Beschaffung

2019 ist erneut ein erfolgreiches Geschäftsjahr für Porsche gewesen. Insgesamt sind 280.800 Fahrzeuge ausgeliefert worden. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung um zehn Prozent. Das Beschaffungsressort leistete zu diesem Erfolg entscheidende Beiträge und stellte in enger und partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Zulieferern dauerhaft die zuverlässige Versorgung mit qualitativ hochwertigen Bauteilen sicher.

Neben mehreren Modellanläufen war der Produktionsstart des Taycan im Berichtsjahr eine zentrale Herausforderung, denn mit dem ersten rein elektrischen Sportwagen betritt Porsche auf vielen Gebieten Neuland. Darüber hinaus nutzte die Beschaffung zahlreiche Potenziale aus, um die Wertschöpfungsketten zu optimieren, sich intensiver mit den Lieferanten zu vernetzen und neue Partner zu finden.

Die veränderten Rahmenbedingungen in der Automobilindustrie, der Innovationsdruck sowie immer kürzere Entwicklungszyklen führen in der Beschaffung zu einem neuen Rollenverständnis. Entsprechend der Unternehmensstrategie ist Porsche ständig auf der Suche nach neuen Impulsen und Lösungen, die durch eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Lieferanten, Start-ups und Partnern in der frühen Phase erarbeitet werden. Porsche geht das Thema „Innovationsmanagement“ im Beschaffungsressort konzernweit, proaktiv und markenübergreifend an. Um Trends und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, arbeitet das Unternehmen eng mit seinen strategischen Stakeholdern zusammen.

Beschaffung von Produktionsmaterial und Nicht-Produktionsmaterial

Im Berichtsjahr hat die Beschaffung kontinuierlich den Materialaufwand pro Fahrzeug optimiert. Die strategischen Partner wurden im Rahmen der vertrauensvollen Zusammenarbeit frühzeitig in diesen Prozess einbezogen – ein wichtiger Faktor, um Verbesserungen zu erzielen.

Der Materialaufwand von Porsche belief sich im Jahr 2019 auf 4.345 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2018: 4.201 Millionen Euro). Auch bei Dienstleistungen und Nicht-Produktionsmaterial trug die Beschaffung entscheidend dazu bei, dass die Unternehmensziele erreicht wurden. Das Investitionsvolumen betrug im Berichtsjahr insgesamt 1.992 Millionen Euro. Der Zuwachs im Vergleich zum Jahr 2018 mit 1.858 Millionen Euro ist vor allem auf große Infrastrukturprojekte zurückzuführen. Dies reflektiert zugleich den Weg des anhaltenden und nachhaltigen Wachstums, den Porsche eingeschlagen hat, um das Unternehmen in die Zukunft zu führen.

Modellanläufe

Zahlreiche Produktionsanläufe haben im Berichtsjahr für die Beschaffung im Mittelpunkt gestanden. Hohe Bedeutung hatte natürlich der Taycan. Außerdem wurde die Produktion des neuen 911 auf die Kammlinie hochgefahren. Zum 911 Coupé kamen noch das 911 Cabriolet, zum 911 Carrera S und 911 Carrera 4S der 911 Carrera und Carrera 4. Neu waren auch der 911 Speedster und der 911 GT2 RS Clubsport. Der 718 Spyder, 718 Cayman GT4 und 718 Cayman GT4 Clubsport liefen ebenfalls an. Die weiteren Neuheiten waren das Cayenne Coupé, der Macan Turbo und der Macan GTS. Für sämtliche Produkte kaufte die Beschaffung eine große Teilezahl ein und führte die Fahrzeuge im engen Schulterschluss mit Entwicklung, Qualitätssicherung, Produktion und Lieferanten zur Serienreife.

718 Cayman GT4, 2020, Porsche AG
718 Cayman GT4

Großen Raum nahm im Berichtsjahr der Taycan ein, mit dem Porsche in die reine Elektromobilität gestartet ist: Der Produktionsbeginn im September 2019 in einer eigens gebauten neuen Fabrik markierte den Startpunkt seiner Serienfertigung. Dabei wird auf vielen Gebieten Neuland betreten, denn Elektromobilität bedeutet auch den Einsatz neuer Technologien und Prozesse. Beim Taycan arbeitet das Unternehmen mit 350 Lieferanten aus unterschiedlichen Ländern zusammen, die insgesamt mehr als 15.000 Kaufteile zuliefern. Zu den wegweisenden Innovationen gehören beispielsweise die 800-Volt-Technologie, eine Batteriekapazität mit bis zu 93,4 kWh und die E-Antriebe mit permanenterregten Synchronmaschinen inklusive Zweiganggetrieben. Die Wahl der richtigen und wie Porsche nachhaltig arbeitenden Lieferanten sowie die effektive Zusammenarbeit mit allen Partnern ist ein Schlüssel, um Innovationen hervorzubringen, sie in Serie zu fertigen und weiter voranzutreiben.

Strategie 2025 Plus

Das Jahr 2019 hat die Beschaffung außerdem zur Neuausrichtung ihrer Strategie genutzt, die auf der Porsche Strategie 2025 aufbaut. Teil davon ist ein neues Zielbild, das sämtliche Führungskräfte des Ressorts gemeinsam ausgearbeitet haben. Die Bereichsstrategie fokussiert sich auf fünf Felder: Software als Produkt, flexible Organisation, Produkte und Services mitgestalten, Operational Excellence sowie Kultur und Kompetenz. Außerdem zielt sie auf eine gestärkte ressort- und markenübergreifende Zusammenarbeit ab. Neu besetzt wurden die Strategieteams. Die Mitarbeiterauswahl erfolgte auch über sogenannte Pitch Days: In jeweils dreiminütigen Pitches wurden aus mehr als 70 Bewerbern 20 Personen ausgewählt.

Innovationsmanagement

Als Reaktion auf die veränderten Rahmenbedingungen in der Automobilindustrie und die immer kürzeren Innovationszyklen hat das Innovationsmanagement in den vergangenen Jahren seine unterschiedlichen Instrumente und Prozesse konzeptionell weiterentwickelt, um für Start-ups und Lieferanten weiterhin ein präferierter Partner zu bleiben.

Die Instrumente im Überblick:

- Bei den Porsche Supplier Tech Days präsentiert jeweils ein Lieferant dem Unternehmen sein innovatives Portfolio und ausgewählte Vorentwicklungsprojekte.

- Über den Porsche Supplier Innovation Day werden zukunftsweisende Konzepte von Lieferanten bereits frühzeitig in das Unternehmen eingebunden. So können Lieferanten neue Konzepte und innovative Ideen zu einem spezifischen Thema einreichen und pitchen.

- Zweimal führte das Innovationsmanagement unter der Leitung des Beschaffungsressorts im Rahmen des digitalen Entwicklerwettbewerbs „Porsche NEXT OI" erfolgreich „Open Innovation"-Formate durch. NEXT OI ist eine Innovationsplattform, die rund um die Uhr und weltweit Start-ups und Lieferanten zum Entwickeln digitaler Applikationen zur Verfügung steht. Auch für die Produktion werden solche „Open Innovation"-Formate vorangetrieben, beispielsweise für fahrerlose Transportsysteme.

- Das Format „Start-up Autobahn" dient dazu, mit jungen Unternehmen neue Technologien kollaborativ und schnell im Automobilsektor zu erproben. Seit Ende 2019 ist das Innovationsmanagement des Beschaffungsressorts in diesem Format gemeinsam mit weiteren Partnern federführend.

Diese erfolgreichen Innovationsinstrumente des Beschaffungsressorts werden auch künftig weiter ausgebaut. Im Jahr 2020 liegt der Fokus auf dem Scouting neuer Partner. So stellt die Beschaffung auch weiterhin sicher, dass geeignete Kooperationen geschlossen werden und eine Vielzahl von Neuheiten den Weg zu Porsche findet.

„Sustainability-Rating" für Lieferanten

Lieferanten (Produktionsmaterial und Nicht-Produktionsmaterial) als verbindliches Vergabekriterium im Beschaffungsprozess. Zusätzlich zu den bisherigen Ratings zu Logistik, Qualität und Entwicklung bewertet es die Nachhaltigkeit. Geprüft wird das Verhalten der Geschäftspartner in Bezug auf Risiken im Umgang mit Menschenrechten, Umweltschutz, Ethik und Korruption. Eine Auftragsvergabe und gemeinsame Zusammenarbeit erfolgt nur noch an Lieferanten, die nachhaltig handeln und die Nachhaltigkeitsanforderungen von Porsche erfüllen. Das „Sustainability-Rating" wird schrittweise über alle Marken und Regionen hinweg im Konzern ausgerollt. In einem ersten Schritt müssen Lieferanten eine Selbstauskunft zu definierten Nachhaltigkeitskriterien abgeben. Grundlage bildet ein standardisierter und in der Automobilbranche etablierter Fragebogen. Führt die Selbstauskunft zu einem unzureichenden Ergebnis, folgt eine Vor-Ort-Überprüfung des Produktionsstandortes durch einen unabhängigen Nachhaltigkeitsauditor. Sollten bei der Durchführung des Audits weiterhin Nachhaltigkeitsrisiken beobachtet werden, führt dies zu einer negativen Bewertung des Lieferanten und zum Ausschluss für künftige Vergaben. Lieferanten können jederzeit ihre Nachhaltigkeitsperformance verbessern, um die Nachhaltigkeitsanforderungen zu erfüllen und sich für zukünftige Nominierungen zu qualifizieren.

Transparenz der Lieferkette

Gemeinsam mit den Lieferanten analysiert das Beschaffungsressort kontinuierlich ausgewählte Lieferketten bis zur Rohstoffherkunft, um alle involvierten Zwischenlieferanten zu identifizieren sowie menschenrechtliche Risiken zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen. Dazu sind in 2019 zahlreiche Workshops mit 1-Tier-Lieferanten durchgeführt worden. Der Fokus lag hierbei auf der Identifikation der wichtigsten Emissionsquellen und Potenzialen zur CO2-Reduzierung entlang der Lieferketten sowie der Schaffung von mehr Transparenz in der gesamten Wertschöpfungskette. Gemeinsam wurden Ziele, Roadmaps und Maßnahmen definiert und weiterverfolgt, die zu einer Nachhaltigkeitsverbesserung führen.

Erstmals wurde ein Pilotprojekt mithilfe von Blockchain-Technologie zur Identifikation möglicher Nachhaltigkeitsrisiken in den Lieferketten gestartet. Diese Technologie ermöglicht eine Erhöhung der Lieferkettentransparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Einkaufsteam, 2020, Porsche AG
Einkaufsteam bei der Prüfung von Leder

Die digitale Technologie wurde am Beispiel von Ledercockpitteilen erprobt. Das Pilotprojekt umfasste die Herkunft und Verarbeitung des Ledernaturproduktes bis hin zur hauseigenen Sattlerei. Dadurch konnte eine gesamtheitliche Transparenz über die involvierten Wertschöpfungspartner und die möglichen Lieferkettenrisiken geschaffen werden. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Pilotprojektes soll das Verfahren zukünftig mit ausgewählten Partnern einem ersten Praxistest unterzogen werden.

Risikomanagement

Der technologische Wandel in der Automobilindustrie sowie eine zunehmende Komplexität und hohe Dynamik in allen Prozessen erfordern ein angepasstes Risikomanagement. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen stellt dies eine große Herausforderung dar. Gemeinsam mit den Lieferanten muss die Flexibilität der Lieferkette erhöht werden, um auf die zunehmende Dynamik einzugehen. Zusätzlich wird die Robustheit aller Partner sichergestellt, um den Wandel der Branche zu bewältigen. Die Beschaffung setzt in allen Lieferketten ein sogenanntes Supply Chain Risk Management um. Ziel ist eine verlässliche Versorgung mit Produktionsmaterial und Nicht-Produktionsmaterial, da die Wertschöpfung zu mehr als zwei Dritteln bei externen Partnern stattfindet.

Weitere Artikel

Verbrauchsangaben

  • 10,0 - 9,6 l/100km
  • 227 - 220 g/km

911 Carrera S

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 10,0 - 9,6 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 227 - 220 g/km
  • 10,8 l/100km
  • 246 g/km

718 Cayman GTS 4.0

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 10,8 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 246 g/km
  • 3,9 – 3,7 l/100km
  • 90 – 85 g/km
  • 19,6 – 18,7 kwh/100km

Cayenne Turbo S E-Hybrid Coupé

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 3,9 – 3,7 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 90 – 85 g/km
Stromverbrauch* kombiniert 19,6 – 18,7 kwh/100km
  • 10,1 - 9,8 l/100km
  • 230 - 223 g/km

911 Carrera S Cabriolet

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 10,1 - 9,8 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 230 - 223 g/km
  • 10,9 l/100km
  • 249 g/km

718 Cayman GT4

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 10,9 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 249 g/km
  • 9,6 l/100km
  • 218 g/km

Macan GTS

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 9,6 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 218 g/km
  • 13,8 l/100km
  • 317 g/km

911 Speedster (Typ 991 II)

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 13,8 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 317 g/km
  • 9,6 l/100km
  • 218 g/km

911 Carrera Cabriolet

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 9,6 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 218 g/km
  • 9,4 – 9,3 l/100km
  • 215 – 212 g/km

Cayenne Coupé

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 9,4 – 9,3 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 215 – 212 g/km
  • 9,6 l/100km
  • 218 g/km

911 Carrera 4

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 9,6 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 218 g/km
  • 10,9 l/100km
  • 249 g/km

718 Spyder

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 10,9 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 249 g/km
  • 9,8 l/100km
  • 224 g/km

Macan Turbo

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 9,8 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 224 g/km
  • 11,4 – 11,3 l/100km
  • 261 – 258 g/km

Cayenne Turbo Coupé

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 11,4 – 11,3 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 261 – 258 g/km
  • 9,4 l/100km
  • 215 g/km

911 Carrera

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 9,4 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 215 g/km
  • 10,2 - 9,9 l/100km
  • 234 - 225 g/km

911 Carrera 4S Cabriolet

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 10,2 - 9,9 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 234 - 225 g/km
  • 9,4 – 9,2 l/100km
  • 216 – 212 g/km

Cayenne S Coupé

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 9,4 – 9,2 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 216 – 212 g/km
  • 3,2 – 3,1 l/100km
  • 75 – 72 g/km
  • 18,7 – 17,7 kwh/100km

Cayenne E-Hybrid Coupé

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 3,2 – 3,1 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 75 – 72 g/km
Stromverbrauch* kombiniert 18,7 – 17,7 kwh/100km
  • 9,7 l/100km
  • 221 g/km

911 Carrera 4 Cabriolet

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 9,7 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 221 g/km
  • 10,1 - 9,7 l/100km
  • 231 - 222 g/km

911 Carrera 4S

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 10,1 - 9,7 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 231 - 222 g/km