30.10.2018

Trick or Speed: Auf den Spuren Draculas

Seit Jahrhunderten erzählen sich die Menschen schaurige Märchen zu Halloween. Eine Legende, die jedes Kind kennt, ist die des blutrünstigen Graf Dracula. Fiktion oder doch Wahrheit? Abenteurer Sebastian Canaves hat sich im rumänischen Transsilvanien auf die Spuren des berühmten Vampirs begeben.

Ein Untoter, der nachts sein Grab verlässt, um sich auf die Jagd nach menschlichem Blut zu begeben – vor mehr als 100 Jahren verfasste der britische Autor Bram Stoker die Schauergeschichte über Graf Dracula. Seitdem gilt der Vampir als eines der meistgefürchteten Wesen der Welt.

Inspirieren ließ sich Stoker von der historischen Figur Vlad III. Drăculea, einem walachischen Fürsten des 15. Jahrhunderts. Sein Beiname leitet sich Überlieferungen zufolge von der Mitgliedschaft seines Vaters im adeligen Drachenorden ab. So lässt sich „Drăculea“ als „Sohn des Drachen“ – oder gar „Sohn des Teufels“ – übersetzen.

Doch nicht nur der Beiname eint die beiden Charaktere. Vlad III. soll ein furchterregender Feldherr mit einer Vorliebe für grausame Rituale gewesen sein. Ein blutrünstiger, scheinbar unverwundbarer Heerführer also, bekannt für zahlreiche Gräueltaten im Mittelalter… Wie viel Wahrheit steckt wirklich in der Figur des Vampirs Dracula?

Wie viel Wahrheit steckt wirklich in der Figur Graf Dracula?


Abenteurer Sebastian Canaves möchte genau das herausfinden. Zusammen mit Porsche reist er nach Transsilvanien, der Heimat von Dracula. Erste Hinweise führen ihn nach Schäßburg, einer Stadt inmitten Siebenbürgens, so die deutsche Bezeichnung Transsilvaniens. Hier soll Vlad III. zur Welt gekommen sein. Im Porsche Cayenne erreicht Sebastian den Ort, dessen historischer Stadtkern heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Die „Casa Vlad Dracul“ ist das Geburtshaus von Vlad III.


In der Abenddämmerung erkundet er die engen Gassen und findet schließlich „Casa Vlad Dracul“ – das Geburtshaus des späteren Herrschers. Im Inneren hängen Gemälde von Vlad III. sowie grässlichen Schlachten an den Wänden, doch ein Vampir ist nicht zu finden. Dafür aber ein weiterer Hinweis.

Auf einer alten Karte ist das Schloss Bran markiert. Ist das der Ort, den der Fürst der Finsternis sein Zuhause nennt? Sebastian ist fest entschlossen, der Spur zu folgen.

Sebastian folgt der Spur über weite Landstraßen


Über die weiten Landstraßen und durch dunkle Wälder bahnt er sich den Weg, bis sich das eindrucksvolle Schloss am Horizont über ihn erhebt. Erbaut im 14. Jahrhundert diente es einst als Grenz- und Zollburg. Heute ist es in Besitz des Fürstengeschlechts Habsburg.

Schloss Bran erhebt sich am Horizont


Es ist nicht klar, ob Vlad III. wirklich in diesem Schloss gelebt hat. Doch der Beschreibung in Stokers Roman entspricht es beinahe hundertprozentig. Sebastian setzt den Fuß auf den knarzigen Boden und wandelt durch die kalten Gemäuer.

Durch einen Geheimgang in der Wand, den früher Soldaten genutzt haben sollen, erklimmt er das obere Stockwerk des Schlosses. Vor ihm liegen die Wälder der Karpaten. Rund ein Drittel des gesamten Landes ist mit Wald bedeckt, was auch eine hohe Population an Wildtieren mit sich bringt.

Vor Schloss Bran liegen die Wälder der Karpaten


Gerade, als er das Schloss verlassen will, findet Sebastian einen weiteren Hinweis. Die mysteriöse Spur führt ins nahe gelegene Braşov, ehemals Heimat der schönen Katharina. Zwar war sie nie die Ehefrau von Vlad III., doch gilt sie als große Liebe des sonst so grausamen Fürsten. Davon zeugen eine bis zu ihrem Tode andauernde Liaison sowie fünf Kinder.

Braşov wurde im 13. Jahrhundert als südöstlichste deutsche Stadt der Siebenbürger Sachsen gegründet. Das Stadtbild ist geprägt von historischen Bauten, in dessen Mitte sich die Schwarze Kirche erhebt, die ihren Namen einem Stadtbrand im Jahr 1689 verdankt. Doch auch hier findet Sebastian nicht die Antwort, nach der er sucht. Dafür aber den letzten Hinweis. In Snagov nahe der rumänischen Hauptstadt Bukarest sollen die sterblichen Überreste von Vlad III. begraben liegen. Das möchte unser Abenteurer mit eigenen Augen sehen.

In Braşov findet Sebastian den entscheidenden Hinweis


Auf einer Insel im gleichnamigen See steht das Kloster von Snagov. Dort soll er begraben liegen – Vlad III. Drăculea, der Sohn des Drachens. Nervös betritt Sebastian die reich verzierte Grabkapelle. Am Boden entdeckt er eine unscheinbare Steinplatte, darauf steht ein Bild von Vlad III. Ist das das Ende der Reise auf den Spuren Draculas?

Lange galt es als sicher, dass hier die Gebeine des Fürsten liegen. Doch als Forscher 1931 das Grab öffneten, war es leer. Treibt Dracula also noch immer sein Unwesen?

Das vermeintliche Grab von Vlad III. Das Mysterium um Graf Dracula bleibt bestehen


Am Ende der Reise bleibt das Mysterium des sagenumwobenen Graf Dracula also bestehen. Die Parallelen zwischen Vlad III. und dem Vampir Dracula sind erkennbar, doch bleibt es bei der Vermutung. In Rumänien genießt der historische Feldherr Vlad übrigens einen deutlich positiveren Ruf. So verteidigte er das Land gegen die Expansion des osmanischen Reichs, zudem galt er als Verfechter von Recht, Ehrlichkeit und Ordnung. Mit Strenge bekämpfte er Korruption und andere Verbrechen. Seine Gräueltaten hingegen werden deutscher und russischer Propaganda zugeschrieben. Die Legende des blutrünstigen Vampirs lebt dennoch weiter – besonders zu Halloween.

Über Sebastian Canaves

Sebastian Canaves hat bereits in zehn Ländern gelebt und mehr als 100 bereist. Zu seinen Lieblingsorten gehören Neuseeland, Südafrika, Kanada, Südtirol und Schottland. Auf seinem Abenteuer-Reiseblog „Off The Path“ – einem der führenden Europas – berichtet er regelmäßig von seinen Erlebnissen und teilt nützliche Tipps mit seinen Lesern.

Verbrauchsangaben

Cayenne S: Kraftstoffverbrauch kombiniert 9,4 – 9,2 l/100 km; CO2-Emission 213 – 209 g/km

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