modellpalette leistet Porsche nicht nur einen Beitrag zum globalen Klimaschutz, sondern auch zur Verbesserung der Luftqualität in Städten.

SDG 17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Lösungen für eine nachhaltige Mobilität und eine lebenswerte Welt von morgen lassen sich nur gemeinsam finden. Der permanente Austausch mit den Stakeholdern und die Stärkung von Partnerschaften sind daher die unverzichtbare Basis der Nachhaltigkeitsstrategie von Porsche. Das Unternehmen wirkt in zahlreichen Netzwerken mit und engagiert sich in Nachhaltigkeitsinitiativen. Mit dieser Zusammenarbeit unterstützt Porsche den Wissenstransfer für innovative und zukunftsrelevante Ansätze unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und stellt sicher, dass die Bedürfnisse der eigenen Stakeholder in der Nachhaltigkeitsstrategie fest verankert und vertreten sind.

 

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Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2020 Porsche AG
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