Nachhaltigkeitsgrundsatz

Zufriedene Kunden, wirtschaftliche Stabilität, wertschaffendes Wachstum und gesell­schaftliche Akzeptanz stehen im Mittelpunkt aller Unternehmensaktivitäten von Porsche. Unternehmerische Verantwortung beginnt mit dem Selbstverständnis, einen aktiven ­Beitrag zum Schutz der natürlichen Lebens­beding­ungen auf der Erde sowie zu unserem gesellschaftlichen Umfeld zu leisten. Öko­nomische Effizienz, ökologisches Bewusstsein und ­soziale Verantwortung schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Gemeinsam schaffen sie Mehrwert für die Stakeholder von Porsche. Als Unternehmen ist Porsche integraler Bestandteil der Gesellschaft. Ethisches Verhalten ist deshalb essenziell. Porsche lebt den fairen Wettbewerb und handelt nicht nur legal, ­sondern auch legitim. Das Unternehmen geht systematisch gegen Korruption vor, respektiert die Einhaltung international anerkannter ­Menschenrechte und lehnt jedwede Form von Zwangs- und Kinderarbeit kategorisch ab.

Mit dem Handlungsfeld „Wirtschaft & ­Kunden“ deckt Porsche die in der Wesent­lichkeits­ana­lyse 2017 identifizierten Themen „Langfristige wirtschaftliche Stabilität“, ­„Langfristige ­Kundenbeziehungen“, „Compliance“, „Verantwortung in der Lieferkette“ sowie ­„Digitale Transformation“ ab. Klar definierte Prozesse und Zuständigkeiten sowie fest­geschrie­bene Evaluierungsverfahren prägen alle ­genannten Themen.

Wirtschaftliche Stabilität und digitale Transformation

Die Automobilbranche ist weltweit im Umbruch. Elektrifizierung, Digitalisierung und Konnektivität kennzeichnen eine neue Ära ­individueller Mobilität. Auch die Porsche-­Stakeholder sehen das so: Sie haben in der Wesentlichkeitsanalyse 2017 die ­Aspekte „Wirtschaftliche Stabilität“ und „Digitale Transformation“ mit einer entsprechend hohen ­Relevanz bewertet. Aus Sicht des Unternehmens ist die erfolgreiche Bearbeitung dieser Themen eine Grundvoraussetzung für lang­fristigen wirtschaftlichen Erfolg.
 
Porsche verfügt über eine exzellente Ertragskraft und hat eine operative Umsatzrendite von mindestens 15 Prozent als strategisches Ziel definiert. Gleichzeitig investiert das Unternehmen massiv in seine Innovationskraft und den digitalen Wandel. Die digitale Transformation erfasst alle Bereiche des Unternehmens – von den internen Prozessen über die Interaktion mit Kunden bis hin zur Entwicklung von neuen Produkten und Services. Ein ressortübergreifendes Innovationsmanagement unterstützt das Entstehen neuer Impulse. Es forciert die Erprobung von innovativen Technologien oder Trends und motiviert die Mitarbeiter, Mobilität in Eigeninitiative nachhaltig zu gestalten.

Gemäß den Standards der Global Reporting Initiative (GRI) ist das Thema „Langfristige wirtschaftliche Stabilität“ durch die Angabe GRI 201: Wirtschaftliche Leistung abgedeckt. Gemessen und berichtet wird diese anhand der finanziellen Analyse, der finanziellen Daten sowie der Wertschöpfungsrechnung des Porsche AG Konzerns.

Langfristige Kundenbeziehung

Porsche stellt hohe Ansprüche an die lang­fristige Pflege seiner Kundenbeziehungen. ­Das Unternehmen strebt konsequent danach, sein Angebot an exklusiven Sportwagen und ­Mobilitätsdienstleistungen kundenorientiert zu verbessern und weiterzuentwickeln. ­„Kundenbegeisterung durch ein einzigartiges Produkt- und Markenerlebnis“ zu schaffen, ist eines der vier zentralen Ziele der Porsche ­Strategie 2025. Auch die Wesentlichkeits­analyse 2017 unterstreicht die Bedeutung des Themas „Langfristige Kundenbeziehung“ für das Unternehmen. Der Bereich Vertrieb und Marketing setzt mit seiner Ressort­strategie daher auf vielfältige Maßnahmen, mit denen die Zufriedenheit und Loyalität der Kunden dauerhaft gestärkt und sämtliche ­Kontaktpunkte mit der Marke Porsche weiter optimiert werden.

Persönliche Interaktion und der offene Dialog sind bei Porsche Grundlage für den Ausbau ­gelungener Beziehungen zu allen Stakeholdern. Neue Apps, der Ausbau der Social-Media-­Kanäle, die Integration von Chatfunktionen ­sowie das übergreifende personalisierte ­Kundenportal „MyPorsche“ vereinfachen und beschleunigen die digitale Kommunikation zwischen Kunde und Unternehmen. Selbstverständlich bleibt der persönliche Kontakt auch zukünftig unverzichtbar für eine langfristige, vertrauensvolle und konsistente Kundenbeziehung. Porsche unterstützt die individuelle Kundenbetreuung entlang der gesamten ­Customer Journey weltweit mit technisch-systemischen Weiterentwicklungen, exklusiven Kundenbetreuungsprogrammen und maß­geschneiderten kundenzentrierten Qualifizierungsmaßnahmen für seine Mitarbeiter.

Porsche sieht in konstruktiver Kritik eine Chance, Produkte, Services und Prozesse ­immer weiter zu optimieren. Die globale Kundenmarktforschung von Porsche zielt mit ­jährlich über 250.000 Befragungen darauf ab, die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden rechtzeitig zu verstehen und gesamtheitlich zu interpretieren. Insbesondere mit Blick auf neue Fahrzeugtechnologien und Trends bei der Nutzung von individueller Mobilität fließen ­diese Erkenntnisse frühzeitig in die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen ein. Porsche nimmt die Stimme des Kunden ernst. So befasst sich der Vorstand des Unternehmens im „Forum Produktqualität und Kundenzufriedenheit“ in enger Abstimmung mit ­Technikern und Vertretern des Qualitätswesens sowie den Bereichen Customer Relations und Aftersales einmal im Monat mit den Ergebnissen und Konsequenzen des Kundenfeedbacks. Das ­Ergebnis der Bemühungen in der Kundenbetreuung und -kommunikation gemeinsam mit den Handelspartnern: In der APEAL-Studie des US-Meinungsforschungs­instituts ­J.D. Power erreichte Porsche 2018 zum vierzehnten Mal in Folge eine Top-Platzierung in der Gesamtwertung.

Nach den Standards der Global Reporting ­Initiative deckt Porsche das Thema „Lang­fristige Kundenbeziehungen“ durch die Angabe GRI 418: Schutz der Kundendaten ab. Der Schutz personenbezogener Daten und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung haben für Porsche höchste Priorität. Der ­Datenschutz ist – unabhängig und weisungsfrei – in alle relevanten Unternehmensprozesse eingebunden. Die Porsche-Datenschutz­organisation und die betreffenden Unterneh­mensprozesse sind darauf ausgerichtet, die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen jederzeit zu gewährleisten. Über die gesetzlichen Anforderungen hinaus hat sich Porsche im Rahmen eigener Richtlinien auf zusätzliche Datenschutz­prinzipien wie Datensparsamkeit, Zweck­bindung und Vertraulichkeit verpflichtet. Zur unternehmensweiten Implementierung neuer gesetzlicher Anforderungen aus der ­EU-Datenschutzgrundverordnung – wie etwa Dokumentations- und Informationspflichten, Betroffenenrechten und Datenschutzmanagementprozessen – wurde eigens ein ressortübergreifendes Programm etabliert. Aufgrund der internen Vertraulichkeitsvorgaben ­werden Angaben zu konkreten Datenschutz­vorgängen jedoch nicht veröffentlicht.

Verantwortung in der Lieferkette

Mit wirtschaftlichem Erfolg, der Erweiterung des Produktportfolios und dem Einsatz neuer Technologien gewinnt die Lieferkette eines ­Unternehmens stetig an Bedeutung. Der Zuwachs an Lieferteilen aufgrund steigender Auslieferungszahlen oder der verantwortungsvolle Bezug neuartiger Komponenten stellen zwei Beispiele für diese Entwicklung dar. Auch die Porsche-Stakeholder bewerteten den ­Aspekt „Verantwortung in der Lieferkette” in der Wesentlichkeitsanalyse 2017 mit ­einer entsprechend hohen Relevanz. Porsche setzt alles daran, die Lieferkette im Rahmen eigener Möglichkeiten sowie gemeinsam mit Lieferanten und Sublieferanten so positiv und wertschöpfend wie möglich zu gestalten.

Der Einkaufsbereich der Porsche AG wurde im Zuge der Eingliederung des Unternehmens in den Volkswagen Konzern zu weiten Teilen in die konzernweite Beschaffungsorganisation integriert. Im Rahmen eines Kooperations­vertrags zur gemeinsamen Beschaffung sind bereits 2011 entsprechende Strukturen, ­Prozesse und Systeme etabliert worden. Die von Porsche getroffenen Vergabeentschei­dungen werden daher weitreichend mit dem Volkswagen Konzern koordiniert und abgestimmt. Außerdem wurde die Zusammenarbeit zwischen der Porsche AG und dem Konzern stetig vorangetrieben und Strukturen ausgebaut sowie gefestigt.

Grundlage für die von Verantwortung gekennzeichnete Lieferkette sind eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, gemeinsame Werte sowie die strikte Einhaltung der im Volkswagen ­Konzern definierten Nachhaltigkeitsanforderungen. Das Konzept „Nachhaltigkeit in den Lieferantenbeziehungen“ mit dem Code of Conduct verpflichtet alle Beteiligten, die hohen Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsstandards gemäß der Charta der Internationalen Handelskammer und den OECD-Richtlinien für eine langfristige und tragfähige Entwicklung umzusetzen. Das Fundament der Nachhal­tigkeitsanforderungen, an deren Überarbeitung und Aktualisierung sich Porsche im Berichtsjahr 2018 erneut beteiligt hat, bilden die ­einschlägigen Kernarbeitsnormen der Inter­nationalen Arbeitsorganisation ILO. Auch wird ­erwartet, dass alle Lieferanten der OECD-­Leitlinie zur Sorgfaltspflicht zur Förderung ­verantwortungsvoller Lieferketten für Minerale aus Konflikt- und Hochrisikogebieten nachkommen. Zu diesem Thema engagiert sich Porsche im Rahmen der Konzernaktivitäten zur „Responsible Minerals Initiative“ (RMI). Die Nach­haltigkeitsanforderungen sind Bestandteil des ­Liefervertrags, dessen Nichtein­haltung Überprüfungen, Stellungnahmen und schlimmstenfalls die Kündigung der Geschäftsbeziehung nach sich ziehen können. Im ­Berichtsjahr 2018 gab es im Rahmen von Nachhaltigkeitsaudits zwei Fälle, bei denen eine Nichteinhaltung spezifischer Anforderungen festgestellt wurde. Mit zwei Lieferanten sind entsprechende Maßnahmenpläne ­abgestimmt und die Einleitung der Maß­nahmen überwacht worden. Ein Fall ist zum Abschluss des Berichtsjahres noch nicht ­abgeschlossen und wird weiterhin geprüft.

Die Porsche AG duldet keine Menschenrechtsverstöße. Gemäß des UK Modern Slavery Acts veröffentlicht Porsche deshalb das "Slavery and Human Trafficking Statement". Weitere Informationen finden Sie hier.

Neue Lieferanten durchlaufen bei Porsche vor Aufnahme einer Geschäftsbeziehung grundsätzlich einen Integritätscheck. Während der Kooperation finden zusätzlich ein stetiges ­Monitoring und eine Lieferantenentwicklung statt, unterstützt von Fragebogen-Aktionen, Lieferantenländer-Risikoanalysen sowie ­E-Learning-Modulen und Schulungen. Seit 2016 unternimmt Porsche eigene Nach­­haltigkeitsaudits bei ausgewählten Lieferanten. ­Detaillierte Auditberichte und Aktionspläne dienen der Nachbereitung von Überprüfungen. Damit setzt Porsche – neben vielfältigen ­weiteren Aktivitäten, wie regelmäßigen ­Mit­arbeiterschulungen zu Nachhaltigkeits­vorgaben in der Lieferkette oder Lieferantenworkshops – eine Maßnahme der Strategie 2025 um. Nachhaltigkeit in der Lieferkette ist außerdem ein eigenes Feld der Beschaffungsstrategie. Seit 2017 regelt eine Richtlinie des Volkswagen Konzerns zur Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement alle internen ­Prozesse und Zuständigkeiten. Porsche hat die enthaltenen Anforderungen im Jahr 2018 in eine eigene markenspezifische ­Richtlinie überführt.

Nach den Standards der Global Reporting ­Initiative deckt Porsche das Thema ­„Ver­antwortung in der Lieferkette“ durch ­folgende inhaltsspezifische Angaben ab: GRI 204: ­Beschaffungspraktiken, GRI 308/414: ­Umwelt-/soziale Bewertung der Lieferanten, GRI 408/409: Kinder-/Zwangs- oder Pflichtarbeit sowie GRI 412: Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte.

Compliance

Das strikte Einhalten von Gesetzen und ­rechtlichen Regularien ist die Voraussetzung für verantwortungsvolles Handeln. Das sehen auch die Stakeholder von Porsche so und ­schreiben dem Thema „Compliance“ in der Wesentlichkeitsanalyse 2017 eine ent­sprechend hohe Bedeutung zu.

Gesetzeskonformes Verhalten stellt das ­Unternehmen durch eine am Geschäftsmodell ori­entierte Compliance-Organisation und rechtssichere Prozesse sowie Maßnahmen der Prävention und Reaktion sicher. Derzeit betrachtet Porsche in seinem Compliance ­Management System sieben sogenannte Compliance-Themenfelder. Um Rechtsver­stöße zu verhindern und die Mitarbeiter bei der Einhaltung von Recht und Gesetz zu unter­stützen, hat Porsche seit vielen Jahren eine Compliance-Organisation eingerichtet. ­Diese besteht unter anderem aus dem Chief ­Compliance Officer, Compliance-Themen­verantwortlichen bei der Porsche AG sowie den lokalen Compliance Officern in den Konzerngesellschaften. Das Compliance-Programm von Porsche umfasst verschiedene Maßnahmen zur Prävention und Reaktion.

Auf Basis von Risikoanalysen werden regelmäßig Handlungsbedarfe und Maßnahmen zur Prävention definiert. Dabei werden das jeweilige Geschäftsmodell, die relevanten Umfeld­bedingungen sowie die Geschäftspartner-­Beziehungen berücksichtigt. Zu den zentralen Maßnahmen der Prävention zählen bei Porsche die Verabschiedung und Kommunikation ­verbindlicher Vorgaben, das Angebot ­einer vertraulichen Beratung sowie die risiko­orientierte Schulung und Information der ­Führungskräfte und Mitarbeiter zu relevanten Compliance-Themen. Auf der obersten ­Vor­gabenebene fassen die Verhaltensgrundsätze die wichtigsten Vorgaben für Porsche gemäß dem Geschäftsmodell zusammen. Sie dokumentieren die ­Erwartungen an die ­Führungskräfte und ­Mitarbeiter zur Übernahme von ­Verantwortung für Compliance als Mitglied der Gesellschaft, als Geschäftspartner und am ­Arbeitsplatz. ­Darüber hinaus werden die ­Vorgaben – beispielsweise zur Vermeidung von Korruption oder Kartellrechtsverstößen, zum Umgang mit Interessenkonflikten und Zuwendungen oder zur Geldwäscheprävention – in Richtlinien ­geregelt. Um regelkonformes ­Verhalten dauerhaft sicherzustellen und zu fördern, werden ­Führungskräfte sowie Mitarbeiter risikoorientiert informiert und geschult.

Der zentrale Compliance Help Desk von Porsche dient unternehmensintern als eta­blierte Anlauf- und Beratungsstelle für Führungskräfte und Mitarbeiter. Hier werden nicht nur sämtliche Fragen zu Compliance-Themen kompetent beantwortet. Der Compliance Help Desk nimmt auch begründete Hinweise auf (potenzielle) Rechtsverstöße, wie etwa Straftaten und schwere Unregelmäßigkeiten, vertraulich entgegen. Extern steht Führungskräften, Mitarbeitern, Kunden oder Geschäftspartnern von Porsche sowie Amtsträgern oder sonstigen Außenstehenden ein Ombudsmann-System zu Verfügung, an das Hinweise auf Rechtsverstöße mit Porsche-Bezug ­anonym gemeldet werden können. Allen ein­gegangenen Hinweisen wird sorgfältig ­nachgegangen. Auf festgestellte Verstöße wird unter Einhaltung der arbeits- und mitbe­stimmungsrechtlichen Vorgaben angemessen reagiert. Dies umfasst auch die Einleitung ­geeigneter Gegenmaßnahmen und die Sanktionierung individuellen Fehlverhaltens. Dem Vorstand der Porsche AG wird regelmäßig zum Umsetzungsstand der Compliance-Organi­sation und der präventiven sowie reaktiven Maßnahmen im Porsche-Konzern berichtet.

Compliance-Schulungen

Compliance-Schulungen unterliegen der ­Verantwortung der Compliance-Themenverantwortlichen in Zusammenarbeit mit dem Personalbereich. Zum Zeitpunkt der Bericht­erstattung werden überwiegend Präsenz­schulungen durchgeführt. Darüber hinaus ­werden webbasierte Trainings für die Themen „Technische Konformität” und „Datenschutz” ­angeboten. Es ist geplant, das Angebot an ­E-Learning-Trainings sukzessive um weitere Compliance-Themen zu erweitern.

Die Compliance-Themenverantwortlichen schulen auf Grundlage einer themenspezi­fischen Schulungsplanung. Diese legt risiko­orientiert die relevanten Zielgruppen und ­inhaltlichen Schwerpunkte fest und regelt ­organisatorisch die Anzahl der Veranstaltungen, Frequenz und Kapazitätsbedarfe. Feststehende Schulungsformate gibt es für (neue) Führungskräfte, Nachwuchsführungskräfte, neue ­Mitarbeiter und Trainees. Zusätzlich werden Schwerpunktschulungen zu ausgewählten Themen und mit bestimmten Zielgruppen durchgeführt.

Ein Beispiel: Compliance ist seit Neustart des Porsche-Nachwuchsführungskräfte-­Programms (PE-Programm) im Jahr 2018 mit verschie­denen Schulungsformaten und ­-themen in ­Präsenz- und Online-Modulen ­vertreten. Im Online-­Modul erhalten die Teilnehmer des PE-Programms ­einen Überblick über Compliance-­Kultur, ­-Management und -Vorgaben sowie die Verhaltensgrund­sätze. Durch die Präsentation per Skype for ­Business können die Teilnehmer live an einer Multiple-Choice-Fragerunde teilnehmen und am Ende ihre Fragen stellen. In den Präsenzveranstaltungen werden alle Compliance-Themen wie Anti-Korruption, Geldwäschep­rävention oder Kartellrecht von den jeweiligen Compliance-Themenverantwortlichen vor­gestellt. Die Schulungsformate reichen vom Vortrag über Case Studies bis hin zur Lösung von Praxisfällen im Rahmen von Gruppen­arbeiten mithilfe eines Brettspiels.

Neue Mitarbeiter werden im Rahmen der meist monatlich stattfindenden „Porsche Warm Up-Grundlagenveranstaltung“ mit der Porsche-spezifischen Compliance-Kultur vertraut ­gemacht. Kern der Veranstaltung ist das so­genannte „World Café“. Hier setzen sich die neuen Mitarbeiter intensiv mit den Verhaltensgrundsätzen sowie grundlegenden Vorgaben zur Vermeidung von Korruption anhand von vorgegebenen Fragen auseinander und ­präsentieren ihre gefundenen Lösungen vor großem Publikum. Daneben rundet die ­Präsentation des Compliance-Imagefilms und die Vorstellung der wichtigsten Vorgaben und Erwartungen an die Mitarbeiter die Einführung zum Thema Compliance bei Porsche ab.

Alle Compliance-Schulungen bei Porsche sind verbindlich. Der Schulungsfortschritt der Compliance-Themenverantwortlichen wird unterjährig kontrolliert und der finale Schulungsstatus wird sowohl im Compliance ­Council als auch dem Vorstand und Aufsichtsrat berichtet. Darüber hinaus wird seit Anfang des Jahres 2018 die Teilnahme an Compliance-Schulungen in der Weiterbildungshistorie der Mitarbeiter archiviert.

Mitarbeiterinformation

Weitergehende Informationen zum Schulungsangebot der Compliance-Themenverant­wortlichen finden Porsche-Mitarbeiter im ­Intranet. Neben den relevanten Konzern- und Gesellschaftsrichtlinien sind Informationen zu Ansprechpartnern, Möglichkeiten zur ­in­ternen und externen Hinweisabgabe sowie ­zahlreiche Kommunikationsmedien wie ­Compliance-Filme, Flyer, Handkarten und Checklisten hinterlegt.

Verhaltensgrundsätze

Ende 2017 wurden die Verhaltensgrundsätze des VW-Konzerns bei Porsche eingeführt. Die Leitlinie regelt umfassend die Verantwortung der Mitarbeiter für Compliance:

– Als Mitglied der Gesellschaft: Menschenrechte; Chancengleichheit und Gleichbehandlung; Produktkonformität und -sicher­heit; Umweltschutz; Spenden, ­Sponsoring und Wohltätigkeit; Kommunikation und ­Marketing; politische Interessenvertretung

– Als Geschäftspartner: Interessenkonflikte; Geschenke, Bewirtungen und Einladungen; Korruptionsverbot; Umgang mit Amts- und Mandatsträgern; Verbot von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung; Buchführung und Finanzberichterstattung; Steuern und Zölle; fairer und freier Wettbewerb; ­Beschaffung; Exportkontrolle; Verbot von ­Insidergeschäften

– Am Arbeitsplatz: Arbeitssicherheit und ­Gesundheitsschutz; Datenschutz; Sicherheit und Schutz von Informationen, Wissen und geistigem Eigentum; IT-Sicherheit; Umgang mit Unternehmensvermögen. Beispiele aus dem Arbeitsalltag veranschaulichen ­jedes Thema.

Hinzu kommt ein Selbsttest als Entscheidungshilfe in Zweifelsfragen. Die Implementierung der Verhaltensgrundsätze umfasst die ­Ver­öffentlichung in Intra- und Internet, die ­Weiterleitung per E-Mail an alle Mitarbeiter, die Vorstellung in Schulungs- und Infor­mationsveranstaltungen sowie die Verteilung der Broschüre an neue Mitarbeiter im ­Rahmen der Begrüßungsveranstaltung am ersten ­Arbeitstag.

Nach den Standards der Global Reporting ­Initiative deckt Porsche das Thema ­„Compliance“ durch die folgenden Angaben ab: GRI 205: Korruptionsbekämpfung, GRI 206: Wettbewerbswidriges Verhalten, GRI 307: Umwelt-Compliance, GRI 419: ­Sozioökonomische Compliance.

Politischer Dialog

Für Porsche ist es wichtig, an Lösungen bestehender und zukünftiger gesellschaftlicher, ökologischer und ökonomischer Herausforderungen mitzuwirken. Darum engagiert sich Porsche auch in der Verbandsarbeit, um die Interessen des Unternehmens und seiner Mitarbeiter zu vertreten und entsprechendes Fachwissen einzubringen. Alle Unternehmensaktivitäten in diesem Bereich erfolgen entsprechend den Grundsätzen der Offenheit, der Nachvollziehbarkeit und der Verantwortlichkeit und stehen im Einklang mit bestehenden gesetzlichen Bestimmungen. Neutralität im Umgang mit politischen Parteien und Interessengruppen ist dabei selbstverständlich, ebenso wie ein zentral koordinierter, offener und transparenter Dialog mit Politik und Gesellschaft. Die folgende Auflistung zeigt eine Auswahl der Mitgliedschaften von Porsche in Zusammenschlüssen und Verbänden:

Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA)

Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie e. V. (LVI)

Südwestmetall

Industrie- und Handelskammer (IHK) Stuttgart 

Gesellschaft zur Förderung des Instituts für Weltwirtschaft

American Chamber of Commerce in Germany (AmCham Germany)

Neue Antriebs- und Mobilitätskonzepte sowie ökologische Themen haben in den letzten Jahren zunehmend an Relevanz gewonnen. Als lokal verankertes und global agierendes Unternehmen engagiert sich Porsche deshalb in einer Reihe von Initiativen, die eine Förderung dieser wichtigen Themen zum Ziel haben. Hierzu zählen zum Beispiel der von der Landesregierung angestoßene „Strategiedialog Automobilwirtschaft Baden-Württemberg“, das „Bündnis für Luftreinhaltung“ der großen öffentlichen und privaten Arbeitgeber in der Region Stuttgart, sowie die „Plattform Urbane Mobilität“.

Das Porsche Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen befindet sich am Rande eines großstädtischen Ballungsgebietes. Porsche sucht daher den direkten und nachbarschaftlichen Dialog mit den Anwohnern. Auch mit Behörden und Politik steht Porsche im Austausch, um mit allen Beteiligten einen offenen und transparenten Informationsfluss bei Bauvorhaben und Maßnahmen zu gewährleisten. Seit Januar 2015 erscheint die Porsche-Anwohnerzeitung „targa“ mit Informationen zum Stand der Bauplanungen, mit Hintergrundinformationen zum Projekt des ersten rein elektrisch betriebenen Sportwagens, dem Taycan, und zur entsprechenden Weiterentwicklung des Stammwerkes. Seit März 2017 informiert Porsche im Rahmen von Informationsveranstaltungen regelmäßig die Nachbarn aus erster Hand über den Projektverlauf. Zusätzlich stellt das Unternehmen auf einer Projektwebsite Informationen rund um das Vorhaben bereit. An der Praxis des regelmäßigen, transparenten und offenen Dialoges hält Porsche fest und bietet mit der eingerichteten E-Mail-Adresse „nachgefragt@porsche.de“ eine Anlaufstelle für die Anliegen der Anwohner.