Nachhaltigkeitsgrundsatz

Porsche entwickelt hochwertige, innovative und langlebige Produkte. Mit jeder neuen ­Modellgeneration setzt Porsche bei Qualität, Umweltverträglichkeit und Sicherheit ­konsequent neue Maßstäbe über den gesamten Lebenszyklus aller Fahrzeuge hinweg.

Das Handlungsfeld „Produktverantwortung“ umfasst die in der Wesentlichkeitsanalyse 2017 identifizierten Themen „Fahrzeugsicherheit“, „Kraftstoffverbrauch und Emissionen der Fahrzeuge“, „Material und nachhaltige Werkstoffe“ sowie „Neue Mobilitätskonzepte“. Sie sind geprägt von klar definierten Prozessen und Kompetenzen sowie transparenten ­Evaluierungsverfahren.

Fahrzeugsicherheit

Fahrzeugsicherheit hat für Porsche höchste Priorität. Dabei steht insbesondere die ­Sicherheit der Insassen an oberster Stelle. ­Darüber hinaus spielt auch der sogenannte Partnerschutz, also die Sicherheit aller ­Verkehrsteilnehmer, eine wichtige Rolle. Die Porsche-Stakeholder messen der Fahrzeugsicherheit ebenfalls eine überragende ­Bedeutung zu. Bei der Nachhaltigkeits­befragung im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse 2017 nannten sie das Thema an ­erster ­Stelle – nicht zuletzt wegen seiner ­öko­nomischen Relevanz und der sozialen ­Bedeutung.

Bereits bei der Entwicklung innovativer und moderner Fahrzeuge ist die Sicherheit für Porsche ein maßgebliches Kriterium. Neben der Unfallvermeidung – etwa durch Assis­tenzsysteme wie ABS, ESP oder die automatische Notbremsung – gehört die Minderung von ­Unfallfolgen für die Insassen zu den Hauptzielen. Dazu wird in der Entwicklungsphase eines neuen Modells zunächst das ­Deformationsverhalten der Karosserie für eine Vielzahl von Frontal-, Seiten und Heckauf­prallarten genau eingestellt. Außerdem kommt ein intelligentes Rückhaltesystem aus Airbags und Sicherheitsgurten zum Einsatz. Die Effektivität der Sicherheitssysteme wird mit Crashversuchen überprüft. Dabei lässt man das gesamte Fahrzeug kontrolliert gegen ein Objekt – etwa eine Wand – prallen. Dabei kommen Crash-Test-Dummies mit Sensoren zum Einsatz, die eine Bewertung der mög­lichen Verletzungen der Insassen erlauben. Hierbei sind biomechanische Grenzwerte ­einzuhalten, die zum Beispiel eine maximale ­Beschleunigung oder Verzögerung des ­Kopfes vorschreiben.

Neben der Durchführung von Gesamtfahrzeugcrashversuchen wird im Rahmen der Ent­wicklung mit Komponentenversuchen und Computersimulationen das Gesamt­system Fahrzeug und dessen Verhalten in ­einem ­Aufprall abgestimmt und bis zur Serienreife ständig weiter verbessert. Die dabei zugrunde liegenden Anforderungen definiert die Porsche-Sicherheitsstrategie. Sie erfüllt nicht nur die weltweit geltenden gesetzlichen Regelungen in vollem Umfang, sondern auch unternehmensinterne Anforderungen. Diese gehen über die gesetzlichen Grenzwerte hinaus und er­weitern das Lastfallportfolio deutlich gegenüber den Gesetzes­lastfällen. So kann weltweit sichergestellt werden, dass sowohl der Fahrer und weitere Insassen als auch andere Verkehrsteilnehmer bei einem Unfall einen für Porsche typischen hohen Schutz erhalten.

Die Vision beim Thema Fahrzeugsicherheit ­besteht in der generellen Unfallvermeidung. Daher werden vorausschauende Systeme­ ­konsequent weiterentwickelt. So wird die Fahrzeugsicherheit bei Porsche auch künftig einen wichtigen Beitrag zur generellen ­Sicherheit des Straßenverkehrs leisten.

Nach den Standards der Global Reporting ­Initiative ist das Thema „Fahrzeugsicherheit“ im vorliegenden Bericht durch die Angabe GRI 416: Kundengesundheit und Kunden­sicherheit abgedeckt.

Kraftstoffverbrauch und Emissionen der Fahrzeuge

Elektrifizierung und Digitalisierung führen zu einem Systemumbruch im Automobilbau. Porsche nimmt diese Herausforderung entschlossen an. Das Unternehmen baut Sportwagen, die vermeintliche Gegensätze wie ­Tradition und Innovation, Performance und ­Alltagstauglichkeit, Funktionalität und Design sowie Exklusivität und soziale Akzeptanz zu ­einer Einheit verbinden.

Eine Schlüsselrolle spielen Kraftstoffverbrauch und Fahrzeugemissionen. Sie werden von den Stakeholdern in der Wesentlichkeitsana­lyse 2017 nach der Fahrzeugsicherheit als zweitwichtigste Themen genannt. Auch unternehmensintern wird die Wesentlichkeit für Porsche bestätigt: Kraftstoffverbrauch und Fahrzeugemissionen sind wichtige Punkte mit Blick auf die Geschäftsrelevanz – mit erheb­lichen ökologischen und sozialen Auswirkungen. Kontinuierliche Effizienzsteigerung, ­Entwicklung alternativer Antriebstechnologien, sinkender Kraftstoffverbrauch und weniger Emissionen – für Porsche ist ressourcen­schonende und umweltverträgliche Mobilität ein übergeordnetes strategisches Ziel.

Neben vielfältigen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung – von Leichtbau über Technologien zur weiteren Optimierung konventioneller ­Verbrennungsmotoren bis hin zum Einsatz intelligenter Assistenzsysteme – setzt Porsche verstärkt auf die Hybridisierung und volle ­Elektrifizierung der Modellpalette. „Elektro­mobilität“ und „Fahrzeugarchitektur der ­Zukunft“ sind daher Eckpunkte der Porsche Strategie 2025. Der Taycan als erster rein elektrisch ­betriebener Porsche definiert den Sport­wagenbau in puncto Leistung, Fahr­dynamik und Reichweite neu.

Verbrauchsoptimierung ist die eine Seite ­ressourcenschonender Mobilität, die Verringerung von Schadstoffen die andere. Moderne ­Ab­gasnachbehandlungssysteme reduzieren Emissionen. Dies gilt ungeachtet der aktuellen Diskussionen rund um den Dieselmotor. Im Berichtsjahr holte Porsche seit Ende Oktober 2018 die Fahrzeuge des Typs Macan 3,0-Liter-­V6-Diesel der Emissionsklasse Euro 6 zum Software-Update in die Werkstätten, da Un­regelmäßigkeiten in der Motorsteuerungssoftware festgestellt wurden. Daraufhin hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im Juli 2018 eine Umrüstung durch ein Software-Update im Rahmen eines Rückrufs angeordnet. Am 1. August 2018 hat die Behörde das von Porsche zur Prüfung vorgelegte Software-Update für Fahrzeuge des Typs Macan 3,0-Liter-V6-Diesel der Emissionsklasse Euro 6 freigegeben.

Bereits im Vorjahr hatte Porsche Fahrzeuge des Typs Cayenne 3,0-Liter-V6-Diesel der Emissionsklasse Euro 6 für Deutschland ­zurückgerufen. Es waren Unregelmäßigkeiten in der Motorsteuerungssoftware dieser Fahrzeuge festgestellt worden. Das KBA hatte eine Umrüstung durch ein Software-Update im Rahmen eines Rückrufs angeordnet. Mitte ­Oktober 2017 gab das KBA das von Porsche zur Prüfung vorgelegte Software-Update für Fahrzeuge des Typs Cayenne 3,0-Liter-­V6-Diesel der Emissionsklasse Euro 6 frei. Porsche holte seitdem die betroffenen Fahrzeuge zum kostenfreien Software-Update in die Werkstätten.

Im Berichtsjahr hat das KBA Porsche für die Fahrzeuge vom Typ Cayenne 4,2-Liter-V8-Diesel (Euro 5 und Euro 6) und Panamera 4,0-Liter-V8-Diesel (Euro 6) jeweils Bescheide über einen Rückruf erteilt. Nach Genehmigung der technischen Lösung werden die Fahr­zeughalter von den zuständigen Porsche-Partnern kontaktiert.

Porsche richtet seine Produktpalette konsequent an den Wünschen seiner Kunden ­aus und strebt dabei eine technologische Spitzenposition an. Die Nachfrage nach Diesel­modellen ist rückläufig. Traditionell spielt der Diesel bei Porsche eine untergeordnete Rolle: 2017 lag der Dieselanteil nur bei zwölf Prozent. Gleichzeitig steigt das Interesse an Hy­brid­modellen enorm. Beispielsweise werden beim Panamera in Europa 63 Prozent der ­Fahrzeuge mit Hybridantrieb ausgeliefert. Seit Fe­bruar 2018 hat Porsche keine Dieselmodelle mehr im Portfolio. Ende September 2018 hat sich das Unternehmen entschieden, endgültig ­keinen Dieselantrieb mehr anzubieten.

Nach den Standards der Global Reporting ­Initiative ist das Thema „Kraftstoffverbrauch und Emissionen der Fahrzeuge“ grundsätzlich durch die Angabe GRI 305: Emissionen ab­gedeckt. Die für diesen Indikator notwendigen Zahlen beziehen sich im vorliegenden Bericht jedoch ausschließlich auf Emissionen, die im Produktions- und Verwaltungsbetrieb ent­stehen. Daher werden stattdessen die ­Verbrauchs- und Emissionsangaben für alle Fahrzeugmodelle berichtet.

Material und nachhaltige Werkstoffe

Für eine moderne und zukunftsfähige Fahrzeugarchitektur spielen Materialien und ­nachhaltige Werkstoffe eine entscheidende Rolle. Auch die im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse 2017 befragten Porsche-Stakeholder stufen das Thema als relevant ein.

Die Langlebigkeit der Porsche-Sportwagen, ihre hochwertige Verarbeitung und der ­Einsatz verschleißarmer Materialien sind Teil des ­Porsche-Prinzips. Das Unternehmen ­berücksichtigt die Umweltauswirkungen eines ­Fahrzeugs zunehmend über den gesamten ­Lebenszyklus hinweg – von der Rohstoff­gewinnung über die Herstellung und Nutzung bis hin zur Verwertung. Ziel ist ein ökologisches Gesamtoptimum. 

Elektrofahrzeuge schonen zwar im Fahrbetrieb die Umwelt und leisten damit einen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in Ballungs­zen­tren. Allerdings steigen die Belastungen in der Herstellung durch die eingesetzten Rohstoffe und Fertigungsverfahren, zum Beispiel für Traktionsbatterien. Gemeinsam mit seinen Zulieferern arbeitet Porsche daher konti­nuierlich an Verbesserungen in der Batterieherstellung, um den Ressourceneinsatz weiter zu reduzieren ­sowie die Energiedichte und die Leistungsintensität zu erhöhen. Dazu ­wurde im Berichtsjahr der „Arbeitskreis Batterierecycling“ initiiert. Hier geht Porsche der wichtigen Frage nach, was mit Batterien ­passiert, die wegen nachlassender Leistung nicht mehr im Fahrzeug verwendet werden können. Informationen und Projekt­ergebnisse aus den Fachabteilungen werden ­analysiert, die im Arbeitskreis ausgearbeiteten Empfehlungen dem Porsche-Konzern vorgestellt und um­gesetzt. Im Bereich Aftersales läuft parallel ein Pilotprojekt, in dem ehemalige Traktions­batterien in einem Second-Life-Konzept als ­Energiespeicher Wiederverwendung finden. So kann ein wichtiger Beitrag zu zukünftiger ­Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit ­geleistet werden.

Die optimale, umweltgerechte Fahrzeugherstellung bleibt für Porsche eine permanente Aufgabe. Dies gilt selbstverständlich auch für die Auswahl nachhaltiger Werkstoffe und die Betrachtung des jeweiligen Lebenszyklus. Mit beiden Themen setzt sich das Unter­nehmen im Rahmen der Strategie 2025 kritisch auseinander. Umweltaspekte sollen ­daher bereits verstärkt in der Vorentwicklung erfasst und frühzeitig bei der Projektvergabe berücksichtigt werden. Außerdem arbeitet man daran, Projektverantwortliche weiter für ökologische Themen zu sensibilisieren. Auch das Recycling von aufwendig gewonnenen und verarbeiteten Rohstoffen wird ­weiter vorangetrieben. 

Im vorliegenden Bericht ist das Thema ­„Material und nachhaltige Werkstoffe“ nach den Standards der Global Reporting Initiative durch die Angabe GRI 301: Materialien ab­gedeckt. Gemessen und berichtet wird diese anhand des jährlichen Materialverbrauchs.

Neue Mobilitätskonzepte

Urbanisierung, zunehmender Wohlstand, eine weltweit steigende Mobilität und die damit einhergehende höheren Umweltbelastungen lösen eine Innovations- und Marktdynamik zur Anpassung des Automobils und seiner Nutzung aus. Sie führen zu einer Diversifizierung bei den Antriebskonzepten hin zu hocheffi­zienten und alternativen Varianten. Aber auch neue, attraktive Mobilitätskonzepte werden zunehmend entwickelt und erforscht. Digitalisierung und Konnektivität wie auch der Wunsch der Kunden nach mehr Flexibilität und Nachhaltigkeit beschleunigen den Wandel. In der Wesentlichkeitsanalyse 2017 unterstreichen die Porsche-Stakeholder die große Bedeutung dieses Umbruchs. 

Porsche entwickelt innovative Produkte und Dienstleistungen für die Gestaltung einer ­flexiblen sowie komfortablen Mobilität. Dabei geht es unter anderem um innovative Lösungen für das Parken, die bedarfsgerechte ­Fahrzeugnutzung, die nahtlose Anbindung des Fahrzeugs an andere Verkehrsmittel und die bestmögliche Nutzung von Elektrofahrzeugen durch optimierte Ladeangebote. Agile und ­interdisziplinäre Teams erarbeiten Modelle, die sich vor allem an den neuen Anforderungen der Kunden orientieren. Dies wird durch eine enge Kooperation der Unternehmensressorts, eine offene Informationspolitik sowie das ­frühe Pilotieren und Einbinden der Anspruchsgruppen sichergestellt.

Ein weiterer Schwerpunkt sind Mobilitätsange­bote für Mitarbeiter. Im Rahmen eines ressortübergreifenden Projekts untersucht Porsche, mit welchen Maßnahmen die ­Verkehrssituation an den Unternehmensstand­orten und die ­Mobilität der Belegschaft nachhaltig verbessert werden können. Dies gilt besonders für das im städtischen Umfeld gelegene Stammwerk in Zuffenhauen. Dort erhalten die ­Mitarbeiter unter anderem einen monatlichen Zuschuss für das Firmen­ticket des öffent­lichen Nahverkehrs. Auch die Parksituation am Standort und die Mobilität auf dem Werksgelände wurden bereits deutlich verbessert. Den täglichen Lieferverkehr steuert Porsche so effizient wie möglich: In der Logistik kommen deshalb schon heute drei Erdgas-Lkw, ein ­E-Hybrid-Lkw und zwei E-Lkw zum Einsatz.

Um Mobilität zukunftsfähig zu gestalten und Smart Citys Realität werden zu lassen, verknüpft Porsche zudem attraktive Mobilitäts­angebote, fachliche Kompetenz und digitale Lösungen. So hat Porsche im Berichtsjahr ­gemeinsam mit der PTV Group, dem Weltmarktführer in der Entwicklung intelligenter Softwarelösungen und integrierter Verkehrskonzepte, im Modellgebiet Ludwigsburg ­Maßnahmen für die Verflüssigung und Verlagerung des Verkehrs untersucht. Dazu zählten innovative Ansätze wie zum Beispiel eine ­veränderte Verkehrsführung, die Verlagerung hin zum ÖPNV oder die Stärkung des innerstädtischen Radverkehrs.

In einer von Porsche geförderten Kooperation mit der Stadt Stuttgart hat die Porsche ­Consulting zudem die Straßenbaustelle „Am Kräherwald“ optimiert. Ziel war eine erheb­liche Beschleunigung des Bauprojekts im ­Vergleich zu einem im Jahr 2017 bearbeiteten Straßenabschnitt. Die Porsche-Tochter hat ­dabei ein neues System zur Planung und ­Steuerung der Baustelle eingeführt, was zu ­einer Beschleunigung der Bauzeit um mehr als 80 Prozent führte und damit weniger Stau und Emissionen zur Folge hatte.