Zufriedene Kunden, wirtschaftliche Stabilität, wertschaffendes Wachstum und gesellschaftliche Akzeptanz stehen im Mittelpunkt aller Unternehmensaktivitäten von Porsche. Unternehmerische Verantwortung beginnt mit dem Selbstverständnis, einen aktiven Beitrag zum Schutz der natürlichen Lebensbedingungen auf der Erde sowie zu unserem gesellschaftlichen Umfeld zu leisten. Ökonomische Effizienz, ökologisches Bewusstsein und soziale Verantwortung schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Gemeinsam schaffen sie Mehrwert für die Stakeholder von Porsche. Als Unternehmen ist Porsche integraler Bestandteil der Gesellschaft. Ethisches Verhalten ist deshalb essenziell. Porsche lebt den fairen Wettbewerb und handelt nicht nur legal, sondern auch legitim. Das Unternehmen geht systematisch gegen Korruption vor, respektiert die Einhaltung international anerkannter Menschenrechte und lehnt jedwede Form von Zwangs- und Kinderarbeit kategorisch ab.


Kunden & Händler

Kundenbeziehungen
Wichtigster Partner für jedes Unternehmen sind seine Kunden. Sie sind gleichzeitig Antrieb und Voraussetzung jeglichen Wirtschaftens. Porsche stellt hohe Ansprüche an die Pflege seiner Kundenbeziehungen und strebt danach, diese für die Produktwelten exklusiver Sportwagen und Smart Mobility zu begeistern. Nicht nur die Käufer und Interessenten, auch die eigenen Mitarbeiter, die Zulieferer sowie Dienstleister bezieht das Unternehmen mit ein. Aufrichtige Kooperation schafft Vertrauen. Und Vertrauen schafft wirtschaftliche Stabilität sowie die langfristige Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen zur Förderung der regionalen Wirtschaft. Umsatz, operatives Ergebnis und Auslieferungen der Porsche AG erreichten in der Berichtsperiode Höchststände, ebenso die Beschäftigung. Das Jahr 2017 war das erfolgreichste Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte. In Summe wurden mit 246.375 Einheiten mehr Neufahrzeuge an Kunden übergeben als je zuvor in der Geschichte von Porsche. Das Wachstum gegenüber 2016 belief sich auf vier Prozent.

Interaktion und Dialog mit seinen Kunden bilden daher für Porsche eine wesentliche strategische Dimension. Eine eigene Hauptabteilung bündelt die Aufgaben von der weltweiten Kundenmarktforschung über das Kundendatenmanagement bis zur individuellen Bearbeitung von Kundenanliegen. Als Querschnittsfunktion unterstützt sie alle Kernprozesse der Interessenten- und Kundenbetreuung in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachbereichen.

Neben den klassischen Kommunikationskanälen baut das Unternehmen neue Kontaktmöglichkeiten für seine Kunden immer weiter aus. Apps, Social Media Kanäle, Chatfunktionen, aber auch das übergreifende personalisierte Kundenportal My Porsche dienen nicht nur der unkomplizierten und schnellen Information der Kunden, sondern auch der individuellen Interaktion mit dem Unternehmen. Selbstverständlich bleibt auch der persönliche Kontakt wichtig, um langfristige Kundenbindungen zu etablieren und zu erhalten. Konstruktive Kritik ist für Porsche eine Chance, um Produkte und Prozesse immer weiter zu optimieren. Die weltweite Porsche Kundenmarktforschung zielt darauf ab, Kundenbedürfnisse und -erwartungen zu erfahren, aufzugreifen, gesamtheitlich zu interpretieren und damit frühzeitig in die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen einfließen zu lassen. Dazu dienen weltweit mehr als 200.000 Kundenbefragungen pro Jahr. Das Ergebnis der Bemühungen in der Kundenbetreuung und -kommunikation gemeinsam mit den Handelspartnern: In der APEAL Studie des US-Meinungsforschungsinstitutes J.D. Power belegte Porsche 2017 zum dreizehnten Mal in Folge den ersten Platz in der Gesamtwertung.

Forum Produktqualität und Kundenzufriedenheit
Die Kenntnis und Adressierung von Kundenanliegen sind für Porsche von großer Bedeutung. So stehen im „Forum Produktqualität und Kundenzufriedenheit“ die Bedürfnisse und Anliegen der Kunden im Mittelpunkt. Hier werden auf Vorstandsebene technische Qualitätsthemen diskutiert und auch die Treiber von Kundenzufriedenheit und Kundenbegeisterung thematisiert. Ursachen, die zu Unzufriedenheit führen können, werden offen angesprochen, damit schnelle Lösungen im Sinne der Kunden gefunden werden. Die enge Zusammenarbeit von Technikern, Vertretern des Qualitätswesens sowie der Bereiche Customer Relations und After Sales beschleunigt die Prozesse und bewirkt eine Fokussierung auf die konkreten Bedürfnisse der Kunden. So werden bereichsübergreifend fundierte, schnelle Entscheidungen des Vorstands ermöglicht und eine rasche Umsetzung für die Kunden sichergestellt. Produkt- und Betreuungsqualität gehen somit Hand in Hand.

Normenausschuss Service Excellence
Ausgezeichneter Service ist für Porsche ein zentrales Anliegen. Entsprechend engagiert sich das Unternehmen über den Bereich Customer Relations auf deutscher und europäischer Ebene im Bereich der „Service Excellence“. Auf europäischer Ebene hat sich Porsche etwa über das Deutsche Institut für Normung e. V. (DIN) im Projektkomitee „Service Excellence Systems“ eingebracht, das Leitlinien für exzellenten Service mit dem Ziel anhaltender Kundenbegeisterung erarbeitet. Gleichzeitig fließen die Anregungen, die aus der Zusammenarbeit mit Vertretern unterschiedlichster Unternehmen und Organisationen anderer europäischer Länder resultieren, in die eigenen Kundenprozesse ein und kommen so den Porsche-Kunden immer wieder unmittelbar zugute.

Händlernachhaltigkeitsinitiative
Die Porsche AG unterstützt mit der „Dealership Sustainability Initiative“ die Handelsbetriebe weltweit bei Planung, Bau und Betrieb ökologisch nachhaltiger Porsche Zentren. Porsche stellt seinem internationalen Netzwerk dazu ein umfassendes Planungshandbuch bereit. Das Handbuch adressiert alle Bereiche der ökologischen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz und stellt speziell auf die Porsche-Architektur abgestimmte Lösungen vor. Das Themenspektrum reicht von Wassereinsparung über Baukonstruktion, Gebäudetechnik und erneuerbare Energien bis hin zu Informationen zum Umgang mit Gefahrgut.

Da sich auch bei Bestandsgebäuden ein Blick auf die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit lohnt, widmet sich ein Kapitel des Handbuchs speziell den Optimierungen im laufenden Betrieb. Die Maßnahmenpakete sind vielseitig anwendbar und beinhalten neben kurzfristig umzusetzenden Ansätzen wie Nutzerschulungen, dem Einsatz von Wasserspararmaturen oder einer Umstellung auf Ökostrom auch umfangreichere Sanierungsoptionen wie etwa den Austausch des Heiz- oder Kühlsystems.

Ein weiteres Pilotprojekt zur ökologisch sinnvollen Gestaltung der Porsche-Handelsbetriebe ist der modulare Photovoltaik-Carport. Gemeinsam mit dem Büro CIP Architekten Ingenieure aus Stuttgart hat Porsche diesen modularen Carport entwickelt. Mit seiner filigranen Tragstruktur mit integrierten Porsche Universalladegeräten (AC) und einer Dachfläche aus semitransparenten Glas-Glas-Photovoltaikmodulen ermöglicht das Bauwerk das Laden von Plug-in-Hybrid- und Elektrofahrzeugen mit lokal regenerativ erzeugtem Strom. Ein Carport-Modul mit einer Dachfläche von 33 Quadratmetern ermöglicht dabei die Erzeugung von mehr als 3.000 Kilowattstunden Energie pro Jahr. Dies ist ausreichend für über 200 Batterieladungen eines Panamera 4 E-Hybrid und ermöglicht umgerechnet eine rein elektrische Reichweite von 10.000 Kilometern. Im Berichtsjahr 2017 erfolgte die Inbetriebnahme des ersten Photovoltaik Carports am neuen Porsche-Standort auf Sylt. Die filigrane Tragestruktur mit integrierten Porsche-Universal-Ladegeräten und einer Dachfläche aus semitransparenten Glas-Glas-Photovoltaikmodulen erzeugt mehr als 3.000 Kilowattstunden Energie pro Jahr – ausreichend Strom für rund 200 Batterieladungen eines Panamera 4 E-Hybrid oder umgerechnet rund 10.000 Kilometer Reichweite. Im Rahmen des Engagements auf der Insel Sylt hat Porsche bereits neun Ladesäulen auf der Nordseeinsel installiert. Ziel der Initiative ist es, Fahrern von Hybridfahrzeugen ein ausreichendes Ladenetz auf der Insel zu bieten. Die Ladesäulen sind nicht nur für Porsche-Fahrer nutzbar, vielmehr können die universellen AC-Ladesäulen mit den gängigen Hybridfahrzeugen genutzt werden.

Durch die weltweite Kundenmarktforschung stellt Porsche sicher, dass Kundenbedürfnisse bereits frühzeitig in die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen einfließen – und damit auch langfristige Kundenbindung ermöglichen. Jedes Jahr führt das Unternehmen daher über 150.000 Befragungen bei Kunden weltweit durch.

Um optimale Betreuungsprozesse für Kunden und Interessenten zu konzipieren und weltweit umzusetzen, entwickelt Porsche sein weltweites Customer Relationship Management System „CRM@Porsche“ kontinuierlich weiter. Die hohe Zahl der Systemnutzer weltweit dokumentiert eindrucksvoll die hohe Akzeptanz dieser hochintegrierten, innovativen Plattform und das Bestreben individueller und langfristiger Kundenprozesse auf allen Vertriebsstufen und über alle Kanäle hinweg.

Kritische Kundenrückmeldungen versteht Porsche als Chance, sich im Sinne einer lernenden Organisation weiterzuentwickeln und seine Kundenorientierung auszubauen. Das Unternehmen sucht fortlaufend nach individuellen Lösungen, um auch in besonderen Situationen dem Anspruch der langfristigen Kundenbindung, getreu dem Motto „car for life – customer for life“, gerecht zu werden.


Lieferanten

Nachhaltigkeit in der Lieferantenbeziehung
Die Porsche Beschaffung kauft zentral Produktionsmaterial, Dienstleistungen und Sachinvestitionen ein. Angesichts des stetig steigenden Absatzes von Porsche-Fahrzeugen in den vergangenen Jahren und den damit einhergehenden Anforderungen an die Beschaffung, ist dieser Unternehmensbereich zunehmend in den Fokus des Nachhaltigkeitsmanagements gerückt. Die Zusammenarbeit zwischen Porsche und seinen Lieferanten basiert dabei auf Vertrauen und gemeinsamen Werten. Kern und zentrales Kriterium für die Zusammenarbeit bildet die Einhaltung von Nachhaltigkeitsanforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Die Porsche AG duldet keine Menschenrechtsverstöße. Gemäß des UK Modern Slavery Acts veröffentlicht Porsche deshalb das "Slavery and Human Trafficking Statement". Weitere Informationen finden Sie hier.

Organisationsstruktur
Der Einkaufsbereich der Porsche AG wurde im Zuge der Eingliederung des Unternehmens in den Volkswagen Konzern weitgehend in die konzernweite Beschaffungsorganisation integriert. Zur gemeinsamen Beschaffung sind entsprechende Strukturen, Prozesse und Systeme etabliert worden. Die von Porsche getroffenen Vergabeentscheidungen werden daher weitreichend mit dem Volkswagen Konzern koordiniert und abgestimmt. Seit 2013 ist Porsche aktiver Teil des konzernweiten Beschaffungsnetzwerks Nachhaltigkeit und vollständig in das Konzept „Nachhaltigkeit in den Lieferantenbeziehungen“ eingebunden. Die konzernweite Organisation der Beschaffung und die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Marken und Regionen ermöglicht es Porsche so, auf das gesamte Expertenwissen und die weltweiten Kapazitäten des Volkswagen Konzerns zurückzugreifen. Diese Ressourcen nutzt Porsche beispielsweise auch, um Mitarbeiter und Führungskräfte zum Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren.

Nachhaltigkeitskonzept und -strategie
Das Konzept „Nachhaltigkeit in den Lieferantenbeziehungen“ sorgt innerhalb des Volkswagen Konzerns dafür, dass die hohen Umwelt- und Sozialstandards auch von den Geschäftspartnern berücksichtigt werden. Das Konzept basiert auf drei Säulen:

Nachhaltigkeitsanforderungen für Lieferanten, die alle Zulieferer vor Abgabe eines Angebots über die Konzern Business Plattform zur Kenntnis nehmen müssen und die im Rahmen der Beauftragung vertraglich fixiert werden

Früherkennungssystem zur Identifizierung und Minimierung von Risiken entlang der Wertschöpfungskette

Lieferantenmonitoring und -entwicklung

Die Effektivität dieses Konzepts wird hierbei regelmäßig durch Benchmarks mit anderen Unternehmen sowie durch intensive Analyse der Ergebnisse von Nachhaltigkeitsratings überprüft. Darüber hinaus führt der Volkswagen Konzern einen eintägigen Stakeholderdialog zur Nachhaltigkeit in der Lieferkette durch. Auch Porsche tauscht sich in diesem Zusammenhang mit Geschäftspartnern, Verbänden sowie NGOs aus und gewinnt so wertvolle Hinweise für die weitere Optimierung und Entwicklung.

Nachhaltigkeitsanforderungen
Die Grundlage des genannten Konzepts sind die „Anforderungen des Volkswagen Konzerns zur Nachhaltigkeit in den Beziehungen zu Geschäftspartnern (Code of Conduct für Geschäftspartner)“. Diese Anforderungen gelten auch für alle Porsche-Lieferanten und die von Porsche beschafften Waren und Dienstleistungen. Dabei wird jegliches korrumpierende und unternehmensschädigende Verhalten im Geschäftsalltag abgelehnt, ebenso Verstöße gegen Umwelt- und Sozialstandards. Die Einhaltung des Wettbewerbs- und Kartellrechts wird vorausgesetzt und überprüft. Die Anforderungen basieren unter anderem auf der Achtung der international anerkannten Menschenrechte, der Charta der Internationalen Handelskammer und den OECD-Richtlinien für eine langfristige und tragfähige Entwicklung. Darüber hinaus bilden die einschlägigen Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO das Fundament der Nachhaltigkeitsanforderungen. Dazu gehört die Beachtung des Rechts auf Meinungsfreiheit, Schutz vor Willkür und Verbot der Diskriminierung bei der Arbeit, Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit, das Grundrecht auf Vereinigungsfreiheit sowie das Recht auf Gleichbehandlung und angemessene Entlohnung. Auch wird erwartet, dass alle Lieferanten der OECD-Leitlinie zur Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten für Minerale aus Konflikt- und Hochrisikogebieten nachkommen. Von allen Lieferanten erwartet Porsche grundsätzlich, dass sie ihrerseits einen hohen Stellenwert von Nachhaltigkeitsaspekten bei ihren Zulieferern sicherstellen.

Risikoanalyse
Neue Lieferanten und Geschäftspartner durchlaufen bei Porsche einen Integritätscheck. Ziel des Prozesses ist es, im Vorfeld einer Geschäftsbeziehung Kenntnisse über den potenziellen Geschäftspartner zu erlangen, um so das Risiko einer geschäfts- und unternehmensschädigenden Zusammenarbeit zu reduzieren. Dieser sogenannte „Businesspartner Check“ wird vor der Freischaltung neuer Lieferanten auf der Konzern Business Plattform durchgeführt.

Zudem hat der Volkswagen Konzern mit der Unterstützung unabhängiger Institutionen eine Länder-Risikoanalyse vorgenommen, auf die Porsche Zugriff hat. Demnach wird ein erhöhtes Risiko zur Nichteinhaltung der Nachhaltigkeitsanforderungen in Brasilien, Indien, China, Mexiko und Russland gesehen. Daher wird im Volkswagen Konzern bei der Lieferantenentwicklung ein besonderer Fokus auf diese Länder gelegt. Ein Problemfeld stellen außerdem die sogenannten Konfliktmineralien dar. Informationen zu den vom Lieferanten oder Sub-Lieferanten genutzten Schmelzen oder Raffinerien für Mineralien müssen daher auf Anfrage übermittelt werden. Zu diesem Zweck wird die Verwendung der standardisierten Reporting-Vorlage der Responsible Minerals Initiative (RMI) empfohlen. Mit Hilfe der Daten der RMI informiert der Volkswagen Konzern dann Lieferanten, die in einer Geschäftsbeziehung zu einer konfliktbehafteten Schmelze oder Raffinerie stehen, über die Möglichkeit zur Nutzung einer konfliktfreien Schmelze oder Raffinerie.

Integration in den Beschaffungsprozess – Konzern Business Plattform
Die Konzern Business Plattform von Volkswagen ist das zentrale System zur Interaktion mit den Lieferanten. Hier sind die zentralen Beschaffungsanwendungen zusammengefasst. Neben der interaktiven Funktionalität für den Geschäftsalltag ist die Konzern Business Plattform auch ein Informationsmedium. Hier finden Lieferanten die „Anforderungen des Volkswagen Konzerns zur Nachhaltigkeit in den Beziehungen zu Geschäftspartnern (Code of Conduct für Geschäftspartner)“ sowie alle Informationen zum Konzept „Nachhaltigkeit in den Lieferantenbeziehungen“. Alle Porsche-Lieferanten müssen bei der ersten Angebotsabgabe und danach mindestens alle zwölf Monate die Nachhaltigkeitsanforderungen zur Kenntnis nehmen. Ohne Kenntnisnahme kann ein Lieferant kein Angebot abgeben. Die Nachhaltigkeitsanforderungen sind zudem in den Porsche-Lieferverträgen als verbindlicher Bestandteil verankert und weitere zusätzliche Anforderungen hinsichtlich Mindestlohn und Compliance in den Allgemeinen Einkaufsbedingungen von Porsche integriert.

Lieferantenmonitoring
Alle Zulieferer sind aufgefordert, einen Fragebogen zum Thema Nachhaltigkeit auszufüllen. Bei nicht zufriedenstellenden Antworten wird der Lieferant um eine direkte schriftliche Stellungnahme gebeten. Dies geschieht auch bei begründeten Verdachtsmomenten und möglichen Abweichungen zu den bestehenden Nachhaltigkeitsanforderungen. Die Stellungnahme wird von Experten des betreffenden Sachgebiets überprüft. Ist die Antwort nicht zufriedenstellend, werden weitere Maßnahmen definiert und ergriffen. Porsche besitzt für diese Fälle ein eigenes definiertes Ad-hoc-Expertenteam. Daneben steht der verantwortliche Porsche-Markenvertreter bei Verdachtsmomenten in enger Abstimmung mit den anderen Vertretern der Marken und Regionen des Volkswagen Konzerns und kann so auf weitere Ressourcen vor Ort zugreifen. Im Jahr 2017 gab es unter der Führung von Porsche fünf Ad-hoc-Fälle.

Seit Anfang 2016 nutzt Porsche auch die Möglichkeit, ausgewählte Geschäftspartner mit einem Nachhaltigkeitsaudit durch einen unabhängigen Auditdienstleiter zu überprüfen. Werden bei der Auditierung Verstöße oder Entwicklungspotenziale identifiziert, wird von Porsche in Zusammenarbeit mit dem Lieferanten ein Maßnahmenplan zur Verbesserung vereinbart. Bei Bedarf unterstützt Porsche auch bei der Umsetzung. Bei gravierenden Verstößen wird zudem ein Ad-hoc Fall eröffnet. In 2017 hat ein unabhängiger Dienstleister insgesamt elf Audits durchgeführt. Porsche plant den weiteren Ausbau dieses Instruments für die Folgejahre.

Lieferantenentwicklung mit eLearning-Modulen
Im Sinne des kontinuierlichen Lieferantenentwicklungsprozesses wird allen Lieferanten ein digitales Lernmodul (eLearning) in neun Sprachen auf der Konzern Business Plattform zur Verfügung gestellt. Im Lernmodul erfährt der Nutzer zunächst, welche Anforderungen zu umweltbezogenen und sozialen Standards es seitens des Volkswagen Konzerns gibt und worauf die Nachhaltigkeitsanforderungen beruhen. Im Anschluss an das eLearning durchläuft der Lieferant einen Selbstcheck. Nur wenn dieser erfolgreich absolviert wurde, gilt das Lernmodul als bestanden.

Schulungen zur Nachhaltigkeit in der Lieferkette
Für Porsche ist es wesentlich, dass alle Zulieferer soziale und ökologische Standards entlang der gesamten Lieferkette einhalten. Besonders mit Blick auf die steigende Komplexität und globale Verzweigung der Lieferketten stellt dies ein Unternehmen vor weitreichende Herausforderungen. Die Verantwortlichen müssen daher bestmöglich informiert sein, wie das Unternehmen reagiert, wenn gegen vorgegebene Standards verstoßen wird und welche Konsequenzen im Einzelfall zu ziehen sind. Im Berichtsjahr 2017 wurden deshalb erneut mehr als 20 Prozent der Mitarbeiter in der Beschaffung in zwei je einstündigen Schulungen zum Thema Nachhaltigkeit in Lieferantenbeziehungen geschult.

Auch in Kooperation mit der AutoUni in Wolfsburg werden regelmäßig Vorträge und Forschungsprojekte angeboten, um Konzernmitarbeitern übergreifende Zusammenhänge und Abläufe aufzuzeigen. Die AutoUni verfügt insgesamt über neun Institute, die sich an verschiedene Fachbereiche richten. Alle Teilnehmer können zwischen drei Veranstaltungsformaten wählen:

1. Ein- bis zweistündige Vorträge geben Denkanstöße zu unterschiedlichen Themen.

2. Auf ein- bis zweitägigen Konferenzen werden einzelne Fragen detailliert im Expertenkreis diskutiert.

3. Kooperative Studienmodule und Programme vertiefen wissenschaftliche Themen über mehrere Monate hinweg und reflektieren diese aus der Unternehmensperspektive.

Alle angebotenen Kurse werden von renommierten Referenten aus Hochschulen, der Industrie und Experten der Fachbereiche geleitet.

Nachhaltigkeitsworkshops mit Lieferanten
Um den Austausch mit Zulieferern zum Thema Nachhaltigkeit zu intensivieren, hat Porsche im Berichtsjahr ein Konzept für Lieferantenworkshops entwickelt und zu zwei Veranstaltungen eingeladen. Im Rahmen der Workshops wurden gemeinsame Ansätze zur Umsetzung von Nachhaltigkeitsaspekten identifiziert und mögliche Themenfelder für eine weitere Zusammenarbeit definiert. Somit setzte Porsche eine weitere Maßnahme der Beschaffungsstrategie 2025 um. Die Einhaltung von Nachhaltigkeitsanforderungen wird für die Porsche-Beschaffung weiterhin im Fokus stehen.


Governance

Compliance
Porsche hat ein umfassendes Compliance Management System etabliert. Weitere Informationen finden Sie hier.

Datenschutz
Porsche nimmt den Schutz personenbezogener Daten sehr ernst und achtet das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Der Datenschutz ist – unabhängig und weisungsfrei – in relevante Unternehmensprozesse eingebunden, um die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen zu gewährleisten. Zusätzlich hat sich Porsche im Rahmen eigener Richtlinien auf Datenschutzprinzipien wie Datensparsamkeit, Zweckbindung und Vertraulichkeit selbst verpflichtet. Mitarbeiter, die mit der Verarbeitung von personenbezogenen Daten betraut sind, verpflichten sich zur Einhaltung des Datengeheimnisses. In regelmäßig stattfindenden Schulungen und Awareness-Kampagnen werden die Mitarbeiter zum Datenschutz sensibilisiert.

Politischer Dialog
Für Porsche ist es wichtig, an Lösungen für bestehende gesellschaftliche, ökologische und ökonomische Herausforderungen mitzuwirken. Zu diesem Zweck engagiert sich Porsche auch in der Verbandsarbeit, um die Interessen des Unternehmens und seiner Mitarbeiter zu vertreten und sein Fachwissen einzubringen. Alle Unternehmensaktivitäten in diesem Bereich erfolgen im Einklang mit bestehenden gesetzlichen Bestimmungen. Porsche verpflichtet sich zu parteipolitischer Neutralität und setzt auf eine offene und transparente Dialogkultur gegenüber seinen lokalen, regionalen und nationalen Anspruchsgruppen in Politik und Gesellschaft. Die folgende Auflistung zeigt eine Auswahl der Mitgliedschaften von Porsche in Zusammenschlüssen und Verbänden:

Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA)

Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie e. V. (LVI)

Südwestmetall

Industrie- und Handelskammer (IHK) Stuttgart

Gesellschaft zur Förderung des Instituts für Weltwirtschaft

American Chamber of Commerce in Germany (AmCham Germany)

Neue Antriebs- und Mobilitätskonzepte sind Thema des öffentlichen und politischen Diskurses. Als lokal verankertes Unternehmen engagiert sich Porsche deshalb in einer Reihe regionaler Initiativen, die eine Förderung dieser wichtigen Themen zum Ziel haben. Hierzu zählen zum Beispiel der vom baden-württembergischen Ministerium für Finanzen und Wirtschaft initiierte „Automobildialog“, den von der Landesregierung angestoßenen Strategiedialog Automobilwirtschaft BW sowie die durch den Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn ins Leben gerufene Initiative „Nachhaltige Mobilität Stuttgart“.

Der Stammsitz in Zuffenhausen befindet sich am Rande eines großstädtischen Ballungsgebietes. Porsche sucht daher den offenen und nachbarschaftlichen Dialog mit den Anwohnern. Auch auf lokaler und regionaler Ebene wird mit der Politik ein reger Informationsaustausch geführt, um allen Beteiligten einen transparenten Informationsfluss bei Bauvorhaben und Maßnahmen zu gewährleisten und möglichen Bedenken oder Sorgen Gehör zu verschaffen. Im Januar 2015 erschien erstmals die Porsche-Anwohnerzeitung „targa“ mit Informationen zum Stand der Bauplanungen, mit Hintergründen des Vorhabens zum Mission E und zur Entwicklung des Stammwerks. Im März 2017 informierte Porsche im Rahmen einer Informationsveranstaltung die Nachbarn am Produktionsstandort Stuttgart-Zuffenhausen aus erster Hand über den Projektverlauf. Zusätzlich stellte das Unternehmen auf einer Projektwebsite Informationen rund um das Vorhaben bereit. Auch an den beiden Standorten Weissach und Mönsheim fanden im Berichtsjahr entsprechende Anwohnerinformationsveranstaltungen statt. An der Praxis des intensiven Dialogs hält Porsche weiterhin fest und bietet mit der eingerichteten E-Mail-Adresse „nachgefragt@porsche.de“ eine Anlaufstelle für die Anliegen der Anwohner.


Ökonomie

Risikomanagement
Gemäß Aktiengesetz (AktG) unterliegt der Porsche Konzern gesetzlichen Anforderungen zum Risikomanagement. Neben der Erfüllung gesetzlicher Anforderungen sind mit der Einrichtung eines Risikomanagementsystems ökonomische Zielsetzungen verbunden. Das Risikomanagementsystem von Porsche stellt hierbei einen integralen Bestandteil der Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse dar und ist im Wesentlichen in vier Elemente untergliedert: die systemische und die akute Risikosituation, das interne Kontrollsystem und Business Continuity Management. In der systemischen Risikosituation steht die Transparenz über implementierte Steuerungsprozesse und Überwachungstätigkeiten zur Validierung eines funktionsfähigen Steuerungssystems im Vordergrund, die akute Risikosituation konzentriert sich auf konkret drohende Zielabweichungen zur Stärkung der Risikofrüherkennung im Porsche Konzern. Das interne Kontrollsystem hat das Ziel, operative Risiken zu verringern, die durch Prozessschwachstellen entstehen können, während Business Continuity Management eine schnelle und sachgerechte Reaktion im Fall von Großschadensereignissen mittels Notfallplänen sicherstellt. Durch geeignete Konzepte und Methoden schafft das Risikomanagementsystem Transparenz zur Risikolage, ermöglicht adäquate Maßnahmen abzuleiten und unterstützt damit die strategische Zielerreichung von Porsche.

Zwischen dem Risiko- und dem Nachhaltigkeitsmanagement bestehen diverse Schnittstellen. Im Rahmen der Risikoidentifikation greift das Risikomanagement unter anderem auch auf die Erkenntnisse der Stakeholderbefragungen zum Thema Nachhaltigkeit und die entsprechend durchgeführte Wesentlichkeitsanalyse zurück. Die Ergebnisse der Befragungen der für Porsche relevanten Anspruchsgruppen werden vom Risikomanagement zum Abgleich der Vollständigkeit im Rahmen der Risikoidentifikationsphase herangezogen. Der aktive Austausch zwischen dem Nachhaltigkeitsbereich und dem Risikomanagement trägt bei Porsche somit zu einer weiteren Optimierung und Verfeinerung der Prozesslandschaft sowie der Standards und Methoden der konzernweit implementierten Risikomanagementprozesse bei. Der Austausch wird nicht zuletzt auch durch den 2016 installierten Nachhaltigkeitsbeirat weiter gefördert, der insbesondere beratend fungiert und als Impulsgeber zur Förderung des Stakeholderdialogs von Porsche in Sachen Nachhaltigkeit dient. Die Expertise des Nachhaltigkeitsbeirats kann für das Risikomanagement insbesondere bei der Bearbeitung von ausgewählten Schwerpunktthemen genutzt werden, um sowohl wissenschaftliche als auch praktische Erfahrungswerte auszutauschen und in den einzelnen Projekten einzubinden.

Investitionen
Der Porsche-Stammsitz in Zuffenhausen steht seit 2016 ganz im Zeichen der zukünftigen Fahrzeug-Generation. Nachdem der Aufsichtsrat der Porsche AG Ende 2015 grünes Licht für den Bau des ersten rein elektrisch betriebenen Porsche gegeben hat, schafft Porsche dort zusätzlich mehr als 1.200 Arbeitsplätze und investiert am Standort mehr als eine Milliarde Euro. In den nächsten Jahren entstehen eine neue Lackiererei und eine eigene Montage für das Elektrofahrzeug. Das im Juli 2016 eröffnete Motorenwerk wird für die Herstellung der Elektroantriebe ausgebaut, der vorhandene Karosseriebau erweitert. Eine Fördertechnik verbindet die neue Lackiererei mit der Endfertigung.

Mit der Gründung der Porsche Digital GmbH Ende Mai 2016 hat Porsche die digitale Innovationsoffensive gestartet. Die neue Tochtergesellschaft identifiziert und entwickelt digitale Kundenerlebnisse, Produkte, Geschäftsfelder sowie Geschäftsprozesse weiter. Damit will Porsche seine Stellung als führender Anbieter für digitale Mobilitätslösungen in der automobilen Premiumklasse festigen. 2017 hat sich Porsche Digital an dem Stuttgarter Technologie-Unternehmen Home-iX beteiligt. Es ermöglicht Unternehmen der Automobilbranche individualisierte Smart Living-Lösungen anzubieten, die Fahrzeuge und das Zuhause vernetzen. Porsche Digital hat eine Minderheitsbeteiligung von zehn Prozent an Home-iX erworben. Die Zusammenarbeit zwischen Porsche und dem Start-up dreht sich um konkrete Lösungen, die vernetztes Zuhause, Fahrzeug, mobile Endgeräte und digitale Assistenten miteinander verbinden.

Im Berichtsjahr wurde mit der Porsche Digital Inc. im kalifornischen Silicon Valley ein neuer Standort gegründet. Auf diese Weise sollen Digitalisierungsstrategien und -trends im US-amerikanischen Markt schneller erkannt werden. Die Porsche Digital Inc. in Santa Clara soll künftig rund 100 Mitarbeiter beschäftigen. Neben dem Silicon Valley hat Porsche in der zweiten Hälfte des Jahres 2017 auch in Israel ein „Innovation Office“ eingerichtet. Mit dem Büro in Tel Aviv will sich der Stuttgarter Sportwagenhersteller auf dem Top-Markt für IT-Experten und Ingenieure Zugang zu Technologietrends und Talenten sichern. Im ersten Schritt hat Porsche einen zweistelligen Millionenbetrag in die Venture-Capital-Fonds Magma und Grove investiert. Weitere Investitionen in Start-ups und Fonds sind geplant.