Vision: Zero Impact Factory

Das Herz von Porsche schlägt in Zuffenhausen. Seit 80 Jahren ist Porsche mit diesem Standort verbunden. Nach wie vor wird das Unternehmen aus dem markanten Backsteinbau Werk 1 geführt, in dem 1938 alles begann. Um dieses historische Ensemble herum ist Porsche erheblich gewachsen.
 

Die Zahl der Beschäftigten stieg von 176 Mitarbeitern im Jahr 1938 auf aktuell mehr als 30.000 Personen. Mehr als 11.000 davon arbeiten am Standort in Zuffenhausen, der von der Größe eines Sportplatzes auf rund 670.000 Quadratmeter gewachsen ist – das entspricht 62 Fußballfeldern. 

„Die Entscheidung, den ersten vollelektrischen Sportwagen von Porsche, den Taycan, in Zuffenhausen zu fertigen, umfasst das größte Bau- und Erweiterungsvorhaben in der Geschichte des Unternehmens“, sagt Albrecht Reimold, Vorstand für Produktion und Logistik. „Das Stammwerk wird intelligent erweitert und fit gemacht für die Automobilproduktion der Zukunft.“ Alte, ineffiziente und weniger umweltfreundliche Gebäude machen neuen, ressourcenschonenden Bauten Platz – dies alles während der Serienproduktion ohne Unterbrechungen oder Verzögerungen. 

Innovative Raumnutzung ist Teil des Zukunftsprojekts Zuffenhausen. Die Produktion des Taycan 
in der neuen Montage- und Logistikhalle sowie im Karosseriewerk erstreckt sich auf mehreren Ebenen. Gebaut werden die Autos von oben nach unten. Nach der Abnahme rollen sie ebenerdig aus der Halle, fertig für den Weg zum Kunden. Die Technik, die den gesamten Produktionsablauf steuert, befindet sich im Keller – ein logistisches und raumeffizientes Meisterwerk. 

Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle. Der Taycan wird am Standort Zuffenhausen CO2-neutral produziert. Schon jetzt nutzen alle Porsche-Standorte Naturstrom. In Einklang mit dem Schritt in die Elektromobilität setzt Porsche darüber hinaus auf weitere Maßnahmen. So sorgt auch Biogas für grüne Wärme- und Stromerzeugung. Das spart zusätzlich mehrere Tausend Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr. Außerdem beeinflussen 42.000 Quadratmeter begrünte Dachflächen das lokale Klima positiv.

„Unsere Vision: eine Zero Impact Factory ohne Auswirkung auf die Umwelt“, so Reimold. „Es geht eben nicht allein um die CO2-Bilanz. Wir betrachten den Umweltaspekt ganzheitlich, beispielweise auch Ressourcenverbrauch, Abfall und Mobilität rund um den Standort.“ Die ersten zukunftsweisenden Schritte wurden bereits unternommen.
 

Energie

Porsche setzt auf intelligente, ressourcenschonende Energienutzung – zum Beispiel während der Lackierung von Karosserien: Durch den Einsatz einer „Regenerativen Nachverbrennung“ (RNV) wird weniger Gas für die Abluftreinigung benötigt. Dies sorgt insgesamt dafür, dass viel weniger Energie ungenutzt an die Umwelt abgegeben und ein großer Anteil der Abwärme für den Trocknungsprozess der Karossen genutzt wird. In Zahlen: RNV spart 750.000 Kilowattstunden pro Jahr, was einem Ausstoß von 319 Tonnen CO2-Emissionen entspricht.
 

Wasser

Wasser ist ein hohes Gut. Sparsam damit umzugehen, ist charakteristisch für die Umweltaktivitäten von Porsche. Kreislaufsysteme, Mehrfachverwendung sowie die sorgfältige Handhabe von Abwässern spielen eine wichtige Rolle. Natürliche Wasserkraft gilt allgemein als zukunftsträchtige und saubere Form der Energieerzeugung. Am Porsche-Stammsitz in Zuffenhausen ist die CO2-neutrale Stromversorgung durch Hydroenergie künftig ganz selbstverständlich.
 

Naturstrom

Für Porsche hat saubere Energieversorgung höchste Priorität. Schon heute besteht der für alle Standorte bezogene Strom aus 100 Prozent Wasserenergie. Seit 2019 hat der Stammsitz in Zuffenhausen zwei neue Blockheizkraftwerke, die Biogas in Wärme und elektrische Energie umwandeln.
 

Lärmschutz

Schall ist überall. Lärm gehört zu den Umweltbelastungen, von denen sich die Menschen am meisten betroffen fühlen. Tatsächlich ist Lärm ein ernst zu nehmender Stressfaktor, der zu erheblichen Gesundheitsbelastungen führen kann. Beim Lärmschutz ist Porsche deshalb besonders aktiv. Eine neue, rund 250 Meter lange Schallschutzwand entlang der nördlichen Grenze zum Werk 2 mindert die Schallemissionen in der Nachbarschaft erheblich – besonders die Geräuschkulisse des Logistikverkehrs. Eine weitere Lärmschutzmaßnahme betrifft die Anliefer- und Verladezone des neuen Taycan. Dort geht es deutlich ruhiger zu: Sie befindet sich nun innerhalb des Gebäudes.
 

Emissionen

Zuffenhausen ist auf einem guten Weg zum Null-Emissions-Standort. Zum Beispiel testet Porsche innovative Aluminium-Fassadenelemente an Gebäuden. Dank einer speziellen Titandioxid-Beschichtung sollen sie Stickstoffdioxide deutlich reduzieren. Die Beschichtung wirkt als Katalysator und spaltet bei Sonneneinstrahlung und bereits geringer Luftfeuchtigkeit die aufgenommenen Schadstoffpartikel in die unschädlichen Bestandteile Wasser und Nitrat. In einem ersten Pilotprojekt testet Porsche die NOx-absorbierende Hightechfassade auf einer 126 Quadratmeter großen Fläche. Schon auf diesem Areal in der Größe von zehn Parkplätzen verrichtet diese Bauweise die Arbeit von zehn Bäumen. Verläuft das Pilotprojekt erfolgreich, könnten die sogenannten NOx-Fassaden in Zuffenhausen verstärkt zum Einsatz kommen. Auch die regenerative Nachverbrennung in der Lackiererei entlastet die Umwelt, da sie die entstehenden Lösemittel stark minimiert und durch Energierückgewinnung große Mengen Erdgas einspart.

 


James Dawe ist Visual Artist und Illustrator mit dem Spezialgebiet Mixed Media Collage. Seine digitalen Verzerrungen und 3D-Experimente streifen verschiedene Themen von Mode bis Fußball.