Beschaffung

Im Jahr 2018 hat Porsche die Zahl der Neufahrzeug-Auslieferungen erneut gesteigert – auf insgesamt 256.255 Fahrzeuge. Zu diesem Erfolg hat die Beschaffung einen wichtigen Beitrag geleistet: Auf Basis einer engen partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der ­Zulieferindustrie stellte sie dauerhaft die ­zuverlässige Versorgung mit qualitativ hoch­wertigen Bauteilen sicher. Im Berichtsjahr konzentrierte sich die Beschaffung besonders auf strategisch wichtige Produkte und Themen zur Optimierung der Wertschöpfungskette. Die Vernetzung mit den Lieferanten konnte weiter intensiviert und die Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg aus­gebaut werden.

Für die Zukunft setzt Porsche verstärkt auf strategische Partnerschaften. Dabei wird die klassische Beauftragung nicht mehr die ­einzige Form der Zusammenarbeit mit Lieferanten sein. Porsche sichert sich den nach­haltigen Zugang zu innovativen Technologien und Produkten auch über neue, intelligente ­Kooperationsmodelle, mit deren Aufbau bereits begonnen wurde. Auch die Digitalisierung spielte im Berichtsjahr eine wichtige Rolle. So hat die Beschaffung mit innovativen Ideen eine Reihe neuer Apps entwickelt und ressortübergreifend eingesetzt.

Beschaffung von Produktionsmaterial und Nicht-Produktionsmaterial
Wie schon in den vergangenen Jahren konnte der Materialaufwand pro Fahrzeug im Berichtsjahr weiter optimiert werden. Auf Basis einer vertrauensvollen Zusammenarbeit hat Porsche seine Wirtschaftspartner frühzeitig über Produkt- und Kostenworkshops in den Optimierungsprozess einbezogen. Damit wurden deutliche Verbesserungen erzielt.

Im Jahr 2018 belief sich der Materialaufwand der Porsche AG auf 4.201 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2017: 4.985 Millionen Euro). Auch bei Dienstleistungen und Nicht-Produktionsmaterialien trug die Beschaffung maßgeblich dazu bei, dass die Unternehmens­ziele erreicht wurden. Im Bereich der Investitionen betrug das Investitionsvolumen im Berichts­jahr 1.858 Millionen Euro. Der ­Zuwachs gegenüber dem Geschäftsjahr 2017 (1.684 Millionen Euro) ist vor allem auf die große Anzahl von Infrastrukturprojekten ­zurückzuführen, in denen sich das anhaltende Wachstum und die Zukunftsfähigkeit des ­Unternehmens widerspiegeln.

Modellanläufe
Für die Beschaffung standen im Berichtsjahr die Produktionsanläufe des neuen 911 und des Macan-Nachfolgers im Mittelpunkt. Auch die Vorbereitungen für den Start in die Elektromobilität mit dem Taycan im Jahr 2019 liefen auf Hochtouren. Außerdem kaufte die Beschaffung für alle Produktneuheiten eine Vielzahl von Teilen ein und führt die Fahrzeuge – Hand in Hand mit der Entwicklung, Qualitätssicherung, Produktion sowie den ­Lieferanten – zur Serienreife. Neben den permanenten Verbesserungen am Fahrzeug ­spielen auch die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung eine wichtige Rolle. Daraus ­ergeben sich für das Ressort Beschaffung neue Aufgaben.

Strategie 2025
Die Beschaffung leitet aus der Porsche Stra­tegie 2025 und den globalen Trends auf den Märkten vier strategische Ziele ab. Erstens: Top-Qualität zu wettbewerbsfähigen Konditionen durch die aktive Gestaltung technischer und ökologischer Innovationen. Zweitens: Effizienz über die gesamte Laufzeit der Produkte. Drittens: Verlässlichkeit durch ständige Verfügbarkeit sowie gleichbleibend hohe Güte der Kaufteile und stabile, effiziente Warenströme. Viertens: steigende Attraktivität als Arbeit­geber für Talente und eine hohe Zufriedenheit der Belegschaft durch die Schaffung optimaler Arbeitsbedingungen.

Im Rahmen der Strategie-Initiative setzte die Beschaffung im Berichtsjahr eine Reihe von Projekten um. So wurde der Austausch mit Lieferanten weiter intensiviert und das Thema Nachhaltigkeit tiefer in der Lieferkette ver­ankert. Außerdem wurde das Beschaffungsmarketing ausgebaut, um Studierende, ­Absolventen und Professionals für den komplexen Themenbereich der Beschaffung zu ­interessieren. Dazu gehörten unter anderem Kooperationen mit Hochschulen wie der ­Universität Mannheim. Porsche-Mitarbeiter gewinnen dadurch inhaltlich neue Erkenntnisse. Umgekehrt erhalten Studierende durch ­Exkursionen, Vorträge und in der Praxis Ein­blicke in die Arbeit des Unternehmens.

Innovationsmanagement
Porsche agiert in einem Umfeld, das von ­rasanten Veränderungen geprägt ist. Die vo­ranschreitende Globalisierung, anspruchsvolle Kunden, ein verstärkter Wettbewerb um Zeit und Wissen, gegensätzliche Denk- sowie ­Arbeitsweisen der IT- und Automobilbranche sind nur einige Herausforderungen, denen sich das Unternehmen stellen muss. Um Trends und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, holt sich Porsche auch aus der Zulieferbranche kontinuierlich neue Impulse.

Im Rahmen der „Porsche Supplier Innovation Days“ sollen zukunftsweisende Konzepte von Lieferanten bereits frühzeitig in das Unter­nehmen eingebunden werden. So lud das ­Innovationsmanagement Beschaffung und Entwicklung im Berichtsjahr zum Thema ­„Alternative Materialien und Leichtbau“ ein: Ausgewählte Lieferanten stellten den Porsche-Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen ihre neuartigen Fertigungskonzepte vor.

Auch im Vorfeld des Innovation Day rund um das Motto „Wohlbefinden in einem Porsche-Fahrzeug“ kontaktierten die Fach­bereiche ­Beschaffung, Entwicklung und ­Vertrieb gezielt Lieferanten sowie Start-ups und baten diese, ihre neuen Entwicklungen im Rahmen des Open-Innovation-Ansatzes einzureichen. Die mehr als 200 vorgeschlagenen Innovations­impulse wurden von inter­disziplinär besetzten Porsche-Teams bewertet. In die engere Auswahl kamen schließlich 60 „Well-being-­Inno­vationen“, die Lieferanten und Start-ups aus ­aller Welt im Forschungs- und Entwicklungszentrum in Weissach ­präsentieren ­konnten.

Beim „Porsche Supplier Tech Day“ gastierte der Sportwagenhersteller beim weltweit zweit­größten Automobilzulieferer, der ZF Friedrichshafen AG. Das Innovationsmanagement der Beschaffung und die Fahrwerk­vorentwicklung luden zu Präsentationen, Fachvorträgen und zum Austausch ein. Thema: Was sind die neues­ten Innovationen der Porsche-Zulieferer und wie setzt Porsche diese um? Die erfolgver­sprechende Reihe der „Porsche Supplier Innovation Days“ wird künftig weiter ausgebaut.

Workshops zum Thema Nachhaltigkeit
Auch in der Lieferkette spielt Nachhaltigkeit eine sehr wichtige Rolle – und die Bedeutung nimmt weiter zu. Die Beschaffung befasst sich schon länger intensiv mit allen Aspekten des Themas und hat dazu mehrere strategische Projekte umgesetzt. So hat Porsche im Berichtsjahr ein neues Konzept für Lieferantenworkshops entwickelt, um den Austausch mit den Wirtschaftspartnern zum Thema Nachhaltigkeit zu intensivieren. Gemeinsam werden dabei Ansätze zur Umsetzung von Nachhaltigkeitsaspekten identifiziert sowie mögliche Themenfelder für die weitere Zu­sammenarbeit definiert. Schon heute werden ­Lieferantenaudits zur Sicherung der Nach­haltigkeitsanforderungen durchgeführt. Sie sind das Fundament für eine dauerhafte Kooperation.

Sustainability-Rating
Die Beschaffung von Porsche achtet konsequent darauf, dass die Lieferanten sämtliche Anforderungen in Sachen Nachhaltigkeit ­erfüllen. So wurde im Berichtsjahr ein Konzept erstellt, so dass bereits beim Vergabeprozess Nachhaltigkeitsaspekte umfassend berücksichtigt werden. Zusätzlich zu den bestehenden Vergabe-­Ratings für Qualität, Entwicklung und Logistik führt Porsche zeitnah ein ­Sustainability-Rating für alle Zulieferer ein. Die Geschäftspartner sind über diese neue ­Anforderung bereits ­informiert worden. Mit diesem zusätzlichen Schritt lassen sich ­potenzielle ­Risiken in der Lieferkette frühzeitig vor einer Entscheidung für einen Geschäftspartner ­identifizieren. ­Zulieferer, welche die ­gesetzten Nachhaltigkeitsanforderungen nicht aus­reichend ­erfüllen, werden proaktiv mit ­Ver­besserungsmaßnahmen belegt, damit sie ­weiterhin als potenzielle ­Geschäftspartner ­infrage kommen.