Produktion

Im Geschäftsjahr 2018 produzierte Porsche insgesamt 268.691 Sportwagen. Verglichen mit dem Vorjahr entspricht dies einer Stei­erung von rund fünf Prozent. Die Fahr­zeuge ­verteilen sich auf die Modellreihen 911, 718, ­Macan, Cayenne und Panamera. Die Sport­wagen der Modellreihen 911 (36.236 Ein­heiten) sowie 718 Boxster (12.515) und 718 Cayman (6.379) laufen in ­Zuffenhausen vom Band. Zusätzlich ­wurden am Mehr­markenstandort Osnabrück weitere 4.764 ­Einheiten des 718 Cayman ­gefertigt.
 
Am Produktionsstandort Leipzig entstandeninsgesamt 129.446 Fahrzeuge der Modell­reihen Macan (93.953) und Panamera (35.493 Einheiten). Dazu kamen 79.111 Einheiten der dritten Generation des Cayenne – das Fahrzeug wird am Standort ­Bratislava ­(Slowakei) produziert. In Zuffenhausen liefen zudem die ersten Vorserienfahrzeuge des Taycan vom Band (240 Einheiten).

2018 bewältigte Porsche erfolgreich vier ­Produktionsanläufe von neuen Modellen: Cayenne, 911 GT3 RS, Macan und die achte Generation der Sportwagenikone 911.
 

Produktionsvolumen
Produktionsvolumen Fahrzeuge


PRODUKTION IN ZUFFENHAUSEN

Der 911 ist unverändert das Herzstück der Produktpalette und trägt maßgeblich dazu bei, dass Porsche einer der profitabelsten ­Automobilhersteller der Welt ist. Das ­traditionsreiche Stammwerk in Stuttgart-­Zuffenhausen ist ein weiterer wesentlicher ­Erfolgsbaustein. Mit täglich 250 Einheiten ­laufen hier so viele Fahrzeuge vom Band wie niemals zuvor. Ein aus­geklügeltes Steuer­ungs- und Fertigungsprinzip erlaubt die Montage aller zweitürigen Sportwagen – 911, 718 Boxster und 718 Cayman – auf einer ­Fertigungslinie. Dank des hoch ­flexiblen Produktionssystems können in Zuffenhausen ­viele ­individuelle Kundenwünschen ­direkt im Rahmen der Serienfertigung erfüllt werden.

Im Berichtsjahr bestand eine besondere Herausforderung darin, nicht nur die zahlreichen Modellvarianten der Baureihen 718 und 911 zu bauen, sondern darüber hinaus auch die Produktion der achten 911-Generation hochzufahren. Dadurch liefen parallel zu den ­neuen 911-Modellen des Typs 992 auch die weiterhin angebotenen Varianten der Vor­gänger­generation – wie der 911 Turbo und die 911-GT-Modelle – vom Band.

Investition in die Zukunft: Produktionsstätte Taycan
Neben der Fertigung der traditionsreichen zweitürigen Sportwagenmodelle ist der Stammsitz geprägt vom Aufbruch in das Zeitalter der Elektromobilität: Im Berichtsjahr ­laufen die Vorbereitungen für den Produktionsstart des ersten rein elektrisch angetriebenen Sportwagens von Porsche auf Hochtouren. Bei laufendem Betrieb werden im Stammwerk die neuen Produktionsstätten für den ­Taycan errichtet.

Der Schritt in die Elektromobilität ist mit ­einer Gesamtinvestition in Höhe von sechs Milliarden Euro bis 2022 verbunden. Davon entfallen 700 Millionen Euro allein auf den Aufbau der Taycan-Fertigung in Zuffenhausen. Dazu wird nicht nur der bestehende Karosseriebau des Stammwerks erweitert. Es entsteht auch eine neue Lackiererei, eine E-Motoren- und Komponenten-Fertigung sowie ein ­neues Montagewerk.

Unter der Bezeichnung Porsche Produktion 4.0 setzt das Unternehmen auf eine vernetzte, transparente und moderne Fertigung. Zu den zahlreichen Innovationen, die mit dem Pro­duktionsstart des neuen Elektro-Porsche eingeführt werden, gehört auch die sogenannte ­Flexi-Line. Dabei werden die Fahrzeuge mit fahrerlosen Transport-Systemen (FTS) durch den Produktionsprozess geführt. Die Systeme kommen ohne den doppelten Hallenboden aus, den das traditionelle Fließband mit seinen Schubgliederplatten benötigt. Mit der Flexi-Line verbindet Porsche die Vorteile des klassischen Fließprinzips mit den Vorteilen einer wandlungsfähigen Montage. So lassen sich nicht nur die Gebäude deutlich variabler als bisher auslegen, sondern auch die Produktionsschritte. Das kommt sowohl der Ergonomie der Arbeitsplätze als auch der Qualität des Produkts und der Wirtschaftlichkeit zugute. Porsche ist der erste Automobilhersteller, der diese wegweisende Fertigungstechno­logie einsetzt.

Für die Taycan-Produktion stellt Porsche 1.200 neue Mitarbeiter ein. Diese müssen ­gewonnen, qualifiziert und in die Belegschaft integriert werden. Mit dem Produktionsstart des auf dem Mission E basierenden Modells Cross Turismo werden weitere 300 Mitarbeiter hinzukommen.

Motorenbau, Fahrwerksfertigung, Sattlerei
Für die V8-Verbrennungsmotoren, die in den Modellreihen Panamera und Cayenne zum ­Einsatz kommen, hat Porsche in ­Zuffenhausen eine Motorenfertigung eta­bliert. In unmittel­barer Nachbarschaft ist die Produk­tionsstätte der E-Maschinen für den Taycan angesiedelt. Auch die Fahrwerk­fertigung ­sowie die haus­eigene Sattlerei sind im Berichtsjahr in neue Räume gezogen: ­Moderne Methoden zur ­Materialanalyse und effizienten Verar­beitung ermöglichen es Porsche, mit dem ­Werkstoff Leder verantwortungsvoll um­zugehen und ­individuelle Kundenwünsche noch besser zu berücksichtigen.
 

PRODUKTION IN LEIPZIG

Zu den herausragenden Ereignissen am ­Porsche-Standort Leipzig zählte der Produk­tionsstart des neuen Macan, der gegenüber seinem Vorgänger in puncto Design, Komfort, Konnektivität und Fahrdynamik umfassend aufgewertet wurde. Im August verließ das erste Exemplar die Fertigung in Leipzig. Mit mittlerweile mehr als 86.000 Auslieferungen pro Jahr ist der 2014 eingeführte Macan das gefragteste Modell der Porsche-Produktpalette.

Plug-in-Hybride zunehmend beliebter
Bereits seit Februar 2018 produziert Porsche keine Fahrzeuge mit Dieselantrieb mehr. Diese liefen zuvor an den Standorten Leipzig und Bratislava vom Band – mit aus dem Konzernverbund bezogenen Dieselaggregaten. Im ­September 2018 gab Porsche dann das endgültige Ende der Dieselversionen von Macan, Cayenne und Panamera bekannt. Gleichzeitig wurden Hybridmodelle immer beliebter.

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NACHHALTIGKEIT

Zero Impact Factory
Porsche hat das Thema Nachhaltigkeit in seiner Produktionsstrategie verankert und verfolgt hier das Ziel einer Zero Impact Factory. Dahinter steht der umweltbewusste Ansatz, dass die Fahrzeugfertigung – inklusive der kompletten Wertschöpfungskette – keinerlei ökologischen Fußabdruck hinterlassen soll. Die Zero Impact Factory ist ein Gesamtbild, das sich aus zahlreichen Maßnahmen zusammensetzt.

Green Logistics
Auch in der Logistik wird die nachhaltige ­Planung und Steuerung im Rahmen der Green ­Logistics-Strategie im Berichtsjahr weiter ­vorangetrieben. Der strategische Ansatz zeichnet sich durch eine ganzheitliche Optimierung aus. Um die Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren und die logistischen Abläufe möglichst nachhaltig zu gestalten, wurden 2018 weitere Maßnahmen und Potenziale identifiziert, bewertet und umgesetzt. Dabei konzentrierte sich Porsche beispielsweise auf die ­Themenfelder Transport, Lagerung und Energiebewusstsein.

Auch mit Blick auf die steigende Verkehrs­belastung in den Ballungsräumen ist es Porsche wichtig, einen aktiven Beitrag zur ­Vermeidung von Emissionen zu leisten. So wurde der im Transportwesen eingesetzte Elektrofuhrpark im Berichtsjahr um zusätzliche Modelle erweitert. Im Werk Zuffenhausen ­kamen ein neuer ­E-Lkw und ein zusätzlicher ­E-Hybrid-Lkw zum Einsatz. Des Weiteren wird ein neuer, elektrisch angetriebener Transporter für Kurierfahrten zwischen den Standorten verwendet. Durch den Einsatz dieser elektrisch angetriebenen Fahrzeuge ist es dem Unternehmen möglich, 71 Tonnen CO₂ pro Jahr einzusparen. Damit setzt Porsche ein klares Zeichen dafür, die in der Logistik entstehenden Emissionen konsequent weiter zu minimieren.

Im Transportwesen konnten Verpackungs- und Füllmengen optimiert werden, wodurch sich das Transportvolumen verringerte. Damit ­wurden nicht nur die Kosten gesenkt, sondern jährlich auch CO₂-Emissionen vermieden: 22 Tonnen CO₂ am Standort Zuffenhausen und 26 Tonnen CO₂ am Standort Leipzig.

Weitere Verbesserungen in Sachen Nachhaltigkeit konnte Porsche beim Transport von Neufahrzeugen erzielen. So werden die zum Export bestimmten Modelle mit der Bahn an die ­Seehäfen transportiert. Da der Schienen-Güterverkehr zu 100 Prozent mit Naturstrom betrieben wird, sparte die Logistik insgesamt 6.194 Tonnen CO₂ pro Jahr ein.
 

Klimaneutral an die Verladehäfen

Bei der Lagerung von Teilen und Fahrzeugen setzt Porsche Leipzig auf nachhaltige, ressourcenschonende Verfahren und Anlagen. Ein ­Beispiel dafür ist das 2018 im Werk Leipzig errichtete automatische Kleinteilelager (AKL) mit etwa 54.000 Stellplätzen für Ladungs­träger. Durch stromsparende Shuttletechnik verringern sich die jährlichen CO₂-Emissionen im Vergleich zu herkömmlichen AKLs um 40 Prozent (676 Tonnen). Über eine verbesserte Lkw-Auslastung lässt sich die Anlieferfrequenz deutlich ­reduzieren, wodurch sich weitere CO₂-Einsparpotenziale ergeben.

Um den ganzheitlichen Ansatz tiefer zu ver­ankern, wurde ein Schulungsprogramm zu Green Logistics entwickelt. Ziel der Fortbildung ist es, bei den Mitarbeitern ein besseres Verständnis für nachhaltige Logistikprozesse zu schaffen. Die webbasierte Anwendung ist für alle Porsche-Mitarbeiter über die Lernplattform zugänglich und dauert rund 30 Minuten. Darüber hinaus schafft die Schulung auch Transparenz in Bezug auf aktuelle Projekte im Bereich nachhaltiger Logistik.
 

Automatisches Kleinteilelager

CO₂-Neutralität in der Produktion
Porsche strebt eine CO₂-neutrale Fertigung der Fahrzeuge an. Der Taycan wird mit gutem Beispiel vorangehen: Das Modell wird in den neu geschaffenen Anlagen am Standort Zuf­fen­hausen komplett CO₂-neutral produziert.

Bereits für die Fertigung der Modelle 911, 718 Boxster und Cayman, Macan, Cayenne und Panamera setzt Porsche seit zwei Jahren zu 100 Prozent auf Naturstrom aus rege­nerativen Quellen. Ein Biogas-Kraftwerk am Standort Zuffenhausen ergänzt künftig das umweltfreundliche Portfolio: Die städtische Anlage erzeugt Strom durch Fermentierung von Bioabfällen und optimiert so den ­Energiemix.

Porsche spart vielfältig Ressourcen
Bei Porsche ist der schonende Umgang mit Umwelt und Ressourcen in der Unternehmens­strategie fest verankert und über Richtlinien geregelt. Auch 2018 hat eine Vielzahl von Maßnahmen dazu beigetragen, verantwortungsvoll mit den Themen umzugehen. Darüber hinaus erzielen die Aktivitäten im Bereich Umweltschutz auch einen wirtschaftlichen Beitrag. Konkretes Beispiel sind verkürzte Heißtests auf Prüfständen, mit denen sich ­zugleich Kraftstoffeinsparungen erzielen lassen. Die Optimierung der ­Prüfstände und Anlagen liefert einen wert­vollen Beitrag zur Emissionsreduzierung. So ließ sich etwa eine Absaug­anlage für Schweißrauch im Rahmen von ­Servicearbeiten mit neuen, regelbaren Gebläsen ausrüsten. Die neue Technik ermöglicht einen Dauerbetrieb mit gerade einmal der Hälfte der zuvor benötigten Energie. Das ergibt eine ­Einsparung von über 441.000 kWh pro Jahr bei unveränderter Maximalsaugleistung. Aber nicht nur die ­Umwelt profitiert von der optimierten ­Anlage – sie verbessert auch die ­Arbeitsbedingungen vor Ort.

Vermeiden, reduzieren, kompensieren: ­CO₂-Emissionen ganzheitlich im Blick
Seit Ende November bietet das Unternehmen den Kunden mit Porsche Impact einen ­Emissionskalkulator an. Sie können so den laufleistungs- und fahrzeugspezifischen ­CO₂-Abdruck des eigenen Fahrzeugs im Blick behalten und kompensieren. Aus der Jahresfahrleistung ermittelt der Kunde den entsprechenden CO₂-Wert. Gleichzeitig erhält er ­Informationen, mit welchem finanziellen Beitrag er ein Klimaprojekt fördern kann, um ­seine CO₂-Emissionen zu kompensieren. Auch ­unternehmensintern kommt Porsche Impact zum Einsatz: Seit Ende November 2018 ­werden die CO₂-Emissionen des gesamten Fuhrparks neutralisiert. Das betrifft knapp 6.100 Fahrzeuge – zu denen auch die Motorsportmodelle gehören. Für einen Cayenne-­Firmenwagen der aktuellen Baureihe mit einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometer macht das beispielsweise 62,70 Euro im Jahr.
 

Verbrauchsangaben

Cayenne: Kraftstoffverbrauch kombiniert 9,2 – 9,1 l/100 km; CO2-Emission 210 – 207 g/km 2)
911 GT3 RS: Kraftstoffverbrauch kombiniert 12,8 l/100 km; CO2-Emissionen 291 g/km
Macan: Kraftstoffverbrauch kombiniert 8,1 l/100 km; CO2-Emission 185 g/km
911 Carrera S: Kraftstoffverbrauch kombiniert 8,9 l/100 km; CO2-Emission 205 g/km
911 Carrera 4S: Kraftstoffverbrauch kombiniert 9,0 l/100 km; CO2-Emission 206 g/km
911 Turbo: Kraftstoffverbrauch kombiniert 9,1 l/100 km; CO2-Emission 212 g/km