Die 24 Stunden von Le Mans sind für Teams, Fahrer und Fans Höhepunkt der Langstreckensaison. Bei der 86. Auflage in der Saison 2018 feierte Porsche die Klassensiege Nummer 106 und 107. Zum Abschluss der Super Season der Sportwagen-Weltmeisterrschaft (WEC) 2018/2019 treten im Juni 2019 erneut vier Porsche 911 RSR in der Kategorie GTE-Pro an. Beim Höhepunkt in Frankreich steht Porsche bereits als Hersteller-Weltmeister fest. Die Werksfahrerduos Kévin Estre/Michael Christensen und Gianmaria Bruni/Richard Lietz werden in Le Mans die Entscheidung über den Fahrer-WM-Titel unter sich ausmachen.

Mythos Le Mans

Der 24-Stunden-Marathon wurde 1923 zum ersten Mal im französischen Département Sarthe, zirka zwei Autostunden westlich von Paris, ausgetragen. Die Piloten mussten damals pro Runde noch 17,3 Kilometer zurücklegen, in den 1930er-Jahren wurde die Strecke gekürzt und ist heute 13,626 Kilometer lang. Die größte Änderung erfolgte 1990, als auf der fast fünf Kilometer langen Hunaudières-Geraden zwei Schikanen eingebaut wurden. Der Top-Speed der Prototypen verringerte sich dadurch von knapp über 400 km/h auf rund 340 Kilometer pro Stunde, der Vollgasanteil liegt in Le Mans bei rund 75 Prozent.

Bei den 24 Heures du Mans fahren die Piloten über einen der wenigen Straßenrennkurse der Welt. Ein Teil der Strecke besteht aus Landstraßen, über die normalerweise der Autoverkehr von Le Mans in Richtung Tours rollt. Die Fahrer müssen sich auf unterschiedliche Fahrbahnbeläge einstellen, was vor allem bei Regen eine große Herausforderung ist. Den Mythos Le Mans beschreibt Timo Bernhard so: „Ich habe einen Riesenrespekt vor dieser Strecke. Wichtig ist es in Le Mans, schnell den Rhythmus zu finden, seinen Speed zu optimieren und keine Fehler zu machen. Aber man kann Le Mans nicht kontrollieren, vor allem nicht nachts, wenn die Rundenzeiten noch einmal schneller werden oder plötzlich Regen einsetzt. Le Mans passiert einfach, es ist wie Magie.“

Porsche erfolgreichster Hersteller

Im Jahr 1970 startete Porsche seinen Siegeszug in Le Mans, als Hans Herrmann und Richard Attwood mit einem 917 Kurzheck zum ersten Mal erfolgreich waren. Ein Jahr später sorgte Jackie Oliver für einen Paukenschlag. Der Brite umrundete mit dem Porsche 917 Langheck Coupé den damals 13,469 Kilometer langen Kurs in 3:13,9 Minuten und stellte mit einem Schnitt von 250,069 km/h einen fantastischen neuen Streckenrekord auf.

Porsche-Kundenteams feierten 2008 mit dem LMP2-Sportprototypen RS Spyder einen Doppelsieg in ihrer Klasse. Auch 2009 gewann der wendige Kohlefaser-Renner aus Weissach und holte sich dank seiner herausragenden Gesamteffizienz auch noch die Umweltwertung Michelin Green X Challenge.

Mit zwei Klassensiegen setzte Porsche 2013 die Le-Mans-Erfolgsgeschichte fort. Der 911 RSR gewann mit den Werksfahrern Romain Dumas, Marc Lieb und Richard Lietz in der Klasse GTE-Pro. Das Schwesterauto mit Jörg Bergmeister, Timo Bernhard und Patrick Pilet am Steuer machte mit dem zweiten Platz den Doppelerfolg perfekt. Das Kundenteam IMSA Matmut Racing mit den Piloten Raymond Narac, Christophe Bourret und Jean-Karl Vernay im Cockpit triumphierte in der Klasse GTE-Am. Der US-Schauspieler und Rennfahrer Patrick Dempsey schrammte 2015 nur knapp am Sieg vorbei und belegte zusammen mit Patrick Long und Marco Seefried im 911 RSR den zweiten Platz in der Klasse GTE-Am.

2018 holte Porsche in Le Mans die Klassensiege Nummer 106 und 107: Kévin Estre, Michael Christensen und Laurens Vanthoor gewannen vor ihren Teamkollegen Gianmaria Bruni, Richard Lietz und Frédéric Makowiecki in der Wertung GTE-Pro für Werkssfahrzeuge. In der Kundensport-Klasse GTE-Am siegte der 911 RSR des Teams Dempsey Proton Racing mit den Porsche-Junioren Matt Campbell, Julien Andlauer sowie dem aktuellen Porsche-Cup-Gewinner Christian Ried.

Hattrick in der Königsklasse

Die Rückkehr in die Topklasse der 24 Stunden von Le Mans krönte Porsche 2015 mit einem eindrucksvollen Sieg. Die Rookie-Besetzung mit Earl Bamber, Nico Hülkenberg und Nick Tandy überquerte mit dem 919 Hybrid nach einer fehlerfreien Fahrt als Erste die Ziellinie. Der Wagen war mit seinem hochmodernen Down­sizing-Turbomotor und zwei Energierückgewinnungssystemen auch ein rasantes Forschungslabor für die maximale Effizienz zukünftiger Straßensportwagen. Auch im folgenden Jahr war der Porsche 919 Hybrid mit Neel Jani, Romain Dumas und Marc Lieb beim 24-Stunden-Klassiker erfolgreich. 2017 machten Brendon Hartley, Earl Bamber und Timo Bernhard mit dem 19. Gesamtsieg von Porsche auf dem Circuit des 24 Heures den Hattrick perfekt.

Maximaler GT-Werkseinsatz in Le Mans

Bei der 87. Auflage des 24-Stunden-Rennens in Le Mans zum Abschluss der WEC-Saison 2018/2019 geht Porsche wie bereits im Vorjahr mit vier Werksautos an den Start. Das Cockpit der Startnummer 91 teilen sich Gianmaria Bruni, Richard Lietz und Frédéric Makowiecki. In der Nummer 92 sitzen die Vorjahressieger Kévin Estre, Michael Christensen und Laurens Vanthoor am Steuer. Die Nummer 93 wird mit Patrick Pilet, Nick Tandy und Earl Bamber besetzt sein. Im Auto mit der Startnummer 94 wechselt sich Werksfahrer Sven Müller mit den Porsche Young Professionals Mathieu Jaminet und Dennis Olsen ab.

Porsche-Gesamtsiege in Le Mans

Das Rennen 2019

Die Rennstrecke

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