Mitarbeiter

Es sind die Menschen bei Porsche, die das ­Unternehmen so erfolgreich machen – mit ­ihrem Können, ihrem Einsatz und ihrer Leidenschaft. Sie bekennen sich konsequent zu den Werten und Zielen des Unternehmens.

Im Berichtsjahr hat die Mitarbeiterzahl der Porsche AG erstmals die 30.000-Marke überschritten. Am Bilanzstichtag 31. Dezember 2018 zählte das Unternehmen 32.325 Be­schäf­tigte, neun Prozent mehr als Ende des ­Vorjahres. Ein wesentlicher Jobmotor ist der ­Taycan, der Ende 2019 auf den Markt kommen wird. Allein für die Produktion und Montage des künftigen Elektro-Sportwagens von Porsche werden am Standort Zuffen­hausen 1.500 neue Mitarbeiter eingestellt.

Das rasante Wachstum des Unternehmens stellt Porsche vor große Herausforderungen. Diese lassen sich nur bewältigen, wenn alle Be­teiligten gemeinsam an einem Strang ziehen. Das macht die konstruktive Zusammenarbeit mit dem ­Betriebsrat, dessen Gremien und der IG Metall zu einem weiteren, wichtigen Erfolgs­faktor. ­Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen bilden das stabile Fundament für den langfristigen ­Erfolg von Porsche, von dem Beschäftigte und Anteilseigner gleichermaßen profitieren.

Personalstrategie und Innovationsmanagement
Die Personalstrategie stellt die Mitarbeiter ins Zentrum. Sie beschreibt „was wir tun", um weiterhin ein herausragender Arbeitgeber zu bleiben. Ergänzt wird die Personalstrategie durch das Kulturleitbild, das erläutert „wie wir sind".

Um die Mitarbeiter individuell auf die Arbeitswelt der Zukunft vorzubereiten, investiert Porsche in ein zukunftsorientiertes Kompetenz- und Talentmanagement. Leistungsfördernde ­Arbeitswelten sowie innovative Arbeitsmethoden und -mittel schaffen ideale Rahmen­bedingungen für eine zeitgemäße Teamarbeit in Fabrik und Büro. Darüber hinaus bilden ­effiziente Prozesse und vernetzte IT-Lösungen die Grundlage für moderne Personalarbeit in der ­digitalen Arbeitswelt.

Unterstützt wird der etablierte Strategie­prozess durch das Innovationsmanagement im Personal- und Sozialwesen. Durch Scouting, Trend­analysen und neue Technologien werden relevante Suchfelder identifiziert. Innovations­impulse werden in einem iterativen Verfahren pilotiert und anschließend in die Personal­strategie überführt. Neue Arbeitsformen und –umgebungen, wie Design-Thinking-Workshops oder Innovationsflächen, steigern zudem die ­Innovationskraft im gesamten Unternehmen.

Digitalisierung von Personalprozessen
Die unternehmensweite Plattform „Mein Porsche Cockpit" wurde im Berichtsjahr weiter ausgebaut. Sie ermöglicht eine kontinuierliche und stetige Optimierung der Personal- und Unternehmensprozesse. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Vernetzung, Integration und ­Automatisierung von Prozessen. Dies findet stets in enger Abstimmung mit der Arbeit­nehmervertretung und unter strenger Berücksichtigung der Anforderung des Datenschutzes sowie der Datensicherheit statt. So kann zum Beispiel jeder Mitarbeiter über „Mein Porsche Cockpit" seine persönlichen Daten, etwa außerhalb von Porsche erworbene Zusatzqualifi­kationen, selbst pflegen.

Der vollintegrierte, digitale Bewerbungs- und Stellenbesetzungsprozess wurde im Berichtsjahr weiter ausgebaut. Dadurch reduzieren sich sowohl der administrative Aufwand als auch die Durchlaufzeiten deutlich. Zudem wurden die systemseitigen Voraussetzungen für die ­Digitalisierung zahlreicher weiterer Personalprozesse geschaffen.

Die durchgängige Anbindung aller Konzern­gesellschaften an die integrierte HR-IT-­Systemlandschaft ist ein wesentlicher Bestandteil der Personalstrategie. Mit der Pilotierung von SAP SuccessFactors bei ersten inter­nationalen Konzerngesellschaften und ­einem klaren ­Rollout-Plan wurde ein wichtiger ­Meilenstein erreicht.

Prozessmanagement und -optimierung
Bei der kontinuierlichen Optimierung der Personalprozesse werden die Mitarbeiter aktiv einbezogen. Im Berichtsjahr wurden dazu neue Methoden und Formate, wie etwa Kreativwerkstätten, erfolgreich erprobt. Darüber hinaus wurde das digitale Prozessmanagement-­Tool weiterentwickelt: Im Personal- und Sozial­wesen kann nun der jeweilige Prozesseigner direkt im System Prozesse anpassen ­und ­pflegen.

Erfolgreiches Ideenmanagement
Das Porsche-Ideenmanagement bot den ­Mitarbeitern auch im Berichtsjahr wieder die Möglichkeit, sich über das eigene Aufgaben­gebiet hinaus am Unternehmensgeschehen zu beteiligen. Kürzere Bearbeitungszeiten und die neue Kampagne „Idee des Monats/Jahres" machen dieses Programm noch attraktiver: 2018 wurden rund 3.000 Ideen zur Effizienzsteigerung vorgeschlagen. Auch in den ­Produktionsbereichen können neue Ideen nun auch digital eingereicht werden.
 

Innovationsflächen

Arbeitgeber-Attraktivität und ­Nachwuchs­arbeit
Die nachhaltige Positionierung von Porsche als attraktiver Arbeitgeber ist Basis für eine ­erfolgreiche Personalarbeit. Dazu unterstützt das Unternehmen zahlreiche Nachwuchsini­tiativen, kooperiert mit Hochschulen und führt ­diverse Kommunikationsmaßnahmen durch. Mit ­Erfolg: In relevanten Arbeitgeber-Rankings belegte Porsche 2018 erneut Top-Platzie­rungen unter Studierenden. Besonders positiv ent­wickelten sich die Bewertungen im ­„Universum Student Survey“, wo Porsche bei den Ingenieuren und Wirtschaftswissenschaftlern ­erstmals zwei erste Plätze belegte. Ein Beweis für die hohe Attraktivität als Arbeitgeber sind auch die steigenden Bewerberzahlen: Der Porsche-Konzern erhielt im Berichtsjahr mehr als 160.000 Bewerbungen.

Bei der Nachwuchsförderung setzt Porsche auf eine partnerschaftliche Zusammen­arbeit mit relevanten Hochschulen und Organisationen – wie zum Beispiel der ­„Formula ­Student Germany“, einem internationalen Konstru­k­tionswettbewerb unter der ­Schirmherrschaft des Vereins Deutscher ­Ingenieure.

Die Kooperation mit renommierten Hoch­schulen wird speziell beim Schwerpunkt­thema Digitalisierung weiter ausgebaut. Die 2017 ­initiierte Zusammenarbeit mit der neu gegründeten CODE University in Berlin wurde im ­Berichtsjahr durch die Umsetzung erster ­gemeinsamer Projekte mit Leben ­gefüllt. So beschäftigen sich Studententeams der HHL Leipzig Graduate School of Management und der CODE University Berlin im ­Rahmen eines „Open Innovation Contest“ ­gemeinsam mit Fragen rund um „New Work bei Porsche“. Das Format vernetzt die Studierenden der Partner-Universitäten noch enger mit den ­Experten von Porsche und ist Teil der Hochschuloffensive.
 

Open Innovation Contest

Dazu zählt auch ein neues Stipendienprogramm für Informatik-Studenten der RWTH Aachen, das Porsche gemeinsam mit der Hochschule zum Wintersemester 2018/19 an den Start gebracht hat. Jedes Jahr werden 15 Studierende der Studiengänge Informatik B. Sc. und Informatik M. Sc. gefördert. Die ­Porsche-IT-Stipendien werden im Rahmen des RWTH-Bildungsfonds vergeben und bieten zusätzlich zu einer finanziellen Unterstützung auch ein spezielles Rahmenprogramm. Neben Fachveranstaltungen stehen allgemeine ­Förderprogramme des Bildungsfonds mit ­Netzwerkveranstaltungen, Fortbildungsmöglichkeiten und gesellschaftlichen Events auf der Agenda.

Auch die internationalen Hochschulkontakte werden sorgfältig gepflegt und stetig ausgebaut. Beispiele sind die Praktikantenprogramme mit der Tongji-Universität in Shanghai (China) oder dem Massachusetts Institute of Tech­nology in Cambridge bei Boston (USA) sowie die Kooperation mit dem IT-Lehrstuhl an der ­Babes-Bolyai-Universität in Cluj (Rumänien).

Die Unterstützung junger Talente beginnt jedoch nicht erst an der Hochschule. Bereits seit 18 Jahren werden die besten baden-württembergischen Abiturienten ihres Jahrgangs in den Leistungsfächern Mathematik, Physik und Technik mit dem „Ferry-Porsche-Preis“ prämiert. Im Jahr 2018 wurde die begehrte Auszeichnung an 221 junge Menschen ver­liehen. Sechs von ihnen erhielten zusätzlich ein einjähriges Stipendium. Die Stipendiaten ­werden bei der jährlichen Preisverleihung im Forschungs- und Entwicklungszentrum von Porsche per Losentscheid bestimmt.

Mit einer neuen, modernen Kampagne möchte Porsche gezielt junge Bewerber ansprechen: Hochwertige schwarz-weiß-Aufnahmen von Mitarbeitern vermitteln einen authentischen Eindruck von der Arbeitswelt beim Sport­wagenhersteller. Dabei werden zentrale Botschaften der Porsche-Unternehmenskultur – wie Bodenständigkeit, Kollegialität, Innovation – nach außen transportiert. Die Kampagne wurde bereits kurz nach ihrem Start mit dem „HR Excellence Award 2018“ ausgezeichnet.

Ein weiterer Schwerpunkt im Berichtsjahr war die Ansprache von Kandidaten für die Fertigung des Elektro-Sportwagens Taycan am Standort Zuffenhausen, wo weitere 1.500 Facharbeiter eingestellt werden. Bei der Kommunikation mit den Bewerbern werden vor ­allem soziale Medien genutzt. Hier hat das Personalmarketing seine Aktivitäten deutlich ausgebaut. Seit 2017 wird auf Facebook ein von künstlicher Intelligenz gesteuerter Chatbot eingesetzt, für den das Unternehmen ebenfalls einen „HR Excellence Award“ in der Kategorie „HR tech and data“ erhalten hat. Im Berichtsjahr wurde das bestehende Social-Media-­Portfolio um Instagram erweitert. So erhalten ­insbesondere junge Zielgruppen authentische Einblicke in das Arbeitsleben bei Porsche.

Porsche-Unternehmenskultur
Der starke Mitarbeiterzuwachs und die digitale Transformation verändern die Zusammen­arbeit einschneidend. Daher wird die 2017 ­gestartete Initiative zur Stärkung der Porsche-­Unternehmenskultur mit Hochdruck weiterentwickelt. Der Vorstandsvorsitzende Oliver Blume und Personalvorstand Andreas Haffner sowie der Vorsitzende des Gesamtbetriebs­rates Uwe Hück waren von Beginn an in das Projekt eingebunden. Sie übernehmen Patenschaften für verschiedene Aktionen und ­unterstreichen damit, wie wichtig das Thema für Porsche ist.

Das im Vorjahr definierte Kulturleitbild mit den vier Dimensionen „Herzblut“, „Sportlichkeit“, „Pioniergeist“ und „Familie“ wurde 2018 weiter in das Unternehmen getragen und kommuniziert. Hierzu entstand ein Porsche-Kulturfilm ganz im Sinne des neuen Leitbilds: Mitarbeiter wurden auch hier aktiv eingebunden und ­spielen im Film die Hauptrollen.

Der Porsche Code ersetzt die bisherigen Führungsleitlinien. Er wurde 2018 weiterent­wickelt und ausgebaut. Ziel ist eine Verzahnung des Porsche Code mit allen HR-Prozessen. ­Dabei stehen sogenannte Führungs-Labs im Mittelpunkt. Führungskräfte sollen sich in den Labs auf zukünftige Herausforderungen vor­bereiten. Durch kritische Reflexion und externe Inspiration sollen sie außerdem die Porsche-Führungskultur nachhaltig verinnerlichen. Im Rahmen dieser Initiative durchlaufen alle dis­ziplinarischen Führungskräfte 2018 und 2019 ein Führungs-Lab.
 

Porsche Code

Porsche Stimmungsbarometer
Auch 2018 wurden alle Mitarbeiter der Porsche AG und der deutschen Tochtergesellschaften per Stimmungsbarometer um eine Bewertung ihrer aktuellen Arbeitssituation ­gebeten. Mehr als 21.000 Personen nahmen freiwillig an der per Online-Erhebung teil. ­Inhaltlich ging es um Themen wie Zusammenarbeit, Arbeitsqualität oder Integrität. Nach der Auswertung der Fragebogen werden die Ergebnisse in der jeweiligen Organisations­einheit unter Einbindung des Betriebsrats ausführlich besprochen. Führungskräfte und ­Mitarbeiter benennen Verbesserungspoten­ziale und definieren gemeinsam konkrete ­Maß­nahmen, um beispielsweise Abläufe oder ­Arbeitsbedingungen zu optimieren.

Integrität bei Porsche
Bei Porsche wird Integrität großgeschrieben. Denn verantwortlich, standhaft und aus ­persönlicher Überzeugung nach ethischen Grundsätzen zu handeln, ist die Voraussetzung für ein aufrichtiges und respektvolles Mitein­ander, das die Grundlage der Porsche-Kultur darstellt.

Als fester Bestandteil der strategischen Leitplanken nimmt Integrität bei Porsche einen ­hohen Stellenwert ein. Bereits 2016 wurde die Bottom-up-Entwicklung eines Kulturleitbildes angestoßen, in dem Integrität als zentraler Wert enthalten ist. Im Berichtsjahr wurde das Thema darüber hinaus im ebenfalls durch die Mitarbeiter und Führungskräfte erarbei­teten Führungsleitbild verankert. Auch für den ­Handel ist integres Verhalten unabdingbar und wurde deshalb in die Porsche Service Standards als oberster Wert aufgenommen.

Neben den strategischen Leitplanken wurden 2018 strukturelle Rahmenbedingungen ­geschaffen, um die Aufmerksamkeit für das ­Thema zu stärken. Ähnlich wie beim Thema Compliance wird auch Integrität als Funktion im Steuerungskreis und den zuständigen Gremien implementiert. Ein regelmäßiges Repor­ting an den Vorstand ist ebenfalls vorgesehen.

Um die Belegschaft für das Thema Integrität zu sensibilisieren, wurden interne Kommuni­kationsmaßnahmen initiiert. Auch im Rahmen der jährlichen Mitarbeiterbefragung wird ­Integrität im Arbeitsalltag aktiv angesprochen. Sollte es bei der Frage zu integrem Verhalten in der Unternehmensorganisation zu auffäl­ligen Ergebnissen kommen, werden Optimierungsmaßnahmen unter Einbeziehung des Personalwesens und der zuständigen Vorgesetzten eingeleitet.

Integrität wird auch im Rahmen der bestehenden Personalentwicklungsprogramme thematisiert. Damit in jeder Organisationseinheit ­Dialog-Veranstaltungen zu den Werten und der Kultur des Unternehmens etabliert werden können, hat die Personalentwicklung ein zusätzliches Format geschaffen, das der entsprechenden Qualifizierung der Mitarbeiter dient. Darüber hinaus werden alle disziplinarischen Führungskräfte im Rahmen einer Präsenzver­anstaltung darauf hingewiesen, ihren Mitarbeitern das Thema Integrität nahe zu bringen, eine entsprechende Vorbildfunktion einzu­nehmen und ein Umfeld zu schaffen, in dem ­jeder Mitarbeiter offen und ehrlich seine ­Meinung sagen kann.

Ausbildung
Zu den Eckpfeilern der Porsche-Personalpolitik gehören eine bedarfs- und zukunftsorien­tierte Ausbildung, die stetige Qualifizierung ­sowie die interne Weiterentwicklung. Das ­Fundament bildet seit 76 Jahren die Porsche Berufsaus­bildung. Lerninhalte und Ausbildungsplätze werden vorausschauend dem technischen Fortschritt und der gesellschaft­lichen Entwick­lung angepasst. Aktuell bietet das Unternehmen am Standort Zuffenhausen 200 Ausbildungsplätze in zehn technischen und kaufmännischen Ausbildungsberufen ­sowie – in Kooperation mit der Dualen Hochschule ­Baden-Württemberg (DHBW) – acht Studiengänge an.

Am Stammwerk in Zuffenhausen bereitet sich Porsche auf die Fertigung des Taycan vor und erhöhte im Berichtsjahr erneut die Anzahl tech­nischer Ausbildungsplätze von 106 auf 156. Ausgebildet wird in folgenden Berufen: Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt Pkw-Technik, Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik, Fachkräfte für Lagerlogistik, Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker, Fahrzeuglackierer, Fahrzeuginnenausstatter, Industriemechaniker Automobilbau und Elektroniker für Betriebstechnik.

Auch im Berichtsjahr gab es 34 duale Studienplätze. Die Studiengänge Informatik, IT-­Automotive und BWL – Digital Business ­Management konnten etabliert werden. Der Studiengang Elektrotechnik wird nun mit zwei Vertiefungsrichtungen angeboten: Fahrzeugelektronik und mechatronische Systeme sowie Fahrzeugelektronik und Embedded IT. Im Zuge der Elektromobilität und der voranschreitenden Digitalisierung in allen Bereichen des ­Automobilbaus werden inzwischen rund 50 Prozent der Plätze in den IT- und Elektrotechnik-Studiengängen besetzt.

Im Jahr 2018 starteten wie im Vorjahr zehn ­Industriekaufleute mit ihrer Ausbildung. Im kaufmännischen Bereich werden die Aus­zubildenden ab dem ersten Tag auf die neuen ­Arbeitswelten vorbereitet. Papierbasierte ­Vorgänge wurden nahezu vollständig durch ­digitale Anwendungen abgelöst.

Teil der zukunftsorientierten Ausbildung ist die Zusage, alle Absolventen der Berufsausbildung und des dualen Studiums in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu übernehmen. So starteten im abgelaufenen Geschäftsjahr 159 Auszu­bildende und DHBW-Studierende nach ihrem erfolgreichen Abschluss in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Die Internationalisierung der Berufsausbildung ist ein wichtiger Meilenstein, um junge, hochmotivierte Talente weiter zu qualifizieren und sie für den Arbeitsmarkt der Zukunft vorzuberei­ten. Die Auslandseinsätze fördern den interkulturellen Austausch, dienen der Persönlichkeits­entwicklung und erhöhen die Flexi­bilität und Mobilität der Auszubildenden. Im Berichtsjahr sammelten 30 technische Aus­zubildende, zehn kaufmännische Auszubildende und 33 dual Studierende berufliche Erfahrungen im Ausland. Der Einsatz dauerte von zwei Wochen bis zu vier Monate. Der Fokus lag in 2018 auf dem Ausbau der Auslandseinsätze im Rahmen des „Synergy and Integration Projects“ der Markengruppe Luxus und Sport bestehend aus Porsche, Bentley und Bugatti. Das Rotationsprogramm zwischen diesen Marken wurde weiter ausgebaut: Bei Porsche und Bentley fanden 20 Austauscheinsätze im Rahmen der technischen Berufsausbildung statt. Darüber hinaus waren16 dual Studierende für mehrere Wochen bei Bentley und Bugatti vor Ort.

Der Anteil der weiblichen Auszubildenden entwickelt sich positiv – im Berichtsjahr lag er bei 29 Prozent. In den dualen Studiengängen ­betrug der Studentinnen-Anteil 43 Prozent. Nach wie vor ist es eine Herausforderung, junge Frauen für technische oder Ingenieurs- und ­I­T-Studiengänge zu finden. Um in den nächsten Jahren mehr Bewerbungen geeigneter Kandidatinnen zu erhalten, gibt es verschiedene Aktivitäten. So findet seit vielen Jahren der Girls’ Day in der Berufsausbildung statt. Damit sollen junge Frauen frühzeitig für technische Berufe begeistert werden. Unter dem Motto „#Digital&TecChallenge“ wurde der Girls’ Day im Berichtsjahr neu ausgerichtet. 90 Mädchen haben dabei die Gelegenheit genutzt, die ­Ausbildung der Zukunft in Zuffenhausen kennen­zulernen. Weitere 40 Schülerinnen ­erhielten an den Standorten Leipzig und ­Bietigheim-Bissingen spannende Einblicke in die Arbeitswelt von Porsche. Zudem fand ­erstmals der Digital Day for Girls in der Berufsausbildung statt, um junge Frauen für ein ­duales Studium in einem der angebotenen ­IT-Studiengänge zu gewinnen – mit Erfolg.

Allen technischen Auszubildenden werden die aktuellen Fertigungs- und Fahrzeugtechnologien vermittelt, um sie optimal auf ihren Beruf vorzubereiten. Aus diesem Grund beschäftigen sie sich im Rahmen ihrer Ausbildung mit ­Themen wie E-Mobilität, Hybridtechnologie, Fahrerassistenzsystemen, digitalen Lernmedien und Industrie 4.0. Ein gutes Beispiel dafür, wie diese Neuerungen in die Ausbildung integriert werden, ist die Lernfabrik 4.0. Durch Ausbilder entwickelt und zusammen mit Auszubildenden aufgebaut, bietet die Lernfabrik systemgeführte Handarbeitsplätze, Steuerungstechnik und eine Roboterzelle. Für die Zukunft sind ­zusätzlich ein fahrerloses Transportsystem ­sowie ein Leichtbauroboter geplant. In der Lernfabrik erleben die Auszubildenden bei Schulungen den Umgang mit digitalen Fertigungstechnologien, während sie zum Beispiel ein 911-­Modell im Maßstab 1:10 montieren. ­Zudem sammeln sie erste Erfahrungen mit ­Serienprozessen, Kommunikationswegen, der Fehlerbehebung, Qualitätsaspekten und der Auswertung von Daten, wie sie sie später bei der Fertigung des Taycan wiederfinden werden.

Weiterhin wurde 2018 zusammen mit der Produktion ein Digital Printing Roboter installiert und in Betrieb genommen. Die Auszubildenden lernen daran die Programmierung und Opti­mierung der Parameter um einen qualitativ einwandfreien Druck sicherzustellen. Mit Blick auf den Serienanlauf des Taycan wurden zudem Schulungen zur Funktionsweise des 3D-Drucks, 3D-Scans sowie der Montage des ­E-Antriebs für den Taycan pilotartig durchgeführt.

Da viele Bewerber nach allgemeinen Auswahlkriterien keine Aussicht auf einen Ausbildungsplatz haben, setzt Porsche auf eine Einstiegsqualifizierung, das sogenannte Förderjahr. Seit 2012 haben auf Basis des Tarifvertrags 85 junge Erwachsene ein Förderjahr absolviert. Davon konnten sich 91 Prozent für eine anschließende Ausbildung bei Porsche qualifizieren. Aufgrund des großen Erfolgs wurde das Förderjahr fortgeführt und die ursprüngliche Anzahl der Teilnehmer sowohl in 2017 als auch in 2018 von 15 auf 20 erhöht.

Auch das Integrationsjahr für Flüchtlinge hat Porsche mit Erfolg fortgesetzt: 15 junge ­Menschen nahmen an dem Projekt teil, nahezu alle wurden in Kooperation mit Handwerks­betrieben erfolgreich in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt integriert.

Vorbildlich ist die Berufsausbildung im Umgang mit schwerbehinderten Bewerberinnen und Bewerbern. So absolvieren derzeit 23 ­Personen mit Handicap eine Ausbildung oder ein duales Studium bei Porsche. Ist eine ­Ausbildung aufgrund individueller Einschränkungen im Unternehmen nicht möglich, greift das ­Modell der kooperativen Ausbildung: ­Dabei ­absolvieren die jungen Menschen den theoretischen Teil ihrer Ausbildung bei einem Berufsbildungswerk – passend zu ihrem in­dividuellen Förderbedarf. Für den praktischen Teil der Ausbildung sind sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten in den verschiedenen Fach­bereichen des Unternehmens eingesetzt. ­Prak­ti­kums­angebote für junge Menschen mit ­Handicap werden individuell ebenfalls in ­Kooperation mit verschiedenen Berufsbildungswerken ermöglicht.

Im Schuljahr 2017/2018 startete Porsche mit dem sogenannten außerschulischen Lernort ein neues Projekt in der Berufsausbildung. An jeweils zwei Vormittagen in der Woche wurde die Porsche-Ausbildungswerkstatt für Tech­nikklassen der Jahrgangsstufen fünf bis zehn zum Klassenzimmer. Unterrichtet wurden die Haupt- und Realschüler vom eigenen Techniklehrer gemäß Lehrplan – je nach Thema ­gaben Auszubildende und Ausbildungsmeister den Schülerinnen und Schülern dann Einblicke in die Porsche-Welt. Insgesamt waren im ­vergangenen Schuljahr rund 170 Schülerinnen und Schüler zu Gast. Für das laufende Schuljahr wird das Projekt in gleichem Umfang ­fortgesetzt.
 

Auszubildende Zuffenhausen

Am Standort Leipzig engagiert sich Porsche im Jahr 2018 wieder sehr stark in der Berufsorien­tierung und Förderung der MINT-Berufe. In Kooperation mit der VDI-GaraGe bietet die Porsche Schülerwerkstatt in Leipzig Plagwitz die Möglichkeit, Technik zu erleben. So sollen Schüler für eine Ausbildung in einem technischen Berufsfeld begeistert werden. Porsche rekrutiert am Standort Leipzig rund 30 Prozent eines Ausbildungsjahrgangs aus Teilnehmern der Kurse in der VDI-GaraGe. Das Angebot der Porsche Schülerwerkstatt wurde in 2018 um die Themen Elektromobilität und Connected Car erweitert.

In den vergangenen zwei Jahren war Porsche Hauptsponsor beim Schülerwettbewerb ­„Jugend gründet“. Ziel des Wettbewerbs ist, dass junge Menschen ein Gespür für unternehmerisches Denken und Handeln entwickeln, um dies in Zukunft als Entre- und Intrapreneure zu nutzen. Seit 2018 findet das Bundesfinale im Porsche Ausbildungszentrum in Zuffenhausen statt. Erfolgreich implementiert wurde dabei auch der Porsche-Sonderpreis „Digitale ­Zukunft“. Mit dieser Auszeichnung unterstreicht Porsche, wie wichtig die digitale Transformation für die Gesellschaft ist. Im Berichtsjahr ging der Preis an drei Schülerinnen aus Mühldorf. Sie hatten sich mit einem Businessplan für ihre Geschäftsidee „sign language aid“ beworben. Das Konzept soll Taubstummen helfen, sich mit ihren Mitmenschen besser zu verständigen. Als Lösung erdachten sie ein Headset mit ­integrierter Kamera, das Gebärdensprache ­erkennen und direkt übersetzen könnte.
 

Auszubildende Leipzig

Mitarbeiterentwicklung
Im Rahmen der Strategie 2025 widmet sich der Großteil der Strategiefelder den Heraus­forderungen und Chancen der Digitalisierung. Der digitale Wandel stellt an alle Mitarbeiter und Führungskräfte neue oder zumindest deutlich veränderte Anforderungen. Die Arbeit der Personal- und Führungskräfteentwicklung war deshalb im Berichtsjahr wesentlich von Aufgaben im Rahmen der digitalen Transformation geprägt. Ziel ist es, bei allen Mitar­beitern und Führungskräften erfolgskritische digitale Kompetenzen strukturiert und lang­fristig auf- und auszubauen. Das hochwertige und umfangreiche Weiterbildungsangebot ­sowie maßgeschneiderte und zielgruppen­spezifische Personalentwicklungs-Programme werden in Kooperation mit dem Betriebsrat stetig ausgebaut und optimiert.

Porsche Warm Up
Qualifizierung und ressortübergreifender Austausch beginnen bei Porsche ab dem ersten Tag: Beim Porsche Warm Up werden neue ­Mitarbeiter umfassend über grundsätzliche ­Themen informiert. Im Rahmen der zwei­tägigen Veranstaltung lernen sie unter anderem die Porsche Strategie 2025 sowie die ­Integritäts- und Compliance-Grundsätze ­kennen. Darüber hinaus werden sie auch über Chancengleichheit und Angebote des ­Betriebsrats informiert. In 2018 nahmen 1.845 Mitarbeiter am Porsche Warm Up und
48 am Porsche Warum Up International teil.

Schichtbegleitende Seminare
Im Berichtsjahr erweiterte Porsche das bestehende Seminarangebot um Formate, die sich speziell an Facharbeiter im Schichtbetrieb richten. Insgesamt wurden sechs Seminare konzipiert, etwa „Fit für die interne Bewerbung“ oder „Persönliche Weiterentwicklung“. Die ­positive Resonanz der Teilnehmer hat das ­große Interesse und die Relevanz eines schicht­begleitenden Angebots für Fachar­beiter ­bestätigt.

Internationales Trainee-Programm
Nach dem erfolgreichen Abschluss der vierten Welle des Trainee-Programms startete im ­Oktober 2018 ein weiterer Durchlauf mit zehn Teilnehmern. Das internationale Programm ist auf zwölf Monate angelegt. Im Projekteinsatz lernt der akademische Nachwuchs ­Arbeitsprozesse verschiedener Ressorts, Hauptabteilungen und Fachbereiche kennen.

Porsche Entwicklungsprogramm
Mit dem Porsche Entwicklungsprogramm werden Mitarbeiter fachlich und persönlich für die mögliche Übernahme von Managementaufgaben qualifiziert. Die Inhalte des Programms orientieren sich konsequent an der Strategie 2025: Digitalisierung, Innovationskraft, Internationalisierung sowie das lebenslange Lernen sind zentrale Elemente. Das Porsche Entwicklungsprogramm startete im Januar 2018 mit rund 250 Mitarbeitern der Porsche AG und 17 Teilnehmern aus den ­Tochtergesellschaften. Eine zweite Welle ­begann im Dezember 2018.

Programme auf Managementebene
Mit maßgeschneiderten Qualifizierungsangeboten bereitet Porsche die Führungskräfte auf die Herausforderungen der Zukunft vor. Mit international führenden Business Schools ­wurden dazu unter anderem zwei qualitativ hochwertige und modular aufgebaute Programme entwickelt. Im Berichtsjahr durchliefen 50 Teilnehmer das neu gestaltete „Porsche Management-Programm International“ unter dem Motto „A distinctive Agility Trip for Porsche Leaders“. Das Programm ist auf die besonderen Anforderungen der Führungskräfte der zweiten Ebene zugeschnitten. Sie sollen den digitalen Transformationsprozess im ­Unternehmen noch aktiver mitgestalten. Im Mittelpunkt stehen daher der systematische Ausbau der Leadership-Kompetenzen, die Stärkung des erforderlichen Mindsets und die Erweiterung des Methoden-Repertoires.

Beim „Porsche-Advanced-Management-Programm“ liegt der Fokus auf dem Ausbau von Leadership-Kompetenzen. Sie sind notwendig, um in einem globalen und volatilen Umfeld ­erfolgreich agieren zu können und die strategische Ausrichtung von Porsche aktiv zu steuern. Die zweite Welle wurde im Juni 2018 mit 22 Teilnehmern aus der Porsche AG, den welt­weiten Konzern-Tochtergesellschaften sowie von Bentley erfolgreich abgeschlossen.

Strategisches Kompetenzmanagement
Mit der Strategie 2025 bereitet sich Porsche auf die Zukunft vor. Die digitale Transformation mit ihren neuen Technologien und Prozessen sowie der Anspruch, umweltverträgliche ­Fahrzeug zu bauen, führen mitunter auch zu ganz neuen Produkten. Deshalb ist der konti­nuier­liche und strukturierte Auf- und Ausbau der ­erfolgskritischen Kompetenzen bei allen ­Mitarbeitern ein zwingendes Ziel der Personalentwicklung.

Im Rahmen des strategischen Kompetenzmanagements wurde dazu ein systematisches Vorgehen entwickelt: Mittels Fit-Gap-Analyse werden heutige Kernaufgaben und Kompe­tenzen erfasst und mit zukünftigen Aufgaben und den dafür notwendigen Fähigkeiten ver­glichen. Die so identifizierten Kompetenzlücken können frühzeitig durch gezielte Um- und Weiterqualifizierung, vorausschauendes ­Recruiting sowie neue Schwerpunkte in der Ausbildung geschlossen werden. Das 2017 gestartete Pilotprojekt wurde im Berichtsjahr in einem Ressort mit 300 Teilnehmern und 54 Workshops erfolgreich ausgerollt.

Wissensoffensive „Fit für Digit@l“ ­deutlich ausgebaut
Die digitale Transformation stellt neue und deutlich veränderte Anforderungen an die ­Belegschaft. Daher ist es wichtig, alle Mitar­beiter für den Wandel zu sensibilisieren und zu motivieren.

Die im Vorjahr erfolgreich gestartete Wissensoffensive „Fit für Digit@l“ wurde 2018 im Porsche-Konzern weiter ausgebaut. Ziel ist, sämtlichen Porsche-Mitarbeitern Wissen rund um das Thema Digitalisierung zu vermitteln. Neben digitalen Lerntools bieten diverse ­Veranstaltungen die Möglichkeit, die digitale Transformation aktiv mitzugestalten.

„Fit für Digit@l“ konzentriert sich auf drei ­Bereiche. Erstens: auf den Kern der Digitalisierung sowie dessen Auswirkungen auf die ­Automobilbranche und deren Mitarbeiter. Zweitens: auf die Treiber der digitalen Transformation – etwa neue Technologien, Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Und drittens: auf die Handlungsfelder der digitalen Trans­formation bei Porsche. Diese leiten sich aus der Strategie 2025 ab und umfassen Produkte und Services, Kunde und Handel, Unternehmen und Prozesse sowie Mensch und Kultur.
 

Fit for Digit@l

Porsche Lernplattform, Medienlabor und Lern-Community
Die Porsche Lernplattform ist die zentrale Basis für alle Weiterbildungsthemen bei Porsche. Hier finden Mitarbeiter das gesamte Qualifizierungsangebot und können selbstgesteuert ­lernen. Gemeinsam mit der Personalentwicklung und mehr als 150 geschulten Vertretern aus unterschiedlichen Fachbereichen wird das Angebot auf der Plattform regelmäßig ­erweitert. Eine wesentliche Voraussetzung zur ­Erstellung von digitalen Lerninhalten ist die Einführung eines Medienlabors, mit dem die Fachbereiche einfach und selbständig digitale Lernformate entwickeln können. Mehr als 24.000 aktive Nutzerprofile bestätigen den Erfolg des Konzepts.

Auf Basis der Lernplattform entstand im Berichtsjahr die „Lernen@Porsche-Community“. Diese stetig wachsende Gruppe wird von der Personalentwicklung gesteuert und setzt sich derzeit aus mehr als 50 Ansprechpartnern zusammen, die in festgelegten Bereichen für die fachliche Qualifizierung zuständig sind. Ziel der Community ist es, sich ressortübergreifend rund um die Themen Qualifizierung, Digitales Lernen oder Blended Learning aus­zutauschen. So entstehen Netzwerke, die ­positive nach­haltige Synergieeffekte nutzen und gemeinsame Schulungsformate ent­wickeln – etwa durch einen intensiven Austausch zum didaktischen und methodischen Ausbau von digitalen Lernformaten.

Beruf und Familie
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie spielt für Porsche eine wichtige Rolle. Es gibt ­zahl­reiche Angebote, die im Rahmen von gemeinsam mit dem Betriebsrat erarbeiteten Vereinbar­ungen genutzt werden können. So werden zum Beispiel an den unterschiedlichen Porsche-Standorten in Zusammenarbeit mit lokalen Kooperationspartnern Betreuungs­plätze in Kindertagesstätten angeboten. ­Darüber hinaus werden Mitarbeiter-Kinder an den Standorten rund um Stuttgart während der gesamten Sommerferien betreut – inklusive Shuttle-Service. Als Highlight wird in diesem Jahr erstmals gemeinsam mit der „Code + ­Design ­Initiative“ ein sogenanntes Code Camp angeboten. Hier können junge Nachwuchs­programmierer bei spannenden Projekten ihre Kenntnisse vertiefen. Mit Ausnahme der ­Weihnachtsferien werden die Kinder auch während der übrigen Schulferien betreut.

Mit dem Familienservice bietet Porsche eine kostenlose individuelle Rundumberatung und Unterstützung in allen familiären Lebenslagen. Das Angebot reicht von der Beratung für ­werdende Eltern über die Auswahl und Vermittlung von qualifizierten Betreuungspersonen für Kinder und Senioren. Auch bei der Suche und Auswahl von entsprechenden Pflegeeinrichtungen für Familienangehörige bietet das ­Unternehmen professionelle Unterstützung.

Dieses Engagement zur Vereinbarkeit von ­Beruf und Familie wurde im Berichtsjahr ­ausführlich von der Zeitschrift ELTERN gewürdigt: Im Rahmen einer deutschlandweiten ­Studie wurde Porsche als eines der „Besten Unternehmen für Familien“ mit der Höchst­note ausgezeichnet.

Porsche setzt sich ebenfalls für die flexible ­Gestaltung von Arbeitsort und -zeiten ein. Homeoffice, lebensphasenorientierte Wahl­arbeitszeit oder eine freiwillige persönliche ­Auszeit (Sabbatical) sind dafür nur einige Beispiele. Auch Jobsharing in Führungsfunktionen hat sich in einem Pilotprojekt erfolgreich ­bewährt und wird nun unternehmensweit als mögliche Option angeboten.
 

Code Camp

Mitbestimmung
Über die vielfältigen Angebote für Mitarbeiter wird die Belegschaft durch unterschiedliche interne Medien der Porsche AG informiert. ­Darüber hinaus bietet der Betriebsrat mit seinen regelmäßigen Betriebsversammlungen an den deutschen Porsche-Standorten eine umfassende Informations- und Diskussionsplattform. Die Mitbestimmung hat bei Porsche einen hohen Stellenwert und ist eine wichtige Stütze für den unternehmerischen Erfolg. Dazu gehören auch die zahlreichen Tarifver­träge und Betriebsvereinbarungen, die im ­Berichtsjahr zwischen den Betriebsparteien vereinbart wurden.

Auch bei der Organisation und Umsetzung der traditionellen Hocketse für Mitarbeiter und ihre Familien am Standort Zuffenhausen ist der Betriebsrat ein wichtiger Partner und Treiber. 2018 besuchten mehr als 16.000 Gäste das Familienfest rund um das Stammwerk. Ebenso geht der 6-Stunden-Lauf in Zuffenhausen auf die Initiative des Betriebsrats zurück. Dabei wird auf dem Werksgelände eine Strecke von 911 Metern umrundet. Für jede gelaufene Runde werden fünf Euro gespendet, die an ­karitative Organisationen aus Stuttgart und ­Zuffenhausen gehen. Im September nahmen mehr als 3.500 Mitarbeiter an dem Lauf teil und erliefen insgesamt 195.000 Euro für wohltätige Zwecke.
 

Hocketse

Chancengleichheit und Vielfalt
Die Porsche-Belegschaft zeichnet sich durch ihre Diversität aus: Mitarbeiter aus mehr als 80 Nationen mit unterschiedlichsten persönlichen Fähigkeiten sorgen dafür, dass Porsche heute so erfolgreich ist. Im Kulturleitbild und dem daraus entwickelten Porsche Code ist verankert, dass Führungskräfte die Vielfalt ­aktiv fördern. Zusätzlich sind Chancengleichheit und Gleichbehandlung für alle Mitarbeiter in den Porsche-Verhaltensgrundsätzen fest­geschrieben. Um Führungskräfte und Mitarbeiter auf allen Ebenen bei der Umsetzung von ­Chancengleichheit und Vielfalt zu unterstützen, werden Dialogmöglichkeiten sowie Trainingsbausteine kontinuierlich ausgebaut.

Im Juni 2018 beteiligte sich Porsche zum ­zwei­ten Mal am Deutschen Diversity-Tag. Unter dem Motto „Jeder einzigartig. Zusammen ­vielfältig. Gemeinsam erfolgreich.“ lassen Personalabteilung, Betriebsrat und Schwerbehindertenvertretung die Diversität an zwölf ­Standorten rund um Stuttgart sichtbar werden. So wird deutlich, welchen Beitrag jeder ein­zelne zu Chancengleichheit und Vielfalt leisten kann. Außerdem bietet die Veranstaltung ­zahlreiche Möglichkeiten zum Dialog. In verschiedenen Trainingsbausteinen – zum Beispiel im Rahmen der Porsche-Nachwuchsförderung oder den Porsche-Führungs-Labs – werden Chancen, Herausforderungen und Handlungsoptionen im Umgang mit Diversität vertieft.

Für das besondere Engagement bei der Inklusion Schwerbehinderter erhielt Porsche bereits 2017 die Auszeichnung „Behindertenfreund­licher Arbeitgeber“ des Kommunalverbands ­Jugend und Soziales. Im Berichtsjahr wurden unter Leitung des Inklusionsbeauftragten die internen Inklusionsmaßnahmen weiter ­forciert und Kooperationen ausgebaut. Im Zuge des „Internationalen Tags der Menschen mit ­Behinderung“ konnte zusammen mit dem Porsche Museum eine sogenannte Sensibili­sierungsführung für Führungskräfte aus allen Unternehmensbereichen realisiert werden. Die Führung vermittelte dem Management ­einen Eindruck vom Leben mit einer körper­lichen Einschränkung durch beispielsweise den ­Einsatz eines Rollstuhls, Augenbinden oder Kopfhörern. Der daraus resultierende aktive Perspektivwechsel fördert das Verständnis der Führungskräfte für Kollegen mit Beeinträch­tigung. Auch die Porsche-Mitarbeiter waren eingeladen, an den Sensibilisierungsführungen des Museums teilzunehmen. Auf diese Weise kann Inklusion nachhaltig gefördert werden.

Ein wichtiges Ziel, an dem Porsche kontinuierlich arbeitet, bleibt die Erhöhung des Frauen­anteils auf allen Unternehmensebenen. Seit 2012 hat Porsche den Frauenanteil im Unternehmen deutlich auf rund 16 Prozent gesteigert. Im gleichen Zeitraum wurde die Anzahl der Frauen in Führungspositionen fast ver­dreifacht. Der Frauenanteil im Management liegt bei rund zehn Prozent.

Messbare und verbindliche Chancengleichheit zu gewährleisten, ist ein fester Bestandteil der Zielvereinbarungen, die individuell mit allen Führungskräften geschlossen werden. Bei der Beförderung von Frauen im Management ­sowie in den Tarifbereichen hat sich Porsche Ziele gesetzt, die über den gesetzlichen ­An­forderungen liegen. Qualifizierungs- und ­Weiterbildungsmaßnahmen sowie Mentoring-­Angebote unterstützen die Mitarbeiterinnen bei der Karriereplanung.

Bei der Erhöhung des Frauenanteils spielt die Nachwuchssicherung für Porsche ebenfalls eine wichtige Rolle. So war 2018 die Hälfte der Trainees weiblich, bei Praktikanten und ­Abschlussarbeiten beträgt der Frauenanteil 28 Prozent. Um weibliche Talente für Porsche zu gewinnen, wird die seit über 15 Jahren ­bestehende Kooperation mit der Femtec, einer internationalen Karriereplattform für Frauen in IT, Ingenieur- und Naturwissenschaften, ­erfolgreich weiterentwickelt. Im Berichtsjahr fanden zwei Exkursionen statt, die an den Standorten Weissach und Zuffenhausen Einblicke in die Arbeitswelt bei Porsche gaben. Darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen im Femtec Alumnae-Netzwerk, etwa im Rahmen des Festaktes zum zehnjährigen Bestehen der Femtec. Bei der Konferenz ­Alumnae LIVE 2018 veranstaltete Porsche einen ­Workshop zum Thema „Die Transformation von Porsche zum Softwareunternehmen“.

Bei Messen und bei Formaten speziell für ­Frauen informiert das Unternehmen regel­mäßig über Einstiegsmöglichkeiten. 2018 war Porsche beispielsweise bei „WoMenPower“, dem „Zukunftstag für Studentinnen“ an der RWTH Aachen oder der „Ladies Lounge“ im Rahmen der Formula Student Germany 2018 präsent. Außerdem wurde die 2017 geschlossene Kooperation mit der Universität Stuttgart erfolgreich fortgeführt. Die Veranstaltung „TryScience bei Porsche“ gibt interessierten Schülerinnen, sowie Studentinnen und Doktorandinnen der Universität Stuttgart Einblicke in mögliche Berufe im Unternehmen, die auf MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, ­Naturwissenschaft und Technik) basieren. Im Berichtsjahr war Porsche ebenfalls Gast­geber der PANDA Automotive, einem Netzwerk-Event für Frauen, die bereits erfahrene Führungskräfte sind oder eine Position im ­Management anstreben.

Ziele für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, Vorstand und Management
Im Zuge der Umsetzung des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft gelten für die Porsche AG folgende Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, Vorstand und die obersten Management-­Ebenen mit Frist zum 31. Dezember 2021: Mit Blick auf die langfristigen Verpflichtungen ­seiner Mitglieder hat der Porsche-Aufsichtsrat den Status Quo von zehn Prozent als Zielgröße für den Aufsichtsrat bestätigt. Zum Zeitpunkt des Beschlusses waren die Vorstände aller Ressorts ausschließlich mit Männern besetzt; die jeweiligen Vertragslaufzeiten erstrecken sich über mehrere Jahre. Aus diesem Grund wurde als Zielgröße für den Vorstand der ­Status quo (0%) festgeschrieben. Der Aufsichtsrat von Porsche hat sich jedoch zum Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen im Vorstand langfristig zu erhöhen. Für die erste und zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands beträgt die Zielgröße 15 Prozent. Damit strebt die Porsche AG nahezu eine Verdopplung zum Status Quo an.

Gesundheits- und Arbeitsschutzmanagement

Eine motivierte und leistungsfähige Belegschaft ist die wichtigste Ressource bei Porsche. Um die Mitarbeiter auch gesund­heitlich zu befähigen, heute und in Zukunft ­ex­klusive, sportliche Fahrzeuge entwickeln, produzieren und vertreiben zu können, unterstützt das Porsche-Gesundheitsmanagement die Belegschaft mit diversen Angeboten, die der Gesundheitsför­derung und der Krankheitsprävention dienen.

Mitarbeiter haben die Möglichkeit, sich ausführlich medizinisch untersuchen und ­gesundheitlich beraten zu lassen. Dieser Gesund­heitscheck wird von speziell qualifizierten Ärzten durchgeführt. Er ist freiwillig und findet während der Arbeitszeit statt. Nach ­einer sehr erfolgreichen Pilotphase wurde im Berichtsjahr der Rollout gestartet. Damit wird ein wesent­licher Aspekt der gesundheit­lichen Vorsorge für den Mitarbeiter unter­nehmens­intern unterstützt. Bei Bedarf beraten Physiotherapeuten Mitarbeiter auch direkt am ­Arbeitsplatz. Das Porsche-Gesundheits­manage­ment verfolgt ­einen ganzheitlichen ­Ansatz. Kurse zur optimalen Ernährung, zu Mentalstrategien oder zur wirksamen Selbstführung gehören daher ebenfalls zum Angebot.

Der Schutz der Arbeitnehmer hat für Porsche höchste Priorität. Ein eng verzahntes Gesundheits- und Arbeitsschutzmanagement gewährleistet eine zielgerichtete und einheitliche Vorgehensweise und sorgt für die Umsetzung rechtlicher Vorgaben. Arbeitsunfälle und ­Berufskrankheiten sollen dadurch im Idealfall vermieden werden. Die zentralen Prozesse des Arbeitsschutzes sind standardisiert und durch eine Konzernrichtlinie geregelt. Diese Richtlinie ist ein wesentliches Element des Compliance-Managementsystems und ist für alle Porsche-Beschäftigten gültig. Es liegt in der Verantwortung der Führungskräfte, dass Mitarbeiter die Vorgaben der Richtlinie kennen und deren Bestimmungen einhalten. Fach­kräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsräte und Betriebsärzte stehen in Sachen Arbeitsschutz beratend zur Seite. Grundsätzlich sind alle ­Mitarbeiter des Unternehmens zudem über die gesetzlich festgelegten Vertreter in ­Ausschüssen gemäß Arbeitssicherheits­gesetz repräsentiert.

Darüber hinaus beschäftigt das Unternehmen qualifizierte Sicherheitsingenieure, die sich auf präventive Maßnahmen zum Unfallschutz konzentrieren. Die Gestaltung von Arbeits­plätzen, Maschinen und Anlagen orientiert sich an den geltenden sicherheitstechnischen ­Anforderungen. Um bei Bau- und Modernisierungsprojekten für alle beteiligten Partner ein möglichst optimales Sicherheitsniveau zu gewährleisten, wurde das Team der Arbeits­sicherheit über die gesetzlichen Vorgaben ­hinaus um Baustellenexperten erweitert. ­Diese Fachleute überwachen die Einhaltung der ­Sicherheitsstandards auf den Bau- und ­Montagestellen und entwickeln diese konti­nuierlich fort.

Durch das gemeinsame Engagement konnte die Verletzungsrate in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt werden. Mit einer aktuellen Rate von 5,8 Unfällen pro eine Million Arbeitsstunden liegen die Porsche AG und die Porsche Leipzig GmbH auf dem Niveau der Vorjahre.

Porsche Gastronomie
Die Porsche Gastronomie ist ein wichtiger Baustein der Unternehmenskultur, der sich auch in der Arbeitgeberattraktivität wider­spiegelt. Mit 14 Betriebscasinos und 15 ­SB-Shops an den deutschen Standorten stellt die Porsche Gastronomie eine gesunde, abwechslungs- und variantenreiche Verpflegung aller Mitarbeiter sicher. In den Casinos wurden im Berichtsjahr mehr als 3,7 Millionen Mahlzeiten ausgegeben.
 

Porsche Gastronomie

Im Mai wurde das bisher größte Betriebs­casino von Porsche am Entwicklungsstandort in Weissach erfolgreich in Betrieb genommen. Hier werden täglich bis zu 3.400 Essen aus­gegeben. Dabei stehen regelmäßig regionale Produkte wie Gemüse und Metzgerwaren auf dem Speiseplan. Für den Produktionsstandort Zuffenhausen sind zwei weitere Betriebs­casinos in Planung.

Außerdem hat die Porsche Gastronomie im Berichtsjahr für zahlreiche Veranstaltungen mit bis zu 25.000 Gästen das Catering geplant und die Gäste vor Ort – beispielsweise beim Porsche Tennis Grand Prix oder der Porsche Hocketse – mit kulinarischen Genüssen ­begeistert.
 

Kantine Weissach