16.03.2018

Digital Natives

Wohin geht die Reise? Im digitalen Zeitalter weiß das niemand genau zu sagen. Umso wichtiger ist es, mit den richtigen Leuten unterwegs zu sein.

Anfang der Neunzigerjahre veröffentlichte der kanadische Autor Douglas Coupland einen visionären Roman, in dem er Lebenswirklichkeit und Einstellung seiner Altersgenossen beschrieb. „Generation X“ wurde schnell populär und führte dazu, dass man Zeitströmungen und ihre Anhänger eine  Zeit lang gerne unter Etiketten wie „Generation Z“ oder „Generation Golf“ clusterte.

Heute gelten diese Klassifizierungen als völlig überholt. Wenn man künftig auf unsere Zeit blickt, wird man vor allem zwei große Gruppen erkennen: Jene, die digital denken, leben und arbeiten – so wie die Digital Natives bei Porsche, von denen wir hier einige beispielhaft vorstellen. Und auf der anderen Seite jene, die es (noch) nicht tun.

Denn die Umwälzungen, die wir gerade erleben, sind vermutlich nicht weniger tief greifend als jene der industriellen Revolution. Etwas ähnlich im Wortsinne Weltveränderndes geschieht momentan wieder einmal.

Alles gerät in Bewegung. Aber wo diese Bewegung hinführt, weiß heute niemand genau zu sagen (und wer etwas anderes behauptet, belügt oder überschätzt sich). Denn die Digitalisierung ist kein vorgestanztes Programm, das man nur noch verstehen, ausrollen und umsetzen müsste. Sie ist vielmehr eine abenteuerliche Reise, eine Mission mit unbestimmtem Ziel, auf die wir uns alle gemeinsam begeben haben. Wie bei jeder Expedition ist es hilfreich, ein paar Pfadfinder, Pioniere und Neugierige an seiner Seite zu haben. Leute, die naturgemäß auch nicht alle die richtigen Antworten haben – aber die richtigen Fragen stellen.

Wenn es um Neuerungen geht, gibt es bekanntlich drei typische Reaktionen: Da sind zum einen jene, die alles mit sich geschehen lassen. Dann gibt es andere, die sich wundern, was eigentlich gerade geschieht. Und schließlich sind da noch jene, die der Zukunft begegnen, indem sie diese gestalten.

Im Zeitalter des digitalen Wandels nennt man diese Leute Digital Natives. Bei Porsche findet man sie heute in allen Bereichen des Unternehmens, an den unterschiedlichsten Stellschrauben und in verschiedensten Projekten. Es sind Menschen, die – ganz unabhängig von Alter, Generation, Geschlecht oder Sprache – in der digitalen Welt zu Hause sind. Ganz einfach deshalb, weil sie diese Welt in diesem Moment gerade gemeinsam erschaffen.

 

Matthias Hub
Als Mitglied des Smart-Mobility-Plan-Teams beschäftige ich mich mit digitalen Diensten rund ums Auto. Unser Ziel besteht darin, innovative Technologien und Themen frühzeitig zu entdecken, auszuprobieren und in die Produkte zu bringen. Daher kooperieren wir mit verschiedensten Start-ups und betreiben ein kontinuierliches Technology-Scouting über unser Netzwerk oder auf Messen. Außerdem entwickeln wir Prototypen, um neue Ideen auszuprobieren. Diese werden dann in aktuellen oder zukünftigen Modellen getestet.

Auch privat fasziniert mich das Thema Digitalisierung. Meine Wohnung habe ich mit einem Bussystem und mehreren Raspberry Pis zum Smart Home umgerüstet. Die Komponenten habe ich selbst programmiert und ich betreibe Big Data im kleinen Stil. Mein Job macht es möglich, dass ich technologisch immer an der Spitze der Entwicklung bleibe. Er verlangt es aber auch von mir. Stillstand ist keine Option.

 


Saad Azza
Digital Price Tags, Mixed Reality im Verkaufsprozess oder der Rollout unserer Digital-Signage-Lösungen: Das sind nur einige Themen, mit denen ich mich als Junior Specialist Digital Retail im Bereich Vertriebsnetzmanagement und -entwicklung beschäftige. Vereinfacht könnte man sagen, dass ich die Retail-Landschaft von morgen mitgestalte. Und diese wird zukünftig weltweit digital geprägt sein.

Ich bin mit Computern und Spielekonsolen groß geworden. Neueste Techniktrends und Gadgets interessieren mich sehr. Bei Porsche habe ich ein Traineeprogramm mit dem Schwerpunkt Future Retail absolviert. Dazu gehört unter anderem ein Einsatz in einem Porsche-Zentrum. Dort habe ich live erlebt, was Kunden von einer modernen Vertriebslandschaft erwarten. Diese Erfahrung hilft mir, Tools für den Verkauf von technologisch-komplexen Fahrzeugen und Services zu entwickeln.

Meine zweite große Leidenschaft sind fremde Länder und Kulturen. Deshalb arbeite ich gerne in internationalen Teams. Aktuell bewerte, erprobe und implementiere ich für die Region Asien mit unseren Tochtergesellschaften digitale Lösungen für die Verkaufsflächen in den Porsche-Zentren.


Alice Chan
Welche Digitalisierungsstrategien, innovativen Konzepte und digitalen Technologien bringen uns weiter? Wie viel Wissen verbirgt sich in Daten? Als Data Scientist im Porsche Digital Lab Berlin unterstütze ich Teams bei der Beantwortung solcher Fragen.

Bevor mich mein Weg zum Digital Lab führte, war ich Internet of Things-Wissenschaftlerin bei Intel. Bei Texas Instruments betreute ich die Marktanalyse. Zuvor hatte ich während meines Masterstudiums drei Jahre lang an Taiwans führender technischer Hochschule NTUST an Künstlicher Intelligenz, Vorausschauender Analyse und Technischer Geschäftsentwicklung geforscht. Außerdem habe ich ein Start-up gegründet. Dort haben wir einen intelligenten Motorradhelm entwickelt, der bei Bedarf automatisch einen Notruf absetzt. Unsere Innovation ist mittlerweile patentiert und mit mehreren Designpreisen ausgezeichnet worden.

Diese unter Umständen lebensrettende Neuheit ist ein gutes Beispiel für das, was mich bei meiner Arbeit motiviert: Technologien nutzen, um neue Antworten auf virulente Probleme zu finden. Bei Porsche tun wir das, indem wir die vorhandenen Kompetenzen mit neuen digitalen Technologien kombinieren.


Tobias Acker
In der Automobilindustrie denkt man beim Thema Beschaffung zuerst an Fahrzeugteile, klar definierte Prozesse und auf die Branche spezialisierte Lieferanten. Im Bereich Konnektivität ist das ganz anders. IT-Unternehmen hatten bisher oft keine Berührungspunkte mit dem Fahrzeugsektor. Und diese Unternehmen müssen wir erst davon überzeugen, mit einem Automobilhersteller zusammenzuarbeiten.

Nach meinem dualen Studium habe ich in einem Software-Start-up im Vertrieb gearbeitet. Dann kam der erste Schritt in die Fahrzeugindustrie. Seit 2016 bin ich bei Porsche als Partnermanager für die internationale Beschaffung von Datenvolumina und Konnektivitäts-Plattformlösungen verantwortlich. Hier kann ich meine gesamte Erfahrung aus der IT-Branche auf einem komplett neuen Gebiet anwenden. Es gilt, die richtigen Partner zu finden und neue, kreative Wege aufzuzeigen, damit beide Seiten konstruktiv zusammenarbeiten können. Wir definieren innovative Prozesse und verbinden diese mit den bewährten Strukturen des Einkaufs. Eine spannende Herausforderung.

 


Katerina Kourti
Kooperationen mit Entwicklern, Start-ups und konzerninternen Innovatoren. Neue Technologien und ihr Einsatz im für mich schönsten „Device“ der Welt – einem Porsche. Das ist es, was mich antreibt. Und es ist genau das, womit ich mich  jeden Tag beschäftige.

Ich habe Technische Kybernetik an der Universität Stuttgart studiert und an der UNAM in Mexiko-Stadt meine Diplomarbeit über nichtlineare Beobachter geschrieben. Danach arbeitete ich einige Jahre in Athen und Stuttgart für ein Unternehmen, das Robotik- und Computer-Vision-Systeme entwickelte. Nach einer missglückten Start-up-Gründung verbrachte ich mein „Gap Year“ damit, für meine langersehnte Segelregatta zu trainieren und daran teilzunehmen.

Seit Oktober 2016 entwickele ich zusammen mit meinen Kollegen bei Porsche die Premium-Connect-Services der Zukunft. Dabei verantworte ich Sonderprojekte im Connected-Car- und Infotainment-Umfeld. Außerdem bin ich für Konzernabstimmungen in diesem Bereich zuständig. Mit anderen Worten: Auch ich arbeite mit am Automobil von morgen.

 


 

 

Fotografie: Elias Hassos