Back to Tape (5/7)

Musikjournalist Niko Hüls hat sich mit dem Porsche Panamera auf eine Reise zu den Wurzeln von Hip-Hop in Deutschland begeben – und dabei die prägendsten Einflüsse, Disziplinen sowie Persönlichkeiten der urbanen Jugendkultur getroffen. Der nächste Tourstop heißt Berlin.

Sechs Städte, zehn Künstler, ein Auto und jede Menge Rap. In der mehrteiligen Gastbeitragsreihe „Back to Tape“ im Porsche Newsroom erzählt Niko Hüls, Macher des deutschen Hip-Hop-Magazins Backspin, von seinem Roadtrip quer durch Deutschland. Weitere Eindrücke gibt es bei Instagram oder Twitter unter dem Hashtag #porschexbackspin sowie auf dem YouTube-Kanal von Backspin TV.

Berlin ist eine Hip-Hop-Metropole. Egal ob Sprayer, Rapper, DJs, Breakdancer oder Beatboxer, in der international geprägten Hauptstadt finden alle ihren Platz und haben alle ihren Treffpunkt: die Warschauer Brücke, den Teufelsberg auf der Charlottenburger Anhöhe, im Klub Gretchen in Kreuzberg, beim Spaziergang durch den Osthafen oder im Kulturzentrum Urban Spree. Rapper wie Sido, Bushido, Fler oder Peter Fox haben Berlin einen ganz eigenen Sound verpasst und über viele Jahre geprägt, Kunstwerke der Graffiti-Stars wie Amok oder 1UP zieren die Straßen der Metropole.

Hip-Hop-Hauptstadt Berlin

 Die Hauptstadt wirkt beinahe wie ein Magnet auf Künstler und Produzenten, die ihr Album an der Spree produzieren. Dazu gehören beispielsweise auch Philip Böllhoff, Sipho Sililo, David Vogt und Hannes Büscher, besser bekannt als die Erfolgsproduzenten Beatgees. In deren Berliner Räumlichkeiten befindet sich das Tonstudio von Curse aka Michael Kurth, der während unserer #porschexbackspin-Tour gerade sein neues Album „Die Farbe von Wasser“ fertigstellte und mir exklusive Einblicke hinter die Kulissen gab. 


Denke ich an Curse, dann denke ich in erster Linie an seinen Song „10 Rap Gesetze“, der 2000 auf dem Album „Feuerwasser“ erschien. Bis heute ein Klassiker und ein wesentliches Mantra meiner eigenen Einstellung, denn schließlich „musst du Hip-Hop lieben, als wärst du immer Fan geblieben“.

Du musst Hip-Hop lieben, als wärst Du immer Fan geblieben

 Egal ob sein Glaube an den Buddhismus, seine Arbeit als Yoga-Lehrer, die frühe Zusammenarbeit mit der Pop-Band Silbermond bei „Bis zum Schluss“ oder politische Statements gemeinsam mit Gentleman bei „Widerstand“ - seine selbstreflektierende, kluge und stets experimentelle Art prägt den gebürtigen Westfalen und seine Karriere damals wie heute. Und deshalb fällt es auch nicht schwer, Curse am späten Abend in Berlin zu treffen und neben Hip-Hop über seine beiden neusten Projekte zu sprechen, ein Meditations- und Coaching-Podcast sowie sein eigenes Buch, das 2018 bei Rowohlt Taschenbuch erschienen ist. 

Niko Hüls, Backspin, Michael Kurth, Rapper, l-r, Berlin, 2018, Porsche AG
Niko Hüls (li.) und Michael Kurth im Studio

 Curse hat entscheidenden Anteil an der Hip-Hop-Geschichte in Deutschland. Sechs veröffentlichte Studio-Alben, nationale Zusammenarbeit mit Größen wie Kool Savas, Dendemann, Max Herre, aber auch Marius Müller-Westernhagen. Internationale Projekte mit The Roots oder Promoe, elektronische Beats, Pianoballaden, krachende Hooks und eine Stimme die im Ohr leibt. Michael Curth ist für mich einfach der Hip-Hop-Fan, den er selbst in seinen Texten besingt. 

Weitere Artikel