Zwei mal zwei: Der 911 RSR auf Welttournee

Das Porsche GT Team begibt sich in der Saison 2019 auf die Jagd nach weiteren Erfolgen auf der weltweiten Bühne.

In der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC starten wie bereits in den Vorjahren zwei Porsche 911 RSR. Aufgrund der Umstellung des Rennkalenders der World Endurance Championship endet die laufende Saison mit den 24 Stunden von Le Mans 2019. Die neue Saison beginnt im September mit dem 4-Stunden-Rennen in Silverstone (Großbritannien). Anschließend folgt eine Weltreise von Japan über China, Bahrain, Brasilien, USA und Belgien bis zum Höhepunkt 24 Stunden von Le Mans 2020. Nach äußerst erfolgreichen Rennen in der Saison 2018/2019 sicherte sich das Porsche GT Team den Weltmeistertitel der Hersteller vorzeitig. Auch auf dem wichtigen Markt Nordamerika tritt Porsche erneut mit einem Werksteam gegen die Konkurrenz durch zahlreiche Hersteller an. Zwei Porsche 911 RSR sollen in der Saison 2019 der IMSA WeatherTech SportsCar Championship an die Erfolge des Vorjahres anschließen. Insgesamt stehen elf Rennen in den USA und Kanada auf dem Programm.

Vier gewinnt: Große Attacke beim Highlight in Le Mans

Auch bei der 87. Auflage der 24 Stunden von Le Mans wird Porsche mit vier 911 RSR in der hart umkämpften GTE-Pro-Kategorie angreifen. Dafür werden wie schon im Vorjahr die Werksfahrzeuge aus der Sportwagen-Weltmeisterschaft und der nordamerikanischen IMSA-Serie zu einem gemeinsamen Einsatz auf der 13,6 Kilometer langen Traditionsstrecke in Frankreich zusammengeführt. Nach dem Doppeltriumph 2018 ist die Zielsetzung eindeutig: Beim Langstreckenklassiker will Porsche einen weiteren Sieg einfahren. Zwölf Fahrer aus dem stark besetzten Porsche-Kader werden bei den 24 Stunden von Le Mans in den Werksautos agieren. In der Startnummer 91 wechseln sich Gianmaria Bruni, Richard Lietz und Frédéric Makowiecki ab. Die Vorjahressieger Kévin Estre und Michael Christensen, die in der Weltmeisterschaft in Führung liegen, teilen sich den Porsche 911 RSR mit der Startnummer 92 erneut mit Laurens Vanthoor. In der Startnummer 93 wechseln sich Earl Bamber, Patrick Pilet und Nick Tandy ab. Im Auto mit der Nummer 94 setzt Porsche auf die Youngster Sven Müller, Mathieu Jaminet und Dennis Olsen. Weitere Werksfahrer und Young Professionals kommen in baugleichen 911 RSR von Kundenteams in der GTE-Am-Kategorie zum Einsatz.

Bewährte Aufstellung in Nordamerika

Während die Werkseinsätze in der Sportwagen-Weltmeisterschaft vom deutschen Team Manthey-Racing durchgeführt werden, setzt Porsche in Nordamerika weiterhin auf die erfolgreiche Partnerschaft mit dem Team Core Autosport. In den beiden 911 RSR der GTLM-Klasse wechseln sich die Werksfahrer Nick Tandy und Patrick Pilet (Startnummer 911) sowie Earl Bamber und Laurens Vanthoor (Startnummer 912) ab. Bei den Langstreckenklassikern in Daytona, Sebring, Watkins Glen und auf der Road Atlanta ergänzen Werksfahrer Frédéric Makowiecki und Porsche Young Professional Mathieu Jaminet den Kader. In der GTD-Kategorie setzen Kundenteams die neueste Variante des Porsche 911 GT3 R ein. Der Sportwagen-Hersteller aus Weissach unterstützt die Kunden mit Werksfahrern und technischem Support.

Fritz Enzinger, Leiter Motorsport

Motoren und Rennsport sind seit Jahrzehnten seine Welt. Friedrich „Fritz“ Enzinger arbeitete viele Jahre in der Motorsportabteilung von BMW und sammelte dort unter anderem umfangreiche Erfahrungen in der Formel 1 – aber auch bei den 24 Stunden von Le Mans. 2011 wechselte der Österreicher zu Porsche und baute dort das LMP Team auf. Neue Gebäude, neues Personal, neues Fahrzeug.

Vier Jahre später erlebte er mit dem Porsche 919 Hybrid die ganz großen Erfolge: Den 17. Gesamtsieg für Porsche in Le Mans und den Gewinn von Hersteller- und Fahrertitel in der FIA Lang­strecken-Weltmeisterschaft WEC. 2016 gelang es unter seiner Ägide, den Triumph auf ganzer Linie zu duplizieren. 2017 verabschiedete sich das Porsche LMP Team mit einem weiteren Gesamtsieg in Le Mans und weiteren WM-Titeln von der Prototypenbühne. Der gebürtige Steirer, der in seiner Freizeit Islandpferde als Hobby hat, übernahm zum 1. Januar 2019 die Position Leiter Motorsport bei Porsche. Gleichzeitig koordiniert der 62-Jährige die Motorsportengagements des Volkswagen Konzerns.

Pascal Zurlinden, Gesamtprojektleiter GT Werksmotorsport

Technik und Motorsport: Diese Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch die beruflichen Stationen von Pascal Zurlinden. Der am 3. März 1982 geborene Franzose ist Automobilbau-Ingenieur und hat einen Master of Sciences in „Motorsport Engineering and Management“. Mit seiner Leidenschaft und Qualifikation für Renntechnik unterstützte Zurlinden bereits französische Rennteams, die DTM-Abteilung im Opel Performance Center sowie das Team Phoenix Racing. Technischer Leiter, Daten-, Test-, Simulations-, Renn- oder Strategie-Ingenieur: Zurlinden beherrscht ein breites Aufgabenspektrum.

2008 ging er für mehrere Jahre zu Audi Sport, wo er beispielsweise für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des technischen Einsatzes der DTM-Fahrzeuge zuständig war.

Seit 2014 ist der dreisprachige Ingenieur, der auch einen Schweizer Pass besitzt, bei Porsche im Entwicklungszentrum in Weissach. Dort arbeitete er zunächst als Test-Ingenieur und als Strategie-Ingenieur im LMP1-Projekt.

2017 übernahm er im GT-Bereich die Verantwortung für die „Balance of Performance“ und seit 2018 ist er Gesamtprojektleiter GT-Werksmotorsport. Unter seiner Leitung fuhr Porsche unter anderem prestigeträchtige Siege in Le Mans, Bathurst und in den nordamerikanischen Langstreckenrennen in Sebring und auf der Road Atlanta ein.