Porsche auf dem „Web Summit 2018“

Tiziana Vicino, IT-Projektleiterin Connected Car bei Porsche, war bei der größten Tech-Konferenz in Europa dabei in Lissabon. Ihr Reisebericht.

Können Sie sich eine einzelne Veranstaltung mit über 70.000 Teilnehmern aus 170 Ländern, 1.200 internationalen Rednern aus führenden globalen Unternehmen, 1.800 Start-ups auf der Suche nach Investoren und 25 verschiedenen Konferenzen vorstellen? Ich auch nicht!

Um diese verrückte Erfahrung zu machen, musste ich zur größten Tech-Konferenz in Europa fahren, dem „Web Summit 2018“, der vom 5. bis 8. November in Lissabon stattfand.

Von Blockchain bis KI und Shared Mobility
 

Die Palette der Themen war sehr breit: Es ging um Blockchain und Kryptowährungen, um Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen, aber auch um Virtual Reality, autonom fahrende Fahrzeuge und Shared Mobility. Auf der Konferenz waren der Erfinder des World Wide Web, Tim Berners-Lee, und auch Top-Manager von globalen Tech-Unternehmen, wie Apple, Google und Netflix, zu Gast. Selbst namhafte Politiker, wie die EU-Kommissarin Margrethe Vestager und der UNO-Generalsekretär António Guterres, beteiligten sich mit Redebeiträgen. Mich haben die vielen inspirierenden Vorträge und tollen Gespräche auf dem „Web Summit“ sehr beeindruckt und ich möchte hier einige Highlights herausstellen.

„Out of the box“

Disruption, digitale Ökosysteme und mittendrin Porsche – Lutz Meschke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Porsche AG und Vorstand für Finanzen und IT, erklärt, welche Herausforderungen hier auf das Unternehmen warten.

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Ein ganz besonderes Highlight war es natürlich, bei der Automotive/Tech-Podiumsdiskussion unseren Kollegen Christian Knörle (Porsche AG) bei seinem Interview zu unterstützen, das er zusammen mit Vitaly Ponomarev (Wayray) gegeben hat. Nick Fraher von Bloomberg fragte ihn, wie ein OEM mit einer Tradition wie Porsche die neuen Herausforderungen des Marktes meistert. Die Antwort hätte nicht eindeutiger sein können: „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers. Wir übertragen den Pioniergeist und unsere einzigartigen Erfahrungen mit Sportwagen in die Zukunft. Das können wir aber nicht allein tun – niemand in der Branche kann das. Aus diesem Grund kooperiert Porsche mit den besten Start-ups der Welt und investiert in herausragende Zukunftstechnologien.“

Beeindruckend – und ein wenig beängstigend
 

Mein persönliches Highlight auf dem „Web Summit“ bestand darin zu sehen, wie sehr und wie schnell sich die Technologie in den letzten Jahren verändert hat. Auf der Konferenz wurden so viele verrückte Ideen vorgestellt – und erstaunlicherweise wirkte alles so, als wäre es tatsächlich realisierbar. Nehmen wir als Beispiel elektrisch angetriebene Luftfahrzeuge, wie den Volocopter und das Lilium, die Verkehrsstaus einfach umfliegen. Ein anderes Beispiel sind Roboter mit Künstlicher Intelligenz, wie beispielsweise der „Furhat“ von Furhat Robotics und „Sophia“ von Hanson Robotics, die Menschen immer ähnlicher werden. Derartige KI-gesteuerte Roboter können eine wachsende Zahl von Gefühlen ausdrücken und sogar die Gefühle anderer wahrnehmen. Das ist beeindruckend – und zugleich auch ein wenig beängstigend.

Web Summit 2018, Lissabon, 2018, Porsche AG
Web Summit 2018 in Lissabon

Als mein letztes Highlight muss ich unbedingt noch die unglaubliche Leistungsfähigkeit von Quantencomputern nennen. Dr. Martin Hofmann von Volkswagen hat zusammen mit D-Wave vorgeführt, wie Quantencomputer eingesetzt werden können, um den Verkehr in Städten zu optimieren.

„Wie können wir sicherstellen, dass all diese Technologien nur zum Wohle aller genutzt werden und dass in einem digitalen Ökosystem die Rechte jedes Einzelnen akzeptiert werden?" Tiziana Vicino

Für Nils Kreft (Porsche AG) war eines der interessantesten Themen auf dem diesjährigen „Web Summit“ die Diskussion über die Menschenrechte im digitalen Zeitalter, die wir nicht aus dem Auge verlieren dürfen. Aus unserer heutigen Sicht haben wir bereits Menschenrechte, die von vielen Ländern respektiert werden. Neue Technologien, wie Cloud-Computing, Künstliche Intelligenz und autonome Systeme, bringen aber nicht nur viele neue Vorteile mit sich, sondern es können daraus auch Gefahren erwachsen. Wie können wir sicherstellen, dass all diese Technologien nur zum Wohle aller genutzt werden und dass in einem digitalen Ökosystem die Rechte jedes Einzelnen akzeptiert werden? Sollte jeder das Recht auf Zugang zum Internet haben, um sich selbst informieren zu können und die gleichen Möglichkeiten zu haben? Wie wirkt sich dieses Thema auf unsere tägliche Arbeit bei Porsche aus? Nils Kreft ist der Ansicht, dass wir, die wir Software und Services liefern, uns selbst fragen sollten, wie wir zu einer sichereren, gerechteren und menschlicheren Welt beitragen können.

„Bei der Konferenz ging es nicht nur darum, sich Vorträge von führenden globalen Unternehmen anzuhören, sondern auch darum, Verbindungen zu Start-ups zu knüpfen und über die neuen technischen Möglichkeiten von heute und morgen zu sprechen“, betonte Philip Käfer (Porsche AG). Er war beeindruckt von den Denkweisen, Techniken und Methoden, die IT-Projekte erfolgreicher machen – ohne Filter der Köpfe, die hinter den Schlagwörtern stehen.

Die Gestaltung der Zukunft von Sportwagen ist Teamarbeit
 

Benjamin Barth (Porsche AG) gefiel die Diskussion dazu, wie man UX-perte wird, in der sich alles um die Verbesserung des Nutzererlebnisses bei IT-Systemen drehte. In den Redebeiträgen wurden interessante Beispiele angeführt und es wurde betont, wie wichtig es ist, Tests mit authentischen Nutzern unter genauer Beobachtung durch ein agiles Team durchzuführen. Er plant, einige dieser Ideen in kommende IT-Projekte bei Porsche einfließen zu lassen.

Zum Schluss möchte ich noch unterstreichen, dass die Gestaltung der Zukunft von Sportwagen Teamarbeit ist. Agilität bezieht sich dabei nicht nur darauf, Software zu entwickeln, sondern auch darauf, schnell Teams zu bilden und zu kooperieren. Es war beeindruckend, wie schnell alle Kollegen aus den verschiedenen Abteilungen von Porsche zusammengefunden und sich selbst organisiert haben – sowohl beim „Web Summit“ als auch beim „Night Summit“, wie auf dem Bild zu sehen ist.

Info

Tiziana Vicino ist IT-Projektleiterin Connected Car bei Porsche AG.

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Verbrauchsangaben

  • 8,3 l/100km
  • 191 – 190 g/km

Panamera 4S

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 8,3 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 191 – 190 g/km