25.04.2017

Markus Günthardt: Meine Vision

Als Turnierdirektor fühlt sich Markus Günthardt der großen Porsche-Tradition verpflichtet. Was ihn nicht daran hindert, immer wieder neue Ideen umzusetzen. Deshalb ließ er sich auch nicht lange bitten: Wie der Grand Prix in zehn Jahren aussehen könnte? Günthardt ließ seiner Fantasie freien Lauf – wie sein Blick in die Zukunft beweist.

Was fasziniert die Menschen am Sport? Ich glaube, es hat unter anderem damit zu tun, dass sich die Fans in gewohnter Umgebung wohlfühlen. Beim Porsche Tennis Grand Prix begrüßen wir Jahr für Jahr die weltbesten Spielerinnen, wir haben in der Porsche-Arena unsere Heimat, das Sport & Lifestyle-Village und unser Court eins sind stets am selben Platz, man trifft sich mit Gleichgesinnten. Liebgewonnene Fixpunkte, die uns bei den Zuschauern viel Sympathie bringen. Aber es ist das Unerwartete, das sie in die Halle zieht. Ein toller Ballwechsel, die überraschende Wendung eines Matches, die Sensation oder die tiefe Enttäuschung. Diese Mischung aus gewohntem Komfort und dem Unberechenbaren gibt den Kick. Wir als Veranstalter können die Attraktivität des Turniers erhöhen, indem wir die Verpackung stets ein bisschen raffinierter machen. Jahr für Jahr drehen wir an noch so kleinen Stellschrauben, um das Optimum herauszuholen. Und wenn ich daran denke, wie dieser tolle Grand Prix in zehn Jahren aussehen wird, bin ich mir ganz sicher: Er wird kaum noch wiederzuerkennen sein.

Das fängt bei der Kleidung der Spielerinnen an. Was heute noch zweckmäßig mit modischem Chic getragen wird, verwandelt sich in auffällige Extravaganz, die schon mal vom Tennis ablenken kann. Entscheidend wird aber die technische Komplexität sein. Die Kleidung ist komplett vernetzt und kann immer individueller auf die jeweilige Spielerin abgestimmt werden. Die großen Marken werden Konkurrenz von kleinen Start-up-Unternehmen bekommen, die mit ihren Kollektionen in den Markt drängen. Denn die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. 

Mitmach-Tunier

Am ganzen Körper tragen die Spielerinnen dann winzige Kameras, vom Kopf über die Kleidung bis zu den Schuhen. Vom Netz bis zur Bande ist auch der gesamte Court voll mit Mikrokameras. Über dem Feld schweben Minidrohnen für weitere Aufnahmen. Man kann das Spiel aus Sicht des Schiedsrichters verfolgen und die eigenen Referee-Qualitäten testen. Vielleicht gibt es sogar nur noch Roboter als Regelhüter, weil ihre Konzentration auch nach drei Stunden nicht nachlässt.

Die Zuschauer zuhause können Regisseur spielen und dank der vielen Kameras das Match auf Wunsch aus jeder erdenklichen Perspektive verfolgen und hin und her switchen. Ein toller Ballwechsel, ein Ass – der Zuschauer entscheidet, was er in Super Slow Motion noch einmal genießen will. Und wer sich schon immer mit einem Profi messen wollte, kann das Match gegen seine Lieblingsspielerin nachspielen – zuhause mit VR-Brille und Controller.

Mit VR-Brille kann man zuhause seine Lieblingsspielerin herausfordern

Selbst direkt am Court starren die Zuschauer auf ihre Smartphones oder tragen VR-Brillen, weil ihnen digital wertvoller Mehrwert geboten wird. Während des Spiels kann das Publikum Statistiken, Facts zu den Spielerinnen oder die Geschwindigkeit des gerade geschmetterten Balls abrufen. Ein personalisiertes Tenniserlebnis direkt vor Ort.

Auch das Rahmenprogramm strahlt in personalisiertem Glanz. Schließlich wurde das Publikum in Stuttgart in Sachen Unterhaltung schon immer verwöhnt. Die Shows sind dementsprechend spektakulärer und bedienen sich modernster Technik. Auch hier werden die Zuschauer miteinbezogen: Vor Ort kann über den weiteren Verlauf einer Showeinlage bestimmt werden. Wer mit dem alternativen Ende nicht zufrieden ist, kann sich digital ein anderes anschauen.

Zwischendurch offline gehen

Um beim „Drumherum“ zu bleiben: Manchen Zuschauern werden die vielen Möglichkeiten des Entertainments zu viel, und sie sehnen sich nach ein bisschen Ruhe zwischendurch. Alles eht rasant voran, man wird von allen Seiten unterhalten und mit Informationen versorgt. Deshalb gibt es in der Porsche-Arena Ruheoasen, in denen die Menschen komplett offline entspannen können. Danach können sie wieder genießen: den gewohnten Komfort, den tollen Ballwechsel, die überraschende Wende, die Sensation.

Markus Günthardt

Der Schweizer wurde am 10. September 1957 in Zürich geboren.

1978–1985  Tennisprofi auf der ATP-Tour und Schweizer Davis-Cup-Spieler. Als Doppel-Spezialist schaffte er es bis auf Rang 40 der Doppel-Weltrangliste.

1990–1999  bei der Ion Tiriac Group Direktor verschiedener Tennisturniere, u. a. Eurocard Open in Stuttgart, Tennis Masters in Stuttgart und Madrid.

2003  Aufbau der Sportmarketing-Agentur Vision Sports & Events in Spanien.

Seit 2005 Turnierdirektor des Porsche Tennis Grand Prix. Lebt mit Familie in Madrid und in der Schweiz.

VR-Brillen

Die Welt einmal mit anderen Augen sehen: Mit Virtual Reality (VR) Brillen geht das ganz einfach. Sie ermöglichen die Wahrnehmung einer alternativen Wirklichkeit. Ein zukunftsweisender Blick durch die Virtual Reality Brille ist in diesem Jahr in der Porsche Kids World möglich. Auf zwei Porsche Racing Simulatoren lässt sich die virtuelle Porsche Motorsportwelt interaktiv erleben.

Info

Text erstmalig erschienen im Porsche Tennis Magazin 2017.

Text: Markus Günthardt // Fotos: Rafael Krötz

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