01.04.2016

Mehr Kultur für Manager

Fresenius Medical Care hat seine Führungskräfte von Spezialisten der Porsche Consulting Akademie „on the Job“ trainieren lassen. Die umgesetzten Verbesserungen zahlen sich schon wieder aus.

Nach der Produktion ist vor der Wartung. Bei Fresenius Medical Care (FMC), dem weltweit führenden Anbieter von Dialysegeräten, legt man besonders viel Wert auf erstklassigen Service und technische Betreuung. Weit über 1000 sogenannte Field Service Engineers sind allein in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika in 40 Landesorganisationen unterwegs, um Geräte in Dialysekliniken zu konfigurieren und zu warten, sagt FMC-Abteilungsleiter Marco Gräfe. Der Bereich Technical Operations leistete allein im Jahr 2014 mehr als 450 000 Serviceeinsätze an Dialyseapparaten. In diesem Bereich sind alle Dienstleistungen gebündelt, die für das Betreiben der Dialysegeräte bei Kunden notwendig sind.

Auch hier ist der Kostendruck spürbar, der aus den Gesundheitssystemen weltweit auf Medizintechnikhersteller wie Fresenius Medical Care wirkt. „Das Management für Technical Operations steht somit vor denselben Herausforderungen wie in der Entwicklung oder Produktion“, erklärt Gräfe. „Wir brauchen mehr Effizienz bei geringeren Kosten.“

Kein reiner Theorieunterricht

Um Einsparpotenziale ausfindig zu machen, engagierte FMC die Berater der Porsche Consulting Akademie. Sie schulten 24 FMC-Führungskräfte anhand von zehn konkreten Projekten. Das Besondere: Die Weiterbildung ist kein reiner Theorieunterricht mit Flipchart und PowerPoint-Präsentation. Stattdessen lautet der Ansatz der Akademie „Training on the Job“. Bei diesem praxisnahen Mentoring werden die Führungskräfte so qualifiziert, dass sie nicht nur ihr eigenes Handeln besser reflektieren und langwierige Routinen ausmerzen. Sie werden auch in die Lage versetzt, künftig selbst Projekte zur Optimierung von technischen Prozessen anzuleiten und so etwas wie eine nachhaltige „Verbesserungskultur“ im gesamten Team zu etablieren.

Darüber hinaus sprechen handfeste Zahlen für die Qualifizierungsoffensive: Für die Inbetriebnahme eines neuen Geräts beim Anwender wurden erhebliche Beschleunigungsmöglichkeiten identifiziert, sie könnte künftig 30 Prozent schneller ablaufen. In anderen Bereichen wie der Aufbereitung hochreinen Dialysewassers konnte die Zeit, die ein Anwender für den Prozess benötigt, um bis zu 50 Prozent gesenkt werden. „Es deutet sich schon an, dass die Erträge durch die Prozessverbesserungen die Ausgaben für die Beratung deutlich übersteigen“, so FMC-Abteilungsleiter Gräfe. Sein Fazit: Die Qualifizierung von Führungskräften muss nicht zwingend ein Kostenfaktor sein.

Porsche Consulting GmbH

Die Porsche Consulting GmbH, Bietigheim-Bissingen, ist eine Tochtergesellschaft des Sportwagenherstellers Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart. Sie wurde 1994 gegründet, begann damals als vierköpfiges Team und beschäftigt heute mehr als 380 Mitarbeiter. Das international agierende Unternehmen hat vier Auslandbüros in Mailand, São Paulo, Atlanta und Schanghai. Porsche Consulting zählt zu den führenden Beratungsgesellschaften in Deutschland. Die Experten für operative Exzellenz beraten weltweit Konzerne und mittelständische Unternehmen aus der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt sowie dem Maschinen- und Anlagenbau. Weitere Klienten kommen aus dem Finanzdienstleistungssektor, der Konsumgüterindustrie und dem Handel sowie aus der Baubranche.

Info

Text erstmalig erschienen in „Porsche Consulting - Das Magazin“, Ausgabe 16/2016

Autor: Haiko Prengel // Fotos: Fresenius Medical Care

Ähnliche Artikel

Meistgelesen

  1. „Project Gold“: Teil 5
  2. Louises Letzter
  3. Porsche Financial Services: Holger Peters wird Sprecher der Geschäftsführung
  4. Petro-Surf Festival
  5. „70 Jahre Porsche Sportwagen“ auf dem Oldtimer-Grand-Prix

Meistgeteilt

  1. Porsche Consulting: Zwei weitere Büros und 100 Neueinstellungen
  2. Industrie 4.0: Training für Menschen und Maschinen
  3. Ingenieure denken um
  4. Porsche Consulting: Unternehmer-Dinner in Berlin
  5. Elektromobilität: Maschinenbau am Wendepunkt
Social Media