Finanzielle Analyse

VERMÖGENSLAGE

Zum 31. Dezember 2018 war die Bilanz­summe des Porsche AG Konzerns mit 38.159 Millionen Euro um 9 Prozent höher als am Vorjahresstichtag.

Das langfristige Vermögen nahm hierbei um 1.761 Millionen Euro auf 27.008 Millionen Euro zu. Der Anstieg betrifft im Wesentlichen das Anlagevermögen und die Latenten ­Steuern, wobei sich insbesondere die Sonstigen finan­ziellen Vermögenswerte gegenläufig verändert haben. Der Anteil des langfristigen Vermögens am Gesamtvermögen beträgt 71 Prozent ­(Vorjahr: 72 Prozent).

Zum Bilanzstichtag belief sich das Anlage­vermögen des Porsche AG Konzerns – das heißt die Immateriellen Vermögenswerte, die Sachanlagen, die Vermieteten Vermögenswerte, die At Equity bilanzierten Finanzanlagen und die Sonstigen Finanzanlagen – auf 16.099 Millionen Euro, nach 14.404 Millionen Euro im vorangegangenen Geschäftsjahr.

Der Anteil des Anlagevermögens an der ­Bilanzsumme hat sich auf 42 Prozent erhöht (Vorjahr: 41 Prozent). Das Immaterielle ­Ver­mögen hat sich hierbei von 4.646 Millionen Euro auf 4.929 Millionen Euro erhöht. Die ­Zunahme ­betrifft zum einen aktivierte ­Entwicklungsleistungen, wobei die größten ­Zugänge die Baureihen 911 und Taycan ­betreffen. Zum anderen führen Zugänge bei den erworbenen Nutzungsrechten und ­ge­leistete Anzahlungen zu ­einer Erhöhung. Die ­Sach­anlagen haben sich im Wesentlichen bedingt durch Zugänge bei den Grundstücken und ­Gebäuden, den Betriebs- und Geschäfts­ausstattungen sowie den geleisteten An­zahlungen und Anlagen im Bau im Vergleich zum Vorjahr um 1.025 Millionen Euro auf 6.928 Millionen Euro erhöht. Die ­Zugänge ­betreffen hierbei im Wesentlichen Werkzeuge und Baumaßnahmen für die neuen Fahrzeuggenerationen. Die Vermieteten Vermögens­werte stiegen gegenüber dem ­Vorjahr um 321 Millionen Euro auf 3.776 Millionen Euro an. In dieser Position werden im Rahmen von Operating Leasing­verhältnissen an Kunden vermietete Fahrzeuge aus­gewiesen.

Die langfristigen Sonstigen finanziellen Ver­mögenswerte haben sich um 505 Millionen Euro auf 8.398 Millionen Euro verringert. Der Rückgang resultiert aus der Marktbewertung derivativer Finanzinstrumente.

Die Latenten Ertragsteueransprüche betrugen 730 Millionen Euro, nach 370 Millionen Euro im Vorjahr.

Der Anteil des kurzfristigen Vermögens an der Bilanzsumme beläuft sich auf 29 Prozent nach 28 Prozent im Vorjahr. Die Vorräte ­erhöhten sich von 3.051 Millionen Euro im Vorjahr auf 3.889 Millionen Euro zum Ende des Berichtszeitraums.

Die lang- und kurzfristigen Forderungen aus ­Finanzdienstleistungen haben sich von 2.095 Millionen Euro auf 2.386 Millionen Euro erhöht. Darin enthalten sind im Wesentlichen Forderungen aus Finanzierungsleasing­verträgen ­sowie Forderungen aus Kunden- und Händlerfinanzierung.

Die kurzfristigen Sonstigen finanziellen Ver­mögenswerte haben sich um 451 Millionen Euro auf 2.292 Millionen Euro erhöht. Der ­Anstieg betrifft im Wesentlichen das Verrechnungskonto mit der Porsche Holding Stuttgart GmbH, Forderungen aus Darlehen gegenüber VW-Konzerngesellschaften und Forderungen aus der Umlage Umsatzsteuerorganschaft in Höhe von 569 Millionen Euro. Demgegenüber ­resultiert aus der Marktbewertung ­derivativer Finanzinstrumente ein Rückgang von 150 Millionen Euro.

Die Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingeldanlagen haben sich um 432 Millionen Euro auf 2.635 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr reduziert.

Das Eigenkapital des Porsche AG Konzerns hat sich gegenüber dem vorherigen Abschlussstichtag um 1.277 Millionen Euro auf 16.477 Millionen Euro erhöht und beinhaltet einen ­gegenläufigen Gesamteffekt aus der Erst­anwendung der neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 9 und IFRS 15 in Höhe von 7 Millionen Euro. Das Ergebnis nach Steuern, die Neubewertung aus Pensionsplänen nach Steuern, ­Ergebnisabführung und Dividendenzahlung in Höhe von insgesamt 785 Millionen Euro wirkten sich ebenso wie die Währungsumrechnung in Höhe von 68 Millionen Euro und eine Kapitaleinlage durch die Porsche ­Holding Stuttgart GmbH in Höhe von 1.208 Millionen Euro erhöhend aus. Eigenkapitalmindernd wirkte sich hingegen die Veränderung nach Steuern in der Rücklage für Sicherungsgeschäfte um 782 Millionen Euro aus.

Die langfristigen Schulden betreffen die ­Finanzschulden, die Pensionsrückstellungen, die Latenten Ertragsteuerverpflichtungen, die Sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten, die Sonstigen Verbindlichkeiten sowie die Sonstigen Rückstellungen. Sie erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 581 Millionen Euro auf 9.665 Millionen Euro. Der Anteil der lang­fristigen Schulden am Gesamtkapital Ende des Geschäftsjahres blieb mit 26 Prozent unver­ändert zum Vorjahr.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen haben sich um 326 Millionen Euro erhöht. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der anspruchsberechtigen Mitarbeiter zurückzuführen.

Die langfristigen Sonstigen finanziellen ­Verbindlichkeiten haben sich um 96 Millionen Euro erhöht. Der Zugang betrifft im Wesent­lichen die Marktbewertung derivativer ­Finanz­instrumente.

Die Latenten Ertragsteuerverpflichtungen betrugen 650 Millionen Euro, nach 614 Millionen Euro im Vorjahr.

Die kurzfristigen Schulden haben sich von 10.735 Millionen Euro auf 12.017 Millionen Euro erhöht, wobei der Anteil am Gesamt­kapital zum Ende des Geschäftsjahres mit 31 Prozent unverändert zum 31. Dezember 2017 blieb.

Die lang- und kurzfristigen Finanzschulden ­haben sich von 5.457 Millionen Euro auf 6.043 Millionen Euro erhöht. Der Anstieg ­resultierte im Wesentlichen aus der Refinan­zierung des Finanzdienstleistungsgeschäfts in Form von Asset-Backed-Securities-Trans­aktionen und Bankdarlehen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind mit 3.134 Millionen Euro nach 3.048 Millionen Euro im Jahr zuvor ­angestiegen. Diese Erhöhung ist auf gestie­gene ­Investitions- und Geschäftsvolumina ­zurückzuführen.

Die kurzfristigen Sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten beliefen sich auf 3.441 Millionen Euro (Vorjahr: 3.060 Millionen Euro). Der Anstieg betrifft im Wesentlichen die Veränderung aus der Marktbewertung derivativer Finanzinstrumente um 159 Millionen Euro ­sowie die Erhöhung der Verbindlichkeit aus ­Ergebnisabführung an die Porsche Holding Stuttgart GmbH um 133 Millionen Euro.

 

Vermögenslage
  • 1) Das Vorjahr wurde angepasst

FINANZLAGE

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beläuft sich in der Berichtsperiode 2018 auf 3.845 Millionen Euro, nach 4.069 Millionen im Vorjahr. Die wesentlichen Effekte resultieren aus dem gestiegenen Ergebnis und erhöhten Abschreibungen sowie gegenläufig aus angestiegenen Ertragssteuerzahlungen, zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträgen und gestiegenen Abflüssen bei den Vorräten.

Aus dem Cashflow aus Investitionstätigkeit ­ergab sich in der Berichtsperiode ein Mittel­abfluss in Höhe von 3.566 Millionen Euro nach 3.140 Millionen Euro im Vorjahr. Die Inves­titionen bei den Immateriellen Vermögens­werten (ohne aktivierte Entwicklungskosten) und Sachanlagen haben sich von 1.762 Millionen Euro im Vorjahr auf 2.093 Millionen Euro in der aktuellen Berichtsperiode erhöht. Die Zugänge bei den aktivierten Entwicklungs­kosten betragen 1.064 Millionen Euro, nach 1.337 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2017.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit hat sich von minus 744 Millionen Euro im Vorjahr auf minus 606 Millionen Euro im aktuellen ­Geschäftsjahr verändert.

Die Auszahlungen aus Ergebnisabführung und Dividenden führten zu einem Mittelabfluss in Höhe von 2.157 Millionen Euro (Vorjahr: 2.371 Millionen Euro). Dem entgegen erfolgten Kapitaleinzahlungen durch die Porsche Holding Stuttgart GmbH mit 1.208 Millionen Euro (Vorjahr: 1.312 Millionen Euro).

Die Nettoliquidität des Teilkonzerns Auto­mobile – also die Bruttoliquidität vermindert um die Finanzschulden ohne jeweilige Berücksichtigung des Finanzdienstleistungsbereichs – verbesserte sich von 2.231 Millionen Euro zum 31. Dezember 2017 auf 2.306 Millionen Euro zum 31. Dezember 2018.

 

ERTRAGSLAGE

Das Ergebnis nach Steuern im Porsche AG Konzern ist von 3.016 Millionen Euro in der entsprechenden Vorjahresperiode um 102 Millionen Euro auf 3.118 Millionen Euro im aktuellen Geschäftsjahr gestiegen. Die Steuerquote beträgt in der aktuellen Berichtsperiode 32 Prozent (Vorjahr: 25 Prozent).

Der Konzernumsatz des Porsche AG Konzerns beläuft sich in der aktuellen Berichts­periode auf 25.784 Millionen Euro, nach 23.491 ­Millionen Euro im Vorjahr. Im abgelaufenen ­Geschäftsjahr setzte der Porsche AG Konzern 243.054 Neufahrzeuge ab. Dies entspricht ­einer Absatzsteigerung von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum Absatz- und Umsatz­anstieg hat vor allem der Anstieg bei der ­Baureihe Cayenne um 13.440 auf 70.146 Neufahrzeuge beigetragen. Der Macan ist mit 82.244 abgesetzten Neufahrzeugen weiterhin die absatzstärkste Baureihe, allerdings ist der Absatz der Baureihe Macan im laufenden Geschäftsjahr modellwechselbedingt um 13.296 Neufahrzeuge rückläufig. Regional ­betrachtet ist China mit 79.370 abgesetzten Neufahrzeugen ­weiterhin der größte Markt. Im laufenden ­Geschäftsjahr konnte dort ein ­Absatzanstieg von 12 Prozent erzielt werden. Zudem hat sich in diesem Jahr der Markt ­Nordamerika mit ­einem Absatz von 66.801 Neufahrzeugen ­positiv entwickelt. Dies entspricht einem ­Absatzanstieg von 3 Prozent.

Die Kosten der Umsatzerlöse sind umsatzabhängig auf 18.629 Millionen Euro angestiegen (Vorjahr: 16.688 Millionen Euro) und betragen 72 Prozent der Umsatzerlöse – im Jahr zuvor waren es 71 Prozent. Absolut haben sich die Kosten der Umsatzerlöse um 1.941 Millionen Euro erhöht; dies entspricht einem Anstieg von 12 Prozent. Dieser leicht überproportionale Anstieg ist bedingt durch höhere aufwandswirksam verrechnete Forschungs- und Entwicklungskosten. Die Aktivierungsquote der Forschungs- und Entwicklungskosten beträgt 49 Prozent (Vorjahr: 58 Prozent). Der leicht überproportionale Anstieg der Umsatzkosten führte zu einem Rückgang der Bruttomarge von 29 auf 28 Prozent.

Die Vertriebskosten sind aufgrund des Absatzanstiegs von 1.856 Millionen Euro auf 1.901 Millionen Euro angestiegen. Die Verwaltungskosten haben sich von 1.028 Millionen Euro auf 1.103 Millionen Euro ebenfalls leicht erhöht. In Relation zu den Umsatzerlösen sind die Vertriebskosten mit 7 Prozent (Vorjahr: 8 Prozent) leicht zurückgegangen, ­während die Verwaltungskosten mit 4 Prozent (Vorjahr: 4 Prozent) konstant geblieben sind.

Die in den einzelnen Funktionsbereichen ­enthaltenen Personalaufwendungen des Porsche AG Konzerns haben sich von 3.200 Millionen Euro auf 3.613 Millionen Euro erhöht. Der Anstieg der Personalauf­wendungen ist im Wesentlichen bedingt durch den Anstieg der Mitarbeiterzahl, die im ­Jahresdurchschnitt um 2.058 auf 31.091 ­zugenommen hat.

Die auf die Funktionsbereiche aufgeteilten ­Abschreibungen erhöhten sich auf 2.567 Millionen Euro, nach 2.276 Millionen Euro im ­Vorjahr. Dieser Anstieg betrifft im Wesentlichen die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten sowie Sachanlagen.

Die Sonstigen betrieblichen Erträge sind von 1.142 Millionen Euro auf 813 Millionen Euro gesunken. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem geänderten Ausweis der ­Erträge aus Währungssicherungsinstrumenten. Diese werden mit Erstanwendung des IFRS 9 ab 2018 in den Umsatzerlösen ausgewiesen. Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich von 917 Millionen Euro auf 675 Millionen Euro reduziert. Der Rückgang ­resultiert analog zu den sonstigen betrieb­lichen ­Erträgen aus der Ausweisänderung der Aufwendungen aus Währungssicherungs­instrumenten.

Das Operative Ergebnis beläuft sich auf 4.289 Millionen Euro und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 145 Millionen Euro erhöht.

Das Finanzergebnis beläuft sich auf 263 Millionen Euro (Vorjahr: minus 98 Millionen Euro). Der Anstieg des Finanzergebnisses resultiert zum einen aus höheren Erträgen aus der ­Fair-Value-Bewertung im Wesentlichen auf Devisenkurs- und Zinssicherungsgeschäften, die nicht in das Hedge Accounting einbezogen werden. Zum anderen wurde das Finanz­ergebnis im Vergleich zum Vorjahr durch Verlagerung des Ausweises der Zeitwertkomponente von Währungssicherungsgeschäften vom ­Finanzergebnis in das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2018 entlastet (Erstanwendung des neuen Rechnungslegungsstandards „IFRS 9 – Finanzinstrumente“).

Die gesunde Kostenstruktur und die nachhaltig hohe Ertragskraft des Konzerns spiegeln sich auch in den wesentlichen Renditekenngrößen wider. So erzielte der Porsche AG ­Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Operative Umsatzrendite von 16,6 Prozent (Vorjahr: 17,6 Prozent). Die Umsatzrendite vor Steuern beträgt 17,7 Prozent (Vorjahr: 17,2 Prozent). Die Kapitalrendite, definiert als Operatives Ergebnis nach Steuern im Verhältnis zum durchschnittlichen investierten Vermögen des Teilkonzerns Automobile ­beträgt 24,5 Prozent (Vorjahr: 28,2 Prozent). Die Eigenkapitalrendite nach Steuern beträgt 19,7 Prozent (Vorjahr: 22,2 Prozent).

Ertragslage
  • 1) Das Vorjahr wurde aufgrund der Erstanwendung der neuen Rechnungslegungsstandards „IFRS 9 – Finanzinstrumente“ und „IFRS 15 –Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ angepasst