Am Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 zählte das Unternehmen 35.429 Beschäftigte, 9,6 Prozent mehr als Ende des Vorjahres. Ein wesentlicher Jobmotor ist der Taycan, der im September 2019 seine Weltpremiere feierte. Aufgrund der großen Nachfrage hat Porsche im Berichtsjahr entschieden, über die bereits verkündeten 1.500 neuen Mitarbeiter hinaus für die Produktion des Elektrosportwagens weitere 500 am Standort Zuffenhausen einzustellen.

Das Wachstum des Unternehmens stellt Porsche vor große Herausforderungen. Diese lassen sich nur bewältigen, wenn alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang ziehen. Das macht die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat, dessen Gremien und der IG Metall zu einem weiteren wichtigen Erfolgsfaktor. Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen bilden das stabile Fundament für den nachhaltigen Erfolg von Porsche, von dem Beschäftigte und Anteilseigner gleichermaßen profitieren.

Personalstrategie und Innovationsmanagement

Bereits heute verändert sich die Arbeitswelt rasant - und das Tempo der Veränderung wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Damit einhergehend muss und wird sich auch die Rolle von HR grundlegend wandeln. Die steigende Komplexität zu beherrschen und auch bei den zunehmenden Unsicherheiten die richtigen Entscheidungen zu treffen, entscheidet mehr denn je über die Schlagkraft und den Erfolg einer Organisation. Um von den Veränderungen nicht überholt zu werden, gilt es deshalb, neue Entwicklungen durch systematisches Trendscouting frühzeitig und gezielt zu identifizieren. Megatrends wie die Digitalisierung treiben Paradigmenwechsel und damit unter anderem den Wandel der Arbeitswelt. Diese Trends fließen in die etablierten Instrumente des Innovationsmanagements und der Personalstrategie ein und werden dort strukturiert weiterbearbeitet.

Im Berichtsjahr wurde die Personalstrategie an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst und systematisch weiterentwickelt - hin zur Personalstrategie 2025 Plus. Inhaltlich werden strategisch relevante Fragen entlang von fünf klar definierten und bedarfszentrierten Handlungsfeldern bearbeitet. Die Strategiefelder adressieren jedoch nicht nur personalspezifische Schwerpunkte. Sie haben auch einen unmittelbaren Bezug zu den übergeordneten Querschnittsstrategien auf Unternehmensebene.

Neue Arbeitswelten

Ein wichtiges strategisches Ziel im Rahmen der Personalstrategie 2025 Plus ist es, die Porsche Arbeitswelten weiterzuentwickeln. Dazu wurde die ressortübergreifende Initiative „Neue Arbeitswelten" etabliert. Mitarbeiter werden aktiv einbezogen, um für sie zukunftsorientierte Arbeitsumgebungen zu schaffen, in denen sie ihrer Arbeit aktivitätsbasiert nachgehen können.

Die Initiative geht jedoch weit über eine bedarfsgerechte Gestaltung des Arbeitsorts hinaus. Vielmehr ist sie ein ganzheitliches Konzept zur künftigen Gestaltung der Arbeit und Zusammenarbeit. Daher ist die Qualifizierung der Mitarbeiter im Hinblick auf moderne Arbeitsmethoden - etwa agile Projektarbeit - ein weiterer integraler Bestandteil des Konzepts. Darüber hinaus geht es auch um die Anpassung von Rollen, Strukturen und Verantwortlichkeiten, um die dafür notwendigen Freiheitsgrade, Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten zu schaffen. Zudem werden weiter optimierte und digitalisierte Arbeitsabläufe sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Prozessautomatisierung wesentlich dazu beitragen, den Anteil repetitiver Aufgaben weiter zu reduzieren. So wird zusätzlicher Freiraum geschaffen, um sich noch intensiver mit den relevanten Zukunftsvorhaben zu beschäftigen.

Porsche AG Konzern: Mitarbeiterzahlen, 2020, Porsche AG
Porsche AG Konzern: Mitarbeiterzahlen

Digitalisierung von Personalprozessen

Digitale Personalprozesse leisten einen wesentlichen Beitrag, um Prozesse kontinuierlich zu optimieren. Dies betrifft die Effizienz - beispielsweise durch Vernetzung, Integration und Automatisierung - aber auch die Standardisierung und Sicherstellung von Regelkonformität. Die Digitalisierung von Personalprozessen geschieht dabei stets in enger Abstimmung mit der Arbeitnehmervertretung und unter strenger Berücksichtigung der Anforderung des Datenschutzes und der Datensicherheit.

Im Berichtsjahr wurde das unternehmensweite Portal „Mein Porsche Cockpit" nochmals um verschiedene digitale Prozesse erweitert, beispielsweise um einen digitalen Antrag für das Tarifliche Zusatzgeld (T-Zug). Zudem steht es jetzt auch auf mobilen Endgeräten für die Porsche-Mitarbeiter zur Verfügung. Weiterhin wurde der digitale Prozess zur Stellenausschreibung und -besetzung „end-to-end" aufgesetzt. Damit sind alle Schritte digitalisiert und integriert - von der Personalanforderung über die Stellensuche und Bewerbung bis hin zur Stammdatenübernahme beim Eintritt. Parallel dazu wird die Einführung von SAP Success Factors als konzernweite HR-IT-Standardanwendung weiter vorangetrieben. Mit der Einführung des cloudbasierten Personalinformationssystems eröffnet sich für die Personalarbeit eine Vielzahl von neuen Möglichkeiten. Dazu zählen beispielsweise der schnellere Zugriff auf Personalinformationen, eine höhere Transparenz für datengestützte Entscheidungen oder die Umsetzung eines durchgängigen Talentmanagements. Durch den Einsatz von HR Analytics und neuer Technologien - wie zum Beispiel künstliche Intelligenz oder Prozessautomatisierung - soll auch künftig effiziente Personalarbeit im digitalen Zeitalter sichergestellt werden.

Porsche Ideenmanagement

Im Porsche Ideenmanagement wurde im Berichtsjahr flächendeckend ein durchgängiger digitaler Prozess eingeführt. Dadurch konnte die Anzahl der eingereichten Ideen im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt werden. Im Ergebnis stieg damit auch die Zahl der Mitarbeiter, die sich über das eigene Aufgabengebiet hinaus für den Erfolg des Unternehmens eingesetzt hatten. Darüber hinaus wurde die Qualität der Ideen verbessert und die Bearbeitungszeit reduziert. Zudem wurden weitere Weichen für das kommende Geschäftsjahr gestellt, in dem über eine flexiblere Regelung neue Zielgruppen mit attraktiven Rahmenbedingungen ins Porsche Ideenmanagement mit einbezogen werden.

Neue Vergütungssystematik für TMK

Mit Wirkung zum 1. Januar 2019 wurde die Vergütungssystematik im Top Management Kreis (TMK) in der Marke Porsche umgestellt. Die Umstellung erfolgt zusammen mit der Vereinheitlichung der Vergütungssystematik für die Markenvorstände und TMK-Mitglieder im Volkswagen Konzern. Die Höhe der Vergütung soll im nationalen und internationalen Vergleich angemessen und attraktiv sein. Kriterien sind die Aufgaben des einzelnen TMK-Mitglieds als auch die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens. Ebenfalls relevant ist die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur.

Das neue TMK-Vergütungssystem setzt sich zusammen aus fixen und variablen Bestandteilen. Die fixe Grundvergütung wird turnusmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Die variable Vergütung besteht zu zwei Fünfteln aus einem Jahresbonus mit einjährigem Bemessungszeitraum. Drei Fünftel beziehen sich auf ein Long Term Incentive (LTI) in Form eines sogenannten Performance-Share-Plans mit zukunftsbezogener dreijähriger Laufzeit. Während sich der Jahresbonus am Ergebnis des jeweiligen Geschäftsjahres orientiert, hat der LTI in Form des Performance-Share-Plans - durch die Anknüpfung an die Entwicklung virtueller Vorzugsaktien des Volkswagen Konzerns der kommenden drei Jahre - eine mehrjährige und zukunftsbezogene Bemessungsgrundlage.

Fit und gesund mit dem „Porsche JobRad"

Mit dem Angebot eines attraktiven Dienstfahrradmodells fördert Porsche die Gesundheit der Mitarbeiter, schont die Umwelt und ergänzt das betriebliche Mobilitätsangebot. Auf diese Weise stärkt das Unternehmen seine Rolle als attraktiver Arbeitgeber. Seit April 2019 können Mitarbeiter die Vorteile des steuerlich privilegierten Dienstfahrradmodells nutzen und durch die Umwandlung des Bruttoentgelts von attraktiven Konditionen profitieren. Teilnahmeberechtigte Mitarbeiter können bis zu zwei Fahrräder oder E-Bikes, die unbegrenzt genutzt werden können, über das „Porsche JobRad" erhalten.

„HR Compliance"-Organisation

Die nachhaltige Etablierung von Compliance in die strategische und operative Personalarbeit wird durch die im Berichtsjahr neu geschaffene Organisationseinheit „HR Compliance" sichergestellt und gesteuert. Die Aufgabe von HR Compliance ist es, Compliance und Integrität in den Personalinstrumenten, -maßnahmen und -prozessen von Porsche systematisch zu fördern und weiterzuentwickeln. Zusätzlich zu den Inhalten von HR Compliance hat die Abteilung die Aufgabe, Mitarbeiter im Personalwesen - insbesondere des operativen Personalwesens - zu beraten, informieren, sensibilisieren und qualifizieren.

Neben dem Aufbau eines weltweiten HR-Compliance-Berichtswesens und entsprechender Wirksamkeitskontrollen hat HR Compliance die Funktion eines Personalkoordinators. Dieser bildet die Schnittstelle zum Hinweisgebersystem im Ressort Personal- und Sozialwesen. Des Weiteren sorgt HR Compliance als Datenschutzkoordinator des Ressorts für eine stärkere Implementierung und Sensibilisierung beim Beschäftigtendatenschutz im Hinblick auf Personalprozesse und -instrumente.

Im Rahmen der Initiative „Together4Integrity@Porsche" - der Integritäts- und Compliance-Initiative des Volkswagen Konzerns - ist die Abteilung HR Compliance mitverantwortlich dafür, dass bis Ende 2025 in allen Porsche Konzerngesellschaften weltweit konkrete Maßnahmen in verschiedenen Personalprozessen umgesetzt werden.

Mobiles Arbeiten

Im Jahr 2019 hat Porsche mobiles Arbeiten eingeführt. Im Vergleich zum Homeoffice bietet dieses Modell noch mehr Flexibilität, da nicht nur die Arbeitszeit, sondern auch der Arbeitsort im privaten und betrieblichen Interesse flexibel gestaltet werden kann. Das Ziel dieses Modells ist die weitere Verbesserung der Vereinbarkeit von Arbeitstätigkeit und persönlicher Lebensführung. Das Modell wurde in den Bereichen, in denen mobiles Arbeiten grundsätzlich möglich ist, sehr gut angenommen.

Wissensoffensive „Fit für Digit@l" deutlich ausgebaut

Die digitale Transformation stellt neue und deutlich veränderte Anforderungen an die Belegschaft. Daher ist es wichtig, alle Mitarbeiter für den Wandel zu sensibilisieren, zu motivieren und zu aktiven Mitgestaltern des Wandels zu machen. Die bereits 2017 gestartete Wissensoffensive „Fit für Digit@l" wurde 2019 in zwei Dimensionen weiter vorangetrieben. Zum einen stand der inhaltliche Ausbau im Vordergrund. Durch die Vielzahl der Aktivitäten der Mission D, des Innovationsmanagements sowie der Handlungsfelder der Strategie 2025 Plus sind viele greifbare Beispiele der Digitalisierung bei Porsche entstanden.

Porsche-Führungskräfte, interaktive Beacon-Challenge, 2020, Porsche AG
Fit für Digit@l: Porsche-Führungskräfte bei der interaktiven Beacon-Challenge

Durch Kurzvideos, digitale Lernmodule und auch Kurzvorträge konnten konkrete Mehrwerte und Anwendungsfälle vermittelt werden, die der digitalen Transformation bei Porsche ein Gesicht geben. Zum anderen wurden im Rahmen der Wissensoffensive auch neue digital unterstützte Präsenzschulungen im sogenannten „Flipped Classroom“-Format eingeführt. Während sich diese primär an Mitarbeiter aus der Produktion, vor allem im Rahmen der Taycan-Qualifizierung, richteten, wurden auf der Porsche Management Konferenz 2019 die Führungskräfte in einer interaktiven Beacon-Challenge aufgefordert, sich in ihrem Wissen zur Digitalisierung zu messen. Die Vielzahl an Aktivitäten wurde auch in der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen. So zeichnete zum Jahresende die Nominierung in der Kategorie „Change Management“ des HR Excellence Award den Innovationsgrad und die Wirksamkeit der Porsche-Initiative aus.

Porsche Lernplattform, Medienlabor und Lerncommunity

Zentrale Anlaufstellen für digitales Lernen sind die Ende 2017 eingeführte Porsche Lernplattform und das im Berichtsjahr eröffnete Medienlabor. Die Personalentwicklung und Vertreter aus Fachbereichen und Tochtergesellschaften erweitern stetig das Angebot auf der Plattform. Die mehr als 30.000 aktiven Userprofile zeigen, dass Porsche Konzernmitarbeiterinnen und -mitarbeiter die Plattform für sich nutzen und sich durch selbstbestimmtes Lernen aktiv qualifizieren.

Die Plattform wird zunehmend auch für großflächige Qualifizierungsvorhaben genutzt. Beispielsweise wurde mit der digitalen „Hochvoltunterweisung – Fahrzeugtechnik Grundlagen“ Anfang des Jahres ein Lernmodul eingeführt, das sich an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Porsche AG und deutscher Tochtergesellschaften richtet. Das Gemeinschaftsprojekt von Fachbereich und Personalentwicklung wurde mit dem „Comenius EduMedia Award“ ausgezeichnet.

Insgesamt stehen aktuell mehr als 400 Stunden virtuelle Lernzeit in Form von digitalen Lernmodulen, Lernvideos und Webinaren auf der Porsche Lernplattform zur Verfügung. Dies stellt eine Verdreifachung gegenüber 2018 dar. Über die digitalen Angebote hinaus wurden auch die klassischen Qualifizierungsformate im Berichtszeitraum um mehr als 30 Prozent ausgebaut. Die „Qualifizierungsstunden in Zukunftsthemen“ konnten gegenüber dem Vorjahr um mehr als 45 Prozent gesteigert werden.

Die „Lernen@Porsche-Community“ ist mittlerweile zu einer etablierten Austauschplattform mit mehr als 400 Mitgliedern angewachsen. Im Mittelpunkt der regelmäßigen „Community Meetings“ stehen unter anderem Trends und Fallbeispiele zur Förderung nachhaltigen Lernens, neue Funktionalitäten der Porsche Lernplattform sowie Experteneinblicke in die verschiedensten Qualifizierungsprojekte der Ressorts. Dieser offene und bereichsübergreifende Best-Practice-Austausch ermöglicht bereits heute Synergien, die für nachfolgende Qualifizierungsangebote genutzt werden.

Arbeitgeberattraktivität und Nachwuchsarbeit

Die nachhaltige Positionierung von Porsche als attraktiver Arbeitgeber ist Basis für eine erfolgreiche Personalarbeit. Dazu unterstützt das Unternehmen zahlreiche Nachwuchsinitiativen, kooperiert mit Hochschulen und setzt verschiedenste Kommunikationsmaßnahmen um. Mit Erfolg: In relevanten Arbeitgeberrankings belegte Porsche 2019 erneut Top-Platzierungen unter Studierenden. Im Rahmen der „Universum Student Survey“ wurde Porsche als attraktivstes Unternehmen in der Automobilbranche und als attraktivster Arbeitgeber 2019 für Ingenieure gekürt. Beim Arbeitgeberranking von Glassdoor, das sich auf Bewertungen von Mitarbeitern stützt, konnte Porsche erstmals sogar die Spitzenposition unter den Top-Arbeitgebern einnehmen. Ein weiterer Indikator für die hohe Attraktivität als Arbeitgeber sind auch die steigenden Bewerberzahlen: Der Porsche Konzern erhielt 2019 mehr als 190.000 Bewerbungen.

Bei der Nachwuchsförderung setzt Porsche auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit relevanten Hochschulen und Organisationen. Ein gutes Beispiel dafür ist die „Formula Student Germany“, ein internationaler Konstruktionswettbewerb unter der Schirmherrschaft des Vereins Deutscher Ingenieure.

Die Kooperation mit renommierten Hochschulen wird speziell beim Schwerpunktthema Digitalisierung weiter ausgebaut. Seit diesem Jahr ist Porsche Partner des Studiengangs Wirtschaftsinformatik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das neu aufgebaute Partnernetzwerk zielt auf eine enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis bereits im Studium ab. Studierende der Wirtschaftsinformatik am KIT erhalten exklusive Einblicke in typische Aufgaben- und Einsatzgebiete für Wirtschaftsinformatiker bei Porsche.

Des Weiteren wird die Zusammenarbeit mit der CODE University in Berlin im Rahmen gemeinsamer Projekte weiter intensiviert. So beschäftigen sich aktuell Studierende der CODE University mit Fragen rund um das Thema „Maschinelles Lernen mit ortsbezogenen Daten“. Das Format vernetzt die Studierenden noch enger mit den Experten von Porsche und ist Teil der Hochschuloffensive.

Dazu zählt auch das Stipendienprogramm für Informatik-Studenten der RWTH Aachen. Gefördert werden jährlich 15 Studierende der Studiengänge Informatik, Media Informatics, Software Systems Engineering oder Data Science. Die Porsche-IT-Stipendien werden im Rahmen des RWTH-Bildungsfonds vergeben und bieten zusätzlich zu einer finanziellen Unterstützung auch ein spezielles Rahmenprogramm. Neben Fachveranstaltungen stehen allgemeine Förderprogramme des Bildungsfonds mit Netzwerkveranstaltungen und Fortbildungsmöglichkeiten auf der Agenda. Auch die internationalen Hochschulkontakte werden sorgfältig gepflegt und stetig ausgebaut. Ein Beispiel hierfür ist die Kooperation mit dem IT-Lehrstuhl der Babes-Bolyai-Universität in Cluj (Rumänien).

Die Unterstützung junger Talente beginnt jedoch nicht erst an der Hochschule. Bereits seit 19 Jahren werden die besten baden-württembergischen Abiturienten ihres Jahrgangs in den Leistungsfächern Mathematik und Physik/Technik mit dem „Ferry-Porsche-Preis“ prämiert. Im Jahr 2019 erhielten 220 junge Menschen die begehrte Auszeichnung. Sechs von ihnen bekamen zusätzlich ein einjähriges Stipendium. Die Stipendiaten werden bei der jährlichen Preisverleihung im Forschungs- und Entwicklungszentrum in Weissach per Losentscheid bestimmt.

Employer-Branding-Kampagne, 2020, Porsche AG
Bodenständig und nahbar zeigt sich die Arbeitgebermarke Porsche mit ihrer Employer-Branding-Kampagne

Mit seiner Employer-Branding-Kampagne zeigt Porsche, dass sich hinter den exklusiven Produkten ein nahbarer Arbeitgeber verbirgt, der Wert auf Faktoren wie Kollegialität oder Work-Life-Balance legt: Hochwertige Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Mitarbeitern vermitteln einen authentischen Eindruck von der Arbeitswelt. Dabei werden zentrale Botschaften der Porsche-Unternehmenskultur – wie Bodenständigkeit, Kollegialität, Innovation – nach außen transportiert. Neben dem Publikumspreis in der Kategorie „Best Cultural Fit Kampagne“ im Rahmen der Trendence Awards wurde die Kampagne 2019 auch mit dem Grand Prix für den besten Film und dem OttoCar in der Kategorie „Interne Kommunikation, Human Resources“ der AutoVision ausgezeichnet. Zusätzlich erhielt die Kampagne insgesamt drei Auszeichnungen des Art Directors Club Deutschland.

Ein weiterer Schwerpunkt im Berichtsjahr war die Ansprache von Kandidaten für die Fertigung des Elektrosportwagens Taycan am Standort Zuffenhausen. In der Bewerber-Kommunikation werden vor allem soziale Medien eingesetzt. Hier hat das Personalmarketing seine Aktivitäten deutlich ausgebaut. Auf den für die jüngere Zielgruppe relevanten Kanälen Facebook und Instagram geben Mitarbeiter Einblicke in ihr Arbeitsleben und erreichen damit hohe Reichweiten. Durch die Kooperation mit dem Influencer Jean Pierre Kraemer („JP Performance“) konnte die Anzahl der Follower auf Instagram deutlich gesteigert werden.

Porsche-Unternehmenskultur

Der starke Mitarbeiterzuwachs und die digitale Transformation verändern die Zusammenarbeit einschneidend. Die bereits 2017 gestartete Initiative zur Stärkung der Porsche-Unternehmenskultur wird fortlaufend weiterentwickelt. So wurde der „Porsche Code“ im Berichtsjahr in den relevanten HR-Prozessen, wie zum Beispiel Rekrutierung, Personalentwicklung und Zielvereinbarung, verankert. Zentrales Element war die erste Welle der sogenannten Führungs-Labs. 1.500 Führungskräfte – vom Meister bis zum Vorstand – erarbeiteten in 1,5-tägigen Workshops ein gemeinsames Führungsverständnis auf Basis des „Porsche Code“. Die zweite Welle, die auf das individuelle Führungsverhalten abzielt, ist bereits in Planung.

Führungs-Lab, 2020, Porsche AG
Führungs-Labs für ein gemeinsames Führungsverständnis

Um neben den Führungskräften die gesamte Belegschaft als Multiplikatoren für das Thema Führung und Kultur zu gewinnen, wurde darüber hinaus der sogenannte „Teamdialog Kultur & Werte“ in jeder Organisationseinheit durchgeführt. So ging die gesamte Belegschaft in den jeweiligen Teams in eine kritische Auseinandersetzung zur Frage, wo das Team beim Thema Kultur steht und welche Kulturwerte noch stärker in den Teams gelebt werden müssen.

Ausbildung

Zu den Eckpfeilern der Porsche-Personalpolitik gehören eine bedarfs- und zukunftsorientierte Ausbildung, die stetige Qualifizierung sowie interne Weiterentwicklung. Das Fundament bildet die Porsche-Berufsausbildung. Lerninhalte und Ausbildungsplätze werden vorausschauend dem technischen Fortschritt und der gesellschaftlichen Entwicklung angepasst.

Mit dem Taycan fertigt Porsche im Berichtsjahr zum ersten Mal ein vollelektrisches Fahrzeug in Serie. Es ist der Start in ein neues Zeitalter, auf das es vor allem die Produktionsmitarbeiter des Taycan intensiv vorzubereiten gilt. Hierfür hat die Berufsausbildung eine viertägige Taycan-Schulung organisiert, die Teil der Qualifizierungsoffensive für den ersten Elektro-Porsche ist. Auf mehr als 2.500 Quadratmetern sind zwei Leichtbauhallen entstanden, in denen das Qualifizierungszentrum untergebracht ist. Die viertägige Präsenzschulung vermittelt ein umfassendes Wissen rund um das Produkt Taycan sowie die E-Mobilitätsstrategie des Unternehmens. Angefangen bei den geschichtlichen Wurzeln des Unternehmens erfahren die Teilnehmer in den interaktiv gestalteten Workshops, wie sich der Weg von Porsche in Richtung Elektromobilität entwickelt hat. Es werden Themen wie Nachhaltigkeit, Ladeinfrastruktur und -services beleuchtet und offen diskutiert. Zudem wird der Taycan mit all seinen technischen Eigenschaften und Funktionen unter die Lupe genommen. Im Vordergrund des Trainings steht die emotionale Einbindung der Teilnehmer, indem die Inhalte erlebbar vermittelt werden. Seit dem Schulungsstart im Februar wurden im Berichtsjahr knapp 2.210 Mitarbeiter qualifiziert. Darunter befinden sich 1.355 Werker, 528 Auszubildende und 327 sonstige interessierte Mitarbeiter. Aufgrund der hohen Nachfrage im gesamten Unternehmen wird seit Juni 2019 eine komprimierte zweitägige Schulung angeboten.

Taycan-Schulung, 2020, Porsche AG
Mehr als 2.000 Porscheaner haben bislang die Taycan-Schulung durchlaufen

Die Elektromobilität und generell das Thema „neue Fahrzeugtechnologien“ sind seit geraumer Zeit wichtige Inhalte in der Berufsausbildung, auf die die Auszubildenden gezielt vorbereitet werden.

Im Zuge der Digitalisierung und der Entwicklung neuer Lernmethoden startete eine Kooperation mit der Wilhelm-Maybach-Schule. In der Pilotphase wurden dazu die Auszubildenden des ersten Lehrjahres der Kfz-Mechatroniker mit Porsche-Tablet-PCs ausgestattet. Der Berufsschulunterricht sowie die Wissensvermittlung im Ausbildungszentrum sind an die digitalen Lernmethoden angepasst.

Aktuell bietet das Unternehmen am Standort Zuffenhausen 150 Ausbildungsplätze in zehn technischen und kaufmännischen Ausbildungsberufen sowie – in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) – acht Studiengänge an.

106 junge Menschen starteten 2019 eine technische Ausbildung. Die Berufe sind Kfz-Mechatroniker mit dem Schwerpunkt Pkw-Technik, Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik, Fachkräfte für Lagerlogistik, Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker, Fahrzeuglackierer, Fahrzeuginnenausstatter, Industriemechaniker Automobilbau und Elektroniker für Betriebstechnik. Das Angebot dualer Studienplätze wurde unverändert bei 34 belassen. Aufgrund der weiter voranschreitenden Digitalisierung in allen Bereichen des Automobilbaus und der Elektromobilität werden inzwischen rund 70 Prozent der Plätze in den IT- und Elektrotechnik-orientierten Studiengängen besetzt. Neben den bestehenden Vertiefungen Informationstechnik und IT-Automotive wurde das Portfolio der Informatik-Studiengänge um die Schwerpunkte Mobile Informatik und IT-Security erweitert. Auch neun Industriekaufleute starteten 2019 mit ihrer Ausbildung. Im kaufmännischen Bereich werden die Auszubildenden auf die Arbeitswelt der Zukunft vorbereitet und erlernen von Beginn an die digitalisierten Anwendungen.

Teil der zukunftsorientierten Ausbildung ist die Zusage, alle Absolventen der Berufsausbildung und des dualen Studiums in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu übernehmen. So sind im abgelaufenen Geschäftsjahr 190 Auszubildende und DHBW-Studierende nach ihrem erfolgreichen Abschluss in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis gestartet.

Die Berufsausbildung wurde zudem weiter internationalisiert. Das ist eine wichtige Maßnahme, um junge, hochmotivierte Talente aus der Berufsausbildung zusätzlich zu qualifizieren und sie für den Arbeitsmarkt der Zukunft vorzubereiten. Die Auslandseinsätze fördern den interkulturellen Austausch, dienen der Persönlichkeitsentwicklung und erhöhen die Flexibilität und Mobilität der Talente.

2019 sammelten 21 technische Auszubildende, 16 kaufmännische Auszubildende und 29 DHBW-Studierende berufliche Erfahrungen im Ausland. Die Zeiträume betrugen zwei Wochen bis hin zu vier Monaten. Es fanden fünf Rotationseinsätze der technischen Berufsausbildung zwischen Porsche und Bentley statt. Zudem gab es Auslandseinsätze im Porsche Center Great Britain und Nardò Technical Center. Zum wiederholten Male wurde ein Auszubildender der Tochtergesellschaft Porsche Cars Australia im Ausbildungszentrum der Porsche AG eingesetzt und erhielt so einen Einblick in das deutsche Ausbildungssystem. Darüber hinaus waren 21 DHBW-Studierende im Rahmen ihrer Auslandspraxisphase bei den Marken Bugatti, Bentley und Lamborghini vor Ort. Außerdem wurde die Kooperation mit VW-Slovakia weiter ausgebaut und erstmals ein Austauschprogramm zwischen den Marken angeboten. Im Rahmen dieses Piloten konnten DHBW-Studierende aus Bratislava ihre Praxisphase im Werk Zuffenhausen absolvieren.

Auch 2019 ist der Gesamtanteil der weiblichen Auszubildenden mit 29 Prozent wieder hoch. Bei den dualen Studiengängen liegt die Anzahl an Studentinnen sogar bei 44 Prozent. Um in den nächsten Jahren mehr Bewerbungen geeigneter Kandidatinnen zu erhalten, fand 2019 erneut der Girls' Day im Ausbildungszentrum statt.

Ein weiteres Highlight war der Videodreh des Influencers Jean Pierre Krämer („JP Performance") im Ausbildungszentrum. Die Videobeiträge wurden Anfang April auf YouTube veröffentlicht und in Summe mehr als eine Million Mal aufgerufen. Auf diese Weise konnte die Attraktivität der Porsche-Berufsausbildung erneut gesteigert werden. Dies zeigte sich sowohl durch den enormen Anstieg der Abonnentenzahlen auf dem Instagram-Kanal des Personalmarketings (@porschecareers) als auch bei der Auswertung der Bewerberstatistik der diesjährigen Rekrutierung.

Junge Menschen für eine Ausbildung oder ein duales Studium bei Porsche begeistern - mit diesem Ziel fand im Juli die InfoNight im Porsche Ausbildungszentrum statt. Gleichzeitig markierte die Veranstaltung den Bewerbungsstart für die Ausbildungs- und Studienplätze 2020. Die Besucher hatten die Möglichkeit, den Ausbildungsalltag bei Porsche hautnah zu erleben und alle Fragen rund um die Ausbildung und das duale Studium zu stellen. Beantwortet wurden diese Fragen nicht nur von Vertretern der Berufsausbildung, sondern auch von Kollegen aus den Fachbereichen, die einen detaillierten Einblick in die Berufswelt nach der Ausbildung gaben. Ebenfalls konnten sich die Besucher in diesem Jahr zum ersten Mal im Rahmen eines Marktplatzes über die optimale Bewerbung informieren. Bei einem Vortrag und vier aktiven Stationen erfuhren die Besucher alles zum Bewerbungsprozess und konnten sich wertvolle Tipps und Tricks für die richtige Bewerbung einholen.

Weil viele Bewerber nach allgemeinen Auswahlkriterien keine Aussicht auf einen Ausbildungsplatz haben, setzt Porsche auf eine Einstiegsqualifizierung, das sogenannte Förderjahr. Auch in diesem Jahr haben 18 junge Erwachsene das Förderjahr absolviert, wovon sich 14 Personen für eine anschließende Ausbildung bei Porsche qualifizieren konnten. Auch das Integrationsjahr für Flüchtlinge hat Porsche mit Erfolg fortgesetzt: Elf junge Menschen nahmen an dem Projekt teil. Nahezu alle wurden in Kooperation mit Handwerksbetrieben erfolgreich in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt integriert oder besuchen eine weiterführende Schule.

Vorbildlich ist die Berufsausbildung ebenso im Umgang mit Bewerberinnen und Bewerbern mit Schwerbehinderung. So absolvieren derzeit 22 Personen mit Handicap eine Ausbildung oder ein duales Studium bei Porsche. Ist eine Ausbildung aufgrund entsprechender Einschränkungen im Unternehmen nicht möglich, greift das Modell der kooperativen Ausbildung. Dabei absolvieren die jungen Menschen den theoretischen Teil ihrer Ausbildung entsprechend ihrer individuellen Förderbedarfe bei einem Berufsbildungswerk. Für den praktischen Teil der Ausbildung sind sie dann im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten in den verschiedenen Fachbereichen des Unternehmens eingesetzt. Praktikumsangebote für junge Menschen mit Handicap werden individuell ebenfalls in Kooperation mit verschiedenen Berufsbildungswerken ermöglicht.

Auch das Projekt des außerschulischen Lernortes wurde fortgeführt. An jeweils zwei Vormittagen in der Woche werden Technikklassen der Stufen fünf bis zehn dreier Kooperationsschulen erstmals von einer eigens dafür beauftragten Lehrkraft unterrichtet. Die Schüler zweier Gemeinschaftsschulen und einer Realschule bekommen Inhalte des Technikunterrichts gemäß Lehrplan mit dem direkten Bezug zu Porsche vermittelt. Unterstützt wird die Lehrkraft themenbezogen durch Auszubildende und Ausbildungsmeister. Ein weiterer Schwerpunkt ist auch die Berufsorientierung, die darauf abzielt, mehr junge Menschen für eine technische Berufsausbildung zu begeistern. In der Lehrwerkstatt können die Schüler den Ausbildungsalltag in den acht technischen Berufen, in denen Porsche ausbildet, erleben.

2018 hat die Porsche Berufsausbildung - gemeinsam mit dem Betriebsrat, der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) sowie dem Gesundheitsmanagement von Porsche - das neue Gesundheitsprogramm „Azubi fit" für seine Auszubildenden und DHBW-Studierenden konzipiert. Dieses wurde 2019 umgesetzt. Porsche zielt mit diesem Programm darauf ab, das Gesundheitsverhalten der jungen Menschen zu stärken und Anregungen für eine gesunde Lebensweise zu geben. Der Fokus liegt auf Bewegung, Ernährung, mentaler Fitness und Vorsorge. Neben einer Fitness Challenge werden Themen wie ergonomiefreundliches Arbeiten, gesunder Schlaf, achtsamer Umgang mit den eigenen Ressourcen oder gesundes Verhalten mit digitalen Medien erarbeitet. Dabei stehen Fachexperten mit ihrem Rat zur Seite. Die Auszubildenden und DHBW-Studierenden nehmen die Impuls-Angebote bisher sehr offen, begeistert und dankbar an. Daher ist geplant, „Azubi fit" auch im Jahr 2020 fortzusetzen und weiter auszubauen.

Andreas Haffner, Personalvorstand, Sonderpreis „Digitale Zukunft“, 2020, Porsche AG
Personalvorstand Andreas Haffner überreicht den Porsche Sonderpreis „Digitale Zukunft"

In den vergangenen zwei Jahren war Porsche Hauptsponsor für den Wettbewerb „Jugend gründet". Dieser entwickelt bei Schülerinnen und Schülern sowie Auszubildenden ein Gespür für unternehmerisches Denken und Handeln, das sie in Zukunft als Entre- und Intrapreneure nutzen können. Seit 2018 findet das Bundesfinale im Ausbildungszentrum in Zuffenhausen statt. Erfolgreich implementiert wurde außerdem der Porsche Sonderpreis „Digitale Zukunft". Von einer internen Porsche-Jury als Gewinner benannt wurde die Geschäftsidee von sechs Schülerinnen aus Geisenheim, die als Team „InteCreate" mit ihrem „Blind Play" in den Wettbewerb gestartet waren. Es ist die Idee für ein Plug-in für beliebte Videospiele. Das Plug-in ermöglicht es Menschen mit Sehbehinderungen, durch eingespielte einzigartige und leicht zu unterscheidende Audiosignale chancengleich mit Sehenden zu spielen.

Am Standort Leipzig engagiert sich Porsche im Jahr 2019 wiederum sehr stark in der Berufsorientierung und Förderung der MINT-Berufe. In Kooperation mit der VDI-GaraGe bietet die Porsche Schülerwerkstatt in Leipzig Plagwitz Schülern die Möglichkeit, Technik zu erleben, und will so für eine Ausbildung in einem technischen Berufsfeld begeistern. Porsche rekrutiert am Standort Leipzig rund zehn Prozent eines Ausbildungsjahrgangs aus Teilnehmern der Kurse in der VDI-GaraGe. Das Kursangebot der Porsche Schülerwerkstatt wurde bereits in 2018 um die Themen Elektromobilität und Connected Car erweitert.

Porsche Schülerwerkstatt, Leipzig, 2020, Porsche AG
Technik erleben in der Porsche Schülerwerkstatt in Leipzig

Mitarbeiterentwicklung

Im Rahmen der Weiterentwicklung der Strategie 2025 zur Strategie 2025 Plus liegt der Fokus weiterhin auf den Herausforderungen der digitalen Transformation. Dies prägte auch im Berichtsjahr die Stoßrichtung und Arbeit der Personal- und Führungskräfteentwicklung. Ziel ist es, bei allen Mitarbeitern und Führungskräften erfolgskritische Kompetenzen für eine digitalisierte Welt strukturiert und nachhaltig auf- und auszubauen. Das hochwertige und umfangreiche Weiterbildungsangebot sowie maßgeschneiderte und zielgruppenspezifische Personalentwicklungs-Programme wurden in Kooperation mit dem Betriebsrat auch im Jahr 2019 stetig ausgebaut und optimiert.

Porsche Warm Up

Qualifizierung und ressortübergreifender Austausch beginnen bei Porsche ab dem ersten Tag: Beim Porsche Warm Up werden alle neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter willkommen geheißen. Im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung lernen sie unter anderem die Porsche-Strategie sowie die zentralen Kern- und Unterstützungsprozesse kennen. Darüber hinaus setzen sie sich gezielt mit Themen wie Chancengleichheit, Integritäts- und Compliance-Grundsätzen auseinander. Porsche Warm Up international bietet neuen Kolleginnen und Kollegen aus den internationalen Tochtergesellschaften die Möglichkeit, Porsche in Leipzig und Zuffenhausen intensiv kennenzulernen, und fördert den Aufbau eines internationalen Netzwerks. Insgesamt nahmen im Berichtsjahr rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Porsche Warm Up teil. Das sind gut 25 Prozent mehr Teilnehmer als in 2018.

Auf- und Ausbau des bestehenden Weiterbildungskatalogs

Im Berichtsjahr hat Porsche das bestehende Seminarangebot um weitere Themen und Formate, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter optimal bei der Bewältigung der Herausforderungen des Arbeitsalltags unterstützen sollen, ergänzt. Im Fokus stehen Themen wie die erfolgreiche Zusammenarbeit in virtuellen Teams sowie Zeitmanagement und Arbeitsorganisation. Neben klassischen Präsenzformaten werden zunehmend Blended-Learning-Angebote integriert. Der zielgerichtete Ausbau wird in 2020 kontinuierlich fortgeführt, etwa um ein Angebot speziell zum Thema Achtsamkeit und wirksame Selbstführung.

Internationales Traineeprogramm

Nach dem erfolgreichen Abschluss der vierten Welle des Traineeprogramms ist die neue Traineegruppe im Oktober 2019 in das auf zwölf Monate angelegte internationale Programm gestartet.

Internationales Traineeprogramm, 2020, Porsche AG
Internationales Traineeprogramm

Fit für die Meisterei

Für die erste betriebliche Führungsebene wurde im Berichtsjahr das neue Qualifizierungsprogramm „Fit für die Meisterei“ eingeführt. Das Programm ist modular aufgebaut und wird durch ein begleitendes digitales Lernmodul unterstützt. Die Programmteilnehmer durchlaufen in zwölf Monaten systematisch zehn Qualifizierungsbausteine zum Auf- und Ausbau ihrer fachlichen und überfachlichen Kompetenzen. Ein besonderer Fokus liegt auf den Themen Mitarbeiterführung, Integrität und Porsche-Kultur. Die Basisbausteine können durch weitere Qualifizierungsangebote individuell ergänzt werden. Seit Start im Juli 2019 haben bereits 100 Meister aus dem Ressort Produktion und Logistik ihr Programm begonnen. Eine Ausweitung auf Meister anderer Ressorts ist bereits in Ausplanung.

Porsche Entwicklungsprogramm

Mit dem Porsche Entwicklungsprogramm werden Mitarbeiter fachlich und persönlich qualifiziert, um künftig auch Managementaufgaben übernehmen zu können. Die Inhalte des Programms sind vielfältig und umfassen beispielsweise Digitalisierung, Innovationskraft, Internationalisierung sowie das lebenslange Lernen. Das Porsche Entwicklungsprogramm startete erstmalig im Januar 2018. In der aktuellen Welle des PE-Programms sind rund 250 Mitarbeiter aus der Porsche AG und 25 Teilnehmer aus den Tochtergesellschaften.

Programme auf Managementebene

Porsche bereitet seine Führungskräfte mit maßgeschneiderten Qualifizierungsangeboten und -programmen auf die Herausforderungen der Zukunft vor. Erstmalig startete im aktuellen Berichtsjahr das Porsche Professional Programm. Das Programm unterstützt neue Führungskräfte der zweiten Berichtsebene in ihrer Wirksamkeit in ihrer neuen Rolle und Verantwortung. Unter dem Motto „Imagine, Deliver and Lead“ werden den Teilnehmern in drei Modulen Impulse und Instrumente zur erfolgreichen Umsetzung der Strategie 2025 Plus an die Hand gegeben.

Das Porsche Management Programm International ist auf die besonderen Anforderungen erfahrener Führungskräfte der zweiten Berichtsebene zugeschnitten. Unter dem Motto ”A distinctive agility trip for Porsche Leaders“ ging es vor allem darum, Leadership-Kompetenzen systematisch auszubauen, das erforderliche Mindset zu stärken und das Methoden-Repertoire zur Gestaltung der Transformation zu erweitern.

Im Sinne der Nachhaltigkeit wurden im Berichtsjahr für alle ehemaligen Teilnehmer der Management-Programme aus der ersten und zweiten Berichtsebene Alumni-Veranstaltungen durchgeführt. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit aktuellen und strategisch relevanten Fragen fungieren diese als eine wichtige Plattform zum Austausch und zur weiteren Stärkung der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit.

Strategisches Kompetenzmanagement

Die Transformation in der Automobilindustrie stellt auch Porsche vor neue Herausforderungen. Deshalb wurde mit dem Strategischen Kompetenzmanagement eine Methode eingeführt, mit der im gesamten Unternehmen der mittel- und langfristige Qualifizierungsbedarf systematisch abgeleitet werden kann. In interdisziplinären Teams werden hierbei heutige Aufgaben und Kompetenzen erfasst und mittels Fit-Gap-Analyse mit zukünftigen Aufgaben und den dafür notwendigen Kompetenzen abgeglichen. Die so identifizierten Kompetenzlücken können frühzeitig durch gezielte Um- und Weiterqualifizierung, vorausschauendes Recruiting sowie neue Schwerpunkte in der Ausbildung geschlossen werden. Die Methodik wurde bereits 2018 flächendeckend in der Forschung und Entwicklung eingeführt und in 2019 in den Regelbetrieb überführt. So haben bereits über 300 Mitarbeiter an spezifischen Qualifizierungen – etwa zur Elektrifizierung oder Mechatronik – teilgenommen. Im Berichtsjahr wurde der Rollout in drei weiteren Ressorts (Produktion, Beschaffung und Finanz & IT) gestartet. Bis Ende 2020 soll ein erster unternehmensweiter Porsche Kompetenzatlas vorliegen.

Porsche Stimmungsbarometer

Auch 2019 wurden alle Mitarbeiter der Porsche AG und der Tochtergesellschaften per Stimmungsbarometer um eine Bewertung ihrer aktuellen Arbeitssituation gebeten. Mehr als 83 Prozent der Beschäftigten im Porsche Konzern nahmen freiwillig an der per Online-Fragebogen durchgeführten Erhebung teil. Der Stimmungsindex in der Porsche AG hat sich gegenüber dem sehr guten Wert von 2018 noch einmal um 1,5 Prozentpunkte verbessert. Besonders erfreulich: 93 Prozent der Mitarbeiter gaben an, dass Porsche für sie ein sehr attraktiver Arbeitgeber ist. Nach der Auswertung werden die Ergebnisse in der jeweiligen Organisationseinheit ausführlich besprochen. Führungskräfte und Mitarbeiter benennen Verbesserungspotenziale und definieren gemeinsam konkrete Maßnahmen, um beispielsweise Abläufe oder Arbeitsbedingungen zu optimieren.

Porsche AG Konzern: Mitarbeiter an den Standorten in Deutschland, 2020, Porsche AG
Porsche AG Konzern: Mitarbeiter an den Standorten in Deutschland
Porsche AG Konzern: Gesamtbelegschaft in Deutschland, 2020, Porsche AG
Porsche AG Konzern: Gesamtbelegschaft in Deutschland

Integrität

Ein verantwortungsvolles und standhaftes Handeln nach ethischen Grundsätzen beschreibt den Begriff der Integrität. Es handelt sich dabei um die Voraussetzung für ein aufrichtiges und respektvolles Miteinander, das die Grundlage der Porsche-Kultur darstellt und folglich als fester Bestandteil der strategischen Leitplanken bei Porsche verankert ist. Integres Verhalten ist ebenso für den Handel unabdingbar und deshalb als oberster Wert in den Porsche Service Standards etabliert. Die hohe Relevanz des Themas Integrität zeigt sich auch daran, dass es in den zuständigen Gremien und Lenkungskreisen erfolgreich implementiert werden konnte. Ebenso wurde 2019 ein regelmäßiges Reporting an den Vorstand etabliert.

Um der Belegschaft die hohe Bedeutung des Themas Integrität zu verdeutlichen und eine fortlaufende Sensibilisierung sicherzustellen, greift Porsche auf einen etablierten Katalog an internen Kommunikationsmaßnahmen zurück. Dieser wird fortlaufend optimiert. Ein sehr wichtiges Instrument zur Abfrage des integren Verhaltens bei Porsche ist die jährliche Mitarbeiterbefragung, das bereits genannte „Stimmungsbarometer“. Sollten auffällige Ergebnisse Unsicherheiten in Bezug auf integres Verhalten indizieren, werden die Ursachen herausgearbeitet. Anschließend werden bei Bedarf entsprechende Maßnahmen unter Einbezug des Personalwesens sowie der jeweiligen Führungskraft durchgeführt.

Integrität ist auch im Rahmen der Personalentwicklungsprogramme fester Bestandteil und wurde 2019 weiter ausgebaut. So werden in den Organisationseinheiten Dialogveranstaltungen zu den Werten und der Kultur von Porsche umgesetzt, um die Mitarbeiter auch hinsichtlich Integrität zu sensibilisieren. In Präsenzveranstaltungen bekommen disziplinarische Führungskräfte die hohe Bedeutung von Integrität vermittelt. Ihre Aufgabe ist es, eine Vorbildfunktion einzunehmen, Bewusstsein bei den Mitarbeitern zu schaffen und das Arbeitsumfeld so zu gestalten, dass jeder Mitarbeiter offen und ehrlich seine Meinung vertreten kann.

2019 wurde das Integritätsmanagement in nahezu allen Bereichen bei Porsche weiter ausgebaut. Beispielhaft dafür ist der Recruiting-Prozess. Hier werden bereits während der Bewerberinterviews Integritätsaspekte thematisiert. Darüber hinaus werden neue Mitarbeiter schon im Rahmen der Einführungsveranstaltungen entsprechend sensibilisiert. Schließlich wurde der Aufbau eines Multiplikatorennetzwerks angestoßen. Dieses dient dem Austausch der bestehenden Integritätsinitiativen, um damit Synergien und Schnittstellen zu ermitteln.

Beruf und Familie

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie spielt für Porsche eine wichtige Rolle. Es gibt zahlreiche Angebote, die im Rahmen von gemeinsam mit dem Betriebsrat erarbeiteten Vereinbarungen genutzt werden können. So werden zum Beispiel an den unterschiedlichen Porsche-Standorten in Zusammenarbeit mit lokalen Kooperationspartnern Betreuungsplätze in Kindertagesstätten angeboten. Darüber hinaus werden Mitarbeiter-Kinder an den Standorten rund um Stuttgart während der gesamten Sommerferien betreut – inklusive Shuttle-Service. 2019 wird zum zweiten Mal gemeinsam mit der „Code + Design Initiative“ ein sogenanntes Code Camp angeboten. Hier können junge Nachwuchsprogrammierer bei spannenden Projekten ihre Kenntnisse vertiefen. Mit Ausnahme der Weihnachtsferien werden die Kinder auch während der übrigen Schulferien betreut.

Mit dem Familienservice bietet Porsche eine kostenlose individuelle Rundumberatung und Unterstützung in allen familiären Lebenslagen. Das Angebot reicht von der Beratung für werdende Eltern über die Auswahl und Vermittlung von qualifizierten Betreuungspersonen für Kinder und Senioren. Auch bei der Suche und Auswahl von entsprechenden Pflegeeinrichtungen für Familienangehörige bietet das Unternehmen professionelle Unterstützung.

Dieses Engagement zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurde im Berichtsjahr erneut von der Zeitschrift ELTERN gewürdigt: Im Rahmen einer deutschlandweiten Studie wurde Porsche als eines der „Besten Unternehmen für Familien“ ausgezeichnet.

Porsche setzt sich ebenfalls für die flexible Gestaltung von Arbeitsort und -zeiten ein. Mobiles Arbeiten, lebensphasenorientierte Wahlarbeitszeit oder eine freiwillige persönliche Auszeit (Sabbatical) sind dafür nur einige Beispiele. In Kooperation mit DHL wurden 2019 außerdem Packstationen an den Standorten Weissach und Zuffenhausen in Betrieb genommen. Nunmehr können Mitarbeiter ihre Sendungen ohne Umwege abholen oder abgeben und wertvolle Zeit sparen.

Porsche AG Konzern: Vielfalt 2019 in Zahen, 2020, Porsche AG
Porsche AG Konzern: Vielfalt 2019 in Zahen

Chancengleichheit und Vielfalt

Die Porsche-Belegschaft ist durch ihre Vielfalt gekennzeichnet: Mitarbeiter aus mehr als 80 Nationen und fünf Generationen mit unterschiedlichsten individuellen Fähigkeiten sorgen dafür, dass Porsche erfolgreich ist. Im Kulturleitbild und dem daraus entwickelten „Porsche Code“ ist verankert, dass Führungskräfte die Vielfalt aktiv fördern. Zusätzlich sind Chancengleichheit und Gleichbehandlung für alle Mitarbeiter in den Porsche-Verhaltensgrundsätzen festgeschrieben. Um Führungskräfte und Mitarbeiter auf allen Ebenen bei der Umsetzung von Chancengleichheit und Vielfalt zu unterstützen, werden Dialogmöglichkeiten sowie Trainingsbausteine kontinuierlich ausgebaut.

Getreu dem Motto „Jeder einzigartig. Zusammen vielfältig. Gemeinsam erfolgreich.“ eröffnete Porsche im Mai die 3. Porsche Vielfalts-Tage. In einer interaktiven Ausstellung mit dem Namen „Perspektivenvielfalt@Porsche“ konnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Mehrwert von Diversity und die Bedeutung von Perspektivenvielfalt – auch als wesentlicher Treiber für geschäftlichen Erfolg – erkennen und erleben. Gleichzeitig sensibilisierte die Ausstellung für unbewusste Vorurteile. In Anwesenheit von Annette Widmann-Mauz (Staatsministerin der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration) unterzeichneten Vorstandsvorsitzender Oliver Blume, Personalvorstand Andreas Haffner sowie Betriebsratsvorsitzender Werner Weresch die „Charta der Vielfalt“ und bekräftigten so, dass Porsche ein Arbeitsumfeld frei von Vorurteilen schafft. Die Veranstaltung bildete den Auftakt einer Veranstaltungsreihe mit zahlreichen Möglichkeiten zum Dialog an unterschiedlichen Porsche-Standorten im Zeitraum von Mai bis September 2019.

In verschiedenen Trainingsbausteinen werden Chancen, Herausforderungen und Handlungsoptionen im Umgang mit Diversität vertieft. Dies umfasst sowohl die Management- als auch die Mitarbeiterebene. Der speziell entwickelte Perspektiven-Check, ein digitaler Lernimpuls auf der Porsche Lernplattform, unterstützt die Führungskräfte dabei, die Perspektivenvielfalt ihres Teams zu erkennen, optimal einzusetzen und zu erweitern. Außerdem wurde mit dem Team-Check ein Mitarbeiterspiel produziert. Dieses kann die Chancengleichheit und Vielfalt im Team erhöhen, da es auf die Reflexion der individuellen Einstellungen und Verhaltensweisen in Bezug auf Chancengleichheit und Vielfalt abzielt. Ebenso sind die Themen Chancengleichheit und Vielfalt im Onboarding-Prozess Bestandteil der Porsche-Einführungsveranstaltung „Warm Up“.

Gemeinsam mit dem Porsche Museum werden „Sensibilisierungsführungen“ sowohl für Führungskräfte als auch für Mitarbeiter aus allen Unternehmensbereichen angeboten. Die Führung vermittelt einen Eindruck vom Alltag mit einer körperlichen Einschränkung durch den Einsatz beispielsweise von Rollstühlen, Augenbinden oder Kopfhörern. Der daraus resultierende aktive Perspektivwechsel unterstützt die Sensibilität und das Verständnis für Kollegen mit Beeinträchtigung. Auf diese Weise kann Inklusion nachhaltig gefördert werden.

Ein wichtiges Ziel, an dem Porsche kontinuierlich arbeitet, bleibt die Erhöhung des Frauenanteils auf allen Unternehmensebenen. Seit 2012 hat Porsche den Frauenanteil im Unternehmen auf inzwischen 15,5 Prozent gesteigert. Im gleichen Zeitraum wurde die Anzahl der Frauen in Führungspositionen mehr als verdreifacht. Der Frauenanteil im Management liegt inzwischen bei rund elf Prozent.

Mit dem Porsche Frauennetzwerk wurde im Berichtsjahr ein neues Netzwerkformat etabliert, das in der Belegschaft großen Zuspruch erfährt. Rund 600 Frauen nutzen diese Plattform, um sich gegenseitig zu unterstützen und die weibliche Perspektive in allen Prozessen bei Porsche zu stärken. Als Pate fungiert Forschungs- und Entwicklungsvorstand Michael Steiner. Ein weiteres Angebot für Frauen ist der Women Business Lunch, der auf die Vernetzung weiblicher Führungskräfte der ersten und zweiten Managementebene abzielt.

Messbare und verbindliche Chancengleichheit zu gewährleisten, ist ein fester Bestandteil der Zielvereinbarungen, die individuell mit allen Führungskräften geschlossen werden. Bei der Beförderung von Frauen im Management sowie in den Tarifbereichen hat sich Porsche Ziele gesetzt, die über den gesetzlichen Anforderungen liegen. Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie Mentoring-Angebote unterstützen die Mitarbeiterinnen bei der Karriereplanung.

Porsche-Ausbildung, 2020, Porsche AG
Blick in die Porsche-Ausbildung

Bei der Erhöhung des Frauenanteils spielt die Nachwuchssicherung für Porsche ebenfalls eine wichtige Rolle. So waren 2019 31 Prozent der Auszubildenden und DHBW-Studierenden Frauen, bei Praktikanten und Abschlussarbeiten lag der Frauenanteil bei 27 Prozent. Um weibliche Talente für Porsche zu gewinnen, wird die bestehende Kooperation mit der „Femtec“, einer internationalen Karriereplattform für Frauen in IT, Ingenieur- und Naturwissenschaften, erfolgreich weiterentwickelt. Im Berichtsjahr fanden diverse Exkursionen statt, die Einblicke in die Arbeitswelt bei Porsche gaben. Beispielsweise wurden im Rahmen des „Stuttgarter Kulturtags“ Vorträge zu den Themen Unternehmenskultur und Baumanagement sowie eine Museums- und Werksführung angeboten. In der „Femtec Innovationswerkstatt“ beschäftigten sich 35 weibliche Studierende aus MINT-Studiengängen damit, Entwicklungsverfahren in der Karosseriefertigung zu optimieren, und präsentierten ihre Ergebnisse einem Publikum aus dem Fach- und Personalbereich.

Bei Messen und bei Formaten speziell für Frauen informiert Porsche regelmäßig über Einstiegsmöglichkeiten. 2019 war Porsche beispielsweise bei Europas Leitmesse für Frauen in der Wirtschaft „women&work“, dem „Zukunftstag für Studentinnen“ an der RWTH Aachen oder der „Ladies Lounge“ im Rahmen der Formula Student Germany 2019 präsent. Zudem nahm Porsche an der Veranstaltung „PANDA Tech & <Software />“ teil – einem Netzwerk- und Rekrutierungsevent für Frauen, die bereits erfahrene Führungskräfte sind oder eine Position im Management anstreben. Erstmals war Porsche auch Teil der größten LGBT-Karrieremesse Europas, der „STICKS & STONES“. Neben den Einstiegsmöglichkeiten informierte das Unternehmen insbesondere darüber, wie Diversity bei Porsche gelebt und gefördert wird.

Ziele für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, Vorstand und Management

Im Zuge der Umsetzung des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft werden folgende Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat und Vorstand sowie in den obersten Managementebenen mit Frist zum 31. Dezember 2021 für die Porsche AG festgelegt: Vor dem Hintergrund der langfristigen Verpflichtung seiner Mitglieder hat der Porsche-Aufsichtsrat den Status quo von zehn Prozent als Zielgröße bestätigt. Zum Zeitpunkt des Beschlusses sind die Vorstände aller Ressorts ausschließlich mit Männern besetzt; die jeweiligen Vertragslaufzeiten erstrecken sich über mehrere Jahre. Aus diesem Grund wurde der Status quo (null Prozent) als Zielgröße für den Vorstand festgeschrieben. Der Aufsichtsrat von Porsche hat sich jedoch zum Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen im Vorstand langfristig zu erhöhen. Für die erste und zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands legt die Porsche AG einen Frauenanteil von 15 Prozent bis zum 31. Dezember 2021 fest.

Gesundheits- und Arbeitsschutzmanagement

Die wichtigste Ressource des Unternehmens ist eine motivierte und leistungsfähige Belegschaft. Im Gesundheitsmanagement laufen die Fäden für alle gesundheitsrelevanten Leistungen zusammen. Das beinhaltet neben dem gesetzlichen Arbeitsschutz den betrieblichen Rettungsdienst, die Physiotherapie und die betriebliche Gesundheitsförderung. Das Gesundheitsmanagement bietet eine Vielzahl an Leistungen an, um die Mitarbeiter gesundheitlich zu befähigen, auch in Zukunft exklusive, sportliche Fahrzeuge entwickeln, produzieren und vertreiben zu können und dabei langfristig gesund zu bleiben.

Mitarbeiter haben beispielsweise die Möglichkeit, sich ausführlich medizinisch untersuchen und gesundheitlich beraten zu lassen. Dieser Gesundheitscheck wird von präventivmedizinisch qualifizierten Ärzten durchgeführt, ist freiwillig und findet während der Arbeitszeit statt. Porsche beweist dadurch erneut, wie wichtig die Gesundheit der Belegschaft ist, und unterstützt damit einen wesentlichen Aspekt der gesundheitlichen Vorsorge für Mitarbeiter. Bei Bedarf besteht zudem die Möglichkeit, sich von Physiotherapeuten direkt am Arbeitsplatz beraten zu lassen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Prävention, damit ergonomisch ungünstige Verhaltensmuster frühzeitig vermieden werden und gesundheitliche Probleme gar nicht erst entstehen. Das Porsche Gesundheitsmanagement verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Kurse zur Gesundheitsförderung umfassen deshalb die Themen Ernährung, Bewegung und Mentalstrategien.

Der Schutz der Arbeitnehmergesundheit hat für Porsche höchste Priorität. Ein eng verzahntes Gesundheits- und Arbeitsschutzmanagement gewährleistet eine zielgerichtete und einheitliche Vorgehensweise und unterstützt bei der Umsetzung rechtlicher Vorgaben. Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten sollen dadurch im Idealfall vermieden werden. Die zentralen Prozesse des Arbeitsschutzes sind standardisiert und durch eine Konzernrichtlinie geregelt, die für alle Porsche-Beschäftigten Gültigkeit hat. Arbeitsschutz ist ein wesentliches Element des Compliance-Managementsystems. Es liegt in der Verantwortung der Führungskräfte, dass Mitarbeiter die Vorgaben der Richtlinie kennen und einhalten. Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte stehen in Fragen zum Arbeitsschutz beratend zur Seite. Grundsätzlich sind alle Mitarbeiter des Unternehmens über die gesetzlich festgelegten Vertreter in Ausschüssen gemäß Arbeitssicherheitsgesetz repräsentiert. Porsche beschäftigt qualifizierte Sicherheitsingenieure und Arbeitsmediziner, die sich auf präventive Maßnahmen zum Unfall- und Gesundheitsschutz konzentrieren. Die Gestaltung von Arbeitsplätzen, Maschinen und Anlagen orientiert sich an den geltenden hohen sicherheitstechnischen und ergonomischen Anforderungen. Durch Trainingsmaßnahmen für Mitarbeiter und Vorgesetzte wird die gesamte Organisation sensibilisiert, um Arbeitssicherheit ständig zu verbessern und Unfälle zu vermeiden.

Daniel Mauss, Leiter Gesundheitsmanagement, Julia Görges, Porsche Markenbotschafterin, 2020, Porsche AG
Daniel Mauss, Leiter Gesundheitsmanagement, und Markenbotschafterin Julia Görges geben den offiziellen Startschuss zum Porsche Check Up für alle

In Zeiten des demografischen Wandels und einer sich rasant verändernden Arbeitswelt ist es wichtiger denn je, auf die Gesundheit der Belegschaft zu achten. Dr. Daniel Mauss, Leiter des Gesundheitsmanagements der Porsche AG, hat ein Frühwarnsystem entwickelt. Es soll möglichen chronischen Krankheiten aufgrund zu hoher psychosozialer Belastungen vorbeugen. Der sogenannte „Allostatic Load Index“ ermittelt anhand von lediglich fünf Variablen eine Kennzahl für stressbedingte Gesundheitsstörungen. Für diesen „praktikablen Index“ gab es 2019 vom Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V. den Innovationspreis.

Porsche Gastronomie

Wer hart und erfolgreich arbeitet, benötigt eine ausgezeichnete gastronomische Versorgung. Insofern ist die Porsche Gastronomie ein wichtiges Element der Porsche-Kultur. Im Geschäftsjahr 2019 wurde das gastronomische Konzept weiter ausgebaut und um ein integratives Nachhaltigkeitskonzept erweitert. Das Konzept umfasst die Speiseplanung, den Lebensmitteleinkauf und nachhaltige Verpackungslösungen. Zudem werden Einwegplastikartikel eliminiert und der Energiebedarf der Gastronomiebetriebe reduziert. In allen Bereichen konnten in 2019 bereits Teiletappenziele erreicht werden. Unter anderem setzt Porsche als erster großer Verpflegungsbetrieb in Deutschland nur noch 100 Prozent biologisch abbaubare Reinigungsmittel ein. Dadurch werden die Umweltbelastungen reduziert und die Gefahrenpotenziale für die Mitarbeiter im Umgang mit Reinigungsmitteln erheblich minimiert. Zudem werden durch einen wirtschaftlichen Einsatz der Reinigungsmittel auch Ressourcen gespart.

Bei alledem behält die Gastronomie die Kerntätigkeit im Auge: die tägliche Versorgung der Porscheaner über ein variantenreiches und gesundes warmes Essen – in bis zu drei Schichten – sowie die Zwischenverpflegung an allen Standorten. Darüber hinaus sorgte die Porsche Gastronomie auch 2019 wieder für ein hochwertiges Catering für Gäste und Kunden, etwa beim Auto-Gipfel im Porsche Museum, bei der Fabrikeröffnung für den Taycan in Zuffenhausen, der Night-of-Champions im Entwicklungszentrum oder beim Familientag in Leipzig.

Weitere Artikel

Verbrauchsangaben

  • 10,8 - 9,6 l/100km
  • 246 - 219 g/km

718 Cayman GTS 4.0

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 10,8 - 9,6 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 246 - 219 g/km